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Was ist Heimat?

Wenige Begriffe sind so diffus und gleichzeitig so emotional aufgeladen wie "Heimat". Wo liegt dieser Ort? Der Ort der Geburt oder der, wo man Wurzeln geschlagen hat? Ein geistiger oder sehr konkreter, physischer Ort? Ausdruck einer Idee oder gänzlich konkret voller Geschmack, Bildern und Aromen? Irgendeine Heimat beansprucht nahezu jeder Mensch auf der Erde. Was ist Heimat für Sie?
  1. #110

    Sammelantwort

    Zitat von Montanabear Beitrag anzeigen
    Und Symbole fuer dieses Koederwort "Heimat" waren damals die Lederhosen und die Dirndl. Haben wir die abgeschafft ?
    Lieber Bear, Ihr Hinweis ist okay, mir geht schwülstige Heimatduselei generell auf den Senkel. Trotzdem empfinde ich noch einen unterschied zwischen bayrischer Traditionspflege - bspw. sehe ich auch die erzgebirgische oder Lausitzer Traditionspflege ebenso positiv - und dem propagandistischen heimatbegriff wie er offiziell in der DDR gepflegt wurde. Das ist für Sie schwer zu verstehen, weil Sie wahrscheinlich schon lange in Montana leben und von diktatorischem Gedöns nicht soviel Ahnung haben.
    Abgestoßen hat mich auch das schwülstige Heimatgedöns in Texas, bin vor zwei Wochen durch Fredericksburg/Texas Hill Country gefahren und sah am Wegesrand das Gasthaus "Lindenbaum" und andere deutsche "Heimateinrichtungen".
    Was ihre Aufforderung betrifft, den Foristen Berg in Ruhe zu lassen: Hier handelt es sich um eine ganz normale Diskussion, es tut ihm niemand etwas. Es sollte doch erlaubt sein, eine andere Meinung zu haben, wenn ein Forist stets das Gute einer Diktatur hervorhebt und stets das Negative weglässt.
    Ein Wort an Morotti: Ich hoffe, das mein Posting auch Ihre Einlassung beantwortet. Nein, ich habe nicht gegen den verordneten Heimatbegriff in der DDR angekämpft. Schlimm?
  2. #111

    Okay

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Also zurück auf Anfang. Was Sie offenbar wegen des Liedes übersehen haben: in #8 schrieb ich "Deswegen auch in diesem Liede aus dieser Zeit, was alle Beiträge zeigen: Heimat wird empfunden weitgehend unabhängig vom jeweils herrschenden politischen System." Alle Beiträge handeln davon, wie man seine Heimat empfindet; und ich stellte einfach fest, dass das jeweils herrschende System in den Zuschriften keine Rolle spielt. Und so empfanden und empfinden auch wir unsere Heimat unabhängig davon, ob CDU. SED, SPD oder Grüne regieren. Mögen gerne andere anders empfinden. Bitteschön. Ob die herrschende Ideologie einen Begriff missbraucht, ist heimatverbundenen Leuten weitgehend egal: Erzgebirgler bleibt Erzgebirgler. Gut, wer sein Leben so eng an die Politik heftet, dass er beim Systemwechsel flüchten muss, stellt eben politische Überzeugungen über seine Heimatliebe. Andere tun das nicht: sie bleiben ihrer Heimat treu - in guten und in schlechten Tagen. (Aus dem zerbombten Dresden sind kaum Leute gefüchtet - die überwiegende Mehrheit baute die Stadt wieder mit auf.)
    Dieser Ihr persönlicher Heimatbegriff ist voll akzeptabel, dagegen gibt es nichts einzuwenden.
    Unterscheiden Sie aber bitte künftig zwischen Ihrem persönlichen Begriff und verordneten staalichen Definitionen, wenn die Diskussion darauf kommt.
  3. #112

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenige Begriffe sind so diffus und gleichzeitig so emotional aufgeladen wie "Heimat". Wo liegt dieser Ort? Der Ort der Geburt oder der, wo man Wurzeln geschlagen hat? Ein geistiger oder sehr konkreter, physischer Ort? Ausdruck einer Idee oder gänzlich konkret voller Geschmack, Bildern und Aromen? Irgendeine Heimat beansprucht nahezu jeder Mensch auf der Erde. Was ist Heimat für Sie?
    Ganz davon abgesehen, dass ein solch wuchtiger Begriff ganz natürlich individuelle Bilder und Empfindungen hervorruft, bietet sich zur Deutung an die Wurzeln des Begriffes zu betrachten. Der Ursprung des Wortes stammt, wie die allermeisten in unserer Sprache, aus dem Germanischen.
    Subst.: Haimaz, Bedeutung: Welt, Dorf, Heim
    Adj.: haimaz, Bedeutung: vertraut, lieb
    Somit würde sich eine Deutung für all das anbieten, was mir angenehm, bekannt und in einem nachhaltigen, zeitlichen Rahmen der Raum meines Wirkens ist.
  4. #113

    Heimat ist da, wo man aufwächst.

    und diese Kiddies stellen meine Heimat vor:

    Aschaffenburg MAMMUT REMIX 2011 - Das Video! - YouTube
  5. #114

    Heimat ist da, ...

    wo man reden kann, wie einem der Schnabel gewachsen ist.

    Die Situation ist für die meisten Leute immer wieder dieselbe. Spätestens nach der Schule oder dem Studium beginnt der "Ernst des Lebens". In der Nähe des bisherigen Wohnorts findet man keine angemessene Arbeitsstelle. Also begibt man sich in die Ferne und heuert bei einem international tätigen Großkonzern an. Man ist unter Kollegen und Vorgesetzten, die aus dem In- und Ausland kommen, gut angesehen und integriert, solange man gute Arbeit abliefert. Man hört in der Firma unterschiedliche Sprachen und Dialekte. Alles kein Problem.

    Der "Schock" kommt immer erst, nachdem man die Werkstore verlassen hat und ein Gespräch mit einem "Eingeboren" beginnt. Spätestens nach dem zweiten Satz kommt fast zwangsläufig die Frage: "Was bist bist Du denn für ein Landsmann?" oder "Wo kommst Du denn her?" Es hilft auch nichts, wenn man antwortet: "Ich wohne hier schon seit mehr als zwanzig Jahre". Der Fragesteller will wissen, von wo man ursprünglich herkommt. Den Dialekt des alten Heimat können die meisten nur schwer verheimlichen, und man outet sich somit unwillkürlich als "Fremder". Solange man nicht den örtlichen Dialekt perfekt beherrscht (viele schaffen es nie!), wird man nicht als ein volles Mitglied der neuen Gemeinschaft akzeptiert.

    Dies halte ich für einen wichtigen Grund, warum es so schwierig ist, eine neue Heimat zu finden.
  6. #115

    Zitat von extranjero Beitrag anzeigen
    Was ihre Aufforderung betrifft, den Foristen Berg in Ruhe zu lassen: Hier handelt es sich um eine ganz normale Diskussion, es tut ihm niemand etwas. Es sollte doch erlaubt sein, eine andere Meinung zu haben, wenn ein Forist stets das Gute einer Diktatur hervorhebt und stets das Negative weglässt.
    Zunächst: das "Gute in einer Diktatur" war in erster Linie ihr Ende, nämlich, dass sich die Diktatoren ganz demokratisch abwählen und entmachten ließen, die Mauer wieder öffneten usw., womit das "Negative" beseitigt wurde.

    Weiter: nehmen Sie einfach mal so zur Kenntnis, dass die Diktierten durchaus nicht alles und jedes diktierte Diktat der Diktatoren befolgt haben. Beispiele erspare ich mir. Das "System" der Diktatur fanden zunächst mal höchstens die 2 Mio Diktatoren mit SED-Abzeichen "gut", um in Ihrem Bilde zu bleiben, bzw. vorteilhaft. Und für alle anderen bildete gerade der Strich Heimat die Möglichkeiten zum Ausweichen/Ausgleichen.
  7. #116

    Herimatland, Dein gedenk ich immerdar

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenige Begriffe sind so diffus und gleichzeitig so emotional aufgeladen wie "Heimat". Wo liegt dieser Ort? Der Ort der Geburt oder der, wo man Wurzeln geschlagen hat? Ein geistiger oder sehr konkreter, physischer Ort? Ausdruck einer Idee oder gänzlich konkret voller Geschmack, Bildern und Aromen? Irgendeine Heimat beansprucht nahezu jeder Mensch auf der Erde. Was ist Heimat für Sie?
    Heimat ist da, wo ich einmal begraben werden möchte.
  8. #117

    sieh an: ein Aufgeklärter

    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen
    Als Deutscher sollte man vorsichtig sein. Der Begriff "Heimat" ist nationalsozialistisch besetzt u. wird von Rechten benutzt. Deshalb sollte er für Deutsche ein Tabu sein. Die Heimat der Deutschen ist die EU, der Euro u. sonst nix mehr, basta!
    zweifellos wurde hier bei jemanden mit der Vewrgangenheitsbewältigung so sehr übertrieben, daß dieser Aufgeklärte sich intellektuell nicht mehr auf der Autobahn vorwärtsbewegt, sondern mühsam auf verkehrten Feldwegen sich verirrt: Der Euro als konstitutives Element zur Lokalisierung von Heimat! Höher geht es nimmer.

    Man wundert sich, was Indoktrinierung alles bewirken kann.
  9. #118

    Zitat von kleinzack Beitrag anzeigen
    Heimat ist da, wo ich einmal begraben werden möchte.
    Na, dann erwerben Sie doch schon mal die Grabstätte Ihrer Wahl auf dem Friedhof Ihrer Wahl. Is ganz einfach.
  10. #119

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Na, dann erwerben Sie doch schon mal die Grabstätte Ihrer Wahl auf dem Friedhof Ihrer Wahl. Is ganz einfach.
    Ja, bin ich denn dann heimatlos, solange ich das nicht geregelt habe?








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