Die medizinische Versorgung in Deutschland sieht sich unter ständiger Kritik, einerseits ist sie teuer, andererseits lückenhaft. Auch die Arbeit der Ärzte liefert ständig Diskussionsstoff, seien es die Zwei-Klassen-Medizin, Kunstfehler oder der Umgang mit den Kassen. Wie steht es um deutsche Ärzte - machen sie uns krank?
Unsinn.
Der Pathomechanismus wie durch die Ewinwirkung langjährigen Bluthochdrucks ein Atheroskleroseplaque wird, der das Blutgefäß zunehmend verlegt, Blutgerinnsel auflagern und somit zu Embolien führen kann, ist lückenlos und absolut schlüssig erklärt. Auch die Entstehung einer sogenannten Mikroangiopathie, also ein Verstopfen der kleinsten Blutgefäße des Hirns mit Bindegewebe als direkte Folge einer langjährigen Bluthochdruckerkrankung, ist vollkommen klar belegt und nachvollziehbar. Kann man in jedem Pathologielehrbuch nachlesen - empfehle Riede/Schäfer aus dem Thiemeverlag.
Man kann das leugnen, ist etwa genauso klug, wie die Behauptung die Sonne drehe sich um die Erde.
Zwischen dem dem Blutdruck und dem kardivaskulären Risiko besteht ein linearer Zusammenhang. Die größte Metaanalyse zu dem Thema hat immerhin 1 Millionen Probanden eingeschlossen. Sie zeigt, dass sowohl systolischer als auch diastolischer Blutdruck unabhängige Prädiktoren für Schlaganfall und Tod durch Herzinfarkt sind (Prospective Study Collaboration, 2002).
Die Daten zeigen eine absolute Risikozunahme gegenüber dem Menschen mit normalem Blutdruck um 20-30% bei einem Patienten mit Grad-III Hypertonie, vorausgesetzt es ist der einzige Risikofaktor. Raucht der Pat. auch noch oder hat er Diabetes, steigt das Risiko über 30%.
Das ist gesunde Aufklärung, denn diese Daten sind valide und schlüssig aus großen epidemiologsichen Studien ermittelt worden. Man kann das als Angstmache bezeichnen, allerdings sollte ein unbehandelter Hypertoniker, der raucht und hohes Cholesterin hat vielleicht auch etwas Angst haben, denn die Folgen eines Schlaganfalls können erheblich behindernd und quälend sein.
Aber: Niemand wird gezwungen Medikamente zu nehmen. Wenn Sie zu mir kommen, ich Ihnen die Sachlage darlege und sie sagen: Ja gut, aber nix für mich. Ok. Ihre Entscheidung.
Na?
Bitte...gern geschehen
Ist mit ein Grund für teilweise völlig verstopfe Facharztpraxen, weil eben jeder "Depp" weiß, wann er welchen Facharzttermin braucht.
Würde eine Kassen-Hotline vorschlagen. Da kann man gutes! Pflegepersonal aus Kliniken für Telefonzentralen abwerben, evtl besser bezahlen, als würden sie in ihrem erlernten Beruf arbeiten (gibt es übrigens bereits...)
Warum von den Kassen? Können auch Gemeinde, Städte usw. sein. Kassen brauchen wir ja auch nicht in dieser großen Zahl, würde Ihrer Forderung nach einer schlankeren Verwaltung gerecht und außerdem könnte dank fehlender Konkurrenz viel einfacher eine kostensparende "Einheitsmedizin" durchgesetzt werden (von wegen Facharztbesuche nach Gutdünken ;) ).
Übrigens sind hauptsächlich Allgemeinmediziner die Deppen, die Patienten in Heimen betreuen und auch bei daheim Gepflegten Hausbesuche machen. Aber Sie liegen richtig, das ist völlig unwirtschaftlich....
Zunächst einmal besten Dank für Ihre ausführliche Antwort, ABER versuchen Sie bitte nicht mir die Mär von Fett (wie Sie ja vormals schrieben: "erhöhte Fettwerte") und hohen Cholesterinwerten zu verklickern.
Ebenso könnte ich behaupten, daß jemand an Arterienverkalkung erkrankt, weil die Person zu viel Kalk aufgenommen hat. ;)
Wird nicht auch Cholesterin produziert um bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr den Feuchtigkeitsverslust des Körpers zu begrenzen? - Hm, hm, hm ...
Hätte da eine Idee, wie man die Zahl der Arztbesuche deutlich reduzieren könnte:
Abschaffung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für Bagatellen.
Gerade wurde aber per Gericht bestätigt, dass der Arbeitgeber bereits ab dem 1. Krankheitstag eine AU ohne Angabe von Gründen einfordern kann.
Die Kosten dafür trägt die Krankenkasse.
Übrigens fordern bereits etliche Schulen Atteste, zB eine Sportunfähigkeitsbescheinigung für einen Schüler mit "Gipsbein", für einen Schüler, der am restlichen Unterricht teilnimmt.... Ich würde sagen: Foto genügt :)
Natürlich, der Körper produziert Cholesterin und braucht es auch - Ohne Choesterin kein Testosteron:-)))
Der Zusammenhang zum Schlaganfall-Risiko ist nicht so evident wie für die koronare Herzkrankheit, aber ein erhöhter LDL/HDL-Quotient setllt einen unabhängigen Risikofaktor dar und wirkt sich daher negativ aus. Pat. mit Koronarer Herzkrankheit und Schlaganfall sollten daher nach NCEP-ATP-III Leitlinie mit einem Cholesterinsenker behandelt werden, das ist unbestritten. Für die Schlaganfallpatienten ohne KHK ist die Datenlage unsicherer.
Übrigens: Kalkhaltiges Wasser wirkt sich auf die Blutgefäße tendenziell protektiv aus.
Haben Sie für diese Behauptung eine belastbare Quelle?
Auch Sie haben offensichtlich nicht die Funktion eines Hausarztes verstanden. Man muss eben nicht mit einer einfachen Blasenentzündung zum Urologen, und auch nicht mir einer Magenverstimmung zur Gastroenterologen, ebenso wenig wie mit einem grippalen Infekt zum Pulmonologen. Sofern ein Patient von mehreren Fachärzten behandelt wird, soll der Hausarzt auch darüber den Überblick behalten, um z.B. bei Rückfragen der Fachärzte auskunftsfähig zu sein. Usw.
Ist doch schön für Sie! Kein erhöhtes Risiko.
Was mich nervt, ist, dass hier ständg daran gezweifelt wird, dass hoher Blutdruck, schlechte Verteilung der Cholesterinwerte, Rauchen etc. Risikofaktoren für Herinfarkt oder Schlaganfall darstellen. Das ist keine Pharmaverschwörung, das ist Tatsache!
Kann man in einer 2004 publizierten Studie nachlesen Quelle.
Und natürlich bekommen auch Menschen ohne Risikofaktoren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, aber eben seltener.
Wer damit nicht einverstanden ist, der soll es halt lassen. Vergeude ich nicht mehr meine Energie mit.
@ mainjj67: Es gibt hier eine große Zahl von faktenresistenten Foristen, die an einer Diskussion eben nicht interessiert sind. Offensichtlich haben viele ein Hühnchen mit dem Gesundheitssystem im Allgemeinen und mit manchen Ärzten im Speziellen zu rupfen.
Icg betrachte diese Beiträge unter dem Aspekt der Psychohygiene - wenn es guttut, ist's auch okay.