Nö, ganz im Gegenteil, ich finde es immens wichtig, dass auch ein "Gesunder" seine Meinung äußert. Mir fällt nämlich z. B. immer wieder auf, dass es für jemanden, der kein chronisches Zipperlein hat, sehr schwierig ist mit der Erkrankung des Gegenübers umzugehen, weil man sich eben nur sehr schwer vorstellen kann, wie es ist, wenn man dauerhaft oder phasenweise beeinträchtigt ist. Da fasse ich mir auch an die eigene Nase. Bei mir ist die Krankheit vor vier Jahren ausgebrochen. Bis dahin war ich immer superfit, obersportlich und nicht kaputtzukriegen. Und ich gebe zu, dass ich bei Leuten mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in meinem Umfeld oft gedacht habe "Boah.... jetzt stellt er/sie sich aber an."
Jetzt stehe ich auf der anderen Seite und stelle ich eben auch immer wieder fest, dass mein Umfeld ähnlich reagiert, was mich wiederum vor das Problem stellt, wie viel ich erzählen kann, ohne meinem Gegenüber auf den Wecker zu gehen.
Eine Gespräch über chronische Erkrankung bzw. ein Leben mit der Erkrankung KANN überhaupt nur funktionieren, wenn auch "Gesunde" daran teilnehmen, weil es eben ein Dauerzustand ist.
Allerdings habe ich im Verlauf dieses Threads nicht erkennen können, dass sich jemand dagegen wehrt, dass ein "Gesunder" daran teilnimmt.
(Ich schreibe das "Gesunder" bewusst in "", weil ich diese Unterteilung gesund - krank nicht besonders glücklich finde. Wie IsArenas so treffend sagt "Nicht jeder, der Schmerzen hat, ist chronisch krank, und nicht jeder chronisch Kranke hat ständig Schmerzen. " So isses....)
Und nein - Glücklich sein und Gesund sein bedingen sich nicht selber bzw. auch mit einem chronischen Zipperlein kann man glücklich sein. Auch wenn es mir gerade mal granatenschlecht geht, weiß ich doch auch genau, was auf der Haben-Seite des Lebens steht. :-) Und auf die Seite schaue ich doch viel lieber als mich über mein Zipperlein zu ärgern.
Grüße,
MissMolly



