Der kürzlich verstorbene deutsche ex-Fußballstar Timo Konietzka hatte frühzeitig für seinen Tod Sterbehilfe geplant. Die allerdings ist deutschen Ärzten nicht erlaubt. Sollten aber auch sie die Möglichkeit haben, Patienten, die dies im Falle einer unheilbaren Krankheit wünschen, die Todesspritze zu verabreichen?
Tierärzte sollen und wollen auch auch das Leben von Tieren retten und tun dazu alles, was ihnen möglich ist. Wenn aber abzusehen ist, dass nichts mehr geht, dann greifen sie zur "letzten Hilfe" und erlösen ein leidendes Tier. Warum können oder/und wollen Humanärzte ihren Hilfsauftrag nicht ebenso umfassend begreifen?
Die Antwort auf diese Frage eröffnet soeben in den Niederlanden:
Erste Sterbehilfe-Klinik öffnet in den Niederlanden | DerWesten
Erste Sterbehilfeteams in den Niederlanden unterwegs - Unheilbare Kranke können hier legal von ihrem | Gesichter Europas | Deutschlandfunk
Da deutsche Ärzte, vermtl. historisch bedingt, ethischer sind als anderswo, werkt dit hier niet-
Seit dem Skiunfall des belgischen oder holländischen Prinzen ist die Debatte um Sterbehilfe wieder neu aufgeflammt.
Er liegt im Koma und wird bestmöglichst versorgt.
Es ist eine Vermutung, daß dies der Ausgangspunkt auch dafür ist, daß hier im SPon vermehrt an diesen großen ethischen Fragen gerührt wird.
"Todesspritzen" klingt hingegen spektakulär und dramatisch- und ich sehe in dieser Ausdrucksweise wenig Sinn, sich diesem leisen und sensiblen Thema zu nähern.
Es heißt ja nicht "den Flüsterer"-
Natürlich ist dieses Thema hochsensibel, und ich verstehe Ihr Anliegen. Der Spiegel aber hat sich, grade weil er deutlich war und ist, einen Namen als respektables Polit-Magazin erarbeitet. In unserer lauten und medial überfluteten Informationsgesellschaft muss man aber selbst bei leisen Themen laut und spektakulär werden, will man die Aufmerksamkeit auf sich ziehen-denn der thematische Gegner tut das ja auch: mit großem Pomp und Zapfenstreich wurde der neue Ärztehäuptling inthronisiert, der auch gleich diese Bühne dazu nutzte, die Teamorder in Sachen Sterbehilfe auszugeben:
Ärztepräsident Montgomery warnt vor Lockerung bei Sterbehilfe-Regelung
Gg. solchen Wind kommt man nicht mit Abducken und Warten an, bis sich der Sturm gelgt hat. Da heißt es "Hacken in'n Teer"! In den Niederlanden gab es sicher auch eine breit aufgestellte Masse mit gegenteiliger Ansicht zu dieser Klinik. Und nu ist sie da.
In Deutschland kommt man leider über den Punkt der permanenten Diskussion und Lagerbildung nicht hinaus, und versäumt es, endlich einmal Fakten und Standpunkte zu schaffen, von denen aus sich ein Ziel entwickeln kann.
Ja, hier bei SpOn flammt diese Debatte regelmäßig wieder auf, weil wohl die bisherigen rechtlichen Möglichkeiten noch immer nicht als ausreichend betrachtet werden.
Todesspritzen klingt für mich sehr realistisch, ist es doch die durchaus übliche Art und Weise, wie hier die legale aktive Sterbehilfe durchgeführt wird.
Es macht IMHO keinen Sinn, mit verharmlosenden, besser klingenden Begriffen zu diskutieren, weil die dann eben eher Propaganda sind, damit alles schön, nett, niedlich und harmlos erscheint.