Forum


 

Strenges Rauchverbot - eine gute Entscheidung?

In Bayern wird bald Deutschlands strengstes Rauchverbot gelten. Beim Volksentscheid stimmten fast zwei Drittel der Wähler dafür, das Rauchen in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten zu verbieten - ohne Ausnahmen. Wie bewerten Sie das Votum? Sollte es einheitliche Regeln in allen Bundesländern geben?
  1. #1500

    Zitat von Tall Sucker Beitrag anzeigen
    "Zulassen" ist verräterisch. Das Volk braucht also einen Aufpasser, der geeignete Fragen zur Abstimmung vorlegt (wie in Frankreich, wo man immer dann gefragt wird, wenn es Monsieur le Pr'esidente gefällt).
    In Bayern geht das anders: die Initiiatoren haben die Voraussetzungen erfüllt, und dann musste es halt durchgeführt werden.
    Egal ob verfassungskonform? Das halte ich für gefährlich. Es würden sich bestimmt auch Mehrheiten für Zwangskastration von Vergewaltigern finden.
    Zitat von Tall Sucker Beitrag anzeigen
    Wer eine solche Auseinandersetzung als "gegeneinander aufhetzen" abtut, hat das Wesen des politischen Prozesses nicht verstanden.
    Ein so unausgewogenes Gesetz polarisiert weit mehr als eine Kompromisslösung.
    Zitat von Tall Sucker Beitrag anzeigen
    Was sind denn "unradikale Thesen" (zumal hier nicht über Thesen abgestimmt wurde, sondern über ein Gesetz)?
    Unradikal wäre es den Rauchern auch eine Möglichkeit zur freien Entfaltung abseits der eigenen vier Wände zu lassen. Eigentlich nicht schwer zu verstehen.
    Zitat von Tall Sucker Beitrag anzeigen
    Was an einer Regelung, die mittlerweile in der westlichen Welt verbreiteten Eingang gefunden hat, undemokratisch sein soll, bleibt das Geheimnis des Verfassers.
    Undemokratisch ist es, wenn ein Teil des Demos den anderen unnötig gängelt.
  2. #1501

    Zitat von vordenker Beitrag anzeigen
    Ist Ihnen bekannt, daß Raucher mind. 5 Jahre früher sterben und somit dem Staat und der Gesellschaft Einiges an Kosten ersparen???

    Rechnen Sie nach :
    Raucher sterben im Durchschnitt fünf Jahre früher.
    Das ergeben sich folgende Beträge für 5 Jahre:

    *Bei durchschnittlich zwei Schachteln Zigaretten/Tag a 17 Zigaretten ein Minus bei der Tabaksteuer von 730.- Euro in 5 Jahren

    *bei einer Durchschnittsrente von 1000.- Euro/Monat ein Minus von 60000.- Euro in 5 Jahren

    *bei weniger Pflegekosten von ca. 1200.-/Monat Pflegegeld der Stufe 2 ein Minus von 72000.-Euro in 5 Jahren.

    *bei einer ärztlichen Quartalsrechnung von mind. 35.- Euro/Monat, ohne Medikamente ein Minus von 2100.- Euro in 5 Jahren.

    Medikamente, Dauermedikamente oder Operationen wurden hier nicht berücksichtigt.

    Das ergibt bei einem Raucher, der fünf Jahre früher stirbt ein positives Ergebnis! Dieser Raucher erspart allen Versicherungssystemen eine Summe von 134.830 Euro !

    Ein Raucher.

    Nehmen wir an, dass 35 % der erwachsenen Bevölkerung rauchen , das sind 35 % von 60 Millionen, das sind 21 Millionen Raucher.

    21.000.000 Raucher x 134.830 Euro dann ergibt das den wirklichen gigantischen Betrag von

    2.831.430.000.000.- Euro !

    Das sind 2,831 Billionen Euro in fünf Jahren!!!
    Das sind ca. 566 Milliarden pro Jahr !!!
    Das Sozialsystem in D wäre komplett pleite.
    Sie schreiben von Sachen, von denen Sie nichts, aber auch wirklich nichts verstehen.
    Irgendwie denkt jeder, daß der Raucher einen sozialstaatsfreundlichen, schnellen Krebstod stirbt.

    Wenn*'s mal so wäre.
    Die meisten Raucher, wenn es sie mal "erwischt" - und das sind statistisch gesehen etwa 15% - sterben, ach was, ersticken langsam und über viele Jahre hinweg an ihrer COPD.

    Und das ist weder schnell, angenehm, noch billig.

    Billig - Sie haben so richtig schön aufgerechnet, um wieviel der Raucher doch den Sozialstaat entlastet.

    Wie steht's dagegen mit den Raucher, die durch Langzeiterkrankungen den Staat belasten?

    Mehrere Jahre lang ständige Ausfallzeiten durch Bronchitiserkrankungen.

    Dann die COPD, die sich ständig verschlimmert.
    Deshalb etwa 10 Jahre vorzeitig in Rente wegen Erwerbsunfähigkeit.
    Ca. 5 Jahre Pflegstufe 1 (225€ /Monat)
    Wenn der COPD Glück hat, folgen noch ein bis zwei weitere Jahre Pflegestufe 2. (430€/Monat)
    Stufe 3 erreicht er nicht mehr, dafür aber am Ende meist ein bis sechs Monate Intensivstation.

    Der durchschnittliche COPD-Patient verbringt die letzten 5 Jahre am Sauerstofftank. Kostet im Monat runde 450€.
    Die Medikamente? Spiriva, Symbicort, oder ähnliches 100€/Monat.
    In den letzten 3 Jahren etwa 3 bis 4 Monate/Jahr Krankenhausaufenthalte 100€ pro Tag.
    Minmdestens alle 2 Monate einen Notarzteinsatz. Etwa 300€ pro Einsatz

    Wenn der Patient Glück hat, kommt er für eine Lungentransplantation in Frage. rund 250.000€

    Es gibt etwa 5.Mio COPD - Erkrankte in D, 90% davon waren starke Raucher.

    Raucher ersparen dem Staat und der Gesellschaft einiges an Kosten?
    Ich lach mich kringelig.
  3. #1502

    Nein!

    Nein, und das sage ich als Nichtraucher! Ich möchte nicht, dass mein Leben fremdbestimmt wird. Vor allem wenn ich mir überlege, wie gross die sogenannte Mehrheit der Verbotsbefürworter in Bayern ist: 9 Millionen Wähler, von denen nur ca.37% zur Wahl gegangen sind, und von dieser Minderheit haben etwas über 60% für ein allgemeines Rauchverbot gestimmt. Die ersten aus den Reihen dieser spiessigen Volksbeglücker und Prinzipienreiter träumen ja bereits von einem Alkoholverbot! Na, dann mal Prost, Deutschland! Ansonsten bin ich der Meinung, dass der mündige Bürger durchaus in der Lage sein müsste, ausgewiesene Raucherkneipen zu meiden. Niemand zwingt ihn, eine derartige Location aufzusuchen.
  4. #1503

    Genau.

    Zitat von ingrid wild Beitrag anzeigen
    Diese Intoleranz ist ja nicht mehr zum Aushalten. Was stört Sie denn wenn ein Raucher an der Bushaltestelle eine Zigarette raucht? Drehen Sie sich rum und schon ist Ruhe!
    Ich hoffe nur, dass kein Nichtraucher nicht am Bushäuschen einen Herzinfarkt kriegt, wenn er sich über die Zigarette seines Nebenmanns ärgert, jetzt bei der Hitze. Wäre schade um die ganze Krebsprävention.
  5. #1504

    Nicht mehr herärgern

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Gerne. Sie übersehen nämlich: Was ist eigentlich ein "Speiselokal"? Im Gesetz steht sowas gar nicht.

    Da ist die Rede von "wesentlichen Speisen". Was ist bitte eine wesentliche Speise? Wenn Sie das beantworten könnten (der DEHOGA hat das nicht geschafft, und da sind die Wirte organisiert...) dann sind Sie gut.

    Wird ein Lokal zur Speisegaststätte, wenn Schweinswürstel verkauft werden? Oder erst, wenn auch Kraut dazu gereicht wird?
    Sehen Sie, mit solch weltbewegenden Fragen müssen wir uns in Bayern ab 01.08 nicht mehr herumärgern. Ist doch viel angenehmer, man hat mehr Zeit für wirklich wichtige und schöne Dinge ;-)
  6. #1505

    ...

    Zitat von malung99 Beitrag anzeigen
    Toleranz zwischen Raucher und Nichtraucher ist gefragt.
    Ich übersetz das mal: Raucher können tun, was sie wollen und Nichtraucher müssen das hinnehmen und die Klappe halten. Genau diese jahrelang praktizierte Haltung hat eine Volksabstimmung nötig gemacht.
  7. #1506

    déjà vu

    Also mal ganz ehrlich, diese sogenannten 'Nichtraucherinitiativen' sind mir schon per se suspekt. Ich erinnerte mich beim Lesen des Artikels sofort an die bilderreichen Erzählungen meines Geschichtslehrer über die Inquisition und andere Verfolgungen der Vergangenheit.
    Mal im ernst, wen stören denn zB Treffen rauchender Menschen in einer kleinen Eckkneipen um die Ecke? Geht es überhaupt um die Raucher und deren Glimmstengel, oder geht es eher um ein 'sauberes' Deutschland, um Prinzipien, oder gar die Auslebung eines Wahns?
    Ich selber habe nie geraucht, und fühlte mich auch selten belästigt, wünschte mir aber, in einem liberaleren Land zu leben. In einem Land mit mehr Toleranz. Feststellen muss ich aber, dass es immer mehr Ausgrenzungen von Menschen gibt, die nicht mit dem großen Strom schwimmen.

    PS: Und was passiert, mit den 'Nichtraucherinitiativen', wenn Deutschland Rauchfrei ist? Haben sie dann den Gipfel des Glücks erklommen, oder kommt dann die nächste Initiative? Das allgemeine Alkoholverbot? Autoverbot? Gar Küssen in der Öffentlichkeit? Und wo endet die Geschichte? Im blanken Wahnsinn?
  8. #1507

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Und davon die Viertelmillion für die Krebstherapie abzuziehen haben Sie irgendwie vergessen...
    Und Sie haben vergessen, daß er druch seinen Lungenkrebstod eine halbe Million Alzheimer, Hüftgelenk, Bluthochdruck, Altersdiabetes , ... -Gelder einspart.

    Klar dass Sie das nicht erwähnen, sie arguemntieren nicht seriös.
  9. #1508

    Zitat von ingrid wild Beitrag anzeigen
    Diese Intoleranz ist ja nicht mehr zum Aushalten. Was stört Sie denn wenn ein Raucher an der Bushaltestelle eine Zigarette raucht? Drehen Sie sich rum und schon ist Ruhe!
    Umdrehen reicht in aller Regel nicht, man muss schon ein paar Schritte gehen - am Besten in die Richtung aus der der Wind kommt. Aber OK, auch das geht noch - nur bei Regen ist es nicht mehr witzig. Leute die in so einer Situation rauchen sind wirklich süchtig, weil sie wissen, dass sie jetzt gleich 10 Minuten in einem Bus sein müssen und das nicht aushalten werden (oder es zumindest glauben).

    Soll man dafür wirklich Toleranz aufbringen?
  10. #1509

    Unterstützung aus der Politik

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Probieren Sie's aus, gehen Sie nach Karlsruhe...
    Unterstützung aus der Politik dürfen Sie sich dabei aber nicht erwarten. Ehe sich ein bayerischer Politiker noch einmal mit diesem Thema die Finger verbrennt, friert eher die Hölle ein ...


TOP



TOP