Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?
Wir kommen in der Diskussion auch nicht weiter, wenn wir wie hier, immer nur Inhalte aus den Nachdenkseiten ins Forum extrahieren.
Demokratie nach der reinen Lehre sucht ebenso vergeblich nach "lebenden Beispielen" als dies bei den Gebrauchsmustern der Fall wäre, die Sie uns immer wieder anbieten.
Es ist nicht zielführend einen Schuldigen dafür zu finden. Die Erkenntnis aber, daß sich die Welt für jeden (!) besser leben liesse, wenn es keine Neider und keinen daraus erwachsenden Haß gäbe, könnte die Mächtigen dazu verleiten, folgendes einzuführen:
1.) Bildung und Vorbilder für jeden (!), Kindergartenpflicht schon ab dem 1. Lebensjahr
2.) auch Kapitalerträge zu versteuern, nicht nur der Hände Arbeit
3.) deutlich höhere Erbschaftssteuer ab 200.000,- €
4.) die Banken und die Kreditvergabe verstaatlichen
5.) den grössten Staatsausgabenanteil für Bildung
und diverses mehr ...
So würde nicht nur die Gesellschaft wieder mehr zusammenwachsen sondern auch die Lebensqualität steigen und damit der unnötige Umweltverbrauch abnehmen.
Neben den Nachdenkseiten gibt es noch einige andere Quellen. Aber sei's drum, wir würden in der Diskussion vor allem weiterkommen, wenn von Ihnen und anderen tragfähige, substanzielle Gegenargumente kommen würden, dann könnte man sich daran abarbeiten.
Aber da ist ja nichts als der naive Kinderglaube an effiziente, sich selbst regulierende freie Märkte.
Gibt es diese Kluft in der Form überhaupt? Der Lebensstandard ist doch gerade für die sogenannten Armen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, während er bei den Reichen eher stagniert ist.
Eine warme Wohnung, sauberes kaltes und warmes Wasser, medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, billige Lebensmittel, die nach allen Regeln der Kunst untersucht wurden, sind bei uns auch den Armen zugänglich. Hochtechnologie-Geräte, wie Kamera, TV oder Handy, die die meisten Völker dieser Erde autark niemals herstellen könnten, werden bei uns so billig im Supermarkt verkauft, dass man sogar über ein Pfand nachdenkt.
Seltsamerweise ist es der Kapitalismus und die Globalisierung, die das möglich gemacht haben und den Reichen ihre Profilierungsmöglichkeiten etwas genommen haben.
Na das nenne ich eine freundliche Einladung, die Sie so ganz unvoreingenommen aussprechen.
Ja - da bin ich doch froh, dass unsere Demokratie sich derart wehrhaft zeigt und es ermöglicht, dass ein paar Hände voll Flughafenarbeiter um den Preis einer besseren (gerne auch angemessenen) Entlohnung, einen Milliarden-Vermögensschaden riskieren darf, für die Ihre politischen Freunde nur den Begriff Staatsfeind oder Saboteure bereithielten, so sie Regierungsmacht erhielten.
Was die Armen betrifft so hängt dies davon ab mit welchem Jahr sie vergleichen. In Deutschland gab es ungefähr vor 20 Jahren die Wende. Bis dahin haben auch die ärmeren und die Mittelschicht vom Wirtschaftswachstum profitiert. Danach stagnierten im Durchschnitt die Reallöhne, die unteren Löhne sanken aber deutlich.
Anfangs erklärbar durch die Wiedervereinigung aber seit Hartz IV hat sich dieser Trend noch verstärkt.
Die Einkommen der Reichen (des obersten 10%) sind aber deutlich gestiegen. Wirklich extrem gestiegen sind aber nur die Einkommen der obersten 1%. Dass sich der Lebensstandard kaum unterscheidet ob Sie 1 Million im Jahr oder 5 Millionen im Jahr verdienen ist ein anderes Thema.
Das stimmte aber schon für 1960.Eine warme Wohnung, sauberes kaltes und warmes Wasser, medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, billige Lebensmittel, die nach allen Regeln der Kunst untersucht wurden, sind bei uns auch den Armen zugänglich.
Ich gebe zu der technologische Wandel ist extrem schnell geworden. Aber der Zugriff zu diesen Geräten, wird heute als Selbstverständlich angenommen. Früher sind meine Eltern einfach zum Bahnhof gegangen um eine Fahrkarte zu kaufen, heute haben Sie nur noch Automat und Internet dafür. Der technologische Fortschritt gibt nicht nur Freiheiten sondern es besteht ein hoher sozialer Druck Internet und Handy zu besitzen.Hochtechnologie-Geräte, wie Kamera, TV oder Handy, die die meisten Völker dieser Erde autark niemals herstellen könnten, werden bei uns so billig im Supermarkt verkauft, dass man sogar über ein Pfand nachdenkt.
Weniger für die ältere Generation, weil deren Freunde noch auf die "alte" Art und Weise kommunizieren. Die jüngere Generation ist es gewohnt extrem flexibel und kurzfristig ihre Freizeit zu verplanen. Da wird kurzfristig entschieden nicht ins Kino sondern in die Eisdiele zu gehen. Wer mobil nicht erreichbar ist, der bleibt allein.
Der technologische Fortschritt gibt es auch in Frankreich oder in Skandinavien in denen die Löhne real gestiegen sindSeltsamerweise ist es der Kapitalismus und die Globalisierung, die das möglich gemacht haben und den Reichen ihre Profilierungsmöglichkeiten etwas genommen haben.
Ich habe eigentlich grundlegende, richtungsweisende, ja, überzeitliche Argumente erwartet, stattdessen kommen Sie mit Ihrem momentanen Ärger daher, den Sie dann auch noch irgendwie mit den Linken in Verbindung bringen müssen.
In D. wird zu wenig gestreikt, nur so war es möglich, dass Arbeitnehmer seit 2000 einen Reallohnverlust von über 4 Prozent hinnehmen mussten, während die Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen im zweistelligen Bereich geradezu explodiert sind.
Der Mann hat während seiner Amtszeit als Bundeskanzler die Axt an den Sozialstaat gelegt. Unter seiner Ägide wurde die Rentenversicherung demontiert ("Riestern" Sie mal, wenn sie nur 8,50 Stundenlohn bekommen!), die Zeitarbeit entfristet, Billiglöhne legitimiert und die Hatz auf Langzeiterwerbslose eröffnet.
Das Ergebnis: allenthalben werden unbefristete Arbeitsverhältnisse durch Zeitarbeit ersetzt - die neueste Masche zur Lohndrückung heißt "Werkvertrag" - Löhne werden gedrückt mit dem Hinweis auf die so genannte Globalisierung (nur blöd, dass die Chinesen jetzt AUCH nicht mehr zu Hungerlöhnen schuften wollen...) - und was jetzt Hartz IV angeht- da sind sich ja mittlerweile sogar die verbohrtesten CDU-Mitglieder einig, dass DAS ein Schuss in die Röhre war: der ganze Zirkus kostet mehr als man durch das systematische Weg -Mobben und Weg -Schikanieren von Antragstellern in den "Job-Abenturen" reinholen kann...
Im übrigen muss man sich ja nur mal anschauen, WO die Herrschaften gelandet sind, denen wir diesen Schlamassel zu verdanken haben:
Herr Schröder bei Gazprom - einem Unternehmen, auf dessen Konto eine der schlimmsten Umweltzerstörungen in Sibirien geht...
Herr Fischer bekommt all Berater von BMW jede Menge Kohle- fürs Nichtstun...
Herr Hartz ist vorbestraft, betreibt eine "Beraterfirma" und hat IMMER noch nichts kapiert...
Herr Riester ist im Versicherungswesen tätig und kassiert nebenbei fette Honorare für seine Fachvorträge...
hab ich noch wen vergessen...?
Guckt euch an, wer die Nutznießer der allgemeinen Demontage sind - und ihr habt die Antwort!