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Ersetzt das Fernsehen den Herd?

SPIEGEL-ONLINE-Besseresser Ullrich Fichtner meint: Die Koch-Sendungen fördern unser kulinarisches Engagement nicht, im Gegenteil: Sie ersetzen es. Wie schmeckt Ihnen diese These? Diskutieren Sie mit!
  1. #60

    Schon in Ordnung...

    Zitat von bianna Beitrag anzeigen
    Und um noch einmal auf die verstorbene Maintalerin zurückzukommen:
    Lustig finde ich in dem Zusammenhang dann schon, daß es immer auch wieder namhafte Kritiker gegeben hat, die ihre Experimentierfreude und Kreativität auf dem Teller als zu stark ausageprägt bezeichnet haben.
    OK, geschenkt, Bianna... ;-)

    Die damals von der Traditionalistenriege geäußerte Kritik an DKH (übermäßige Kreativitätsausbrüche, etc...) ist mir duchaus noch im Ohr. Habe ich allerdings nie so empfunden. Kreativ ja, wirklich überraschend, nein. DAS aktuelle Negativbeispiel in dieser Hinsicht ist für mich Quique Dacosta (2*). www.elpoblet.com. Grauenvoll prätentiöser Mist, zweimal getestet und zweimal gewünscht, ich könnte mich direkt zu Dieter Müller beamen. Aber der spanische Michelin liebt ihn.

    Und zum Thema Kochshows (Offebäscher uffgebasst): Gäbe es Nigella Lawson hier im deutschen TV, würde ich jeden Tag vor der Glotze hängen. Ich glaube, Ihre Website ist www.nigella.com.
  2. #61

    Zitat von bianna Beitrag anzeigen
    ...Will sagen:
    der Job IST nicht beziehungsfreundlich und genau das ist sicherlich für viele Frauen durchaus ein sehr wichtiges Argument bei der Auswahl ihrer Ausbildung bzw. der Karriere.
    DAS sehe ich als Grund dafür, daß es in der Sterneküche so vergleichsweise wenig Frauen gibt. Und nicht irgendwelche wie auch immer gearteten Charaktereigenschaften wie Wagemut oder Experimentierfreude (weder in den Kreationen noch in der beruflichen Entscheidung) oder gar angebliche physische Unterschiede zwischen Köchinnen und Köchen . Es ist nicht weniger wagemutig oder experimentierfreudig, in diesem Metier eine GUTE Beziehung führen zu wollen, als alles gnadenlos der "Kochgenialität" unterzuordnen...
    Das hindert aber Köchinnen z.B. in Frankreich oder in skandinavischen Ländern nicht, den Köchen ebenbürtig zu sein. Sind das alles Singles oder führen sie mehr schlechte als rechte Ehen? Wohl kaum. Daß sich Frauen in der Hierarchie nicht "hochkochen", muß wohl andere Gründe haben...

    Ich finde Kochshows im TV zwar interessant und auch anregend, aber weil sie auch nichts anderes vermitteln als daß Frische und Qualität der verwendeten Produkte das A und O für ein schmackhaftes Essen sind, was nun mittlerweile jeder weiß, ist der tatsächliche Lernwert eher gering. An Anregung für die "tägliche Küche" mit Spaß an wertvollem Essen aus Allerweltsprodukten fehlt es.
  3. #62

    Zitat von A.M.HB Beitrag anzeigen
    Das hindert aber Köchinnen z.B. in Frankreich oder in skandinavischen Ländern nicht, den Köchen ebenbürtig zu sein. Sind das alles Singles oder führen sie mehr schlechte als rechte Ehen? Wohl kaum. Daß sich Frauen in der Hierarchie nicht "hochkochen", muß wohl andere Gründe haben...

    (...)
    Ebenbürtig sind die schon vorhandenen Sterneköchinnen hier den Kollegen auch. Daß da jeder Gast/Kritiker seine persönlichen Vorlieben hat ... Mein Gott, es muß auch nicht jeder die Küche eines jeden der rund 200 Sterneköche "mögen". Nur ist da die Auswahl größer.
    Und vielleicht liegt es auch an der (scheinbar typisch deutschen) Vorliebe, alles schlecht zu reden. Kritik juchee !

    Ich weiß nicht, wie die Azubiquote bei weiblichen Köchen in Frankreich ist. Hierzulande ist sie aber nicht besonders hoch. Für Mädchen scheint schon bei der Berufswahl die spätere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durchaus schon eine Rolle zu spielen.

    Und so viele Köchinnen gibt es auch in Frankreich und Skandinavien im Top-Level nicht. Ob deren Ehen schlecht sind, maße ich mir nicht an, zu beurteilen. Ich kann nur schreiben, wie es mir als Frau eines Sternekochs geht und wie ich es von anderen Köchefrauen mitbekomme (wenn sie mir sagen, wie sie es erleben). Und unsere Erfahrung sagt, daß es sehr schwer ist, Familienleben und Sternegastronomie unter einen Hut zu bekommen.

    Und ja: die weiblichen Köche, die mein Mann in seinem Betrieb ausgebildet hat bzw. die er beschäftigt sind in der Regel in keiner dauerhaften, festen Beziehung. Viele noch mit mitte 30 nicht (da tickt dann aber bei Frauen im Gegensatz zu den männlichen Kollegen die biologische Uhr schon gewaltig). Und wenn, dann in der überwiegenden Zahl mit Kollegen aus der Gastronomie. Die Zahl der kaputten/gescheiterten Beziehungen ist in der Gastronomie zudem auch sehr hoch. Habe zugegeben keine Statistik dafür (die gibt es wohl auch nicht), schließe das nur aus dem, was wir beobachten.

    LG,
    bianna
  4. #63

    hä?

    diese frage muss so beantwortet werden, wie es gestern der herr ungeliebt-aber-leider-ein-genius bohlen beim herrn ich-wär-sogern-dein-schwiegersohn kerner tat, als letzterer ersteren allen ernstes fragte, ob er für eine kinderbetreuung zuhause bliebe und die madame arbeiten gehen liesse. selten so gelacht beim anblick von dieters daraufhin entgleitenden gesichtszügen! achso, ja, zurück also zur frage hier: nein, ersetzen sie nicht, der herr prozität hat ja schon eingangs die begründung geliefert. auch der größte teil des wirkungsgrads meiner ollen röhrenglotze reicht nichtmal zum tk-pizza garen. aber: neulich lief mal spääät abends auf 3sat so eine sendung, bei der null gesabbelt, dafür aber eine wunderbare musikspur drübergelegt wurde, während so ein jungspund die eine oder andere nicht unleckere speise zusammenklöppelte. das war in der tat eine der uhrzeit angemessene sendung, die in einem geisteszustand ähnlich dem beim genuss der alten folgen "space night" goutierend nicht geringer bewusstseinserweiternd wirkte. alle anderen essenszubereitungsaufzeichnungen im deutschen horrorkabinett namens fernsehsender animieren nur zum diäteinleiten.
  5. #64

    "Ran an den Herd" eine neue Sendung im WDR...

    jeden Donnerstag um 19.15 Uhr etwa. Warum wurde diese erfrischend neue Kochserie mit einer Köchin ! in Ihrem Artikel nicht erwähnt? Dort kocht nämlich seit Januar 2007 eine sympathische Köchin lekker, kompetent und sehr kurzweilig. Leider finde ich die Sendung viel zu kurz!!!


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