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Carsharing - können wir in Großstädten ohne eigenes Auto leben?

Keine Großstadt verträgt unendlich viele Autos. Die Zukunft des Individualverkehrs will überdacht und neu konzipiert werden. Aber wie viel Individualität ist wirklich notwendig, muss ein Auto sein? Oder kann Carsharing die Lösung sein - ein Leben ohne eigenes Auto?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Keine Großstadt verträgt unendlich viele Autos.
    Das muß sie auch nicht, denn in keiner Großstadt leben unendlich viele Menschen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Aber wie viel Individualität ist wirklich notwendig, muss ein Auto sein?
    Ich sehe das nicht zuerst als Frage der Individualität, sondern als eine der Sachzwänge (Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes, Schichtdienst, Forderungen der Gesellschaft an den Einzelnen) und als eine der erheblichen Einschränkung/Veränderung der persönlichen Lebensführung. Oder besser: Des Willens dazu. In diesem Zusammenhang steht auch die Problematik, ob diese Veränderungen für die Gesellschaft im Ganzen positiv oder eher negativ wirken.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oder kann Carsharing die Lösung sein - ein Leben ohne eigenes Auto?
    In der derzeitigen Ausprägung wohl nicht.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Keine Großstadt verträgt unendlich viele Autos. Die Zukunft des Individualverkehrs will überdacht und neu konzipiert werden. Aber wie viel Individualität ist wirklich notwendig, muss ein Auto sein? Oder kann Carsharing die Lösung sein - ein Leben ohne eigenes Auto?
    Das ist alles Fiktion ohne Berücksichtigung der Realität.

    1) wir sind eine Familie mit 90, 73 und 64 Jahren in einer Wohngemeinschaft einers 4000 Einwohner "Dorfes" mit eigenem Anwesen, davon ist eine Person leicht und eine schwer behindert (blaue Parkkarte).

    2) Es gibt nichts, was unseren freien Ausblick aufs Mittelmeer gegen eine Betonkulssise in einer seelenlosen Metropolen wo auch immer freiwillig eintauschen könnte.

    3) derartige familiäre Rentnergemeinschaften stellen bald 35% der Bevölkerung, sie sind also keine Ausnahme oder Randerscheinung, sie werden zum Zentrum aller Überlegungen

    4) Ohne (privates) Auto groß genug für einen Rollstuhl jederzeit verfügbar geht gar nichts, die Klinik mit hervorragendem Service rund um die Uhr ist 50 km entfernt. Sie kostet 42 €/Person und Monat

    Also liebe Stadtplaner und Sozialwissenschaftler, wie funktioniert Euer Zukunftsmodell, das auch den letzten Zweifler vom Hocker reißt. Oder sind wir nur anonyme Objekte einer unmenschlichen Planung wie bei den Lemmingen, die hoffentlich bald durch kollektiven Selbstmord das Sozialbudget entlasten
  3. #3

    Zitat von Dieter 59 Beitrag anzeigen
    Ich sehe das nicht zuerst als Frage der Individualität, sondern als eine der Sachzwänge (Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes, Schichtdienst, Forderungen der Gesellschaft an den Einzelnen) und als eine der erheblichen Einschränkung/Veränderung der persönlichen Lebensführung.
    Ich habe ein wesentlichen Teil meines Lebens auf Flugzeugen in Europa mit bis zu 180 Reisetagen im Jahr verbracht, danach hauptsächlich auf Straßen mit bis zu 100.000 km im Jahr. Ich habe letztendlich nichts gemacht, als Fehler im Sinne einer Firmendoktrin aufzuspüren und zu beseitigen, die Menschen aus Dummheit, Unwissen und Faulheit gemacht haben.

    Das wird so bleiben, man kann die Menschen in ihrer Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit und Ignoranz nicht ändern. Jeder verteidigt sich mit "er war immer schon so", "das haben wir immer so gemacht", "das ist hier Stand der Technik", "für mehr werden wir nicht bezahlt" usw.

    Diese Argumente hört man lokal leicht gefärbt in Saloniki/Griechenland, in Augusta/Sizilien, in Tarragona/Spanien, in Fos sur Mer/Frankreich, in Antwerpen/Belgien, in Poorvoo/Finland, in Slagen/Norway, in Kalundborg/Denmark, in Ploesti/Poland usw. usw. Das sind alles Standorte der Petrochemie mit hoch-gefährlichen Chemikalen

    Die Sozialtheoretiker jagen eine nicht existente Art des Homo-sapiens-sapiens, der sich durch tausende Jahre der Gewöhnung bereits so weit differenziert hat, dass er eigene Unterarten mit spezifischem Verhalten bildet.
  4. #4

    Angesicht der Luftverschmutzung gerade in den Städten,
    sollte es vernünftig sein, in grossen Städten auf Auto zu verzichten. Für die Pendler genügend P&R Parklätze zur Verfügung zu stellen damit diese bequem und kostenlos die Innenstädte mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichen könnten.
    Das wäre billiger als alles andere.
  5. #5

    Zitat von ostwind1984 Beitrag anzeigen
    Angesicht der Luftverschmutzung gerade in den Städten,
    sollte es vernünftig sein, in grossen Städten auf Auto zu verzichten. Für die Pendler genügend P&R Parklätze zur Verfügung zu stellen damit diese bequem und kostenlos die Innenstädte mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichen könnten.
    Das wäre billiger als alles andere.
    Wieso sollten alle Bürger das als Subvention bezahlen? Wie komme ich als Landbewohner dazu? Noch immer gilt nach dem Willen interessierter Kreise das Verursacherpinzip. Und die Stadt generiert 90% des Verkehrs um ihrer selbst willen. Dann möge man dort auch die Kosten dafür tragen.
  6. #6

    Meiner Meinung nach, benötigt man in Berlin kein Auto. Die öffentlichen Verkehrsmittel reichen hier völlig aus. Und wenn ich wirklich mal ein Auto brauche, miete ich mir eins.
  7. #7

    180 Tage

    im Flieger, dazu noch 100.000 Strasse, da sind bei weiteren 180 pro Tag 555km, allerhand, wann hat der mann gearbeitet !?
  8. #8

    erreichbar sein

    Zitat von gestandeneFrau Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach, benötigt man in Berlin kein Auto. Die öffentlichen Verkehrsmittel reichen hier völlig aus. Und wenn ich wirklich mal ein Auto brauche, miete ich mir eins.
    Nicht nur in Berlin nicht- auch in anderen großen Städten sind Autos eher Luxus. Vor allem weil die ÖVM wirklich gut ausgebaut sind.
  9. #9

    Wer einigermaßen

    fit und auf Zack ist, kommt in deutschen Großstädten ganz ohne Auto aus; Fahrrad, Schusters Rappen und ÖPNV reichen aus. Alles, was man nicht auf einem Fahrradanhänger zu transportieren vermag, kann man sich auch anliefern lassen.

    Ich sehe im carsharing weniger den Ersatz des eigenen Autos sondern vielmehr die Möglichkeit, die Größe der Autos zu verringern.

    Viele Menschen, gerade Familen, besitzen relativ große Autos, um Ferienreisen und Großeinkäufe mit Kind und Kegel möglich zu machen, die nur wenige Male im Jahr stattfinden. Die meiste Zeit bringt die Mutti dann damit die Tochter zum Reiten oder den Sohn zum Fußballtraining, oder der Mann fährt damit zur Arbeit. Für diese Fahrten, die über 90% aller Fahrten ausmachen, wäre ein Smart aber groß genug. Statt dessen findet man einen man einen Kombi oder gar einen Geländewagen.

    Carsharing würde nun die Möglichkeit bieten, für die übrigen 10% der Fälle einen angemessen großen Wagen günstig zu leihen und auf ein zweites Auto in der Familie zu verzichten.








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