Warum wurde gerade die Titanic zu einem Mythos?

Der Untergang des Luxusschiffs "Titanic" entsetzte die Welt: Ein epochales technisches Großwerk, ein als unsinkbar gepriesener Ozeanriese geriet auf seiner Jungfernfahrt in Seenot und sank tatsächlich. Bis heute fasziniert das Unglück die Menschen, der Kinofilm über die Katastrophe wurde der erfolgreichste aller Zeiten. Was genau erregt bis heute die Welt an der Titanic? Warum wurde gerade sie zu einem Mythos?
  1. #40

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Nein. Genau die Geschehnisse machen die "Titanic" zu einem Mythos.
    Die Geschehnisse sind weitestgehend aufgeklärt, die Phasen des Untergangs ebenso, das Auseinanderbrechen während des "Absturzes" auf den Meeresboden.

    Alles Dinge, die man erst in den letzten Jahren des Centenniums nach dem Untergang herausgefunden hat.

    Dann ist die ganze Angelegenheit kein Mythos mehr.

    Aber Sie haben recht.... ;-)
  2. #41

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Nein. Genau die Geschehnisse machen die "Titanic" zu einem Mythos.
    Die Geschehnisse sind weitestgehend aufgeklärt, die Phasen des Untergangs ebenso, das Auseinanderbrechen während des "Absturzes" auf den Meeresboden.

    Alles Dinge, die man erst in den letzten Jahren des Centenniums nach dem Untergang herausgefunden hat.

    Dann ist die ganze Angelegenheit kein Mythos mehr. Die Queen Mary wurde übrigens stillgelegt und dient seither als Museum.

    Aber Sie haben recht.... ;-)
  3. #42

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Nein. Genau die Geschehnisse machen die "Titanic" zu einem Mythos.
    Die Geschehnisse sind weitestgehend aufgeklärt, die Phasen des Untergangs ebenso, das Auseinanderbrechen während des "Absturzes" auf den Meeresboden.

    Alles Dinge, die man erst in den letzten Jahren des Centenniums nach dem Untergang herausgefunden hat.

    Dann ist die ganze Angelegenheit kein Mythos mehr. Die Queen Mary (QM1) wurde übrigens stillgelegt und dient seither als Museum.

    Aber Sie haben recht.... ;-)
  4. #43

    Alle Dinge, die für den Menschen ( zu seiner jeweiligen Zeit) nur schwer zu begreifen sind, haben die große Chance zu einem Mythos zu weden. Viele Dinge, die nicht erklärbar scheinen, weil die Vorraussetzungen fehlen, geben den Geschichten immer mehr faszienierenden Stoff. Durch z.B. technische Neuerungen werden wir immer Dinge erklären können, die zuvor unerklärbar schienen. ( Heute diskutiert man ja auch, warum das World Trade Center einstürzen konnte )Und so wird jeder Mythos immer weiterrleben. Die Titanicartefakte haben sicherlich einiges beigesteuert, auch wenn es diskutabel ist, ob es moralisch richtig war, sie auszustellen. Vielleicht sollte man sie jetzt, anstatt sie zu verkaufen einfach wieder dorthin bringen, wo man sie hergeholt hat......
  5. #44

    Mythos, nicht Mysterium

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    ...
    Dann ist die ganze Angelegenheit kein Mythos mehr. ...
    Aber Sie haben recht.... ;-)
    Nichts für ungut, aber wenn ich sowas lese, geht mir der Hut hoch. Fern von jeder Sachkenntnis des eigentlichen Objekts verwechseln sie auch noch Mythos mit (vermute ich mal) Mysterium. Bitte mal im Lexikon nachschlagen...
    Ein Mysterium, ein Rätsel war die Titanic nie. Dass man nicht alle technischen Einzelheiten des Untergangs kannte (und trotz aller Theorien auch heute nicht kennt), reicht noch nicht zum Mysterium. Dazu hätte sie schon spurlos verschwinden müssen oder ähnliches. Der Vorgang war ja recht schlicht, Schwimmkörper rammt Festkörper, schlägt leck und sinkt, ob in einem oder in zwei Teilen spielt da nur am Rande eine Rolle.
    Ein Mythos im modernen Sinn dagegen, in diesem Fall ein nicht religiös, sondern mit einem hohen Symbolwert aufgeladener Gegenstand war das Schiff schon sehr bald nach dem Untergang.
    Da war zunächst der direkte Zusammenhang der Umstände; die Jungfernfahrt, die Reichen und Schönen der Zeit, Helden und Feiglinge, ein Ehrbegriff, der das "Frauen und Kinder zuerst" hervor brachte, der Gegensatz zw. 1. und 3. Klasse, usw. Für jeden ist da etwas dabei, das dem ganzen Komplex eine große Sinnhaftigkeit verleiht.
    Desweiteren war es sehr deutlich greifbar der Anfang vom Ende der unbedingten Technikgläubigkeit. Auch wenn niemand wirklich jemals behauptet hatte sie wäre unsinkbar, ist die Titanic das ultimative Symbol für das Versagen der Moderne, für den Bruch aller Versprechen von Sicherheit oder Gewissheit. Nicht umsonst bringt man sie häufig in Zusammenhang mit dem Untergang der "heilen" Welt vor dem ersten Weltkrieg, deren Werte in selbigem zerfleischt und vernichtet wurden.
    Und nicht zuletzt steht der Untergang der Titanic für den tiefen Fall, der der Hybris unweigerlich folgen muss. Und da wird der Mythos dann auch durchaus schon wieder religiös, denn das ist ein Thema, dass in jeder Religion eine Rolle spielt, von den Namen gebenden antiken Gottheiten (informieren Sie sich mal, was es mit den Olympiern, Titanen und Giganten auf sich hat, und welchen Zusammenhang es da mit den drei Schwesterschiffen der Olympic-Klasse gibt) bis zu unserem mehr oder weniger christlichen westlichen Weltbild.
    Es gibt wohl kaum ein singuläres Ereignis des 20. Jhd., das mehr zum Mythos taugt als der unerwartet plötzliche Untergang des grössten, teuersten und fortgeschrittensten Schiffs seiner Zeit.
  6. #45

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Die Geschehnisse sind weitestgehend aufgeklärt, die Phasen des Untergangs ebenso, das Auseinanderbrechen während des "Absturzes" auf den Meeresboden.

    Alles Dinge, die man erst in den letzten Jahren des Centenniums nach dem Untergang herausgefunden hat.

    Dann ist die ganze Angelegenheit kein Mythos mehr.
    Sie verwechseln da was. Ein Mythos hat nichts damit zu tun, ob etwas aufgeklärt worden ist oder nicht. Ein Mythos bezeichnet etwas von hoher symbolischer Bedeutung.

    Mythos

    Und was hat eine höhere symbolische Bedeutung als der Untergang der "Titanic"? Der Forist vor mir hat das en Detail erklärt.

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Die Queen Mary (QM1) wurde übrigens stillgelegt und dient seither als Museum.

    Aber Sie haben recht.... ;-)
    Die "HMS Queen Mary" war ein Schlachtkreuzer der britischen Marine und ist während der Skagerrakschlacht höchst spektakulär explodiert und dann gesunken.

    Sie müssen besser lesen, was da steht. Von der "RMS Queen Mary" hatte ich nicht geredet. Deswegen ist Ihre Spitze zum Schluss des Postings auch völlig unnötig.
  7. #46

    Mag schon stimmen...

    ..in etwa. ;)

    Zitat von Limus Beitrag anzeigen
    ....Es gibt wohl kaum ein singuläres Ereignis des 20. Jhd., das mehr zum Mythos taugt als der unerwartet plötzliche Untergang des grössten, teuersten und fortgeschrittensten Schiffs seiner Zeit.
    Nein, mein vorheriger Beitrag war auch nicht besonders an den Tatsachen orientiert die ich bereits gelesen hatte.
    Es war kein GEO Spezial, sondern das ganz normale mit einem deutlich längeren Beitrag (über 30 Seiten) von Dez. 1997 und der bekannte Film kam bereits im Januar 1998 in die Kinos, wenn auch noch nicht in Deutschland. Das alles war aber gerade 11 Jahre nach der Entdeckung des Wracks in einem allgemeinen Focus wie bis dahin nicht mehr seit dem Untergang selbst, oder wie zu lesen ist "so viel Titanc war noch nie" und das eben schon ein Jahr vor den weltweiten Erfolgen des Kinofilms.

    Nur das mit dem "fortgeschrittensten Schiff seiner Zeit" ist noch zu korigieren, auch wenn ich Ihren Beitrag als insgesamt sehr gelungen betrachte. Aber wie zu lesen ist : "Die kühnste Neuerung an Bord war eine elektrische Kartoffelschälmaschine...".

    Auch war meine Erinnerung nicht ganz genordet, denn der Funker hatte falsche Längenpositionen gefunkt und an sich fuhr die Titanic nicht nördlicher als gedacht, sondern nur nicht südlich der max. Vorkommen von Eisbergen vor Neufundland. Also auf einer nicht sicher eisfreien Breite. Die selbst, beim SOS, nur um 3 Minuten falsch angegeben war.

    Die Länge lag aber deutlich daneben, so das selbst das Schiff das die Titanic etwa 40 min. vor der Kollision über Funk vor Eisbergen warnte, sie bei der versuchten Rettung gar nicht fand.
  8. #47

    Zitat von Limus Beitrag anzeigen
    Nichts für ungut, aber wenn ich sowas lese, geht mir der Hut hoch. Fern von jeder Sachkenntnis des eigentlichen Objekts verwechseln sie auch noch Mythos mit (vermute ich mal) Mysterium. Bitte mal im Lexikon nachschlagen...
    Ein Mythos - ich schrieb es bereits - ist ein Objekt, eine Person, ein Ereignis, dem man nach seinem Eintreten oder Ableben etwas Sagenhaftes andichtet. Bei solchen Vermutungen und aggressiven Angängen geht MIR der Hut hoch.

    Nichts anderes ist hier geschehen - und es wird entzaubert.

    Ein Mysterium, ein Rätsel war die Titanic nie.
    Natürlich nicht, den Begriff des Mythos hat SPON eingestellt und ein anderer User hat ihn weiterverwendet, es bekräftigt.-

    Der Vorgang war ja recht schlicht, Schwimmkörper rammt Festkörper, schlägt leck und sinkt, ob in einem oder in zwei Teilen spielt da nur am Rande eine Rolle.
    Fern jeder Sachkunde behaupten Sie, der "Schwimmkörper" hätte einen "Festkörper" gerammt.

    Ein Eisberg schwimmt und ein Schiff auch. Darüberhinaus wurde nicht "gerammt" - sondern auf über 300 ft. Länge steuerbords aufgeschlitzt, und damit die gegeneinander, eigentlich unflutbaren Sektionen dem Wasser preisgegeben.

    Es gibt wohl kaum ein singuläres Ereignis des 20. Jhd., das mehr zum Mythos taugt als der unerwartet plötzliche Untergang des grössten, teuersten und fortgeschrittensten Schiffs seiner Zeit.
    Cameron hat auch die Bismarck entzaubert - deren Untergang als größtes und unverwundbares Schlachtschiff ebenfalls ein solcher war.

    Jetzt ist dieses Wrack lediglich ein interessantes Studienobjekt für Vorgänge, wie solch massive Strukturen in der Tiefsee allmählich verfallen. Die Flucht in Mythen ist die Angst vor Er- und Aufklärung.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Und was hat eine höhere symbolische Bedeutung als der Untergang der "Titanic"? Der Forist vor mir hat das en Detail erklärt.
    Dieses Ereignis wurde und wird vor allem medial zum Mythos hochstilisiert. Es ist ein ganz normaler Vorgang, wie z.B. der Untergang der Andrea Doria.

    Andrea Doria (1952): Das nach dem genuesischen Admiral Andrea Doria (1466–1560) benannte Schiff lief am 16. Juni 1951 vom Stapel und unternahm seine Jungfernfahrt am 14. Januar 1953. Die Andrea Doria war das größte, schnellste und vermeintlich sicherste Schiff der italienischen Flotte jener Zeit und wurde im noch vom Zweiten Weltkrieg gezeichneten Italien zu einem neuen Symbol des Nationalstolzes.

    Die "HMS Queen Mary" war ein Schlachtkreuzer der britischen Marine und ist während der Skagerrakschlacht höchst spektakulär explodiert und dann gesunken.
    Was ist daran spektakulär?

    HMS Queen Mary: Der Kommandant der Queen Mary während der Skagerrakschlacht war Captain Cecil I. Prowse. Dort erhielt sie am 31. Mai 1916 mehrere Treffer von den deutschen Großen Kreuzern SMS Derfflinger und SMS Seydlitz, worauf sie explodierte und versank. ...

    Lesen Sie das:

    Der Mythos der Bismarck

    Deswegen ist Ihre Spitze zum Schluss des Postings auch völlig unnötig.
    Dafür dürfen Sie sich bei sich und Ihrer äußerst arroganten Art bedanken - und freundlicherweise mir überlassen, wie ich auf Beiträge reagiere.
  9. #48

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Natürlich nicht, den Begriff des Mythos hat SPON eingestellt und ein anderer User hat ihn weiterverwendet, es bekräftigt.
    Sorry, aber den Begriff des Mythos im Zusammenhang mit der Titanic hat sicherlich nicht SpOn erfunden.

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Fern jeder Sachkunde behaupten Sie, der "Schwimmkörper" hätte einen "Festkörper" gerammt.
    Der Forist hat natürlich recht, denn physikalisch haben wir es hier bei dem Eisberg mit einem Quasi-Festkörper zu tun. Und ob beim Rammen etwas frontal oder nur seitlich erwischt wird, spielt bei der Begriffswahl auch keine Rolle.
    Daher ist Ihr Kommentar "fern jeder Sachkunde" ebenfalls mal wieder unnötig.

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Cameron hat auch die Bismarck entzaubert - deren Untergang als größtes und unverwundbares Schlachtschiff ebenfalls ein solcher war.
    Das hat nicht Cameron getan, der so gut wie nichts Neues herausgefunden hat, sondern Dr. Ballard. Zumal es auch da nichts zu entzaubern gab.

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Jetzt ist dieses Wrack lediglich ein interessantes Studienobjekt für Vorgänge, wie solch massive Strukturen in der Tiefsee allmählich verfallen. Die Flucht in Mythen ist die Angst vor Er- und Aufklärung.
    So ein Unsinn. Sie haben das Thema "Mythos" immer noch nicht verstanden. Bitte lesen Sie den Artikel, den ich verlinkt hatte.

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Dieses Ereignis wurde und wird vor allem medial zum Mythos hochstilisiert. Es ist ein ganz normaler Vorgang, wie z.B. der Untergang der Andrea Doria.
    Wer sonst sollte einen Mythos aufzeigen als Medien?

    Und: es war eben nicht ein Untergang wie die Andrea Doria. Wenn Sie den Unterschied nicht erkennen - auch das hat der Forist erschöpfend erklärt - ist das Ihr Problem.

    Ich stelle mir eine Explosion, die einen ganzen Schlachtkreuzer in zwei Teile zerreißt, recht spektakulär vor.

    Wenn Sie das nicht so sehen - was ist für Sie spektakulär? Tatsache ist, Sie hatten sich geirrt und wollten mir das noch unter die Nase reiben.


    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Ja, die "Bismarck". Was wollen Sie mir jetzt damit sagen? Das einzige, was da halt ungeklärt war, ob sie sich selbst versenkt hat. Das ist nun nahezu geklärt, also. Aber auch hier geht es weniger um solche Detailfragen als vielmehr darum, dass mal wieder ein als "unsinkbar" deklariertes Schiff nicht mal den ersten Einsatz überstanden hat.

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Dafür dürfen Sie sich bei sich und Ihrer äußerst arroganten Art bedanken - und freundlicherweise mir überlassen, wie ich auf Beiträge reagiere.
    Ich bin nicht arrogant. Sie wollten mir unterstellen, ich wollte recht behalten, während Sie das tatsächlich getan haben.

    Wie Sie reagieren, bleibt Ihnrer Kinderstube überlassen - Sie müssen nur mit entsprechendem Feedback rechnen.
  10. #49

    Fortschritt

    Zitat von mr.ious Beitrag anzeigen
    ...Die kühnste Neuerung an Bord war eine elektrische Kartoffelschälmaschine...
    ...
    Die Länge lag aber deutlich daneben...
    Über das "fortgeschritten" kann man natürlich streiten. Die Lusitania z.B. war schneller und hatte aufgrund ihrer milit. Spezifikationen eine bessere Schottenaufteilung, was sie aber nicht daran hinderte, nach ihrer Torpedierung innerhalb weniger Minuten zu sinken (1200 Tote). Die Olympic-Schwestern waren in einigen Aspekten durchaus die fortgeschrittensten Passagierschiffe ihrer Zeit. Dazu zählen die Niederdruckdampfturbine, die die mittlere Schraube antrieb, eine weitgehende Elektrifizierung des Bordalltags vom Licht über die von Ihnen angesprochene Bordküche bis zur Heizung. Ausserdem verfügten sie über die leistungsfähigsten Marconi-Anlagen ihrer Zeit, was letztlich auch dazu führte, dass überhaupt so schnell Hilfe kam. Auch das Schottensystem mit seinen teils automatischen Türen war sehr modern, und auch wenn das meist verschwiegen wird, weil es nicht ins Bild passt, die meisten anderen Schiffe damals wären wesentlich schneller gesunken, möglicherweise ohne jeden Überlebenden (dann tatsächlich eher ein spurlos verschwundenes Mysterium). Dass die Titanic mit einer Beschädigung, wie sie die Costa Concordia erlitten hat, wahrscheinlich noch eben schwimmfähig geblieben wäre, ist ein Treppenwitz der Schiffahrtsgeschichte und eine Peinlichkeit der heutigen Sicherheitsbestimmungen.
    Wenn Sie das Thema interessiert, empfehle ich das Buch von Eaton und Haas, das ist sehr informativ und fundiert, es werden aber sicherlich zum Hundertsten auch wieder eine Menge anderer Bücher rauskommen oder wiederaufgelegt werden.
    Die Geo- und sonstigen Zeitschriften-Artikel sind doch meist sehr oberflächlich und kauen leider auch nur die üblichen Legenden durch. Das beste daran sind für gewöhnlich die Bilder, leider nicht der Inhalt. Bestes Beispiel dafür ist die Geschichte mit den Positionsangaben. Da wird eine Diskrepanz von ~13 nautischen Meilen zw. letzter Positionsmeldung und dem Fundort sensationslüstern als Riesenfehler hochgespielt. In Zeiten, in denen Navigation im wesentlichen aus dem Bestimmen der Mittagshöhe der Sonne und nachfolgender Kopplung der Wegstrecken bestand, liegen diese 13 sm aber noch im üblichen Fehlerbereich von ~5% der Wegstrecke seit der letzten Messung (mittags). Dazu kommt noch, dass das Schiff nach der Kollision noch fast drei Stunden mit der Strömung weitergedriftet ist (bei 1-2 Knoten), die Boote danach noch einmal soviel, bis die Carpathia das erste gesichtet hat, ganz abgesehen davon, dass sie auch nicht zusammen geblieben sind, sondern teils aktiv gerudert wurden. Die beiden Wrackhälften sind dann ja auch nicht senkrecht gesunken, sondern noch weiter verdriftet worden, bevor sie auf den Grund schlugen.
    Und auch die Carpathia hatte ja keine präzisere Möglichkeit der Navigation, konnte also den angegebenen Ort nicht genauer bestimmen als die Titanic-Crew. Die Fehler können sich hier eben addieren, und dann sucht man ganz am falschen Ort.
    Eine andere gern verbreitete Behauptung ist das angeblich zu kleine Ruder. Die baugleiche Olympic hat im Krieg als einziges Passagierschiff in der Geschichte (!) ein (deutsches) Uboot gerammt und versenkt, nachdem dieses Torpedos auf sie abgeschossen hatte. Mehr braucht man in Bezug auf die Manövrierfähigkeit ja nicht zu sagen.
    So, jetzt hab ich hiermit wieder viel zu viel Zeit vertan. ;) Schönen Nachmittag noch.