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Mobbing in der Schule - haben Sie Erfahrungen?

Prügel nach dem Unterricht, zerrissene Kleidung, zerstörtes Selbstbewusstsein: Für gemobbte Schüler wird jeder Schultag zur Qual. Haben Sie Erfahrungen?
  1. #1

    Es gab mal eine Zeit, da wurde ich jeden Tag auf dem Weg zur Schule verwamst, ein 4 Jahre aelterer Schueler. Nur nannte man das damals noch nicht Mobbing....
  2. #2

    Klar. Gibts eigentlich Schüler die das nicht haben? Außer eben die, die am oberen Ende der Nahrungskette waren?
  3. #3

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Klar. Gibts eigentlich Schüler die das nicht haben? Außer eben die, die am oberen Ende der Nahrungskette waren?
    Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass nicht irgendwann mal jeder ein bißchen weiter unten in der Hackordnung stand. Mir ging es auch so, weil ich so zwischen 12-17 Jahre etwas molliger war. Tja, was nicht der "Norm" entspricht ...
  4. #4

    mittlere Kleinstadt,

    nöö, weder in der Grundschule noch in Realschule oder Gymnasium

    ---schon vor 35 Jahren als ich noch zur Schule ging, gabs bösere und brävere, es gab auch Opfer, die wurden dann öfters mal in die Mülltonne gesteckt

    das gibts jetzt auch noch, nur jetzt wirds Mobbing genannt

    in Großstädten dürfts völlig anders aussehen, aber da dürfte es schon wieder eher "Verbrechen" genannt werden
  5. #5

    5 %

    Gegen Mobbing gibt es ein Rezept: 5% besser sein als die anderen.
    Dann wird es niemand wagen, sich selbst durch Mobberei lächerlich zu machen.
  6. #6

    Die am oberen Ende der "Nahrungskette". Ich schätze, Sie meinen die anderen 29 von 30 Schülern pro Schulklasse. Das ist ja die Problematik.
  7. #7

    Der Mensch - der Affe

    Es trifft tatsächlich nahezu die Gesamtheit der Schüler während ihrer Schullaufbahn. Aber die Intensität und Dauer ist sehr unterschiedlich. Ich habe auch meine Erlebnisse, muss im nachhinein aber sagen "das war schon in Ordnung so" - man kann das auch gewinnbringend verarbeiten. Bis zu einem gewissen Grad. Was ich in meiner Zeit als Schüler gesehen habe mag man nicht glauben. Weniger die körperliche Gewalt als vielmehr der tagtägliche Psychische Terror über Jahre hinweg haben einige meiner Mitschüler zu gesellschaftlichen Krüppeln verkümmern lassen. Selbst heute (10 - 17 Jahre danach) trifft man alle paar Jahre einen von ihnen und erschrickt bei der Feststellung, dass sie nie wieder völlig frei und unbeschwert durch die Gesellschaft gehen können in der sie leben und die sie auch brauchen. Selbst der Versuch, die Schule zu wechseln brachte keine Entlastung - ihr Ruf eilte ihnen über besonders eifrige Mitschüler über die Schulgrenzen voraus. Ich bin froh, einer der wenigen gewesen zu sein, die stets normal mit ihnen sprachen und auch mal mit ihnen ein Stück heimlief. Ihnen direkt zu helfen kam selten und verhalten vor. In dem Alter wie ich finde nachvollziehbar - die Angst war doch zu groß.

    Meine eigentliche Aussage folgt aber jetzt. Warum springt ein Großteil der Menschen bei der Gelegenheit einen Einzelnen nieder zu machen mit Hurra auf den Zug auf? Warum ergötzen sich Starke an der Bewunderung durch schwache, wenn sie andere Schwache nieder machen? Warum machen Schwache mit einer ekelhaften Art der Niederträchtigkeit mit, wenn auf Artgenossen eingeschlagen wird?
    Ich sehe darin regelrecht Schimpansen im Urwald. Manifeste Relikte einer vorsozialen Hackordnung. Und um den Schwächsten schert sich kein Einziger. Jeder eben ganz sich selbst der nächste - auf der zwanghaften Suche nach Zufriedenheit und Anerkennung. Doch der Weg den viele darum gehen ist zumeist trivial und äusserst animalisch.
    Schade - ich dachte einst, der Mensch wäre mehr.
  8. #8

    Erfahrungen

    Erfahrungen mit Mobbing in der Schule? Mehr als genug...und das gabs schon vor 30 Jahren. Schüler die sich einen Mitschüler herauspicken um ihn zu demütigen, zu beschimpfen, mit Farbe anzuschmieren und ihn zu schikanieren. Die Schultage werden zur Hölle und alle schauen weg. Selbst die Lehrer beteiligten sich am Mobbing. Lehrer, die das Mobbingopfer genau kennen und wissen was in der Klasse passiert beleidigen das Opfer vor der gesamten Klasse - um vor der Klasse anerkannt zu werden. "Du bist Klassensprecher? Da haben sie ja den Bock zum Gärtner gemacht". Kleiner Triumpf, dass die meisten Lehrer von damals inzwischen tot sind?
    Ist das heute auch noch so, dass die Lehrer mitmachen oder wegschauen? Man sollte bei diesen sogenannten "Pädagogen" zuerst nach Ursachen forschen...
  9. #9

    selbstverständlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Prügel nach dem Unterricht, zerrissene Kleidung, zerstörtes Selbstbewusstsein: Für gemobbte Schüler wird jeder Schultag zur Qual. Haben Sie Erfahrungen?
    das wort mobbing gabs zu meiner zeit noch nicht in der einzigen grundschule in unserem kleinen katholischen dorf - aber gehauen wurde, und es wurde auch schutzgeld erpresst

    wer nicht im dorf, sondern ausserhalb auf hoefen wohnte, hatte es schwer; die kinder einer bestimmten familie wurden immmer wieder drangsaliert und gejagt und verspottet und gepruegelt

    die taeter waren immer nur einige wenige, und die opfer auch; die opfer waren in der regel sozial auffaellige schwache aussenseiter

    wenn ich auch sonst keiner schlaegerei aus dem weg gegangen bin, hatte eine bestimmte gang es manchmal auf mich abgesehen - mein glueck war, dass ein freund meines aelteren bruders mehrmals "sitzengeblieben" und daher ueberaus stark war im vergleich zu den anderen - der half mir und bald wurde ich nicht mehr belaestigt

    ein zugezogener junge aus der stadt wurde hier nie warm; im uebrigen sprach er ja auch hochdeutsch; wir naeherten uns ihm an und besuchten mal sein zuhause und halfen ihm, wenn er gehauen wurde - dafuer nahmen wir von ihm irgendwelche pappkarten mit bildchen zum sammeln an ....

    und das spielte sich alles auf dem schulhof waehrend der pausen ab

    ich kann nicht sagen, dass der lehrer jemals eingegriffen hat

    neulich noch hoerte ich von einem der lehrer meines sohnes "...und was draussen auf dem schulhof passiert - das sehen wir nicht"

    ich kann mir gut vorstellen, dass die schule fuer viele kinder die hoelle ist; meine kinder waren viele jahre in usa und sind da nie gemobbt worden; zurueck in deutschland hats bei unserem sohn angefangen - das erste mal, das er nicht gerne zur schule gegangen ist

    ich denke, die schule sollte diesem thema mehr aufmerksamkeit widmen; der staat sollte alles tun, damit kinder GERNE zur schule gehen, und dazu gehoert auch die sicherheit, koeperliche unversehrtheit

    dazu gehoert auch, dass das lehrpersonal ermutigt wird, in faellen von mobbing auch physisch einzuschreiten; ich haette als lehrer (gott behuete) angst, von eltern verklagt zu werden; und diese angst haelt sicher lehrer ab, ueberhaupt etwas kritisches wahrzunehmen, geschweige denn einzuschreiten; die passen sich schliesslich dem staerkeren an und unterwerfen sich auch ...


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