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Was muss die katholische Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle tun?

Die Diskussion über die Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischen Kirche hält an. Was muss die katholische Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle tun?
  1. #1

    @all

    1.Bessere Auwahl der Priesteramtskandidaten(überprüfung der
    Persönlichkeit
    2.Längere Ausbildung auch psychologisch
    3. Regelmäßig Psychologische Gutachten einholen
    4. Regelmäßige geistige(seelsorgerisch) und psychologische
    Begleitung von Priestern.
    5. Höhere Wachsamkeit,
    6. Methoden zur Aufklärung von Kindern über diese mögliche
    Verbrechen entwickeln

    Was haltet ihr davon ?
  2. #2

    Zitat von güti Beitrag anzeigen
    1.Bessere Auwahl der Priesteramtskandidaten(überprüfung der
    Persönlichkeit
    2.Längere Ausbildung auch psychologisch
    3. Regelmäßig Psychologische Gutachten einholen
    4. Regelmäßige geistige(seelsorgerisch) und psychologische
    Begleitung von Priestern.
    5. Höhere Wachsamkeit,
    6. Methoden zur Aufklärung von Kindern über diese mögliche
    Verbrechen entwickeln

    Was haltet ihr davon ?
    Sind alles gute Ansätze, die allerdings der Prävention dienen. Zur Aufklärung der bereits geschehenen Verbrechen braucht man noch weitere Dinge:

    7. Öffnen der kirchlichen Archive für die Staatsanwaltschaft
    8. freie Hand für die Ermittlungsbehörden in allen kirchlichen Einrichtungen
    9. Aussagen aller Zeugen, auch der Priester
    10. Geständnisse und Reue

    Und schließlich:

    11. Bereitschaft, die Täter auszuliefern
    12. Aktive Trennung von Tätern und Schutzbefohlenen für alle Zeiten
    13. Bereitschaft zur Reform des Kirchenrechts

    Da gibt es noch viel, war man im Sinne der Menschen und vor allem der Opfer zu könnte. Aber wie immer wird vermutlich gar nichts davon unternommen werden.

    Das Klo.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was muss die katholische Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle tun?
    Zunächst sauber analysieren.

    Ich habe heute einen sehr sachlich gehaltenen Zeitungsbericht über die Vorfälle in einem Essener Nonnenkloster in die Hände bekommen, nach dessen Lektüre ich wahrscheinlich recht blass war.
    Die Rede war v.a. von der quälenden Behandlung teils behinderter und sozial benachteiligter Kindern in den 50er und 60er Jahren.

    Eines wurde dabei noch einmal deutlich: Man muss verschiedene Facetten sehen, die sich möglicherweise in den einzelnen Einrichtungen, aus denen Missbrauchsfälle bekannt geworden sind, anders zusammensetzen. Bezogen auf den Bericht:

    1. Der viel beschworene und heute immer auch gern als Alibi für eigenes Tun herangezogenen Zeitgeist ist in Rechnung stellen. Diesen hat die Kirche damals weitaus stärker beeinflusst als heute, aber nicht nur. Wenn die Kinder lediger Mütter als minderwertig betrachtet und auch so behandelt wurden, so ist das sicher auf kirchliche Maßgaben zurückzuführen, die von der Gesellschaft allerdings weitgehend hingenommen wurden.
    Die Prügelorgien hatten hingegen auch sehr weltliche Ursachen. Sie waren sowohl in den Elternhäusern, als auch in den Schulen gang und gäbe.
    Beides zusammen genommen führte zu einem Verständnis, das aus heutiger Sicht kriminell ist, damals aber einem anderen Maßstab folgte.

    2. Auch auf die Gefahr hin, es mir mit einigen Foristen hier zu verscherzen: Ich möchte keinesfalls verallgemeinern, aber Nonnen waren früher nicht immer nur die freiwilligen Bräute Jesu, die ganz und gar selbst bestimmt, aus tiefer Überzeugung auf ein Leben als Frau und Mutter verzichteten. In so manchem Nonnenkloster herrschte alles andere als eine fröhliche, entspannte Atmosphäre im Dienst des Herrn. Ich habe gravierende Unterschiede zwischen zupackenden Nonnen in der Mission und solchen erlebt, die aus unerfüllter Liebe oder unter dem Druck der Eltern hinter dicken Mauern verschwanden.

    3. Unrechtsbewusstsein war natürlich, aber in manchen Dingen erst ab höheren Schwellenwerten entwickelt. Dann setzten wohl in vielen der in Rede stehenden Fällen diejenigen Mechanismen ein, die man aus der täglichen Zeitungslektüre kennt: Ein Subalterner macht Mist, die Etage über ihm erfährt davon und lässt die Akten verschwinden, irgendjemand meldet das Ganze nach oben, Schweigeorder mit Belohnung und /oder Drohungen , die Sache fliegt doch auf, der Chef will nichts gewusst haben und opfert einen Bauern.
    Menschen sind von niederen Instinkten nicht frei. Menschliches Macht-, Rangordnungs- und Territorialverhalten ist ein potenter Widersacher altruistischen Denkens. In der Regierung, in der Wirtschaft, an Institutionen wie der Schule, und auch an Klöstern.

    Dem Zorn muss nun eine ehrliche, umfassende Analyse folgen, die nicht so angelegt sein darf, dass man den Missbrauchsskandal aus seinem u.U. vielschichtigen Kontext herauslöst. Sonst kann man ihn weder gerecht ahnden, noch eine sinnvolle Prophylaxe betreiben.

    Die Zeit ist inzwischen fortgeschritten, das Denken von damals überholt, es gelten andere Maßstäbe. Diese sind, was Pädophilie betrifft, gottlob strenger (was nicht jedem gefällt, siehe HU). Was die allgemeine Sexualisierung betrifft, sind sie hingegen so lasch wie nie zuvor. Hierüber sollte ebenso schonungslos gesprochen werden, damit in Zukunft keine Schäden auftreten, die wir jetzt vermeiden können.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Diskussion über die Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischen Kirche hält an. Was muss die katholische Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle tun?
    Verstehe die Frage nicht. Genau so gut könnte man fragen "Was muss die Mafia zur Aufklärung der eigenen Verbrechen tun?".
    Der Rechtsstaat ist gefordert. Wieder einmal hat sich erwiesen, dass religöse Gemeinschaften zu gefährlich sind, um sie eigenständig agieren zu lassen. Aber das ist keine neue Erkenntnis. Zu dieser Einsicht ist schließlich schon Otto von Bismark gekommen.
  5. #5

    Unfassbar, was im Namen der Kirche immer wieder aufgedeckt wird. Noch unfassbarer, dass die Kirche auch heute noch so viel Mitspracherecht hat und sowohl Kirche als auch deren Anhänger zum Teil immer noch nicht in der Gegewart angekommen sind. Wenn ich von solchem kranken Mist wie Zölibat lese, Missbrauch durch Prieser, Züchtigungen und Demütigungen kann man die gesamte Institution doch nur in Frage stellen.

    Und das alles im Namen Gottes? Na herzlichen Dank, ist bestimmt echt super im Himmel.
  6. #6

    nichts

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Diskussion über die Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischen Kirche hält an. Was muss die katholische Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle tun?
    Die katholisch Kirche muss garnichts tun. Es fragt ja auch keiner, was die Mafia zur Verbrechensbekämpfung tun muss.
    Wie bei jedem Verbrecher oder jeder Verbrecherorganisation hat der Staat mit allen Mitteln das Treiben dieser Leute aufzuklären und zu unterbinden. Die Besitztümer einziehen und zur Schadensregulierung verwenden-
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Diskussion über die Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischen Kirche hält an. Was muss die katholische Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle tun?
    Das Problem ist doch, dass die Kirche jahrzehntelang derartige Fälle vertuscht hat. Es reichte eine Beichte und alles war "vergessen". Einige der jetzt aufgedeckten Fälle zeigen, dass auch die Beschlüsse der Bischofskonferenzen nicht beachtet wurden.
    http://www.sueddeutsche.de/,ra15l1/b...3/504841/text/

    Auf der anderen Seite gab und gibt es auch Systemfehler der Kirche und der Orden. Wie Piri ausführt sind manche Ordensleute und auch manche Vertreter der Amtskirche von ihren Eltern nachgerade zu ihrem "Beruf" "erzogen" worden, ohne dass man sich viele Gedanken über den Zölibat und dessen Auswirkungen gemacht hat. Verdrängte Sexualität kann - auch wenn sie hochgelobt wird - psychologische Störungen hervorrufen, die sich in Sadismus - manchmal auch Pädophilie - äußern.
  8. #8

    Zitat von leserheute Beitrag anzeigen
    Die katholisch Kirche muss garnichts tun. Es fragt ja auch keiner, was die Mafia zur Verbrechensbekämpfung tun muss.
    Das ist durchaus ein richtiger Punkt. Aber die katholische Kirche will ja vermutlich besser sein, als die Mafia. Und deshalb wäre eine größtmögliche Kooperation mit den Ermittlungsbehörden sehr sehr angebracht. Viel mehr muss sie dann wirklich nicht tun. Präventive Reformen wären allerdings auch sinnvoll, sonst müssen wir jedes Jahr die Verbrechen vom vergangenen Jahr aufarbeiten. So kann es doch nicht weiter gehen.

    Das Klo.
  9. #9

    Hier ist nicht die Kirche sondern der Staat gefragt.

    Warum sollte der Staat warten bis der letzte Mönch, die letzte Nonne gestorben ist? Die Institution RKK hat sich in den Sozialstaat eingenestelt. Jetzt muss Sie da hinaus.
    Privatiserung ist in diesem Fall gleich Säkularisierung.
    Offene Institutionen, vom Staat oder dessen Vertreter kontrolliert. Subventionen für sogenanntten Katholisch Einrichtungen stoppen. Diese Einrichtungen können als offene, nicht-religionsgebundene weiterleben.


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