Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?
verwechseln Sie uns da. Nochmal zur Güte: Sie haben behauptet, den meisten Bürgern dieses Landes ginge es heute materiell schlechter als den Bürgern der alten Bundesrepublik 1985. Das haben Sie nicht bewiesen.
Ihre sonstigen Ausführungen sind durchaus interessant, haben aber mit dieser Frage nichts zu tun.
Natürlich hatte Karl Marx recht. Es gibt bis heute keine präziesere Analyse und Beschreibung des Kapitalismus. Was Karl Marx sich allerdings nicht vorstellen konnte, ist das Armut heute anders aussieht als zu seiner Zeit. Nämlich deutlich komfortabler, mit guter medizinischer Versorgung und relativer sozialer Absicherung (mit dem Gegenwert es ALG2-Satzes für einen Singel musste damals ein Arbeiter eine 11 köpfige Familie durchbringen). Das relativiert nicht die Kluft zwischen Arm und Reich aber es erklärt, warum der Kapitalismus eben doch ein erfolgreiches System ist.
Wer
- genug zu essen
- genug anzuziehen
- eine Wohnung mit Küche und Bad
- Zugang zu medizinischer Versorgung
- Möglichkeit zur Befriedigung kultureller Grundbedürfnisse, also Bücher, Fernsehen u. ggf. internet
- Zugang zum öffentlichen Nahverkehr
hat, kann nicht arm im eigentlichen Sinne sein.
Man muss schon blind sein, um nicht zu sehen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich grösser geworden ist. Dennoch ist aber objektiv weder das Armutsrisiko gestiegen, noch hat sich am Arbeitsmarkt viel verschlechtert und die Zukunftsaussichten sind auch nur düster, wenn man mit verbundenen Augen durch die Welt läuft.
Das wird ja immer lustiger mit Ihnen, Sie scheinen ziemlich rechthaberisch zu sein.
Das habe ich geschrieben:
Mit „sozialer Gerechtigkeit“ sind wir in Westdeutschland jahrzehntelang sehr gut gefahren, bis dann in den Achtzigerjahren das neoliberale Projekt ausgerufen wurde (Lambsdorff-Papier, 1982). Seitdem geht es für die Mehrheit der Bevölkerung langsam (manchmal auch schneller) bergab.
Darauf haben Sie geantwortet:
Das ist gleich zweimal falsch. Z.B. in den sechziger Jahren waren die sozialen Unterschiede keineswegs geringer, zwischen "Akademikern" und dem Rest der Berufswelt eher größer, sie wurden allerdings sehr viel mehr als "natürliche Ordnung der Dinge" akzeptiert. Und der Mehrheit der Bevölkerung geht es heute - materiell - entschieden besser als Anfang der achtziger.
Wer stellt den da jetzt eine Behauptung auf, die er nicht beweisen kann? Ich habe auf die soziale Gerechtigkeit abgehoben, Sie haben dies dann auf das „Materielle“ reduziert.
Aber trotzdem könnte man darauf antworten, aber jetzt geht es erst einmal ums Rechthaben, nicht wahr?Ihre sonstigen Ausführungen sind durchaus interessant, haben aber mit dieser Frage nichts zu tun.
Dass Armut anders definiert wird, macht sie ja so unterschiedlich. Arm ist halt in Afrika was Anderes als bei uns. Trotzdem geht es mir nicht schlechter, nur weil die "Reichen" mehr haben als ich und das weiß ich zu schätzen. Deshalb bekomme ich auch keine Magengeschwüre vor Neid.
Von woher wissen Sie das? Ihre Mutter hat sich in der Nachkriegszeit mit den Menschen in der Nachkriegszeit verglichen.
Würde ihre Mutter heute noch leben, wäre ihre Ansprüche heute wahrscheinlich auch höher. Meine Eltern hatten in der Nachrkriegszeit auch keinen Fernseher vermisst. Das war damals ein Luxusgegenstand für die Reichen. Eine Waschmaschine gab es auch nicht.
Sollte bei meinen Eltern die Waschmaschine oder Fernseher ausfallen,dann werden sie diese Anehmlichkeiten vermissen. Und sollte die Rente nicht reichen um eine Waschmaschine bzw. Fernseher zu kaufen, dann würden sie sich schon als arm empfinden.
Meine Eltern sind sparsame und bescheidene Menschen. Aber auch sie orientieren sich nicht mehr an der Nachkriegszeit. Sollten wir uns wirklich an der Nachkriegszeit orientieren, dann können wir die Steuern extrem erhöhen - auch für die Mittelsgeschicht. Denn verlichen mit den 50er Jahren geht es der Mittelschicht auch dann blendend, wenn wir den Steuersatz auf 90% erhöhen.
Ich will mich aber nicht an der direkten Nachkriegszeit orientieren. Wir haben seit damals einen extremen Produktivitätszuwachs, und warum sollen die Menschen nicht davon profitieren?
Wer von Menschen verlangt sie sollen sich an der Nachkriegszeit oder 3.Welt orientieren der sollte sich nicht beklagen wenn er aufgrund Steuern auf den Zweiturlaub verzichten muss oder sich mit dem Auto einschränken muss.
Übrigens verglichen mit heute waren die deutschen Kaiser arm und verglichen mit der Gesellschaft in mehreren 100 Jahren ist wahrscheinlich Bill Gates bettelarm. Die Menschen leben aber in der Zeit und in der Gesellschaft in der sie leben. Sie orientieren sich nicht an andere Kulturen und Zeiten
Naja, der Reichtum ist nicht das Problem, sondern die Armut!
Jeder Mensch hat einen gewissen Bedarf der gedeckt werden muss.
Was darüber hinaus geht, ist Luxus.
Natürlich gibt es viele Superreiche, die hängen sich einen teuren Picasso ins Wohnzimmer und sagen, "Ich bin jetzt gebildet!".
Ich möchte die Peinlichkeiten unserer Superreichen nicht kommentieren, ihre Vorlieben, Ideologien, Phantasiewelten.
Mir sind die Reichen und ihre finanzielle Möglichkeiten relativ egal,
denn für wirkliches Gestaltungspotential fehlt häufig der Verstand.
Das Hauptproblem ist viel gravierender.
Wenn die Kluft zwischen Arm und Reich größer wird, Deutschland aber demographisch nicht wächst, dann wird die Mittelschicht zwangsweise kleiner.
In dieser Mitte liegt bzw. lag aber das wahre Potential unseres Landes.
Da leben die besseren Menschen.
Zumindest die Meisten davon!