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Wer ist für die Kluft zwischen Arm und Reich verantwortlich?

Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?
  1. #10

    netter Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?
    Wenn man bedenkt, dass die Profiteure der politischen Entwicklung alles dafür um in der öffentlichen Wahrnehmung nicht stattzufinden, ist dieser Titel sicherlich mutig. Glückwunsch.

    Vor etwa einem Jahr wäre uns diese Spiegel-Ausgabe unter dem Titel "Deutschland deine Leistungsträger" präsentiert worden. Die Medien und auch der Spiegel waren in Sachen Meinungsmache (ich empfehle das gleichnamige Buch von Albrecht Müller) ganz vorne mit dabei, wenn es darum ging dem neoliberalen Zeitgeist zu huldigen.

    Ein extra Kapitel beim Niedergang der deutschen Solidargemeinschaft sollte man der Bertelsmann Stiftung, der INSM-Initiative und anderen wirtschaftsfaschistoiden Think-Tanks widmen. Nicht zu vergessen McKinsey, Roland Berger und andere Unternehmensberatungen die freundlicherweise staatliche Aufgaben, wie die Entwicklung der HartzIV-Gesetze, übernommen haben. Und ganz nebenbei sehr gut dabei verdient haben.

    Vielleicht ändert sich ja doch noch was und die weinsaufenden Wasserprediger werden als das entlarvt was sie sind. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
  2. #11

    Wähler?

    Zitat von eigentlicher_Schwan Beitrag anzeigen
    In wessen Interesse muss die Politik letztendlich handeln? Doch dem der Wähler?
    Ja, der Wähler ...

    Leider haben die Mächtigen in vielen "demokratischen" Ländern - auch in Deutschland - längst gelernt, zu unterscheiden zwischen den Wählern un dem "Stimmvieh."

    Der Unterschied? Die Wähler denken über die Themen nach und stimmen dann für das Parteiprogramm und die Vertreter, die das geringste Übel darstellen. Gelegentlich kommen sie auch aus lauter Frust zu dem Schluß, daß sie lieber Nichtwähler sein wollen.

    Das "Stimmvieh" spart sich jede Auseinandersetzung mit Themen. Entweder wählen sie CSU, weil man das immer so macht (ja, oder FDP, oder ...) - um diese Wähler braucht sich keine Partei groß zu bemühen. Pech für die FDP, daß sie davon so wenige hat. Pech für die Parteien überhaupt, daß sich die Zusammensetzung dieser Gruppe von Generation zu Generation zu verändern scheint, so daß auch in Bayern die CSU sich ihrer Mehrheit nicht mehr sicher sein kann.

    Der SPD ist es ja gelungen, sich eine ganze Horde an solchen Wählern wegzuamputieren; das sind jetzt die neuen Wähler der Linken.

    Es ist überhaupt ein großer Teil des Armuts-Problems, daß sich seit Schröders Agenda 2010 keine Partei mehr um dieses Problem kümmert - außer der Linken, und die hat immer noch hirnlose Klassenkampfparolen auf dem Menü, die man nicht mehr ernst nehmen kann. Früher gab es mal eine Idee, die "soziale Marktwirtschaft" genannt wurde und um die Teile der Sozialdemokraten und Teile der Union stritten. Heute scheint man sich eher um die kapitalkräftigen Heuschrecken zu bemühen und den Faktor "Arbeit" nur als lästigen Kostenfaktor mit hohem Risikopotential für Gewinne zu verstehen. Woher sonst kommt dieser Trend zu Leiharbeit und Zeitverträgen, von kostenlosen Praktika mal ganz zu schweigen?
  3. #12

    ich antworte gerne

    Einfache und seit Jahren überall in den Medien, der Politik und Wirtschaft herrschende Meinung, als Antwort auf die obige Frage
    - schuld sind natürlich immer die Armen selber.

    Sie sind schlecht bis gar nicht qualifiziert, haben schwere Charakterschwächen, sind faul und strunzdumm.
    Frage damit beantwortet. (Ironie fast aus)

    AAAAAaaach, völlig vergessen, - nur eine provokante Frage, denn in D gibt es keinerlei "Arme". Die gibt es, wenn überhaupt irgendwo, nur in Afrika.

    Problem erledigt, nächte Frage bitte.
  4. #13

    Ganz einfach:

    Grund 1: Erbschaftssteuer ist viel zu niedrig. Bei 90% wäre es nicht möglich diese unproduktiven Geldberge anzuhäufen und diese über Generationen zu erhalten und zu vermehren. Wers nicht glauben will der schaue sich an, wie sich die Vermögen in den USA entwickelt haben nachdem man von derart hohen Erbschaftssteuern abgerückt ist. (Und bitte nicht wieder mit diesem elenden Argument 'schonmal versteuert' kommen. Wenn ich Benzin kaufe, habe ich vorher auch schon Einkommenssteuern auf das Geld, was ich an der Tankstelle lasse, bezahlt)

    Grund 2: Kapitaleinkünfte werden ggü. den Arbeitseinkünftigen privilegiert behandelt. Wenn man dafür Arbeitet sollte man mehr behalten dürfen als von dem Geld was man im 'Schlaf' verdient.
  5. #14

    Eines muss man Ihnen lassen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?
    Der/Diejenige, welche bei Ihnen für Titelbilder/-themen verantwortlich ist, weiß, wie man Interesse weckt. Ich glaub, ich geh morgen früh mal am Lotto-Laden vorbei.
  6. #15

    Das ist vollkommen richtig

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Erbschaftssteuer ist viel zu niedrig.
    Außergewöhnlich hohe Vermögen - siehe Microsoft oder Facebook - entstehen maßgeblich durch Glück. Ist es erstmal da muss man schon sehr dumm sein oder sehr viel Pech haben, dass ein hohes Vermögen wieder weg ist. Bei bescheidenerem Wohlstand liegts wohl auch an der einen oder anderen persönlichen Entscheidung. Es gibt eben Menschen, die ein glücklicheres Händchen, als andere, haben. Gibt man jedem das Gleiche, ist bei so manchem nach ein paar Jahren trotzdem mehr da, als bei den anderen.

    Natürlich kann man mit einer egalisierenden Erbschaftssteuer die Chancen für die nachfolgende Generation wieder auf Gleichstand setzten.

    Das bedeutet aber auch, dass erfolgreiche Privatunternehmen im Todesfall des Gründers letztendlich an den Staat fallen oder zwangsläufig in AGs umgewandelt werden müssen.

    Die Frage bleibt dann, sind angestellte Manager oder Staatsbedienstete die wirklich besseren Unternehmer?

    Preisfrage: Wenn wir jedes Jahr über die Steuer 100% umverteilen würden (also jeder hat danach wieder das durchschnittliche Vermögen), was hätten wir dann alle für eine Gesellschaft?

    Oder noch einfacher, wenn jeder Schüler in der Schule die Durchnittsnote seiner Klasse erhält, kann man dann erwarten, dass durchschnittliche Leistung mittelfristig steigt?

    Dr. Jennings
  7. #16

    ...

    Also mir geht es mitnichten darum, Unternehmen zu verstaatlichen oder dergleichen. Man kann aber - Wille vorausgesetzt - Regelungen finden die auch hier angewendet werden können. Man könnte beispielsweise sinnvolle Bewertungen vornehmen und die entstehende Erbschaftssteuerschuld in Raten abtragen lassen. Das Problem ist halt nur, dass jedes Schlupfloch ausgenutzt wird. So wie es aktuell ist werden dann vor dem Tod des Vaters noch schnell alle Immobilien in eine Sparschwein GmbH gestopft die dann günstig verschenkt und vererbt werden kann. Man kann eben auch nicht jedem Einzelfall gerecht werden, sollte aber versuchen einen Anreiz zu setzen die Unternehmen weiterzuführen.
  8. #17

    dass die durchschnittliche Leistung steigt

    Zitat von dr.jennings Beitrag anzeigen
    Außergewöhnlich hohe Vermögen - siehe Microsoft oder Facebook - entstehen maßgeblich durch Glück. Ist es erstmal da muss man schon sehr dumm sein oder sehr viel Pech haben, dass ein hohes Vermögen wieder weg ist. Bei bescheidenerem Wohlstand liegts wohl auch an der einen oder anderen persönlichen Entscheidung. Es gibt eben Menschen, die ein glücklicheres Händchen, als andere, haben. Gibt man jedem das Gleiche, ist bei so manchem nach ein paar Jahren trotzdem mehr da, als bei den anderen.

    Natürlich kann man mit einer egalisierenden Erbschaftssteuer die Chancen für die nachfolgende Generation wieder auf Gleichstand setzten.

    Das bedeutet aber auch, dass erfolgreiche Privatunternehmen im Todesfall des Gründers letztendlich an den Staat fallen oder zwangsläufig in AGs umgewandelt werden müssen.

    Die Frage bleibt dann, sind angestellte Manager oder Staatsbedienstete die wirklich besseren Unternehmer?

    Preisfrage: Wenn wir jedes Jahr über die Steuer 100% umverteilen würden (also jeder hat danach wieder das durchschnittliche Vermögen), was hätten wir dann alle für eine Gesellschaft?

    Oder noch einfacher, wenn jeder Schüler in der Schule die Durchnittsnote seiner Klasse erhält, kann man dann erwarten, dass durchschnittliche Leistung mittelfristig steigt?

    Dr. Jennings
    Von Steigerung der allgemeinen Leistung kann in den letzten Jahren keine Rede mehr sein:
    Unser System macht garade alles platt (Griechenland, alle PIGS, Mittlerer Osten, Nord-Afrika, Afrika,...)
    Und das alles nur, damit unsere weltweiten Eliten auch weiterhin in ihrem Himmel auf Erden leben können.
  9. #18

    Zitat von ulrike.schwarzburger Beitrag anzeigen
    Wir sind verantwortlich. Ich, Du, Er, Sie, wir alle. Geben wir es doch zu, jeder von uns möchte vermögend sein. Am liebsten am vermögendsten. Wir übersiehen unseren inneren Reichtum und streben nach dem äußeren. Würden sich sich die Seiten verkehren, es änderte nichts. Solange sich diese Sichtweise nicht aufhebt, wird es immer diese Ungleichheiten geben, denn wir bestimmen doch, wem oder was wir Wert zumessen.

    In allen sozialen Schichten gibt es sie - the good, the bad and the ugly. Gleich ob Bundespräsident, Busfahrer, Vorstandsvorsitzender, Rentner, präkerer Student, Dienstleister, Familienmensch, Gewerkschafter, Politiker, Forumschreiber etc. - ein Jeder strebt nach dem Vorteilhaften für sich. Ob Schnäppchen, Steuertrick, Bonuszahlung, Dividende immer geht es darum, etwas herauszuholen, zu gewinnen, zu vermehren. Wer frei davon, werfe den ersten Stein. Dieser Egoismus ist pure Freiheit und die wollen wir nun mal alle. Sie soll nur nicht auf unsere eigenen Kosten gehen.

    Erst mit dem Bewusstsein, dass mein eigenes Tun dem anderen nicht schaden möge, kann ich vielleicht die Tragweite aller meiner Entscheidungen erahnen und mein Handeln dementsprechend ausrichten. Helfen würde sicherlich ein bedingungsloses Grundeinkommen und die geldwerte Bewertung von globalen Ressourcen. Grundsätzlich ist genug für uns alle da und es hängt auch von meiner eigenen Betrachtungsweise ab, ob ich mich als defizitär oder im Überfluss befindlich betrachte. Mir persönlich ist es egal ob ich einen Qudrokopter habe oder ein Fahrrad, mein Streben gilt nicht dem Haben, sondern dem Sein.

    Frieden, Liebe, genug zu essen und einen Platz zu Sein wünsche ich jedem Menschen, egal ob arm oder reich!
    Ihr Beitrag spricht mir aus der Seele- prima!

    Leider sind zu viele Abzocker und möchtegern Gutmenschen unterwegs- und zwar in allen Lebenslagen.

    Besonders im Alter ist der Kampf zwischen denjenigen, die "etwas haben" und denjenigen die nix haben exorbitant entfacht.

    Kümmern um beide Klientel von Seiten des Staats:Fehlanzeige!

    Man kann sich aber auch gerade da, professionelle Hilfe holen, ohne das gleich hohe "Beratungskosten" anfallen.

    Ein neues feines- noch kleines Bielefelder Familienunternehmen macht es vor. Seniorenhilfe Bielefeld

    Ich kann nur alle ermuntern und aufrufen, welche sich berufen fühlen, so etwas in jeder Stadt zu installieren! Die Geschäftsidee ist doch wohl simple und einfach.

    Kirchliche oder staatliche Organisationen brauchen Tage dazu um armen und alten Menschen wirklich und echt zu helfen- wenn überhaupt.

    Pflege und Betreuung der armen und alten im D-Zugtempo ist schon schlimm genug!

    Aber was ist mit den wirklichen und nicht alltäglichen Problemen, welche aber die armen als auch die reichen Bürger beschäftigen?

    Hochglanzprospekte von Seniorenresidenzen und billige Kaffeefahrt-Flyern etwa?

    Das sind nur Nebenkriegsschauplätze um die wahren Sorgen, Ängste und Nöte von alten, armen und reichen Bürgern, welche diese sich damit selber gerne kaschieren.

    Helft Leute und lasst euch helfen!
  10. #19

    Zitat von sagmalwasdazu Beitrag anzeigen
    ...hinzu kommt, die Linken werden fortwährend in die
    kommunistische Ecke gedrängt und kriminalisiert.
    No go Aera eben. Wer outet sich da schon als Links-Sympathisant?
    Mind control trifft es ganz gut.
    Und die Verantwortung tragen zu einem großen Teil die gekauften Gewerkschaften. Auf Bezirksebene konnte ich genau das erleben.
    Ich trat nach 12Jahren aktivität aus.
    Herr Gauck hat jetzt aktuell auch die Linken als Kommunisten bezeichnet. Das fand ich unmöglich. Es wird noch lustig werden in seiner Amtszeit.

    Aber auch die Sozialdemokraten, die lange nicht mehr sozial sind, tragen dazu bei. In anderen EU-ländern, vor allem in Skandinavien, sitzen die Linken mit den Sozialdemokraten und sogar mit den bürgerlichen Parteien in der Regierung. In diesem Land gibt es eine Linken-Hysterie, die momentan auf eine üble Weise geschürt wird.


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