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Ruhr 2010 - ist die Idee "Kulturhauptstadt" noch tragfähig?

Der Rat der Europäischen Union hat die Stadt Essen stellvertretend für das Ruhrgebiet zur Kulturhaupstadt 2010 erklärt. "Ruhr 2010" fasst die 53 Städt und Gemeinden des Ruhrgebiets zusammen: Ein ehrgeiziges Großprojekt, mit dem sich die Region optimal präsentieren will. Aber sind Ideen wie "Kulturhauptstädte" im Europa des 21. Jahrhunderts wirklich noch tragfähig und sinnvoll?
  1. #1

    Matürlich sind die Ideen noch tragfähig - vor allem wenn das Geld dafür größtenteils von der Privatwirtschaft zur Verfügung gestellt wird.

    Ruhr 2010 wird ein Riesenhappening und ein tolles Erlebnis für die ganze Region. Ich freue mich schon sehr darauf.
  2. #2

    Das kommt drauf an...

    ...wenn die Planung von den gleichen Spezialisten gemacht wurde die den falschen Veranstaltungskalender auf die Website gestellt habe , mache ich mit schon Sorgen....
  3. #3

    >#<

    Wenn es, wie im vorliegenden Fall, dazu dient, eine der vernachlässigsten und fälschlich übelst beleumundeten Regionen Deutschlands endlich mal so darzustellen, wie sie heute ist, dann allemal.

    Dass man die Versäumnisse und Verwüstungen von -zig Jahren Raub- und Bergbau nicht von einem Tag auf den anderen wegbekommt, liegt auf der Hand. Aber der "Pott" hat sich schwer gewandelt, seit Willy Brand 1962 forderte, "dass der Himmel über der Ruhr wieder blau werden müsse".
    Diese Region hat noch garnicht richtig angefangen mit der Dynamisierung und es wird noch sehr lange dauern, bis die Dinge aus einem Guss sind.

    In der Zwischenzeit kann der "Ruhri" sehr gut mit dem Bewußtsein leben, nicht annähernd so bussi-bussi-blasiert und abgehoben zu sein, wie die meisten Anhänger und Bewohner der "In-Städte" wie zum Beispiel Düsseldorf oder München, von unserer "Reichshauptstadt" ganz zu schweigen.
    Dafür ist er ein (leider wenig be(ge)achteter)netter Typ,
    freundlich, hilfsbereit, umgänglich.

    Um den Laden an der Ruhr weiter anzutreiben, war die Vergabe des Titels Kulturhauptstadt ein wichtiges Signal.

    Hoffentlich folgt dann irgendwann endlich die "RUHRSTADT" !!!!
  4. #4

    Hallo

    Das Ruhrgebiet - es lohnt sich.

    Nirgendwo in Deutschland gibt es eine höhere Dichte an Hochschulen aller Art. Nirgenwo mehr "großes Theater", aber auch Kleinkunst in jeder Stadt. Nirgends mehr Exoerimentier - und Jugendtheater, Galerien, moderne Kunst , Wechsel - und Wanderaustellungen etc. und natürlich die Hauptsache:

    INDUSTRIEKULTUR

    Wir haben auch "klassische" Kultur (Domschätze, Sakralbauten, Schlösser und Burgen) - die sind aber nicht der Schwerpunkt.

    Und ob Sie es glauben oder nicht - bei uns gibt es nicht nur Pommes rot/weiß oder Döner. Sondern erstklassige und renommierte Restaurants mit modener "Ruhrgebietsküche".
    (Was immer das sein soll - Elemente polnischer,westfälischer, pommerscher und und ... Küche)

    Und wir haben, ungelogen, jede Menge Wälder, Wiesen, Parks,
    Schloßparks und Grünanlagen. Und nicht zu vergessen: Die Revierparks.

    Jede Stadt hat ihre eigene "Handschrift" - es lohnt sich, diese zu sehen und damit die Geschichte der deutschen Montanindustrie und eines riesigen Industriegebietes - und auch was daraus geworden ist.

    P.S. Auch das ist Ruhrgebietskultur - die größte Moschee Deutschlands in Duisburg. Offen für Alle.

    (Wie die Menschen im "Pott")
  5. #5

    Fehler im Terminkalender

    Für alle, die sich das ganze dennoch anschauen möchte:

    Die Termine im Kalender von Spiegel-Online sind nicht korrekt, die Eröffnung ist nicht am 8./9./10. Februar, sondern an diesen Tagen im Januar, also heute, morgen und übermorgen.
  6. #6

    Nie im Leben würde ich im Pott leben wollen.

    Da lob ich mir meine Ostleuchttürme wie Sachsen und Berlin. :P

    Ist nicht einzig Essen Kulturstadt geworden und der Rest hängt halt marketingtechnisch nur mit dran?

    PS: Görlitz ist weit schöner als Essen …
  7. #7

    Birnen und Äpfel

    Zitat von kaitou1412 Beitrag anzeigen
    Nie im Leben würde ich im Pott leben wollen.

    Da lob ich mir meine Ostleuchttürme wie Sachsen und Berlin. :P

    Ist nicht einzig Essen Kulturstadt geworden und der Rest hängt halt marketingtechnisch nur mit dran?

    PS: Görlitz ist weit schöner als Essen …
    Jedem seine Meinung und seinen Regionalpatriotismus, aber eine Kleinstadt ist mit der Großstadt nicht vergleichbar. E-Kettwig können sie ja mal gegen Görlitz heranziehen, da wird es schwer.

    Den Ost-Städten fehlt außerdem der Multi-kulti-Teil, sie sind also sowieso immer etwas anders als Weststädte.
  8. #8

    Birnen und Äpfel

    Zitat von kaitou1412 Beitrag anzeigen
    Nie im Leben würde ich im Pott leben wollen.

    Da lob ich mir meine Ostleuchttürme wie Sachsen und Berlin. :P

    Ist nicht einzig Essen Kulturstadt geworden und der Rest hängt halt marketingtechnisch nur mit dran?

    PS: Görlitz ist weit schöner als Essen …
    Jedem seine Meinung und seinen Regionalpatriotismus, aber eine Kleinstadt ist mit der Großstadt nicht vergleichbar. E-Kettwig können sie ja mal gegen Görlitz heranziehen, da wird es schwer.

    Den Ost-Städten fehlt außerdem der Multi-kulti-Teil, sie sind also sowieso immer etwas anders als Weststädte.
  9. #9

    Natürlich lohnt es sich...

    ...denn kaum eine Region hat mit einem so unverdient schlechten Ruf zu kämpfen, wie das Ruhrgebiet.

    Meine Güte, der "Pott" qualmt schon lange nicht mehr - er grünt und blüht. Leider wie ein Mauerblümchen, das eigentlich eine schöne Rose ist.

    Wahr ist aber auch, dass in den Stadträten des Ruhrgebiets tatsächlich immer noch das Kirchturmdenken dominiert und für die Region zu allem Überdruss auch noch unterschiedliche Regierungsbezirke zuständig sind.

    Hier gilt wie so oft: Die Menschen sind da viel weiter als die Politik mit Ihrem Proporz- und Pfründedenken.

    Gruß vom
    Rumpelstilzchen


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