Millionen von Deutschen leiden an behandlungsbedürftigen Depressionen, jedes Jahr nehmen sich Tausende das Leben. Die gefährliche Krankheit ähnelt manchmal schlechter Laune so sehr, dass sie als harmlos abgetan wird, gar als selbstverschuldete Schwäche. Ein schwerer gesellschaftlicher Irrtum. Was kann sinnvoll für die Betroffenen getan werden?
Nun Herr Fischer ,als kleine Ergänzung möchte ich da mal einen Arztbrief als Link einstellen:
http://www.jsbielicki.com/Arztbrief.pdf
Was genau meinen Sie damit, dass so etwas wie der Fall Enke dann nicht mehr passiert? Die Stellvertreterreaktion der Medien für "die Gesellschaft" oder die Tatsache, dass sich jemand aufgrund von als unerträglich empfundenem Leidensdruck das Leben nimmt?
Die grundsätzlich dahintersteckende Herausforderung ist bei all diesen Vorgängen, Studien und Studiengegenständen dieselbe: Henne oder Ei? Genau die Prämisse, dass die Botenstoffe bei einer klinischen Depression auf einem extrem niedrigen Level sind, ist keineswegs erwiesen. Wenn man daran glauben möchte, sind sie auf einem niedrigen Niveau und Antidepressiva oder andere Substanzen bringen sie über Umwege der inhibierten Wiederaufnahme und/oder vermehrter oder verminderter Ausschüttung auf ein wie auch immer geartetes, "normales" Niveau.
Vielleicht auch nicht. Erfolgt tatsächlich ein neuronaler Umbau? Vorher, währenddessen und/oder hinterher? Wenn ja, sind die Substanzen irgendwann abzusetzen. Wenn nein, sind sie ein Leben lang zu nehmen. Was hat den "ursprünglichen Mangel" an Neurotransmittern ausgelöst? So ganz ohne von außen zugeführte Triggersubstanzen. Fragen über Fragen. Und keine davon auch nur ansatzweise beantwortet...
Bonobos sind "natürliche Tiere" viele fast alle erleben Trauer,Freude oder Angst zumindest die Wirbeltiere.
Was schließen sie denn aus ihrer Meinung des Lebens mit dem Einklang mit der Natur, für den Menschen?
Sollen wir wieder als Jäger und Sammler in Höhlen ziehen um keine Depressionen zu bekommen, ich kann ihnen da nicht folgen.
Jede Veränderung der Natur ist doch nicht in Einklang mit der Natur zu leben.
Der Mensch macht sich die Erde zum Untertan , das ist seine Bestimmung. Er kann seinesgleichen auch nicht ernähren wenn er das nicht täte.
Die Natur käme ganz gut ohne uns zu Recht, das ist wohl jedem klar, wir aber nicht mit der Natur, wir müssen sie zwangsläufig zu unserem Vorteil verändern.
Wir bauen uns feste Häuser die uns vor der Natur schützen, wir nutzen fossile Brennstoffe um uns zu wärmen, wir züchten Tiere und Pflanzen um uns zu ernähren, wir betreiben Forschung um Krankheiten zu heilen.
Unsere Aufgabe ist dies Naturverträglich zu tun, der Mensch kann nicht im bedingungslosen Einklang mit der Natur leben.
Einige steinzeitlich lebende Völker in klimatisch günstigen Gegenden ausgenommen. Aber selbst diese bauen sich Unterkünfte und benutzen Feuer und Waffen was wiederum eigentlich auch widernatürlich ist.
Na gut. Dann ziehe ich mich an dieser Stelle eben aus der Diskussion raus. Ich versuche, hier als Betroffener zu schreiben, und Sie dürfen mir schon glauben, daß da eine gewisse Grundverzweiflung besteht, die mich überhaupt dazu treibt, mich hier so offen zu äußern. Mich hier nun als arrogant hinzustellen, finde ich wirklich nicht angemessen. Ich habe eher das Problem, mir selbst gegenüber viel zu kritisch eingestellt zu sein. Ich weiß, daß ich die Ursache bin und nicht die anderen. Insofern kann ich jetzt auch nicht verstehen, warum man mir vorwirft, die Schuld bei anderen zu suchen, das finde ich ziemlich schade.
Warum darf ich nicht schreiben, daß ich mich bei dieser Theurapeutin nicht gut aufgehoben fühlte? Ich glaube, sie war mit meiner Betreuung etwas überfordert, und ich habe hier nicht abfällig über sie geschrieben. Schon deshalb nicht, weil ich nicht abfällig über sie denke.
Sie schrieben über sie als "Mauerblümchen" und äußerten abfällig, sie habe Bruce Willis nicht gekannt (was das nun mit einer Psychotherapie zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht... ). Des weiteren sei sie Ihrem "Charakter nicht gewachsen" gewesen. Wie würden Sie eine derartige Darstellung wohl bei anderen bezeichnen?
Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie und die anderen hier über dieselbe Sache sprechen.
Enke ist nicht in stationäre Behandlung gegangen. Eben aus dieser Angst heraus die viele hier vertreten.
Ein Depressionskranker hat einen schwachen Charakter und ist psychisch krank. Mit dieser Diskussion hier an der ich mich als Betroffener beteilige will man die Gesellschaft aufklären. 1. Das es eine organische Krankheit ist 2. Das es jeden treffen kann.
Nur etwa ein Drittel der an Depression erkrankten müssen die AD ein Leben lang nehmen. Das ist nicht schön, da es erhebliche Nebenwirkungen haben kann. Aber ein Leben mit einer unbehandelten Depression wäre für mich nicht möglich.
Bei allen Patienten wird nach ca. 1 Jahr je nach Schwere der Erkrankung und Dosis der AD ein auschleichendes Absetzen des Medikaments versucht, wie gesagt ein Drittel bekommt einen Rückall. Zwei Drittel sind geheilt.
Die Einnahme von AD erfolgt mit einer ständigen Überwachung der Blutwerte, das zeigt auch die Gefährlichkeit dieser Medikamente .
Keiner nimmt diese AD gerne , aber sie wirken und helfen.
Es ist so und es ist mir gleichgültig , ob die Forschung die Mechanismen noch nicht ganz erforscht hat.
Soll ich mir deshalb nicht helfen lassen?