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Wer ist für die Kluft zwischen Arm und Reich verantwortlich?

Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?
  1. #90

    Zitat von eigentlicher_Schwan Beitrag anzeigen
    Von Franzosen höre ich manchmal, wie sie unsere "Effizienz" fürchten. Und es stimmt, darin waren wir öfters "gut".
    Die Effizienz der Armutsbekämpfung war es denn auch, die zur Armenbekämpfung pervertierte. Neue Behörden wurden geschaffen, um die als faul Verdächtigten zu schickanieren. Dazu wurde sogar die Beweisumkehr praktiziert und vieles mehr.
    Es stellt sich aber die Frage nach dem Ziel. Ist die Wirtschaft für die Menschen da, oder ist es umgekehrt? In wessen Interesse muss die Politik letztendlich handeln? Doch dem der Wähler?
    Vermutlich trägt fast jeder Wähler und Gewählte mehr Verantwortung, als er sich zunächst eingestehen will.
    der staat gehorcht zu allererst dem wähler, und der will verdienen, und deshalb prostituiert sich der staat bisweilen um der wirstchaft das zu entlocken was der wähler will und das freut die wirtschaft.
  2. #91

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Es wird ihr kräftig von unseren Leitmedien geholfen, um sie gut dastehen zu lassen. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Mit Ihrem Zögern und überhaupt dem ganzen Procedere der Griechenlandhilfe hat sie die Kosten stark in die Höhe getrieben. Mit Ihren Spardiktaten treibt sie Europa in die Rezession. Aber die hinter ihr stehenden Kreise möchten die bevorstehende Krise nutzen, um ihre Vorstellungen einer „marktkonformen Demokratie“ durchzusetzen.

    Diese läuft auf eine „beschränkte Demokratie“ hinaus, einer „Entkernung“ der Demokratie von ihrem materiellen Gehalt und ihrer sozialen Substanz unter Beibehaltung ihrer legitimatorischen Funktion, auf dass die „Marktkräfte“ bei ihrem „segensreichen“ Wirken nicht allzusehr von humanistischen und wohlfahrtsstaatlichen „Zumutungen“ belästigt werden.
    Wir kommen in der Diskussion auch nicht weiter, wenn wir wie hier, immer nur Inhalte aus den Nachdenkseiten ins Forum extrahieren.
    Demokratie nach der reinen Lehre sucht ebenso vergeblich nach "lebenden Beispielen" als dies bei den Gebrauchsmustern der Fall wäre, die Sie uns immer wieder anbieten.
  3. #92

    Zitat von jayjayjayjay Beitrag anzeigen
    der staat gehorcht zu allererst dem wähler, und der will verdienen, und deshalb prostituiert sich der staat bisweilen um der wirstchaft das zu entlocken was der wähler will und das freut die wirtschaft.
    Werter Forist, Sie sprechen in Rätseln!
    Trotz mehrmaligen Lesens ist mir nicht klar geworden, was Sie eigentlich ausdrücken wollten.
  4. #93

    Stark und Schwach gab es schon immer, aber es lebt sich damit unbequem

    Es ist nicht zielführend einen Schuldigen dafür zu finden. Die Erkenntnis aber, daß sich die Welt für jeden (!) besser leben liesse, wenn es keine Neider und keinen daraus erwachsenden Haß gäbe, könnte die Mächtigen dazu verleiten, folgendes einzuführen:
    1.) Bildung und Vorbilder für jeden (!), Kindergartenpflicht schon ab dem 1. Lebensjahr
    2.) auch Kapitalerträge zu versteuern, nicht nur der Hände Arbeit
    3.) deutlich höhere Erbschaftssteuer ab 200.000,- €
    4.) die Banken und die Kreditvergabe verstaatlichen
    5.) den grössten Staatsausgabenanteil für Bildung
    und diverses mehr ...
    So würde nicht nur die Gesellschaft wieder mehr zusammenwachsen sondern auch die Lebensqualität steigen und damit der unnötige Umweltverbrauch abnehmen.
  5. #94

    Zitat von perlhuhn. Beitrag anzeigen
    Wir kommen in der Diskussion auch nicht weiter, wenn wir wie hier, immer nur Inhalte aus den Nachdenkseiten ins Forum extrahieren.
    Demokratie nach der reinen Lehre sucht ebenso vergeblich nach "lebenden Beispielen" als dies bei den Gebrauchsmustern der Fall wäre, die Sie uns immer wieder anbieten.
    Zitat von perlhuhn. Beitrag anzeigen
    Wir kommen in der Diskussion auch nicht weiter, wenn wir wie hier, immer nur Inhalte aus den Nachdenkseiten ins Forum extrahieren.
    Demokratie nach der reinen Lehre sucht ebenso vergeblich nach "lebenden Beispielen" als dies bei den Gebrauchsmustern der Fall wäre, die Sie uns immer wieder anbieten.
    Neben den Nachdenkseiten gibt es noch einige andere Quellen. Aber sei's drum, wir würden in der Diskussion vor allem weiterkommen, wenn von Ihnen und anderen tragfähige, substanzielle Gegenargumente kommen würden, dann könnte man sich daran abarbeiten.

    Aber da ist ja nichts als der naive Kinderglaube an effiziente, sich selbst regulierende freie Märkte.
  6. #95

    Kluft ?

    Gibt es diese Kluft in der Form überhaupt? Der Lebensstandard ist doch gerade für die sogenannten Armen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, während er bei den Reichen eher stagniert ist.

    Eine warme Wohnung, sauberes kaltes und warmes Wasser, medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, billige Lebensmittel, die nach allen Regeln der Kunst untersucht wurden, sind bei uns auch den Armen zugänglich. Hochtechnologie-Geräte, wie Kamera, TV oder Handy, die die meisten Völker dieser Erde autark niemals herstellen könnten, werden bei uns so billig im Supermarkt verkauft, dass man sogar über ein Pfand nachdenkt.

    Seltsamerweise ist es der Kapitalismus und die Globalisierung, die das möglich gemacht haben und den Reichen ihre Profilierungsmöglichkeiten etwas genommen haben.
  7. #96

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Neben den Nachdenkseiten gibt es noch einige andere Quellen. Aber sei's drum, wir würden in der Diskussion vor allem weiterkommen, wenn von Ihnen und anderen tragfähige, substanzielle Gegenargumente kommen würden, dann könnte man sich daran abarbeiten.

    Aber da ist ja nichts als der naive Kinderglaube an effiziente, sich selbst regulierende freie Märkte.
    Na das nenne ich eine freundliche Einladung, die Sie so ganz unvoreingenommen aussprechen.
    Ja - da bin ich doch froh, dass unsere Demokratie sich derart wehrhaft zeigt und es ermöglicht, dass ein paar Hände voll Flughafenarbeiter um den Preis einer besseren (gerne auch angemessenen) Entlohnung, einen Milliarden-Vermögensschaden riskieren darf, für die Ihre politischen Freunde nur den Begriff Staatsfeind oder Saboteure bereithielten, so sie Regierungsmacht erhielten.
  8. #97

    Es ist schon eine Verschlechterung erkennbar

    Zitat von christian.stuermer Beitrag anzeigen
    Gibt es diese Kluft in der Form überhaupt? Der Lebensstandard ist doch gerade für die sogenannten Armen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, während er bei den Reichen eher stagniert ist.
    Was die Armen betrifft so hängt dies davon ab mit welchem Jahr sie vergleichen. In Deutschland gab es ungefähr vor 20 Jahren die Wende. Bis dahin haben auch die ärmeren und die Mittelschicht vom Wirtschaftswachstum profitiert. Danach stagnierten im Durchschnitt die Reallöhne, die unteren Löhne sanken aber deutlich.

    Anfangs erklärbar durch die Wiedervereinigung aber seit Hartz IV hat sich dieser Trend noch verstärkt.

    Die Einkommen der Reichen (des obersten 10%) sind aber deutlich gestiegen. Wirklich extrem gestiegen sind aber nur die Einkommen der obersten 1%. Dass sich der Lebensstandard kaum unterscheidet ob Sie 1 Million im Jahr oder 5 Millionen im Jahr verdienen ist ein anderes Thema.

    Eine warme Wohnung, sauberes kaltes und warmes Wasser, medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, billige Lebensmittel, die nach allen Regeln der Kunst untersucht wurden, sind bei uns auch den Armen zugänglich.
    Das stimmte aber schon für 1960.


    Hochtechnologie-Geräte, wie Kamera, TV oder Handy, die die meisten Völker dieser Erde autark niemals herstellen könnten, werden bei uns so billig im Supermarkt verkauft, dass man sogar über ein Pfand nachdenkt.
    Ich gebe zu der technologische Wandel ist extrem schnell geworden. Aber der Zugriff zu diesen Geräten, wird heute als Selbstverständlich angenommen. Früher sind meine Eltern einfach zum Bahnhof gegangen um eine Fahrkarte zu kaufen, heute haben Sie nur noch Automat und Internet dafür. Der technologische Fortschritt gibt nicht nur Freiheiten sondern es besteht ein hoher sozialer Druck Internet und Handy zu besitzen.

    Weniger für die ältere Generation, weil deren Freunde noch auf die "alte" Art und Weise kommunizieren. Die jüngere Generation ist es gewohnt extrem flexibel und kurzfristig ihre Freizeit zu verplanen. Da wird kurzfristig entschieden nicht ins Kino sondern in die Eisdiele zu gehen. Wer mobil nicht erreichbar ist, der bleibt allein.

    Seltsamerweise ist es der Kapitalismus und die Globalisierung, die das möglich gemacht haben und den Reichen ihre Profilierungsmöglichkeiten etwas genommen haben.
    Der technologische Fortschritt gibt es auch in Frankreich oder in Skandinavien in denen die Löhne real gestiegen sind
  9. #98

    Zitat von perlhuhn. Beitrag anzeigen
    Na das nenne ich eine freundliche Einladung, die Sie so ganz unvoreingenommen aussprechen.
    Ja - da bin ich doch froh, dass unsere Demokratie sich derart wehrhaft zeigt und es ermöglicht, dass ein paar Hände voll Flughafenarbeiter um den Preis einer besseren (gerne auch angemessenen) Entlohnung, einen Milliarden-Vermögensschaden riskieren darf, für die Ihre politischen Freunde nur den Begriff Staatsfeind oder Saboteure bereithielten, so sie Regierungsmacht erhielten.
    Ich habe eigentlich grundlegende, richtungsweisende, ja, überzeitliche Argumente erwartet, stattdessen kommen Sie mit Ihrem momentanen Ärger daher, den Sie dann auch noch irgendwie mit den Linken in Verbindung bringen müssen.

    In D. wird zu wenig gestreikt, nur so war es möglich, dass Arbeitnehmer seit 2000 einen Reallohnverlust von über 4 Prozent hinnehmen mussten, während die Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen im zweistelligen Bereich geradezu explodiert sind.
  10. #99

    Fragt doch mal Gazprom-Schröder!

    Der Mann hat während seiner Amtszeit als Bundeskanzler die Axt an den Sozialstaat gelegt. Unter seiner Ägide wurde die Rentenversicherung demontiert ("Riestern" Sie mal, wenn sie nur 8,50 Stundenlohn bekommen!), die Zeitarbeit entfristet, Billiglöhne legitimiert und die Hatz auf Langzeiterwerbslose eröffnet.
    Das Ergebnis: allenthalben werden unbefristete Arbeitsverhältnisse durch Zeitarbeit ersetzt - die neueste Masche zur Lohndrückung heißt "Werkvertrag" - Löhne werden gedrückt mit dem Hinweis auf die so genannte Globalisierung (nur blöd, dass die Chinesen jetzt AUCH nicht mehr zu Hungerlöhnen schuften wollen...) - und was jetzt Hartz IV angeht- da sind sich ja mittlerweile sogar die verbohrtesten CDU-Mitglieder einig, dass DAS ein Schuss in die Röhre war: der ganze Zirkus kostet mehr als man durch das systematische Weg -Mobben und Weg -Schikanieren von Antragstellern in den "Job-Abenturen" reinholen kann...
    Im übrigen muss man sich ja nur mal anschauen, WO die Herrschaften gelandet sind, denen wir diesen Schlamassel zu verdanken haben:
    Herr Schröder bei Gazprom - einem Unternehmen, auf dessen Konto eine der schlimmsten Umweltzerstörungen in Sibirien geht...
    Herr Fischer bekommt all Berater von BMW jede Menge Kohle- fürs Nichtstun...
    Herr Hartz ist vorbestraft, betreibt eine "Beraterfirma" und hat IMMER noch nichts kapiert...
    Herr Riester ist im Versicherungswesen tätig und kassiert nebenbei fette Honorare für seine Fachvorträge...
    hab ich noch wen vergessen...?
    Guckt euch an, wer die Nutznießer der allgemeinen Demontage sind - und ihr habt die Antwort!








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