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Sollte es eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer des Neonazi-Terrors geben?

Seit die die Ermittlungsbehörden die Verbrechen der Zwickauer-Terrorzelle enthüllten, wird auch über eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer nachgedacht. Wäre eine solche Veranstaltung sinnvoll?
  1. #1

    zweifelhaft

    Das kann ja wohl eigentlich nicht deren Ernst sein. Da schaffen die Politiker und Behörden es nicht, der Jugend auf dem Bildungsweg, mit anschließender Lebensperspektive, ein soziales Klima zu schaffen, welches nicht zu Ausgrenzungserscheinungen führt - aber dafür geben sie wenigstens eine Plattform, dass man immerhin gemeinsam trauern darf? Man stelle sich vor, auch die NPD-Führung sähe sich gemüßigt, an dieser Zentralveranstaltung teilnehmen zu wollen, 'weil sie mit den Morden doch überhaupt nichts zu tun hat' - und woran die Behörden zu glauben haben, bis das Gegenteil bewiesen ist.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wäre eine solche Veranstaltung sinnvoll?
    Keine Ahnung. Hat's für die RAF-Opfer sowas eigentlich gegegen? Ach ja, stimmt, die haben allesamt und jeder einzelne ein Staatsbegräbnis bekommen.

    Aber warum nicht? Als Organisationsteam würde ich Lea Rosh und Henryk M. Broder vorschlagen.
  3. #3

    Jeder blamiert sich, so gut er kann

    Zitat von Cotti Beitrag anzeigen
    Das kann ja wohl eigentlich nicht deren Ernst sein. Da schaffen die Politiker und Behörden es nicht, der Jugend auf dem Bildungsweg, mit anschließender Lebensperspektive, ein soziales Klima zu schaffen, welches nicht zu Ausgrenzungserscheinungen führt - aber dafür geben sie wenigstens eine Plattform, dass man immerhin gemeinsam trauern darf? Man stelle sich vor, auch die NPD-Führung sähe sich gemüßigt, an dieser Zentralveranstaltung teilnehmen zu wollen, 'weil sie mit den Morden doch überhaupt nichts zu tun hat' - und woran die Behörden zu glauben haben, bis das Gegenteil bewiesen ist.
    Zugegeben: Keine angenehme Vorstellung. Aber was wäre die Alternative: Die Mordopfer stillschweigend übergehen, damit die Heuchelei der Hintermänner verhindert wird?

    Nein, das Ganze sollte stattfinden. Falls sie es fertigbringen, sollen die NPD-Pfosten ruhig dran teilnehmen. Sollen sie sich blamieren, bis auf die Knochen! Es dürfte ihnen kaum gefallen, dort im Brennspiegel gesellschaftlicher Verachtung zu sitzen.
  4. #4

    Ein bisschen zu früh,

    finde ich. Man sollte mit der Gedenkveranstaltung solange warten, bis die Wahrheit ans Licht kommt.
  5. #5

    Zitat von Brand-Redner Beitrag anzeigen
    Zugegeben: Keine angenehme Vorstellung. Aber was wäre die Alternative:...
    Wenn die Angehörigen eine gemeinsame Zeremonie wünschen, sollten sie alle erdenklichen Hilfen der Behörden und Medien für die Planung und Ausführung erhalten, egal wie sie sich den Ablauf vorstellen. Eine solche Veranstaltung sollte aber nicht dazu missbraucht werden, dass Politiker und Beamte, die die rechte Gewalt bisher relativierten und kleinredeten, ihr schlechtes Gewissen damit beruhigen und sich als anständig bezeichnen dürfen, weil sie doch so geschlossen zu einer "großen Gedenkveranstaltung" bereit sind.
  6. #6

    Nicht locker lassen

    Zitat von Cotti Beitrag anzeigen
    Wenn die Angehörigen eine gemeinsame Zeremonie wünschen, sollten sie alle erdenklichen Hilfen der Behörden und Medien für die Planung und Ausführung erhalten, egal wie sie sich den Ablauf vorstellen. Eine solche Veranstaltung sollte aber nicht dazu missbraucht werden, dass Politiker und Beamte, die die rechte Gewalt bisher relativierten und kleinredeten, ihr schlechtes Gewissen damit beruhigen und sich als anständig bezeichnen dürfen, weil sie doch so geschlossen zu einer "großen Gedenkveranstaltung" bereit sind.
    Derartigen Missbrauch können Sie nie ganz verhindern. Doch auch hier gilt: Politiker aller teilnehmenden Parteien (wer will sich jetztn noch ausschließen?) müssen sich an dieser Demonstration künftig messen lassen! Wir, die Wähler, haben es in der Hand, die Schönredner beim Wort zu nehmen und sie immer wieder mit der Nase auf Fäulnisstellen im politischen Humus zu stoßen, bis sie letztlich das Naziverbot durchsetzen. Und sei es nur, um selbst wieder ihre bürokratische Ruhe zu finden. "Entscheidend ist, was hinten rauskommt!"
  7. #7

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seit die die Ermittlungsbehörden die Verbrechen der Zwickauer-Terrorzelle enthüllten, wird auch über eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer nachgedacht. Wäre eine solche Veranstaltung sinnvoll?
    Welchen Sinn sollte das machen ?

    Ich halte es generell für fragwürdig wenn staatliche Institutionen GedenkVeranstaltungen für Verbrechensopfer abhalten.

    Staatliches Gedenken ist bei unmittelbaren Opfern staatlichen Handelns oder Angehörigen staatlicher Institutionen angemessen.

    Es gab bislang weder parlamentarische Gedenkfeiern für tote Bundeswehrsoldaten noch Genkfeiern für im Dienst getötete Polizisten.
  8. #8

    Zitat von Brand-Redner Beitrag anzeigen
    Derartigen Missbrauch können Sie nie ganz verhindern. Doch auch hier gilt: Politiker aller teilnehmenden Parteien (wer will sich jetztn noch ausschließen?) müssen sich an dieser Demonstration künftig messen lassen!...
    Ich sehe es aus der Sicht der trauernden Angehörigen, bzw. versetze mich in die Lage, dass ich einer wäre. Mir wäre es ein Gräuel, wenn sich solche Beschöniger und Abwiegler, auf meine Kosten in Szene setzen dürften - in einer politischen Inszenierung.
  9. #9

    Zitat von Brand-Redner Beitrag anzeigen
    bis sie letztlich das Naziverbot durchsetzen. Und sei es nur, um selbst wieder ihre bürokratische Ruhe zu finden. "Entscheidend ist, was hinten rauskommt!"
    Man kann Gesinnungen nicht verbieten. Ein Verbot wäre daher völlig sinnlos.

    Verfassungsfeindliche Umtriebe sind bereist im Strafgesetz berücksichtig. Auch ein Verbot eindeutig verfassungsfeindlicher Parteien ist möglich.

    Die braune Gesinnung, aber die die Täter antreibt bringt kein Verbot zum Verschwinden. Es wird daher weiterhin diese Verbrechen geben, solange es radikale Gesinnungen gibt.

    Das muss eine Demokratie aushalten. De Rest ist Sache der konkreten Strafverfolgung und der Gerichte.








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