Forum: Panorama
Love Parade in Duisburg - fataler Fehler?
Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
- #30 25.07.2010 00:20 von
Horror
Die Bilder sind erschreckend!
Wer auf den Fan-Festen zur WM unterwegs war wird sich in etwa vorstellen können was da losgewesen sein muss, als die Panik ausbrach.
Wie kann man bei so einem gigantischen Massenevent nur einen Eingang anbieten und dieser ist dann auch noch ein TUNNEL?
Die Verantstalter haben versagt. - #31 25.07.2010 00:20 von
sehr tragisch das Ganze! Auch wenn mich diese Veranstaltung nie interresiert hat, trotz meinem Intresse an dieser Musik, so stellen sich doch ein paar grundsätzliche Fragen bezüglich der Organisation von mehr als einer Milllionen Menschen dar! Hier wird meiner Meinung nach wieder einmal die ganze Groteske von gesetzlichen Bestimmungen deutlich! Im Detail hat ja alles funktioniert- wieviele Menschen passen auf das Gelände, Notfallpläne zur Evakuierung, usw... Nur beim Grundsätzlichem wie dem EINEN! Eingang und Ausgang wird dann (meiner Meinung nach von politischer Ebenen und d.h finaziellem) fahrlässig Entschieden. Der gesunde Menschenverstand sagt einem ja schon, dass so etwas nicht funktionieren kann- dafür braucht man ja noch nicht einmal eine Computer Simulation. Obwohl so etwas sicherlich keine schlechte Idee gewesen wäre. Hätten se lieber mal die Autobahn zum Feiern freigegeben- aber Hätte ist ja ein Arschloch und es ist einfach traurig das solch eine Veranstaltung, welche über nationale Grenzen bekannt ist und vom Grundsatz ja auch recht nett ist- auf die Strasse gehen und ein bissel Spass haben, so endet.. denn das wars...
- #32 25.07.2010 00:21 von
- #33 25.07.2010 00:30 von
Mies
Das ist ja schon ein bisschen mies jetzt. Wenn die Loveparade verboten wird dann heißt es: Das verletzt Freiheitsrechte, das ist ja kein Rechtsstaat mehr etc. etc. aber wird er erlaubt und geht was schief dann heißt es "Bedenken wurden ignoriert". Damit hat wer auch immer das entscheidet schon von vorne herein verloren bei den Medien. Entweder ist er ein mieser Spielverderber oder er hat Bedenken ignoriert. Schon mies irgendwo.
- #34 25.07.2010 00:31 von reinhard_m
Vor großen Menschenansammlungen muß man sich fernhalten. Es gibt nichts Schlimmeres als eine außer Rand und Band geratene Menschenmasse.
- #35 25.07.2010 00:32 von
Wolfgang Rabe, übernehmen Sie die Verantwortung!
Wolfgang Rabe, verantwortlich für Sicherheit und Ordnung in Duisburg, sagte im Frühjahr dem WDR, Bedenken wegen der Lage und dem Bahnhof "gibt es in Duisburg nicht". Im Übrigen habe man mit dem Veranstalter Lopavent einen "sehr professionellen" Partner an seiner Seite - so wird Rabe aus einer Sitzung des Duisburger Kulturausschusses zitiert. Selbst mit mehr als einer Million Besuchern sei die Love Parade in Duisburg "durchführbar", sagte Rabe im WDR-Interview. Obwohl das Party-Gelände nur 230.000 Quadratmeter groß ist - nur 400.000 bis 500.000 Menschen könnten hier gleichzeitig feiern, sagten Kritiker vorher. Doch Rade blieb bei seiner Einschätzung. Noch vor wenigen Tagen sagte er, man habe "ganz unterschiedliche Maßnahmen, mit denen wir das problemlos steuern können".
Zitat von Spiegel online
Herr Rabe, Sie sind sicherlich nicht alleine, jedoch mitschuldig! Ihr hochgelobtes Konzept war für die Wurst, das wissen Sie jetzt und Millionen Bürger auch. Sie sollten jetzt den Mumm haben und die Verantwortung übernehmen! Wie können Sie und Ihr Parteifreund OB Sauerland jetzt noch die Dreistigkeit besitzen und die Schuld zurückweisen??? - #36 25.07.2010 00:36 von Heiner Prahm
Profitgier und Profilierungssucht
Die eigentliche Frage ist doch warum mehr als eine Millionen Menschen durch einen Tunnel „müssen“, um auf ein, dazu noch eingezäuntes und viel zu kleines, Veranstaltungsgelände zu kommen und wenn das eventuell nicht anders geht, warum dann nicht effektiv dafür gesorgt wird, das es im Tunnel nicht zum „Stau“ kommt?
Jeder Tunnelbetreiber z.B. in den Alpen achtet penibel darauf, dass nicht mehr Fahrzeuge in den Tunnel einfahren können, als dieser, obendrauf noch zusätzlich unter Berücksichtigung eines Mindestabstandes, aufnehmen kann. Ist das Verkehrsaufkommen zu hoch, dann halten Ampeln (z.B vor dem Gotthardtunnel) die Fahrzeuge vor dem Tunnel auf.
Da frage ich mich wirklich, da der Tunnel ja bereits im Vorfeld als Nadelöhr identifiziert worden ist, wie es möglich ist, das die Verantwortlichen dort nicht an den Tunneleingängen für eine geordneten Zugang gesorgt haben, welcher die Kapazität des Bauwerks berücksichtigt, das ist doch einfach mehr als logisch? … und Experten für solche Probleme gibt es durchaus, die hätten nur befragt werden müssen …
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungs...01_schwarm.jsp
Das ist aus meiner Sicht ein völliges Versagen, die Verantwortlichen sollten dafür vor Gericht gestellt werden und hohe Strafen bekommen … und zwar nicht nur die ausführenden Kräfte, sondern vor allem auch jene, die aus reiner Profitgier und Profilierungssucht es nicht lassen können, solche im Grunde irrsinnigen Massenveranstaltungen, die einfach schon auf Grund der extrem hohen Masse an Menschen, hinsichtlich der Risiken völlig unkalkulierbar sind, für ihre persönlichen Zwecke auszunutzen ! - #37 25.07.2010 00:38 von b54
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Ich habe den Eindruck, der Dilettantismus der Führungskräfte nimmt immer erschreckendere Ausmasse an.
Früher (ich weiss, da war nicht alles besser) haben doch diejenigen, die sich an die Macht gedrängt haben, sich dabei wenigstens noch ein Bein ausgerissen, aber heute scheint alles nur noch eine einzige grosse Spassveranstaltung zu sein, bei der mal schnell mit ein paar Billionen - oder eben mit dem Leben und der Gesundheit von Menschen gespielt wird. Aber selbstverständlich alles formal sauber dokumentiert und reglementiert, und mit ein paar einfachen Bauzäunen gesichert - nur leider an der Realität und dem Wesen der Sache total vorbei.
Nun wird eine weitere Pseudoleistung - Untersuchungskommission genannt - monatelang darüber beraten, weshalb sich die Menschen, die Physik oder die Natur der Sache nicht so verhalten haben, wie man es sich am liebsten gewünscht hätte.
Mit etwas Einfühlungsvermögen und Gesundem Menschenverstand hätte eigentlich jedermann klar sein müssen, dass nicht alles Wünschbare auch machbar ist.
Dieser Dilettantismus macht nur noch wütend und traurig. Es wird wirklich Zeit, dass wieder deutlich mehr Ernsthaftigkeit (auch beim Erkennen der eigenen Kompetenzgrenzen) in den Führungsetagen Einzug hält. - #38 25.07.2010 00:38 von
Ja. Und: Suche nach Sündenböcken auf Besucherseite?
Die Antwort ist einfach: Ja. Wenn es warnende Artikel gab wie diesen hier: http://www.derwesten.de/kultur/musik...id3265037.html
und diese klaren Zahlen ignoriert wurden, bei deren Lektüre schon Laien (siehe Kommentare vom 20.7.) fast einstimmig eine Gefahr sehen, ist es unverantwortlich und naiv, die Veranstaltung an diesem Ort abzuhalten.
Die größte Unverfrorenheit ist nun, die fatale Sicherheitslage auf das angeblich "falsche" Verhalten einiger Besucher schieben zu wollen, die Zäune überklettert hätten oder abgestürzt sind. Das ist Symptom, nicht Ursache. Die Hypothese der Veranstalter, die bereits in den ersten Stellungnahmen durchschimmert, dass sonst sicher keine Panik ausgelöst worden wäre, ist haltlos und ein trauriger Versuch, sich aus der Verantwortung zu ziehen.
Stunden vorher war die Lage im Tunnel außerdem, glaubt man den Berichten von Augenzeugen, schon fast ebenso katastrophal, auch das wurde ignoriert. Hoffentlich wird aus dieser bitteren Erfahrung gelernt. - #39 25.07.2010 00:39 von
kontrollwahn
Der Kontrollwahn der Verantwortlichen hat zu diesem Desaster geführt. Wer nur einmal durch diesen Tunnel (der wie ein Sarkophag wirkt) fährt, dem ist sofort klar, dass man hier durch keine Menschenmassen leiten darf. Hätte man die Loveparade wie den Karnevalszug durch die Stadt fahren lassen, hätte sich alles entzerrt und entspannt. So waren Hundertausende in der Stadt ohne jede Musik und standen sich auf den Strassen die Beine in den Bauch. Alles war abgesperrt, jede Strasse führte in eine Sackgasse aus Metallzäunen, völlig irrsinniges Sicherheitsdenken. Ich hoffe die Verantwortlichen werden für diese Scheiße, Organisation kann man das ja nicht mehr nennen, persönlich zur Verantwortung gezogen und zwar wegen fahrlässiger Tötung.
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