Wie und wo wir uns zum Sterben legen können, hängt nicht zuletzt von unseren psychischen
Prägungen ab. Richtig: „Gutes“ Sterben ist vorbereitetes und professionell begleitetes Sterben. Das jedoch setzt die Fähigkeit voraus, das bevorstehende Ende nicht auszublenden und sich anderen anvertrauen zu können. Das ist aber längst nicht allen gegeben. Wer den nahenden Tod verleugnen muss, kann nicht in ein Hospiz ziehen, will oft nicht einmal palliative Hilfe in Anspruch nehmen. Die Angehörigen bleiben dann zurück mit dem Gefühl versagt zu haben. Sie sollten wissen, dass die psychische Struktur Todkranker entscheidend dafür ist, ob gute Rahmenbedingungen geschaffen werden konnten.
Barbara Dobrick,
Autorin des Buches „Vom Lieben und Sterben.
Konflikte, Nöte und Hoffnungen Angehöriger“