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Wäre ein Ereignis wie die SPIEGEL-Affäre auch heute noch denkbar?

Durchsuchungen, Haftbefehle, Angriff auf die Pressefreiheit: Die Affäre um die Berichterstattung des SPIEGEL zur Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr erregte 1962 die ganze Nation und setzte enorme Diskussionen in Gang. Natürlich erscheinen radikale Maßnahmen wie damals heute eher historisch, doch die Ereignisse um das Magazin "Cicero" 2005 weckten lebhafte Erinnerungen. Wäre ein Ereignis wie die SPIEGEL-Affäre auch heute noch denkbar?
  1. #1

    jaja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Durchsuchungen, Haftbefehle, Angriff auf die Pressefreiheit: Die Affäre um die Berichterstattung des SPIEGEL zur Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr erregte 1962 die ganze Nation und setzte enorme Diskussionen in Gang. Natürlich erscheinen radikale Maßnahmen wie damals heute eher historisch, doch die Ereignisse um das Magazin "Cicero" 2005 weckten lebhafte Erinnerungen. Wäre ein Ereignis wie die SPIEGEL-Affäre auch heute noch denkbar?
    .......

    Heimlich, still und leise findet die heute alltäglich statt. Nicht nur bei den Medien, sondern erst recht in der Politik und in der Wirtschaft. Sie heißt: Juristerei!
    Nicht ein Satz der Leitmedien verläßt heute eine Verlagshaus ohne juristische Prüfung. Die Dinge sind kompliziert geworden und die leichteste Anfechtbarkeit kann teuer und lästig werden. Der beste und mutigste Journalist muß sich dieser Zensur unterwerfen, sonst erscheint seine Arbeit nicht.
    In der Politik bestimmen Juristen schon lange, wo es langgeht und bei der Wirtschaft besteht nur in einem Bereich eine Beschäftigungsgarantie, bei den Juristen. Die auch und gerade die Aufgabe haben, der ungeliebten Konkurrenz eins auszuwischen, siehe Samsung oder das hiesige Wettbewerbs"recht".
    Was das mit der Spiegel-Affäre zu tun hat? Sehr viel, denn seinerzeit versuchten Strauß & Co mit juristischen Mitteln und hergeholten Anklagen ungeliebte Kritiker mundtot zu machen, heute sind alle gedämpft und verbreiten nur, was Juristen zuvor abgesegnet haben. Der Skandal ist also alltäglich: Die geistige Freiheit hat sich den Formaljuristen untergeordnet!
    rabenkrähe
  2. #2

    stickige Luft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Durchsuchungen, Haftbefehle, Angriff auf die Pressefreiheit: Die Affäre um die Berichterstattung des SPIEGEL zur Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr erregte 1962 die ganze Nation und setzte enorme Diskussionen in Gang.(...)

    Ja, SPIEGEL-Leute, das waren Zeiten!
    Hab ich erlebt.
    Damals war Journalismus fast lebensgefährlich.
    Heute gebt ihr euch mit Bettinas Innenleben zufrieden
    - huch, was für ein Wandel der Gezeiten!

    Eine SPIEGEL-Affäre heute noch "denkbar"?
    Ja, wie denn?!
    Heute ist euer Sparachgehege eingezäunt.
    Euch hat man den Zahn gezogen
    ... obwohl es in der Republik, außer Trivialem,
    eine Menge zu "berichten" gäbe.

    Seid mir nicht bös:
    Ihr seid satt und bequem geworden,
    während die Republik durch dicke Luft
    zu ersticken droht.
  3. #3

    Glaubwürdigkeitskrise?

    Eine ähnliche Affäre wie die „Spiegel-Affäre“ kann man durchaus bei „Wikileaks“ sehen. Auch hier wurden irgendwelche „Geheimnisse“ der untersten Geheimhaltungsstufe publiziert, woraufhin ein ziemlicher Rummel entstanden ist. Meiner Ansicht nach sind bei der „Spiegel-Affäre“ einfach zwei gewaltige Egos aufeinandergeprallt, eben Strauss und Augstein. Ich glaube nicht, dass es der Popularität der beiden Streithähne ernsthaft geschadet hat, im Gegenteil.

    So lang die derzeitige Konzernpresse nicht an den Fundamenten der offiziellen Geschichtsschreibung rüttelt, passiert auch nichts, keine Sorge. Heute wird nur noch das aufgedeckt, was in eine klare Agenda der Weltpolitik passt. Es berichtet auch keiner einfach so über Verfehlungen der Politiker, falls diese nicht zum Abschuss freigegeben werden. Was nicht passt, das gilt heutzutage als „Verschwörung“ und dient obskuren Bauernfängern zur Profilierung ihrer jeweiligen Ansichten. Deswegen stecken die „Mainstreammedien“ aber auch in einer massiven Glaubwürdigkeitskrise.
    BDZV: Schaubilder
  4. #4

    Die Wende des SPIEGEL

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Durchsuchungen, Haftbefehle, Angriff auf die Pressefreiheit: Die Affäre um die Berichterstattung des SPIEGEL zur Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr erregte 1962 die ganze Nation und setzte enorme Diskussionen in Gang. Natürlich erscheinen radikale Maßnahmen wie damals heute eher historisch, doch die Ereignisse um das Magazin "Cicero" 2005 weckten lebhafte Erinnerungen. Wäre ein Ereignis wie die SPIEGEL-Affäre auch heute noch denkbar?
    Waehrend meiner Studienzeit in Hamburg im Jahre 1962 bin ich noch hoechstpersoenlich mit der grossen Demo zum UG marschiert, um Herrn Augstein herauszurufen. Damals war DER SPIEGEL fuer mich die beste und wichtigste Informationsquelle. Ich habe immer gesagt, dass, wenn es den SPIEGEL nicht gaebe, muesste er erfunden werden.

    Damals stand auf der Titelseite immer "Der SPIEGEL - das deutsche Nachrichtenmagazin". Viel hat sich seitdem und besonders nach dem Tode von Herrn Augstein geaendert. Es sind nicht nur Unwahrheiten oder Verdrehungen, die man taeglich im SPIEGEL sieht, sondern oft reine Luegen und so etwas gehoert sich nicht fuer ein rennomiertes Magazin wie DER SPIEGEL.

    Einige Luegen sind so krass, dass ich mich schlussendlich gezwungen sah, einmal einen Brief an Herrn Mascolo, den Chefredakteur des SPIEGEL, zu schreiben, um ihn zu beten, doch bitte einmal zum guten Journalismus der Vergangenheit zureuckzukehren. Bisher hat Herr Mascolo nicht auf meinen Brief geantwortet.

    Bewusste Luegen waren das Wahrzeiten des NEUEN DEUTSCHLAND, sie gehoeren nicht in den SPIEGEL. Soetwas schadet nicht nur dem SPIEGEL, sondern den gesamten Medien.

    Pragmatist
  5. #5

    natürlich wäre auch...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Durchsuchungen, Haftbefehle, Angriff auf die Pressefreiheit: Die Affäre um die Berichterstattung des SPIEGEL zur Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr erregte 1962 die ganze Nation und setzte enorme Diskussionen in Gang. Natürlich erscheinen radikale Maßnahmen wie damals heute eher historisch, doch die Ereignisse um das Magazin "Cicero" 2005 weckten lebhafte Erinnerungen. Wäre ein Ereignis wie die SPIEGEL-Affäre auch heute noch denkbar?
    ...heute noch ein Ereignis wie die Spiegel-Affäre denkbar nur, anstatt an Auflagen oder sich an den Vorgaben der herrschenden Kaste und Politiker zu orientieren, müßten Redakteure vom Schlage eines Rudolf Augstein eine Wiederauferstehung erleben.

    Darauf allerdings zu hoffen wäre in der Tat ein vollkommen sinnloses Untefangen.
    Wie in diesem Land inzwischen die Meinungsfreiheit, die Presse und der der Wille des Bürgers untergraben oder "weichgespült" wird, dazu braucht man z.B. nur die letzten Nachrichten z.B. auf Spiegel-Online lesen -

    Political correctness heisst das "neudeutsche Schlagwort,

    mutige journalitische Arbeit, wie Rudolf Augstein sie betrieben hat, scheint ganz offensichtlich ausgedient zu haben...
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ....Wäre ein Ereignis wie die SPIEGEL-Affäre auch heute noch denkbar?
    Denkbar? Denkbar ist Vieles....
    Die Frage lautet doch eher, welche Motivation die Politik HEUTE haben sollte, eine derartige Affäre zu produzieren.

    Die Medien (auch und gerade der SPIEGEL) sind heute glattgebürstet, auf mainstream poliert und hochgradig angepasst. Embedded journalism halt. Statt dringend nötiger Umverteilungsdebatte rückt eher die Frage nach Lady Gagas Unterwäche ins Rampenlicht. So ist's schön, da hat niemand etwas dagegen. Nur nicht mehr die Finger in real existierende Wunden legen, bloß keinen Staub aufwirbeln.
    Nö, sehe ich nicht, dass sich eine derartige Affäre heutzutage wiederholen sollte.

    Nebenbei sind ja auch, und das gilt gleichwertig für Politik und Journalismus, keine Charaktere, keine Köppe wie Augstein und Strauß mehr in Sicht. Die hat das System Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten doch auch allesamt schön gleichmäßig auf Stromlinie formiert. Da passiert nichts mehr, keine Bange.
    Geändert von ( um Uhr)
    Rock'n'Roll ist, wenn man's TROTZDEM macht.
  7. #7

    Anwort Nein!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Durchsuchungen, Haftbefehle, Angriff auf die Pressefreiheit: Die Affäre um die Berichterstattung des SPIEGEL zur Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr erregte 1962 die ganze Nation und setzte enorme Diskussionen in Gang. Natürlich erscheinen radikale Maßnahmen wie damals heute eher historisch, doch die Ereignisse um das Magazin "Cicero" 2005 weckten lebhafte Erinnerungen. Wäre ein Ereignis wie die SPIEGEL-Affäre auch heute noch denkbar?
    Die Spiegeljournalisten sitzen ja heute mit den Politikern in den Hinterzimmern der Macht. Sie begreifen sich als Elite zusammen mit den Politikern, die die Aufgabe hat das widerwillige Volk am Nasenring herumzuführen.
    Die Politik der Mächtigen muß verkauft, Versicherungen müssen verkauft werden. z.B. die Riesterrente. Aber auch die ganze Politik, sei sie auch gegen das Volk gerichtet. Man sitzt im selben Boot mit den Karrierepolitikern man sitzt und hockt im Cafe Einstein. Und man flüstert. Gemeinsamer Feind: Das Volk! Muckt der Bürger auf, so wird er als Wutbürger diffamiert.
    Oder ein Standardsatz im Spiegel: Die Agenda 2010 war richtig.
    Das gilt als Dogma. Der Spiegel ist also heute der Bayernkurier der großen Politik. Er sieht sich als Propagandist jener bitteren Medizin die die Politik verordnet. Kurz vor dem Jubiläum hat man noch mal einen Spiegeltitel gegen die Politiker gebracht über deren Korruption. Vielleicht um so zu tun als ob. Aber was da drin steht, das ist doch alles kalter Kaffee. Darüber sind doch schon ganze Bücher geschrieben worden. Jeder weiß es, jeder wußte es und das seit Jahren. Niemand regt sich aber darüber auf. Die Presse am allerwenigsten. Eine Minderheit vielleicht, die jene Bücher kauft in denen das alles schon seit Jahren verbreitet wird.
  8. #8

    Im Grundsatz Ja auf jeden Fall, allerdings

    .
    hat man gelernt sich subtilerer Methoden zu bedienen. Die hiesigen Medien sind in Ihrer übergroßen Mehrheit faktisch gleichgeschaltet.
    Zwar gibt es einige wenige tatsächlich unabhängige Zeitungen, Verlage usw und die sind auch nicht verboten, aber die fallen mangels Kapitalausstattung nicht wirklich Jemanden auf und die große Masse ahnt nicht einmal etwas von deren Existenz.Das Ganze nennt sich dann Pressefreiheit.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Durchsuchungen, Haftbefehle, Angriff auf die Pressefreiheit: Die Affäre um die Berichterstattung des SPIEGEL zur Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr erregte 1962 die ganze Nation und setzte enorme Diskussionen in Gang. Natürlich erscheinen radikale Maßnahmen wie damals heute eher historisch, doch die Ereignisse um das Magazin "Cicero" 2005 weckten lebhafte Erinnerungen. Wäre ein Ereignis wie die SPIEGEL-Affäre auch heute noch denkbar?
  9. #9

    Strafversetzung als Alibi-Aktion

    Eine randliche Sauerei zur Spiegel-Affäre ist kaum bekannt: die Beamten, die Conny Ahlers aus Spanien abholten, wurden hinterher um mehrere Gehaltsstufen degradiert und in polizeiferne Bundesbehörden strafversetzt. Als Beamte im mittleren Dienst hätten sie sich kaum gegen eine dienstliche Weisung wehren können, auch wenn ihnen selbst klar gewesen wäre, gegen rechtsstaatliche Normen zu handeln. Es ist menschlich verständlich, dass diese Beamten in der neuen Behörde keinen übertriebenen Arbeitseifer mehr entwickelten.








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