Angenommen, er hätte dieses spezielle Thema für alle erkennbar in einem Film aufgearbeitet, meinen Sie, dass das "der" Öffentlichkeit gereicht hätte (Schauen Sie sich diesbezüglich einmal 'Der Tod und das Mädchen' an)? Wäre es nicht, unabhängig davon, was Polanski als in der Öffentlichkeit stehender Täter filmisch unternommen oder gelassen hätte, ohnehin zu Äußerungen à la "Wie, das soll jetzt eine Aufarbeitung gewesen sein? SO geht das ja schon mal gar nicht!" gekommen? Dieses Thema ist zurecht mit allen Emotionen dieser Welt behaftet, er kann es diesbezüglich der Öffentlichkeit gar nicht recht machen, das ist von vornherein völlig ausgeschlossen.
Noch was zur Reue direkt nach der Tat: Ich denke, dass es ein Indiz durchaus auch für Reue ist, wenn jemand sofort voll geständig ist. Auch auf die Gefahr hin, dass mir jetzt vorgeworfen wird, Milde walten zu lassen, so meine ich, dass auch ein intelligenter Mensch wie Polanski seine Zeit braucht, um das Ungeheuerliche seiner Tat in seiner ganzen Schrecklichkeit zu erfassen, denn die psychischen Schutzmechanismen vor dem, was sich in einem selbst an Abgründen befindet, sind bei uns allen äußerst stark ausgeprägt.



