Forum: Panorama
Macht uns die moderne Welt krank?
Beruflicher Stress, unendlicher Informationsfluss, intensive Kommunikation als soziales Muss: Die moderne Welt hat uns mit ihren Pflichten fest im Griff. Wer sich selbst nicht fest im Griff hat, läuft Gefahr, auszubrennen. Macht uns das moderne Leben auf Dauer krank?
- #590 15.06.2012 21:13 von
Sooo einfach ist es nicht !
Und so selbstbestimmt, sind wir Menschen leider auch nicht ! Wir haben keinen Einfluß darauf, in welcher Umgebung und wo wir hineingeboren werden. In einem Armenviertel in Kapstadt oder in einer reichen Familie in Hamburg-Blankenese. Und je nachdem, was für eine Wohnung ich mir leisten kann, wohne ich in einer Umgebung mit viel Lärm oder wenig. Je nachdem wie mein Einkommen ist, kann ich mir gute Ärzte und Medikamente leisten oder nicht.
Was mich persönlich heute an unserer Welt immer wieder erschüttert, ist die absolute Ökonomisierung ! Damit meine ich z. B., dass Krankheiten nur dann erforscht werden, wenn die dazu gefundenen Medikamente auch entsprechende Verdienste versprechen. Nicht die moderne Welt macht uns krank, sondern die absolute Ökonomisierung, die die Menschlichkeit tötet. - #591 16.06.2012 08:03 von
Adaptationsstrategie
Die verbale Übersetzung des engl. BurnOuts macht deutlich, wohin die Frage zielt: ohne Disziplin und personal management ist die Gefahr groß, durch die Sachzwänge des heutigen Lebens(stils) überrannt zu werden. Ich möchte bei dieser Gelegenheit, passend zum Thema, an die treffende Werbung einer Baumarktkette im TV erinnern, in der ein etwas schluffiger Typ auf dem Trottoir von einer Lawine aus vmtl. liegengebliebener Verpflichtungen und ToDos überrollt zu werden droht. Plakativ visualisiert, genau auf das Thema bezogen. Aber was kann getan werden? Zuerst sollte man lernen, Nein! sagen zu können. Dann sollte man trainieren, die täglichen Verrichtungen nach einem hierarchisch geordneten Plan abzuarbeiten. Hat man das sicher im Griff, ist es kein Problem, innerhalb der Liste hin und her zu switchen, also die Reihenfolge den Gegebenheiten anzupassen. Pausen sind enorm wichtig, und sollten unabdinbar eingeplant werden, auch wenn Prozesse unterbrochen werden müssen! Wichtig ist auch die Prämisse, Angefangenes zu Ende zu führen. Auch hier kann der Versierte mit Überblick Änderungen vornehmen. Man sollte aber in der Trainingsphase keine Ausnahmen zulassen. Unnötig, noch eine gesunde Lebensführung zu erwähnen. So lässt sich Stress prima an die Kette legen.
- #592 29.06.2012 16:46 von
- #593 30.06.2012 09:16 von
Es ist nicht notwendig, neue Worte in die Welt zu setzen (Ökonomisierung): das System heißt Kapitalismus, und beinhaltet das Streben nach Wirtschaftlichkeit, Produktivität, Effektivität, Gewinn/Profit.
Und auch die von Ihnen erwartetete Forschung von Krankheiten besteht aus Menschen/Männern/Frauen höchster Qualifikation, die für Gehälter arbeiten, die in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung enthalten sind. In Klammer: (Nur wenn der Liebe Gott den Lebensunterhalt übernehmen würde, wäre die Gesellschaft/das Gesundheitssystem die Kosten los. Aber dann könnte der liebe Gott auch die Krankheiten gleich beseitigen :-) )
Und dass wohlhabende Leute ihr Geld nicht nur für Luxusgüter ausgeben, sondern auch für die höchstentwickelten medizinischen Verfahren, ist richtig und selbstverständlich und dient letztlich dazu, neueste Verfahren und die ersten Anwendungen von Vermögenden mitzufinanzieren. - #594 30.06.2012 10:53 von
Gott sei Dank tut er das auch.
Ich möchte mal behaupten, dass 80 - 90 % aller "Krankheiten" mit denen ein Arzt konsultiert wird, nicht behandlungsbedürftig sind.
Wenn sie das mal Euro und Cent ausrechnen, kommen Sie auf einen dreistelligen Milliardenbetrag der jährlich eingespart werden könnte. - #595 30.06.2012 15:04 von
Also, mich lassen Sie mal bitte raus. Ich rechne gar nichts, erst recht nicht Ihre Mildchmädchenrechnungen. HaPeGe beklagte Ungerechtigkeiten im Gesundheitswesen. - Und wenn das Gesundheitswesen nach Ihrer Schlussfolgerung für dreistellige Milliardenbeträge weniger Aufträge bekäme, was wäre dann "eingespart"? Die Ärzte und Schwestern wären arbeitslos!
- #596 30.06.2012 18:11 von
- #597 01.07.2012 08:54 von
Und Ihr sog. "wichtiger Aspekt" ist eine von vorn bis hinten unbegründbare Vermutung. Sie warfen einfach mal so hin, dass 80 bis 90% der Erkrankungen gar keine medizinische Versorgung benötigen. Und auf solchen Zahlen bauen Sie Ihr Gedankengebäude weiter? Ich dieses Kartenhaus folge ich Ihnen besser nicht.
Die "Krankheiten der modernen Welt" betreffen sehr oft die Psyche. Psychotherapeuten haben Zulauf - mehr als nötig wäre. Viele Probleme sind Wohlstandsprobleme - mit den Problemen z.B. der Kriegswitwen nach dem Kriege gar nicht vergleichbar. Die "Seelenklempnerei" boomt, und ein hoher Prozentsatz der Patienten (vielleicht sogar 80 bis 90%)könnte sich von Ehepartner, Vater, Mutter, Kindern, Oma, Opa, Priester oder Freunden trösten lassen. - #598 02.07.2012 09:42 von
Offensichtlich stehen Sie auf dem Standpunkt, dass viel Behandlung auch viel hilft. Das sind Sie total auf dem Holzweg, das Gegenteil ist der Fall. Nur bei den Psychatern sehen Sie das anders. Es gibt viele Beispiel wo massenhaft Geld eingspart werden könnte, z.B.:
- Langsame Tötung der Alten durch Medikamente. Man könnte Sie auch gleich nach Erreichung des Rentenalters um die Ecke bringen, das wäre billiger aber nicht gut für die Geschäfte der Pharmaindustrie
- Heraufsetzung von Grenzwerten, z.B. Cholesterin, Blutdruck, etc., ebenfalls geschäftsschädigend.
- Hygienestandards in Krankenhäusern erhöhen. Schlecht für das Geschäft der Krankenhäuser und der Pharmaindustrie
- Ärztekorruption nicht ausdrücklich erlauben sondern unter Strafandrohung verbieten.
Diese Liste lässt sich noch um mehrere Seiten verlängern. - #599 02.07.2012 15:27 von
Ach so, Sie versuchen sich als Zyniker. Dann erzählen Sie das doch mal in der "Anstalt". - Ich habe jedenfalls, wie die meisten auch, meine eigenen Erfahrungen mit Ärzten, Medikamenten und Krankenhäusern. Daraus hat sich meine Meinung gebildet.
Wenn Sie unbedingt nur darauf aus sind, Geld einzusparen, meinetwegen - aber bitte nicht so, dass einfach mal so 80 bis 90% aller Erkrankungen für nicht behandlungsbedürftig erklärt werden.
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