Sollte die Kirchensteuer abgeschafft werden?

Selbst der Papst sprach bei seinem Deutschlandbesuch über stärkere Trennung von Kirche und Staat, doch bei uns treibt der Fiskus von Mitgliedern eine Kirchensteuer zur Finanzierung der christlichen Glaubensgemeinschaften ein. Sollte diese Steuer generell abgeschafft werden?
  1. #170

    Milliarden

    Zitat von Schroekel Beitrag anzeigen
    Echt? Gibts noch irgendwen, der dieser Bande freiwillig Zoll zahlt? Unglaublich.
    Milliarden Menschen. Das hat wohl mit glauben zu tun und nicht mit unglaublich. Es gibt z.B. andere Weltreligionen, in denen ist der " Zoll " obligatorisch. Glauben auch Milliarden Menschen dran. In so etwas würde ich mich nicht einmischen. Wenn von 5 Milliarden Menschen 4 Milliarden gläubig sind, ist das ok. Suum quique. Was mich stört, sind von der Lohn/Einkommenssteuer abhängig eingezogenen Kirchensteuern. Das sollte man abschaffen. Ob jemand freiwillig spendet geht mich gar nichts an. Für mich besteht zwischen einer Gemeinde und einer Bande ein himmelweiter Unterschied.
  2. #171

    Oder

    Zitat von kingofmetal Beitrag anzeigen
    Sie haben Glück, dass die Zeit der Hexenverbrennungen vorbei ist.
    Pech, denn dann stünde ich an ihrer Seite.
  3. #172

    Zitat von MonaM Beitrag anzeigen
    Ja, das mag man vor allem dann kaum glauben, wenn man annimmt, die Leute wüssten über die Kirchenfinanzen Bescheid. Das ist aber nicht der Fall.
    Es ist allgemeiner "Volksglaube", dass die Kirchen mit den von ihnen betriebenen Sozialeinrichtungen der Gesellschaft einen .......
    Naja, so ein Vatikan kostet halt.
  4. #173

    Jeder kann doch selbst entscheiden ob er in der Kirche sein möchte oder nicht und es ist doch nur solidarisch, dass die Kirche von den reichen Leuten mehr bekommt als von den weniger vermögenden.
    Ich weiß jetzt nicht was es für ein Problem gibt, dass die Kirche über die Steuer sich finanziert.
    Auch wenn man kein Christ ist sollte man doch die Christen tollerieren, die an Jesus Christus glauben. Doch man merkt doch ganz stark in diesem Land, dass um so mehr man nur sich sieht, immer intolleranter wird. So wie es Karl Marks in seiner staatlichen Ordnung am liebsten hätte.
    Wer keine Kirchensteuer bezahlen möchte braucht es nicht und die jenigen, die weiterhin dazu bereit sind sollte man doch nicht defamieren.
  5. #174

    Zitat von karl-felix Beitrag anzeigen
    Pech, denn dann stünde ich an ihrer Seite.
    Als Fackelträger?
    Seien wir doch froh, dass die Gläubigen die Kirchensteuern zahlen. Sonst müsste am Ende noch der gemeine Steuerzahler für den Unterhalt der Kirchen aufkommen. Irgendeine Kultursteuer würde sicher eingeführt werden dafür.
  6. #175

    Wer zahlt, sollte wissen, wohin das Geld fließt

    Zitat von Andreas1979 Beitrag anzeigen
    Wer keine Kirchensteuer bezahlen möchte braucht es nicht und die jenigen, die weiterhin dazu bereit sind sollte man doch nicht defamieren.
    Die sollten aber genau wissen, was sie mit ihrem Geld finanzieren und was nicht. Noch immer glauben die meisten Kirchensteuerzahler an die Mär, ihr Beitrag fließe in soziale Projekte der Kirche.

    Karl Marks
    Schön, wie Sie Marx und Murks zusammengeführt haben :-)
  7. #176

    Zitat von kingofmetal Beitrag anzeigen
    Seien wir doch froh, dass die Gläubigen die Kirchensteuern zahlen. Sonst müsste am Ende noch der gemeine Steuerzahler für den Unterhalt der Kirchen aufkommen. Irgendeine Kultursteuer würde sicher eingeführt werden dafür.
    Die Kirchensteuer macht nur rund ein Drittel aller Gelder in D für die Kirchen aus (9 Milliarden €), den Rest von nochmal 15-17 Milliarden € jährlich legen eh alle Steuerzahler obendrauf ...
  8. #177

    Zitat von MonaM Beitrag anzeigen
    Die sollten aber genau wissen, was sie mit ihrem Geld finanzieren und was nicht.
    „Die” sollten überhaupt genau wissen, was mit ihrem Geld aus Steuern finanziert wird. Viele glauben ja auch, daß z.B. die Kfz-Steuer zur Finanzierung des Straßenbaus dient und wissen nicht, daß eine Steuer für alles dienen kann und darf.
    Zitat von MonaM Beitrag anzeigen
    Noch immer glauben die meisten Kirchensteuerzahler an die Mär, ihr Beitrag fließe in soziale Projekte der Kirche.
    Nein, die meisten glauben, es diene der Finanzierung ihrer Kirchenorganisation. Sie sind sich höchsten im unklaren darüber, wie hoch der Anteil für die sozialen Einrichtungen ist.
  9. #178

    wie kommt die Kirche an Geld?

    Zitat von Analysta Beitrag anzeigen
    Was man zum Thema Kirchensteuer wissen sollte: Die Kirchen spekulieren (vor allem in den nord-östlichen Bundesländern) verstärkt darauf, dass die Leute ihre Kirchenaustrittserklärungen nicht lebenslang aufbewahren.
    ..........kann man den Austritt nicht mehr beweisen (beim Austritt selbst sagt einem keiner, dass man die Austrittserklärung im Safe aufbewahren sollte), dann wird einem Steuerhinterziehung vorgeworfen und es drohen Nachforderungen auf Jahre.

    Nachzulesen z.B. unter:
    http://hpd.de/node/655
    (oder ergoogeln mit den Stichworten "Kirchensteuer" und "Rasterfahndung")
    Ganz schlimm kann es ehemalige DDR-Bürger treffen, bei denen offenbar gar keine schriftliche Austrittsurkunde ausgehändigt wurde, siehe:

    http://www.kirchensteuern.de/Texte/R...inJuni2000.htm

    Deutsche Gerichte bestätigen diese Rechtsauffassung der Kirche. Eigentlich ein Fall für den europäischen Gerichtshof und ein Grund, seine Kinder nicht taufen zu lassen. (Alleine durch die Taufe geraten sie in diese Mühle.)
    Klar ist natürlich auch: hat jemand Steuerschulden (aus Armutsgründen z.B.), dann sind ja (bei Kirchenmitgliedern)so gut wie immer zugleich auch Kirchsteuerschulden vorhanden. Diese werden, ebenso wie die Steuerschulden an den Staat, vom Gerichtsvollzieher mit eingetrieben. Wenn es etwas zum Pfänden gibt, dann wird es zugleich auch für die Kirche gepfändet.

    Unter einigen weiteren interessanten Aspekten enthebt eine solche Praxis natürlich die Kirche auch von unerfreulichen Wahrnehmungen betreffs ärmerer Gemeindemitglieder. Das sähe im Falle von Hausbesuchen durch den Pastor/ die Pastorin natürlich anders aus - da sähe man, wo der Schuh drückt.
    Der Rabbi muß sich monatlich sein Gehalt abholen bei den verschiedenen Gemeindemitgliedern seiner jüdischen Gemeinde.
  10. #179

    Zitat von scorpie Beitrag anzeigen
    Der Rabbi muß sich monatlich sein Gehalt abholen bei den verschiedenen Gemeindemitgliedern seiner jüdischen Gemeinde.
    Auch die jüdischen Gemeinden lassen durch den Staat Kirchensteuer (genauer: Kultussteuer) einziehen.