Ich verweise an diesem Punkt so gerne an eine Diskussion aus den 70ern zwischen Alice Schwarzer und Esther Villar, als Frau Schwarzer die Benachteiligung der Frau unter anderem daran festmachte, dass Männer älter würden als Frauen. Frau Villar wies das zurück, sprach von genau gegenteiligen Zahlen - und wurde von Frau Schwarzer dafür mit Häme belegt. Heute ist es allgemein bekannt, dass Frauen um 7 Jahre älter werden als Männer. Aus der Argumentation von damals (Frauen sind benachteiligt!) ist heute ein "Selber Schuld, die leben halt ungesünder!".
Warum denken denn Jungen, dass sie "das unvollkommene Geschlecht" sind? Weil es ihnen von allen Seiten eingeredet wird. Ist in der Werbung eine halbnackte Frau zu sehen ist das Diskriminierung, sexistisch und gehört verboten. Werden Männer als unfähige Loser hingestellt die man getrost wie Dreck wegwischen kann findet man das witzig. Werden Männer für eine ARD-Vorabendserie ("“Eine für alle: Frauen könnens besser") als
"lebendes Verkehrshindernis, herumirrender Gockel oder Versager bezeichnet", macht man sich bei den Verantwortlichen darüber lustig und spricht davon, dass sich betroffene Männer doch nicht so anstellen sollen.
Entscheidende Stellen treiben "Gleichstellung" so lange voran, wie sie sich als Förderung von Frauen versteht. Im Mutterland des Feminismus, inde eine Frau sich schon dann als vergewaltigt fühlen darf, wenn sie einen Tag später den (einvernehmlichen) Sex bereut wird eine für die Universitäten geltende Geschlechterquote
wieder abgeschafft nachdem man festgestellt hat, dass sie Frauen nicht nur nutzt, sondern in besonders beliebten Fächern (Medizin, Psychologie) sogar schadet. Eine Gleichstellungsbeauftragte in Goslar wird entlassen, weil sie sich
zu sehr für Männer einsetzt. In Wien wird, weil Männer bei dem (in allen anderen Anwendungsländern geschlechtsneutralen) Aufnahmetest für das Medizinstudium besser abschneiden eine
Quote eingeführt und die Testergebnisse von Frauen mittels Faktor hochgerechnet, damit nicht die besten Absolventen aufgenommen werden, sondern prozentual so viele Frauen wie sie sich auch in den Bewerbungen wiederfinden - und somit im Vergleich zu den Vorjahren eine Quote von 60:40 Prozent kurzerhand umgedreht.
Wie soll das denn bei Jungen und Männern ankommen? Wie sollen sie ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln, wenn ihnen an allen Ecken und Enden vor Augen geführt wird, dass sie weniger Wert besitzen als Frauen?
Wie denn?