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Sog des Virtuellen: Machen Medien Menschen schizophren?

In der Online-Welt Second Life führen die Spieler ein Traumleben, das sie sich in der Wirklichkeit nie leisten könnten. Studien haben ergeben, dass unser Wahrnehmungsapparat Virtuelles und Reales nur schwer auseinander halten kann. Verlieren wir uns zusehends in der Scheinwelt?
  1. #1

    Heute Second Life Morgen das Holodeck

    Erstaunlich ist wieviel Zeit, Muße, aber auch Geld in so ein Spiel investiert wird, da tut sich schnell die Frage auf, warum solche Energien nicht für das reale Leben verwendet werden.
  2. #2

    Ich denke schon, dass der "Wahrnehmungsapparat" (was für ein dämliches Wort) sehr gut zwischen realem und virtuellem unterscheiden kann. Welche Studien sind das, wer hat sie betrieben und wer hat sie finanziert?

    Die eigentliche Frage sollte sein: Wird dem virtuellen zu viel Bedeutung beigemessen? Seitens der Spieler, seitens der Medien und auch seitens der Kritiker.
  3. #3

    Ist denn diese Welt hier real?


    Und die wichtigste Frage von allen: Was ist die Matrix?
  4. #4

    Scheinwelten

    Zitat von sysop
    In der Online-Welt Second Life führen die Spieler ein Traumleben, das sie sich in der Wirklichkeit nie leisten könnten. Studien haben ergeben, dass unser Wahrnehmungsapparat Virtuelles und Reales nur schwer auseinander halten kann. Verlieren wir uns zusehends in der Scheinwelt?
    Ich habe jetzt auch keine Ahnung, wo Ursache und Wirkung liegen. Ist aber eigentlich auch nicht so wichtig. Gerade hier im Forum (und zwar egal in welchem Strang, aber besonders schlimm ist es i.d.R. unter Politik) klopfen manche Leute Sprüche, die sie sich vermutlich selbst im Vollrausch in ihrer Lieblingskneipe verkniffen.

    Denn vermutlich ahnen sie auch noch sturzbesoffen, dort eine gewisse Gefahr einzugehen, sehr physisch vermöbelt zu werden. Diese Gefahr droht "online" so schnell nicht, nicht einmal, wenn man mit Klarnamen und Realadresse auftritt.

    Denn dann reicht es i.d.R., die Tür nicht zu öffnen oder die Gegensprechanlage zu benutzen. Ich vermute auch nicht, daß jemand 1000 bis 2000 km fährt (das sind jedenfalls die Entfernungen von Deutschland aus bis zu meinem Wohnort), um mir "die Fresse zu polieren".

    Insofern mache ich mir da relativ wenige Sorgen. Sicher ist jedenfalls eines: wenn man auch nicht sagen kann, ob Medien Leute schizophren machen, kann man zumindest davon ausgehen, daß Leute mit gespaltener Persönlichkeit von neuen Technologien nahezu magisch angezogen werden.

    Und da will ich mich selbst gar nicht einmal ausschließen. Denn während ich diese Zeilen tippe, laufen im Wohnzimmer die Fernsehnachrichten. Bei denen allerdings die wenigen interessanten Meldungen auch schon vorbei sein dürften.

    Jetzt korrigiere ich mich sogar: eben gerade haben, noch eine Viertelstunde nach Sendungsbeginn, die Mittagsnachrichten des französischen Staatsfernsehens immerhin über französische Innenpolitik berichtet.

    Ist aber so verwunderlich auch nicht. Denn bald stehen ja sowohl Präsidentschafts- als auch Parlamentswahlen an. In ca. einer halben Stunde kommt dann "Derrick" für die Rentner, natürlich französisch synchronisiert und davor die passende Werbung für Beerdigungskostenversicherungen und Zahnersatzhaftcreme.

    Matthias Richling, ein ziemlich guter schwäbischer Kabarettist (eigentlich ein Widerspruch in sich, aber sei's drum) hatte mal ein Programm, das sogar im Fernsehen ausgestrahlt wurde und sich "Dess Fernsehn bled macht" nannte.

    Inzwischen verblödet Fernsehen tatsächlich die Leute böswillig und systematisch. Und da deloyale Konkurrenz der Privatsender auch das noch verbliebene Niveau der "öffentlich-rechtlichen" kräftig nach unten gezogen hat, ist es eigentlich auch egal, ob man sich nun den Hamburger Krawallproletenkoch mit zwei Werbeunterbrechungen antut oder "Herrchen gesucht" im Hessischen Staatsfunk.

    Viel schlauer wird man von beidem nicht. Wie auch immer: wir leben doch schon lange in Schein- und Traumwelten. Das ging schon mit dem S/W-Fernsehen los. Anneliese Rothenberger und Kulenkampff (letzterer war ja noch durchaus intelligent und seine Sendungen gar nicht so schlecht). Selbst Robert Lembke vermißt man schon manchmal ("Welches Schweinderl hätten's denn gern?").

    Ich glaube kaum, Medien machten Menschen erst schizophren. Sie ziehen vermutlich ohnehin schon schizophrene Menschen magisch an. Und das ist ja wohl kein Wunder.
  5. #5

    Sog des Virtuellen: Machen Medien Menschen schizophren?

    Was soll ich denn dazu sagen? Reicht ein „Hallo, allerseits!“ aus?
    Aber dank einer semiletalen, virtuellen Li-Dosis bin ich ja nun wieder monoentitär.

    Zitat von DJ Doena
    Ist denn diese Welt hier real?
    Wenn man bedenkt, dass sogar die Babypause gequantelt ist, also man beim Ansetzen noch nicht weiß, ob Er oder Sie sich babypausierend in der Realität manifestieren wird, dann sind erhebliche Zweifel angebracht. Von ihm hier ganz zu schweigen ...

    Zitat von DJ Doena
    Und die wichtigste Frage von allen: Was ist die Matrix?
    Viel wichtiger ist da doch die Frage: Wo ist das nächste Knotenpunkt Telefon? Und wer nimmt dann ab?
  6. #6

    Zitat von DJ Doena
    Ist denn diese Welt hier real?


    Und die wichtigste Frage von allen: Was ist die Matrix?
    Willkommen in der realen Welt!

    Sicherlich es gibt Persönlichkeiten die sich in der Fiktiven Welt verlieren können, die Anerkennung dort finden, während sie ihnen in der "scheinbar" realen Welt ;) nicht entgegengebracht wird.

    Ich spiele World of Warcraft, aber dennoch fällt es mir schwer mich mit einem muskelbepackten 2m Orc zu identifizieren der mit seiner Axt Zentauren tötet. Jedoch möchte ich sie warnen, sollten ihnen in Berlin irgendwann ein Typ um die 30 entgegen kommen, der eine Axt dabei hat... laufen sie, laufen sie schnell, denn dann ist nämlich der Tag gekommen an dem sich in meinem Hirn fiktive und reale Welt vermischen. :)

    Vielleicht passt es nicht zum Thema, aber ich habe mich schon oft gefragt was Leute zu Spielen wie die Sims oder 2nd Life bewegt. An WoW reizt mich das Fantasy Genre aber wieso spielt jemand in "Die SIMS" ein "reales" Leben in einer fiktiven Welt? Wieso arrangiert jemand in einer virtuellen Welt Dates, wenn er/sie selbst haben könnte?
  7. #7

    Die Gefahr des Verlierens besteht sicherlich.

    Aber ob nun Second Life, Rollenspiel oder schlichtweg eigene Phantasie die Realitaet ausblenden, ist wahrscheinlich ziemlich schnuppe.
  8. #8

    Zitat von sysop
    In der Online-Welt Second Life führen die Spieler ein Traumleben, das sie sich in der Wirklichkeit nie leisten könnten. Studien haben ergeben, dass unser Wahrnehmungsapparat Virtuelles und Reales nur schwer auseinander halten kann. Verlieren wir uns zusehends in der Scheinwelt?
    Wenn ich mir so unsere Politiker ansehe, muss ich dem Gedanken wohl schweren Herzens zustimmen. Leider findet deren Politik in der Wirklichkeit statt.
  9. #9

    Zitat von sysop
    In der Online-Welt Second Life führen die Spieler ein Traumleben, das sie sich in der Wirklichkeit nie leisten könnten. Studien haben ergeben, dass unser Wahrnehmungsapparat Virtuelles und Reales nur schwer auseinander halten kann. Verlieren wir uns zusehends in der Scheinwelt?
    Andere Frage: Ist die Diskussion um "Second Life" im Unterforum Medien nicht wirklich lebendig genug, oder warum muss sie hier virtuell neu geführt werden? ;(








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