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Sind wir auf den Umgang mit der immer älter werdenden Bevölkerung vorbereitet?

Die medizinische Versorgung wird immer besser und umfassender, doch Krankheiten wie Alzheimer und Demenz stellen die Gesellschaft immer noch vor große Probleme. Hinzu kommt die immer größere Zahl älterer Menschen, die intensiver Pflege bedürfen. Sind wir dieser demographischen und gesellschaftlichen Herausforderung gewachsen?
  1. #1

    Alles fließt.

    Unsere Gesellschaften verändern sich immer und zu jeder Zeit. Der demographische Wandel sollte eher als Chance begriffen werden, da der Rückgang der Überbevölkerung neue Freiräume schafft. Die Angst vorm Aussterben ist so alt wie die Menschheit selbst. Beispiel?

    Erich Kästner: Patriotisches Bettgespräch ( 1930 )

    Hast du, was in der Zeitung stand, gelesen?
    Der Landtag ist mal wieder sehr empört
    von wegen dem Geburtenschwund gewesen.
    Auch ein Minister fand es unerhört.

    Auf tausend Deutsche kämen wohl pro Jahr
    gerade 19 Komma 04 Kinder.
    04! Und sowas hält der Mann für wahr!
    Daß das nicht stimmen kann, sieht doch ein Blinder.

    (...)
  2. #2

    Sind wir auf den Umgang mit der immer älter werdenden Bevölkerung vorbereitet?

    Nein. Und verschlimmernd hinzu kommt noch die Altersarmut.
  3. #3

    Zweifel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die medizinische Versorgung wird immer besser und umfassender, doch Krankheiten wie Alzheimer und Demenz stellen die Gesellschaft immer noch vor große Probleme. Hinzu kommt die immer größere Zahl älterer Menschen, die intensiver Pflege bedürfen. Sind wir dieser demographischen und gesellschaftlichen Herausforderung gewachsen?
    Ich habe berechtigte Zweifel an dieser Prognose. In meiner ganzen umfangreichen Verwandtschaft und auch in meinem Bekanntenkreis gibt es keine wirklich pflegebedürftigen alten Menschen. Ich bin ehrenamtlich in einer Bürgerhilfe tätig, die auch ältere hilfsbedürftige Menschen betreut. Ich, 66 Jahre, fahre ältere Menschen zum Arzt, zum Einkaufen usw. Dies ist aber nur notwendig, weil der Arzt oder Supermarkt weit entfernt und die Verbindung schlecht ist.

    Es mag ja pflegebedürftige alte Menschen geben? Nur, wie viele sind es wirklich? In meinem Umfeld profitieren die Jungen von den Alten und nicht umgekehrt. Es kann auch sein, dass der eine oder andere Pflegegeld erhält, obwohl er nur nach dem Gesetz pflegebedürftig ist. Gibt es den Umfang der Pflegebedürftigkeit nur, weil es Pflegegeld gibt? Eine ähnlich gelagerte Entwicklung gab es, als die Bedingungen über die Anerkennung der Berufsunfähigkeit geändert wurden. Die Berufsunfähigkeit wurde nur noch anerkannt, wenn man keine Tätigkeit mehr ausüben konnte. Vor der Änderung waren Rückenleiden die Hauptursache für die Berufsunfähigkeit. Nach der Änderung gab es einen dramatischen Anstieg der psychischen Erkrankungen und es gab kaum noch Rückenleiden. Warum wohl? Wenn sie psychisch krank sind, dann können sie keine Tätigkeit mehr ausüben.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die medizinische Versorgung wird immer besser und umfassender, doch Krankheiten wie Alzheimer und Demenz stellen die Gesellschaft immer noch vor große Probleme. Hinzu kommt die immer größere Zahl älterer Menschen, die intensiver Pflege bedürfen. Sind wir dieser demographischen und gesellschaftlichen Herausforderung gewachsen?
    Mich ärgert zunehmend die verdrehte Sichtweise solcher Debatten. Würde bitte jemand die alten Leute fragen? Was wollen die? Überhaupt und speziell. Wollen die immer überhaupt wie sie sollen? Klappe halten und ab ins Heim. Im Heim bitte auch die Klappe halten, dort werken die Profis und die kennen sich aus.
    Mir scheint mittlerweile, die Gesellschaft biegt sich ihre Senioren passend. Ob die das wieder ähnlich grandios finden, das bezweifle ich.
  5. #5

    Vorbilder

    Meine Großeltern wurden liebevoll bis zu ihrem Tod von meinem Eltern gepflegt - sie waren lange Zeit krank - . Es besteht kein Zweifel, daß meine Eltern nie die Tür eines Pflegeheimes passieren werden ...
  6. #6

    wir arbeiten JETZT schon bis zum Umfallen...

    Ich, als gerontopsychiatrische Fachkraft in der Altenpflege könnte mich jeden Tag bis zum Umfallen kaputt-arbeiten. Pflege findet für die Allgemeinheit vielfach im Verborgenen statt. Keiner will es mehr wissen, was wirklich los ist. Keiner will damit was zu tun haben, geschweige denn mal nachdenken, wie die Zukunft unserer Branche aussehen wird. Fachkräfte fehlen jährlich immer mehr. Es ist spürbar. Schichten, die die tägliche Arbeitszeit (unerlaubterweise) vielfach überschreiten. Keinesfalls sind wir als Staat auf die Zukunft vorbereitet. Die richtig geburtenstarken Jahre kommen erst noch ins Altern. Die so um 1960 geborenen werden dann keine adäquate Pflegeleistung mehr erhalten KÖNNEN, wenn nicht bald umgedacht wird und dieser Beruf beworben wird und die Bedingungen endlich erleichtert werden. Vom Verdienst und dem gesellschaftlichen Ruf unseres Standes ganz zu schweigen.
    Liebe Grüße an alle, die es sehen können...
    Pflegeengel
  7. #7

    ..............Sie sind offenbar

    Zitat von Idomeneo Beitrag anzeigen
    Meine Großeltern wurden liebevoll bis zu ihrem Tod von meinem Eltern gepflegt - sie waren lange Zeit krank - . Es besteht kein Zweifel, daß meine Eltern nie die Tür eines Pflegeheimes passieren werden ...
    sehr gut vorbereitet, Glueckwunsch!
    Wir brauchen viele helfende Vorbilder, die sich dieser
    Aufgabe stellen.

    hans a. plast
  8. #8

    Individuelle Lösungen

    Zitat von Idomeneo Beitrag anzeigen
    Meine Großeltern wurden liebevoll bis zu ihrem Tod von meinem Eltern gepflegt - sie waren lange Zeit krank - . Es besteht kein Zweifel, daß meine Eltern nie die Tür eines Pflegeheimes passieren werden ...
    Es ist ja schön für ihre Eltern diese Perspektive zu haben, nur auf dieses moralische Podest brauchen Sie sich deshalb auch nicht zu stellen. Nicht jeder kann seine Erfüllung darin finden seine Eltern zu pflegen, noch muss man Pflegeheime verteufeln. Letzendlich muss man eine individuelle Lösung finden ohne manche Varianten von vornherein als moralisch verwerflich abzulehnen.
  9. #9

    Glück

    Zitat von franziskus Beitrag anzeigen
    Ich habe berechtigte Zweifel an dieser Prognose. In meiner ganzen umfangreichen Verwandtschaft und auch in meinem Bekanntenkreis gibt es keine wirklich pflegebedürftigen alten Menschen. Ich bin ehrenamtlich in einer Bürgerhilfe tätig, die auch ältere hilfsbedürftige Menschen betreut. Ich, 66 Jahre, fahre ältere Menschen zum Arzt, zum Einkaufen usw. Dies ist aber nur notwendig, weil der Arzt oder Supermarkt weit entfernt und die Verbindung schlecht ist.

    Es mag ja pflegebedürftige alte Menschen geben? Nur, wie viele sind es wirklich? In meinem Umfeld profitieren die Jungen von den Alten und nicht umgekehrt. Es kann auch sein, dass der eine oder andere Pflegegeld erhält, obwohl er nur nach dem Gesetz pflegebedürftig ist. Gibt es den Umfang der Pflegebedürftigkeit nur, weil es Pflegegeld gibt? Eine ähnlich gelagerte Entwicklung gab es, als die Bedingungen über die Anerkennung der Berufsunfähigkeit geändert wurden. Die Berufsunfähigkeit wurde nur noch anerkannt, wenn man keine Tätigkeit mehr ausüben konnte. Vor der Änderung waren Rückenleiden die Hauptursache für die Berufsunfähigkeit. Nach der Änderung gab es einen dramatischen Anstieg der psychischen Erkrankungen und es gab kaum noch Rückenleiden. Warum wohl? Wenn sie psychisch krank sind, dann können sie keine Tätigkeit mehr ausüben.
    Dann haben Sie eben ausgesprochenes Glück. In meinem Umfeld gibt es durchaus Menschen, die nichts mehr alleine tun können, nicht gehen, nicht essen, ... und auch geistig verwirrt sind.








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