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Sollen deutsche Museen Erben der Opfer des NS-Regimes schneller entschädigen?

Der Streit um die Rückgabe von Kunstwerken, die die Nazis den rechtmäßigen Eigentümern genommen haben, dauert an. Umso mehr, als viele der Werke heute in Museen zu finden sind. Muss diese Rückgabe an die Eigentümer erheblich schneller als bisher erfolgen?
  1. #20

    Ob Nazis, Kommunisten oder Demokraten? -Völlig gleichgültig!

    Ich lese hier, dass in vielen Augen ein Unterschied bestehen sollte, zwischen "wer den Krieg begonnen hat", "wer die Kunstwerke wie gestohlen hat" und "wer mehr Verbrechen begangen hat".
    Doch das ist doch alles Blödsinn, wenn man von einer Basis der Gerechtigkeit ausgeht.
    Inwiefern haben die Deutschen die Bürden der Verbrechen vor mehr als 64 Jahren zu tragen, wo der Großteil ebendieser Generation bereits ausgestorben ist?
    Warum soll dies eine Rolle spielen, in der Frage, ob die geraubten Kulturgüter wieder dem rechtmäßigen Besitzer rückerstattet werden sollen, oder nicht?

    Die Sache ist einfach:
    Will man die Spuren, die der Krieg hinterlassen hat, so schnell und effektiv als möglich verwischen und somit auch jede historische Feindschaft zwischen den Nationen für null und nichtig erklären, so muss man solche Frage auf ebenjener Basis der Gerechtigkeit lösen.
    In keinem anderen Fall wird sonst eine Lösung gefunden werden, die damaligen Verbrechen und Raube beiderseits immerhin für die gegenwärtige Betrachtung rückgängig zu machen, denn wenn man von anderen Prinzipien auszugehen beginnt, außer denen der Gerechtigkeit, dann wird jede der Nationen versuchen, so viel vom geraubten Gut für sich zu behalten, als dies nur möglich ist und da man wegen der Kulturgüter keinen neuen Krieg vom Zaun brechen würde, um diese zu erhalten, weil es nicht lohnend wäre, würde sich an der ganzen Situation nichts ändern und diese Streitfrage wird in 100 Jahren noch brennen.
    Ermittelt die Eigentümer und richtet an alle betroffenen Nationen das Angebot, man geben ihnen ihren Besitz zurück, sofern Deutschland den seinen zurückerhält.
    Wer sich weigert, der muss eben damit darauf verzichten und die eigenen Museen weiterhin mit "fremden Federn schmücken".

    Ob der Raub nun durchgeführt worden war von Nationalsozialisten, Kommunisten, Demokraten oder "Souvenir-Touristen"; es ist und bleibt ein Raub.
    Und wenn die Verantwortlichen schon nicht mehr bestraft werden können, na dann macht doch wenigstens diese illegalen Handlungen rückgängig!
  2. #21

    Mafianer Mord aus Rom!

    http://einestages.spiegel.de/static/...m_moerder.html

    Oder wie ein Duce Römer in Mörder verwandelt!
  3. #22

    Zitat von kdshp Beitrag anzeigen
    Hallo,

    sehe ich aber nicht anders. Sie zanken sich im sandkasten ein kind nimmt ihnen ihr schaule weg sie sein eimerchen. Sie müsen den eimer zurück geben das andere kind darf ihre schaufel behalten. Finden sie das gerecht ? Will sagen wenn andere von mir etwas erwarten kann und muss ich es auch von ihnen tuen weil ich das schon von ihnen erwarten könnte. Also ich verstehe eher ihre einstellung nicht so recht.
    Ja, wie soll ich das jemandem von Ihrer weltläufigen Abgeklärtheit begreiflich machen, aber zwischen einer Klopperei im Sandkasten und einem Krieg mit insgesamt 55 Mio Toten besteht ein gewisser Unterschied. Und wenn ein paar Millionen Menschen, die willkürlich als Volksfeinde definiert wurden, nicht nur gezielt vertrieben und schließlich wie Ungeziefer vernichtet wurden, sondern obendrein auch noch gezielt beraubt, dann ist das schon was anderes, als wenn ein Blag einem anderen das Schippchen über den Kopf haut.
    Aber um in Ihrer Terminologie zu bleiben, scheint es mir zuweilen, als ob wir Deutschen schon im Sandkasten eine ganz spezielle Übung lernten: Dem anderen das Schippchen über den Schädel zu ziehen, um sofort selbst laut loszuheulen und mit dem Finger auf den Geschlagenen zeigen, damit bloß keiner auf die Idee kommt, wir selbst wären der Übeltäter gewesen.
  4. #23

    Zitat von Acalot Beitrag anzeigen
    Ich denke nach 60 Jahren hat sich das ganze Rückgabe hin und her und Entschädigungszeug einfach mal gegessen.
    Oder sollen wir noch bis ins Jahr 2200 Entschädigungen zahlen?
    Nachdem die meisten die die NS-Zeit noch bewusst miterlebt haben bereits gestorben sind, sollten wir vielleicht langsam den ganzen Eiertanz um diese Zeit beenden. Das witzig ist ja, Hitler ist seit 60 jahren tot und kriegt immer noch jährlich mehr Sendezeit als die ganze Bundesregierung zusammen.
    Tja, das klingt sehr pragmatisch.
    Allerdings nur, wenn man vergißt, daß der erste "Schlußstrich" 1945 gezogen wurde. Von allen, die mehr oder minder vom Dritten Reich profitiert haben, und das waren bis weit in den Krieg hinein, so ungefähr 90% der deutschen Bevölkerung.
    Und diese Tradition ist dann munter weiter getrieben worden.
    Also wenn Sie sich beklagen möchten: Achten Sie darauf, die Reklamation nicht an die falsche Adresse zu senden.
  5. #24

    Zitat von AlarichD Beitrag anzeigen
    Ich lese hier, dass in vielen Augen ein Unterschied bestehen sollte, zwischen "wer den Krieg begonnen hat", "wer die Kunstwerke wie gestohlen hat" und "wer mehr Verbrechen begangen hat".
    Doch das ist doch alles Blödsinn, wenn man von einer Basis der Gerechtigkeit ausgeht.
    Inwiefern haben die Deutschen die Bürden der Verbrechen vor mehr als 64 Jahren zu tragen, wo der Großteil ebendieser Generation bereits ausgestorben ist?
    Warum soll dies eine Rolle spielen, in der Frage, ob die geraubten Kulturgüter wieder dem rechtmäßigen Besitzer rückerstattet werden sollen, oder nicht?
    Ach, es geht Ihnen um Gerechtigkeit? Vielleicht sollten Sie mal in Betracht ziehen, daß zwar die Opfer wie die Täter langsam sterben, aber es nicht einzusehen ist, daß die Erben der Täter (wie Flick jun.) sich als unschuldige Opfer der Geschichte gerieren, während die Erben der Opfer nur die Arschkarte geerbt haben und leider leer ausgehen.

    Zitat von AlarichD Beitrag anzeigen
    Die Sache ist einfach:
    Will man die Spuren, die der Krieg hinterlassen hat, so schnell und effektiv als möglich verwischen und somit auch jede historische Feindschaft zwischen den Nationen für null und nichtig erklären, so muss man solche Frage auf ebenjener Basis der Gerechtigkeit lösen.
    In keinem anderen Fall wird sonst eine Lösung gefunden werden, die damaligen Verbrechen und Raube beiderseits immerhin für die gegenwärtige Betrachtung rückgängig zu machen, denn wenn man von anderen Prinzipien auszugehen beginnt, außer denen der Gerechtigkeit, dann wird jede der Nationen versuchen, so viel vom geraubten Gut für sich zu behalten, als dies nur möglich ist und da man wegen der Kulturgüter keinen neuen Krieg vom Zaun brechen würde, um diese zu erhalten, weil es nicht lohnend wäre, würde sich an der ganzen Situation nichts ändern und diese Streitfrage wird in 100 Jahren noch brennen.
    Ermittelt die Eigentümer und richtet an alle betroffenen Nationen das Angebot, man geben ihnen ihren Besitz zurück, sofern Deutschland den seinen zurückerhält.
    Wer sich weigert, der muss eben damit darauf verzichten und die eigenen Museen weiterhin mit "fremden Federn schmücken".
    Na, dafür, daß alles angeblich "ganz einfach" ist, fallen Ihre Auslassungen zum Thema aber einigermaßen verschwurbelt aus.
    Aber das muß wohl so sein, wenn man versucht zu beweisen, daß es am besten ist, "die Spuren, die der Krieg hinterlassen hat, so schnell und effektiv als möglich verwischen", um fürderhin den Frieden zu sichern.
  6. #25

    Zitat von Spinnosa Beitrag anzeigen
    Ach, es geht Ihnen um Gerechtigkeit? Vielleicht sollten Sie mal in Betracht ziehen, daß zwar die Opfer wie die Täter langsam sterben, aber es nicht einzusehen ist, daß die Erben der Täter (wie Flick jun.) sich als unschuldige Opfer der Geschichte gerieren, während die Erben der Opfer nur die Arschkarte geerbt haben und leider leer ausgehen.
    Ich bin für finanziellen Ausgleich bis ins 11. Glied.
  7. #26

    Zitat von AlarichD Beitrag anzeigen
    (...) Ob der Raub nun durchgeführt worden war von Nationalsozialisten, Kommunisten, Demokraten oder "Souvenir-Touristen"; es ist und bleibt ein Raub.
    Und wenn die Verantwortlichen schon nicht mehr bestraft werden können, na dann macht doch wenigstens diese illegalen Handlungen rückgängig!
    Nun ja, so einfach sollte man es sich nicht unbedingt machen, sondern mindestens den Einzelfall etwas gründlicher unter die Lupe nehmen, wenn das Ziel eines wirklich als gerecht zu empfindenden Ausgleichs erreicht werden soll.

    Was speziell bei der causa Kirchner bei mir im Ergebnis einen zutiefst schalen Nachgeschmack hinterläßt, ist die Tatsache, daß die in England lebende Erbin und Rückerstattungsbegünstigte im Vorstand der stalinistisch orientierten Kommunistischen Partei sitzt, was, wenn überhaupt, in den deutschen Medien, anders als in der ausländischen Presse, allenfalls höchst beiläufig erwähnt wurde - ihr Spitzname in GB ist Stalin's Granny - ob der damals für den Senat hastigst agierende Herr Flierl von der PDS das wohl wußte...?

    Den nach Abzug der Provision des Auktionshauses und des Anwaltshonorars verbleibenden restlichen Betrag von über 9 Mio. Pfund (so um die 50 % des Erlöses) stiftete sie brav und mit Vorbedacht der Partei, welche Absicht dem Vernehmen nach von Anfang an der Hintergrund ihrer Rückerlangungsinitiative gewesen sein soll. Nun, für solch hehren Zweck verzichtet der deutsche Kunstfreund doch sehr gern auf ein bewährtes Museumsexponat, dessen für die Erstattungsfrage maßgebliche Historie nie lückenlos und beweiskräftig aufgeklärt werden konnte.
  8. #27

    Zitat von Haio Forler Beitrag anzeigen
    Ich bin für finanziellen Ausgleich bis ins 11. Glied.
    War das der erste sinnvolle Beitrag von Haio Forler? Wahrscheinlich nicht. Es ist eine historische Tatsache, dass Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus enteignet wurden. Menschen jüdischen Glaubens und redliche deutsche Staatsbürger wurden durch das politische Klima seit 1933 massiv unter Druck gesetzt und waren oft gezwungen ihre Wertsachen zu Niedrigstpreisen zu verkaufen.

    Folglich sollten die Museen die Bilder, Statuen... zurückgebn. Moralisch sind sie dazu verpflichtet.
  9. #28

    Und die europäischen Siedler geben den Ur-Amerikanern, die wir als Indiander bezeichnen, bitte auch Land und Besitztümer zurück, ebenso wie den massenhaft enteigneten afrikanischen Sklaven, die über Jahrhunderte von Afrika in verschiedenste Kolonien verschleppt wurden.
    Wenn wir schon von Gerechtigkeit sprechen, dann doch wirklich fair.

    Dabei sollte gesagt sein, dass ich die Taten während der NS-Zeit sicherlich nicht beschönige oder dergleichen.
  10. #29

    Sollen deutsche Museen

    Zitat von Benjamin1965 Beitrag anzeigen
    Was die nazis erbeutet haben sollten die Museen behalten duerfen. Geben die Amerikaner und Englaender und Franzosen alles zurueck, was sie in den Kriegen der letzten 100e Jahre erbeutet haben?
    hmmm... da ist aber ein bedeutender Unterschied : vieles aus der Nazibeute wurde von Privatpersonen gestohlen. Was die Allierten haben, ist Kriegsbeute.


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