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Sind Sie sicher unterwegs?

Die Autohersteller bringen immer neue Sicherheits-Raffinessen auf den Markt. Welche Technologien sind sinnvoll, welche nicht? Was sind Ihre Erfahrungen mit der Verkehrssicherheit?
  1. #130

    Schön. Der Fahrer spürt dann also, daß sein elektronischer Helfer in die Bresche springt, und er trotz eines eklatanten Fahrfahlers (Gaswegnahme in einer Kurve!) heil durchgekommen ist. Und WAS lernt der Fahrer daraus?: Daß er zu schnell in Kurven hineinfahren kann, und ihm trotzdem nix passiert...
    Nein, keineswegs. Der Fahrer erlebt vor allem, dass er gerade die Grenzen überschritten hat! Danach stellt sich keineswegs das Gefühl der Überlegenheit ein sondern eher ein Gefühl als hätte man gerade von Daddy eins übergebraten bekommen und schämt sich!

    Es ist meist gar nicht nötig, die Bremse voll durchzutreten - dies ist lediglich bei ABS sinnvoll.
    Völlig falsch! Die Unfallforschung weiß seit Jahren, dass sehr viele Auffahrunfälle vermieden werden könnten, wenn die Leute doch rechtzeitig voll auf die Bremse steigen würden. Das tun aber in der Regel nur Leute, die das in einem Bremsseminar mal gelernt haben.
    Das Problem ist also: Der Fahrer bremst und zwar sogar rechtzeitig, aber nicht stark genug. Genau da greift der BA ein.
    Davon ab, haben nur Fahrzeuge mit ABS einen BA.
    Man merkt, dass Sie noch keinen Eingriff eines BA erlebt habe. Es ist ja nicht so, dass das Auto eine Vollbremsung vollzieht. Wenn Sie vor Schreck vor dem Reh aufs Pedal latschen, und sich dann dafür entscheiden doch nicht bremsen zu wollen, so ist das überhaupt kein Problem. Der Fahrer wird hier keinesfalls bevormundet. Wenn Sie nicht nach kürzester Zeit selbst den notwendigen Pedaldruck aufbringen, geht der BA wieder aus. Das funktioniert vorzüglich.

    Ich möchte es nicht erleben, daß ein Auto, das ich fahre, etwas anderes tut, als ich an Bremsdruck vorgebe... ich möchte auch nicht, daß mein Auto in eine andere Richtung lenkt, als ich. Oder daß es einen anderen Gang wählt...
    Nun ja, selbst professionielle Rennfahrer geben zu, dass die Technik eben manche Sachen besser hinbekommt als der beste Fahrer. Zu glauben man könne alles besser ist vielleicht nicht immer hilfreich.

    Auch versicherungsrechtlich ist so ein Bremsassistent (oder eher "Bremskraftbevormunder") problematisch: Sie fahren mit erlaubten 80 km/h durch einen Fahrbahnabschnitt, der als Wildwechsel markiert ist - vor Ihnen überquert ein Hase, den Sie nicht überfahren wollen, die Fahrbahn. Also nehmen Sie den Fuß vom Gas und verhalten sich bremsbereit. Ihr Auto legt eine Vollbremsung hin, Ihr Hintermann sitzt in Ihrem Kofferraum. Schon ist Ihr Versicherungsrabatt verloren. Obwohl Sie, als Fahrer, sich keineswegs falsch verhalten haben...
    So ein Blödsinn!
  2. #131

    btw: Der ADAC hat in seiner aktuellen Ausgabe der motorwelt mal wieder darauf hingewiesen, dass es unverantwortlich sei, wieviel Neuwagen immer noch ohne ESP verkauft würden und will sich mit all seiner Macht dafür einsetzen, dies zu ändern.
  3. #132

    Zitat von Luke1973
    Die Unfallforschung weiß seit Jahren, dass sehr viele Auffahrunfälle vermieden werden könnten, wenn die Leute doch rechtzeitig voll auf die Bremse steigen würden. Das tun aber in der Regel nur Leute, die das in einem Bremsseminar mal gelernt haben.
    Das Problem ist also: Der Fahrer bremst und zwar sogar rechtzeitig, aber nicht stark genug. Genau da greift der BA ein.
    Im Laufe meiner eigenen Fahrpraxis habe ich gelernt, daß vorausschauende Fahrweise etliche Bremsmanöver vermeiden hilft... Zweimal mußte ich bislang "voll auf die Bremse steigen", das erste Mal 1986, als ich mich im Stadtverkehr hatte ablenken lassen und eine Ampel (die schon rot zeigte) übersehen hatte, das zweite Mal 1991, als ich auf einer Landstraße vom Fahrer eines 3er BMW überholt wurde, der mich beim Wiedereinscheren geschnitten hat, um dann seinerseits eine Vollbremsung zu machen, weil er in die nächste Grundstückseinfahrt nach links abbiegen wollte. Das wäre natürlich hinter mir nicht möglich gewesen...
    Zitat von Luke1973
    Man merkt, dass Sie noch keinen Eingriff eines BA erlebt habe.
    Stimmt. Das will ich auch gar nicht erleben!
    Zitat von Luke1973
    Wenn Sie vor Schreck vor dem Reh aufs Pedal latschen, und sich dann dafür entscheiden doch nicht bremsen zu wollen, so ist das überhaupt kein Problem.
    Es ist nicht der "Schreck", sondern der Respekt vor dem Tier, das die StVO wohl kaum kennen kann... und wenn ich den Fuß vom Gas nehme, dann gerade, um eine Bremsung gar nicht mehr nötig zu haben.
    Zitat von Luke1973
    Der Fahrer wird hier keinesfalls bevormundet. Wenn Sie nicht nach kürzester Zeit selbst den notwendigen Pedaldruck aufbringen, geht der BA wieder aus. Das funktioniert vorzüglich.
    Die Dosierung der Bremskraft funktioniert ohne derartige "Assistenz" noch viel besser... manchmal ist es beispielsweise nützlich, die Bremslichter kurz aufleuchten zu lassen, ohne Bremsen und Bereifung zu verschleißen...
  4. #133

    Zitat von Muffin Man
    Im Laufe meiner eigenen Fahrpraxis habe ich gelernt, daß vorausschauende Fahrweise etliche Bremsmanöver vermeiden hilft... Zweimal mußte ich bislang "voll auf die Bremse steigen", das erste Mal 1986, als ich mich im Stadtverkehr hatte ablenken lassen und eine Ampel (die schon rot zeigte) übersehen hatte, das zweite Mal 1991, als ich auf einer Landstraße vom Fahrer eines 3er BMW überholt wurde, der mich beim Wiedereinscheren geschnitten hat, um dann seinerseits eine Vollbremsung zu machen, weil er in die nächste Grundstückseinfahrt nach links abbiegen wollte. Das wäre natürlich hinter mir nicht möglich gewesen...

    Stimmt. Das will ich auch gar nicht erleben!

    Es ist nicht der "Schreck", sondern der Respekt vor dem Tier, das die StVO wohl kaum kennen kann... und wenn ich den Fuß vom Gas nehme, dann gerade, um eine Bremsung gar nicht mehr nötig zu haben.

    Die Dosierung der Bremskraft funktioniert ohne derartige "Assistenz" noch viel besser... manchmal ist es beispielsweise nützlich, die Bremslichter kurz aufleuchten zu lassen, ohne Bremsen und Bereifung zu verschleißen...
    Hallo Muffin Man!
    Ganz ehrlich, Bremsassistent hat mein Auto auch!
    Ist einfach nicht zu spüren! Ständ's nicht in der Betriebsanleitung - gemerkt hätt' ich's noch nicht!
    Na ja, meine Bremsscheiben halten ja auch - trotz sehr zügiger Fahrweise - rund 100000km! Meine Bremsbeläge hinten sind noch ok, vorn hab' ich sie bei 60000 vorsorglich gewechselt, so richtig verschlissen waren sie aber noch nicht. Das ist auch das Ergebnis von vorausschauendem Fahren und ordentlichem Abstand!
    Man kann also genau so fahren und bremsen wie immer, nichts passiert!
    Aber wenn's mal wirklich eng wird, die Elektronik merkts sofort! (Steht jedenfalls in der Betriebsanleitung!)
    Und wenn ich daran denke, daß auch meine liebe Frau das Auto regelmäßig fährt, dann bin ich schon froh über den "B-A"! Ich fürchte nämlich, daß sie im Ernstfall gar nicht die Kraft aufbringt, voll auf die Bremse zu treten! ("Als ob Du 'ne Kokosnuß zertreten willst"!, wie mein alter und sehr, sehr guter Fahrlehrer immer sagte)
    Aber genau wie mit dem ganzen anderen "ABC, DEF, GHI" und dem Rest vom ABC, sicherer wäre, wenn das ganze elektronische Zeugs "im Stillen", ohne Wissen der Autokäufer, wirken würde. Würden die Fahrer nichts davon wissen, hätten sie keinen Anlaß die Grenzen der Physik auszuloten und eigene und fremde Hälse zu riskieren!
    Freundlich grüßt Dieter 58
  5. #134

    Im Laufe meiner eigenen Fahrpraxis habe ich gelernt, daß vorausschauende Fahrweise etliche Bremsmanöver vermeiden hilft... Zweimal mußte ich bislang "voll auf die Bremse steigen", das erste Mal 1986, als ich mich im Stadtverkehr hatte ablenken lassen und eine Ampel (die schon rot zeigte) übersehen hatte, das zweite Mal 1991, als ich auf einer Landstraße vom Fahrer eines 3er BMW überholt wurde, der mich beim Wiedereinscheren geschnitten hat, um dann seinerseits eine Vollbremsung zu machen, weil er in die nächste Grundstückseinfahrt nach links abbiegen wollte. Das wäre natürlich hinter mir nicht möglich gewesen..
    Es sagt doch keiner was gegen vorausschauende Fahrweise! Aber wie Sie selbst anführen kann man auch unverschuldet in eine brenzlige Situation kommen. Dann kann ein elektronisches Helferlein wie der BA sehr hilfreich sein.

    Stimmt. Das will ich auch gar nicht erleben!
    Das wünsche ich auch niemandem. Ich wollte damit nur darauf hinaus, dass man Ihren Äußerungen entnehmen kann, dass Sie (Sorry!) schlicht nicht wissen worüber Sie schreiben. Weder theoretisch noch praktisch.

    Es ist nicht der "Schreck", sondern der Respekt vor dem Tier, das die StVO wohl kaum kennen kann... und wenn ich den Fuß vom Gas nehme, dann gerade, um eine Bremsung gar nicht mehr nötig zu haben.
    Also es ist dem BA wohl ziemlich egal ob Sie nun vor Schreck oder aus Respekt auf die Bremse gehen. Wenn Sie nur den Fuß vom Gas nehmen, bremst das Auto NICHT!

    Die Dosierung der Bremskraft funktioniert ohne derartige "Assistenz" noch viel besser...
    Nein.

    manchmal ist es beispielsweise nützlich, die Bremslichter kurz aufleuchten zu lassen, ohne Bremsen und Bereifung zu verschleißen...
    Und weiter? Meinen Sie, das geht mit einem BA nicht oder wie?

    Ist einfach nicht zu spüren! Ständ's nicht in der Betriebsanleitung - gemerkt hätt' ich's noch nicht!
    Nun, das würde ich nun wieder nicht sagen. Man merkt schon wenn der BA drangeht. Wenn Sie blitzschnell auf die Bremse treten aber weil der Grund für die Bremsung schon wieder weg ist, nicht auf dem Pedal bleiben, sonder den Fuß sofort wieder heben, dann merken Sie, dass das Auto die Bremsen für den Bruchteil einer Sekunde bereits voll angelegt hatte, obwohl Sie nicht mit voller Kraft auf dem Pedal standen.

    Aber genau wie mit dem ganzen anderen "ABC, DEF, GHI" und dem Rest vom ABC, sicherer wäre, wenn das ganze elektronische Zeugs "im Stillen", ohne Wissen der Autokäufer, wirken würde. Würden die Fahrer nichts davon wissen, hätten sie keinen Anlaß die Grenzen der Physik auszuloten und eigene und fremde Hälse zu riskieren!
    Und eben dies ist ein Vorurteil. Es stimmt schlicht nicht. Man kann das statistisch mühelos nachweisen, dass mit Einführung des ESP beisielsweise die Unfallzahlen und vor allem auch die Unfallschwere zurückgegangen ist.

    Es mag vielleicht den ein oder anderen Idioten geben, der meint, weil er ABS hat könne er nun noch mehr rasen. Auf die Masse trifft das aber keineswegs zu.

    In Sicherheit wiegen diese Systeme überhaupt nicht. Schon eher das hohe Niveau der heutigen Fahrwerke, mit denen man selbst mit großen schweren Limosinen atemberaubende Kurvengeschwindigkeiten fahren kann, BEVOR irgendein Helferlein eingreifen muss.
  6. #135

    Zitat von Luke1973
    Wenn Sie blitzschnell auf die Bremse treten aber weil der Grund für die Bremsung schon wieder weg ist, nicht auf dem Pedal bleiben, sonder den Fuß sofort wieder heben, dann merken Sie, dass das Auto die Bremsen für den Bruchteil einer Sekunde bereits voll angelegt hatte, obwohl Sie nicht mit voller Kraft auf dem Pedal standen.
    Eben. Genau das ist es, was mich stört. Ich entscheide lieber selbst, wieviel Bremsdruck ich situationsbedingt benötige.

    Übrigens: Wenn Sie Beiträge anderer Foristen zitieren, geben Sie doch die Quelle mit an. Ist übersichtlicher für alle Mitleser!
  7. #136

    Zitat von Muffin Man
    Eben. Genau das ist es, was mich stört. Ich entscheide lieber selbst, wieviel Bremsdruck ich situationsbedingt benötige.

    Übrigens: Wenn Sie Beiträge anderer Foristen zitieren, geben Sie doch die Quelle mit an. Ist übersichtlicher für alle Mitleser!
    Daraus folgt notwendigerweise, dass Sie auch ABS ablehnen. Richtig?
  8. #137

    Zitat von Luke1973
    Daraus folgt notwendigerweise, dass Sie auch ABS ablehnen. Richtig?
    ABS kann sinnvoll sein, je nach Fahrzeugtyp. Bislang hab' ich aber nie eines benötigt. Meine Ablehnung bezieht sich eher auf Verkehrsteilnehmer, die ABS haben, und deswegen meinen, ihnen könne ja nun nichts mehr passieren...
  9. #138

    Je nach Fahrzeugtyp?

    Also zumindest mal bei allen PKW ist ABS auf jeden Fall sinnvoll. Es verkürzt den Bremsweg (außer auf Schotterpisten) und erlaubt dennoch das Lenken.

    Welche Fahrzeugtypen meinen Sie, bei denen ABS nicht sinnvoll wäre??

    Sie haben eben geschrieben, dass sie den Bremsdruck lieber selber regeln möchten. Das ABS nimmt das aber für Sie vor (falls Sie eins haben) und es macht das besser als jeder Profirennfahrer! Deswegen muss man es ja in Rennserien auch verbieten, da es sonst JEDER Rennstall einsetzen würde.
  10. #139

    Einen UDS für alle

    Eine durchaus interessante Diskussion. Technik kann hilfreich sein, aber techn. kann auch versagen. Und was ist dann. Ein versagen der techn. sollte man m.E. in jeden Fall mit in betracht ziehen.
    Nun, ich selbst fahre einen GTV Baujahr 1986 ohne alles was es jetzt so gibt. Ich fühle mich sicher und merke rechtzeitig wenn ich in den Grenzbereich vorstoße. Das Fahrzeug ist aber auch verdammt leicht zu kontrollieren und recht gutmütig. Ich kann auf all die neue Technik verzichten. Da kann man dann auch, wenn mich sich eine dynamische Fahrweise zu eigen macht, also ein Fahrweise, mit der man sich den jeweiligen Verkehrsverhältnissen anpasst. Ich halte nichts von dem Begriff „Defensiv“ weil sich dieser aus dem Vokabular der Kriegen ableitet und wir ja auf unseren Straßen keinen Krieg führen wollen.
    Es gibt allerdings ein Gerät, da m.M. nach in alle Fahrzeuge eingebaut werden müsste. Ich denke dabei an den Unfall-Daten-Schreiber. Dadurch würden alle diszipliniert, denn niemand könnte sich mit Lügen raus reden. Denn bisher bekommt bei Gericht doch häufig der Recht der am glaubhaftesten Lügt. Sachverständige helfen da auch häufig nicht weiter.


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