Forum: Panorama
Nürburgring als Vergnügungspark?
Rollercoaster statt Rennstrecke: Aus dem altehrwürdigen Nürburgring soll ein gigantischer Vergnügungspark werden. Finanzierung und Erfolgsaussichten des kühnen Umbauplans sind ungewiss. Dennoch ein attraktives und sinnvolles Projekt?
- #1 13.11.2007 16:02 von Muffin Man
"Altehrwürdiges" wird heutzutage nur allzugern "umgewidmet", um bedeutungslos zu werden. Und der Spiegel-Artikel belegt ja, daß der Nürburgring auf Dauer wohl nicht wirtschaftlich zu betreiben ist, trotz einiger Oldtimer-Grand-Prix...
Eine Erhöhung der Besucherzahl schädigt zwar die Ökobilanz der größtenteils wohl unter Naturschutz gestellten UMGEBUNG der legendären Nordschleife, aber wie sagte schon Wernher von Braun?: "Opfer müssen gebracht werden."
Der Kölner Express geht in seiner Berichterstattung noch weiter und spekuliert gar über parallele Streckenführung der Achterbahn zur Start- und Zielgeraden.
Im Grunde ist es ein kläglicher Versuch, Abu Dhabi Paroli zu bieten...
Denn dort, einer mit exorbitanter Kaufkraft gesegneten Wüstenei wird der solventen Kundschaft je ebenfalls Thrill & Experience geboten.
Und so wird jetzt eine gläserne Automobilproduktion, das verkleinerte und edlere Pendant zu VWs Schaubetrieb in Dresden, in die Eifel kommen.
Wiessmann? AMG? - #2 20.11.2007 09:23 von einszweidrei
Was Miese macht, ist die "neue" Rennstrecke. Sie ist langweilig angelegt und unterscheidet sich in nichts von anderen Retortenstrecken in der Welt. Das war schon bei ihrer Eröffnung 1984 klar.
Die Cashcow ist die Nordschleife. Dort drehen Privatfahrer in den schneefreien Monaten unablässig gegen Entgeld ihre Runden, und Auto- und Reifenhersteller aus der ganzen Welt testen ohne Pause auf der letzten, vollständig erhaltenen Naturrennstrecke dieser Erde.
Aber das zählt offenbar nicht. Man will mit den großen Hunden pinkeln, obwohl man nicht einmal weiß, wie man das Bein hebt. Mir kann niemand erzählen, dass die Formel 1 mit ihrer EINEN Veranstaltung im Jahr mehr Gewinn bringen soll als die fast ganzjährige Öffnung der Nordschleife für Privatfahrer und die zahlreichen Nischenrennen - Gewinn im Sinne von Ertrag *minus* Investitionen.
Volksnaher Motorsport erfreut sich dagegen wachsender Beliebtheit, das erkennt man mühelos an den vielen betont sportlichen Autos und Motorrädern, die in Deutschland verkauft und auf der Straße zu sehen sind.
Noch was: Potentielle Investoren sollten mal erwägen, sich tatsächlich den Nürburgring anzuschauen. Für ein deutsches Disneyworld regnet es nämlich am Nürburgring viel zuviel. Unterhaltungsparks laufen nur bei gutem Wetter, das weiß jeder Siebenjährige. - #3 21.11.2007 18:13 von Muffin Man
Die kurzen Rundkurse kommen sicher den Bedürfnissen der Fahrer und Konstrukteure entgegen, zudem erfreut sich der Tribünengast der Tatsache, daß die einzelnen Fahrzeuge im Rennverlauf in kürzeren Abständen und öfter zu sehen sind...
Die alte Nordschleife ist eine Legende des motorisierten Rennsportes, aber sie überfordert eben auch viele Fahrer, sie entspricht im Ausbau (Sicherheitstechnik, Auslaufzonen, Leitplanken/Reifenstapel etc.) NICHT dem aktuellen Stand der FIA und ähnlicher Organisationen.Zitat von einszweidrei
Ob durch die Nutzungsgebühr für Privatfahrer wirklich die KOSTEN für den Streckenerhalt wieder eingespielt werden, halte ich für fraglich.
Nun, diese EINE Veranstaltung umfasst immerhin Training und Qualifying, das Hauptrennen und wahrscheinlich diverse Nebenveranstaltungen, die zigtausende Zuschauer anlocken, Werbemillionen einbringen, Fernsehrechte usw. usf.Zitat von einszweidrei
Dagegen dürfte die Zahl der benötigten STRECKENPOSTEN auf der Nordschleife bei Oldtimerveranstaltungen nur durch ehrenamtliche Helfer aufzubringen sein.
Der Versuch, durch "zusätzliche Attraktionen" regelmäßig mehr (zahlende) Besucher anzulocken, ist schon verständlich. Und tatsächlich gibt es ja eine Reihe von Themeparks, die sich als echte Besuchermagneten erwiesen haben; da die superschnelle Achterbahn indoor angelegt werden soll, greift Ihr Argument mit dem oft vorherrschenden Regenwetter nicht.
Da die Eifel zum großen Teil ohnehin Naturpark ist, böte sich ein Joint Venture aus "Naturpark-Informationszentrum", "Streichelzoo", "Naturlehrpfad" und Rennsportausstellung/Technologiezentrum an... bereichert um mehrere gastronomische Angebote (vom Sterne-Lokal über ... bis hin zum McDrive)
Naja, in Kombination mit dem für die Zukunft geplanten Tempolimit auf Autobahnen könnte die Nordschleife sicher neuen Zulauf erhalten! - #4 22.12.2007 21:41 von Pfälzer
- #5 23.12.2007 14:27 von Muffin Man
- #6 23.12.2007 15:35 von Pfälzer
- #7 23.12.2007 16:00 von Muffin Man
- #8 23.12.2007 22:13 von BerndAB
SO wird das sein.. "PPP".. Public Private Partnership..
Da geht´s darum, dass Private sich eventuelle Böhnchen sichern, derweilen mit Steuervorteilen, Investzuschüssen und zusätzlich öffentlichen Bürgschaften ein Gesamtplan geschaffen wird, der im Fall von Verlusten (..nee, die treten NIEMALS ein.., siehe Filmfabrik Oberhausen..) indirekt dem Steuerzahler auf der Tasche liegen wirde:
indem dann im hochgeb(l)eckten Lande Rheinland-Pfalz hunderte Kindergärten, Musikschulen, Schwimmbäder, Bibliotheken und anderes gekürzt oder geschlossen werden müssen, weil dafür dann kein Geld mehr da sein wird.. Denn das Land muss dann leiderleider sparen.. Nachdem man mit Großkotz-Plänen anderen in die Hände spielte. (Oder mutwillig fiel..) Als gebranntes Kind aus dem Kohlenpott (und gewiss kein Schwarzwähler) sehe ich es einfach so, dass (bis auf Helmut Schmidt) die Roten noch nie richtig mit Geld umgehen lernten: zu oft läuft sowas nach der Masche, von Geld, das einem nicht gehört, Dinge zu tun, die man nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die man nicht mag. Immer dieselbe alte (Schuldenmacher-) Leier.
Man sollte auch mal die Zeitpläne prüfen: ob nicht "medienwirksame" Ankündigungen über "erfolgreiche Projektstände" einen "tatkräftigen" Kurt Beck zur Bundestags-Wahlzeit als "geeigneten Kanzlerkandidaten" werden promoten können.. "Seht her, unser igeliger Landesvater.."
Honi soit qui mal y pense.
Im übbrigen bin ich der Meinung, dass Mr. Ecklestone mit seinem Privathubschrauber überall einen Landeplatz findet, und dass die Nürburgring GmbH durchaus noch ein winzig wenig was investieren sollte, um nämlich die alte Nordschleife mal komplett von dem neuen Kurs entkoppeln zu können. Dann könnte mit einem Oldtimer-Grandprix parallel zur Formel 1 mal aufgezeigt werden, woran wirklich der Menschen motorisiertes Herz hängt: statt sich die Ohren mit heuligen 19.500 Umdrehungen der Formel-1 zahnarzt-zu-zerbohren lassen, sind doch bollerige alte Großvolumina weitaus ohrenfreudiger. Oldtimer vor!
Der Formel 1 gebührt bei weitem nicht die Achtung, die sie sich medial-werbewirksam anmaßt. Und man muss auch nicht gleich ein Mickymouse-Disneyland in der halbtoten Eifel zu schaffen versuchen, denn dessen Attraktivität ist zu sehr leidend unter häufig miesem Eifelwetter. Das kleine Ahrtal unterhalb ist bei weitem nicht genügend aufnahmefähig, um die Eifelwetter-Vertriebenen zu verköstigen..
Ansonsten könnte man am Unterlauf der Ahr oder am Rhein gegenüber eine kleine Rennstrecke machen, das ist nahe Königswinter und nahe demjenigen Flugplatz, der all diesen Plänen den Namen spenden darf:
(Köln-) WAHN. - #9 24.12.2007 09:18 von Pfälzer
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