Forum: Kultur
RAF-Terroristen - reine Kriminelle oder auch fehlgeleitete Idealisten?
Einunddreißig Jahre nach dem "Deutschen Herbst" 1977 flammte Diskussion um die RAF wieder auf. Waren die Terroristen reine Kriminelle oder auch fehlgeleitete Idealisten?
- #1 06.09.2008 09:44 von kurzundknapp
- #2 06.09.2008 10:41 von
Es gibt Dinge, die kann man nicht relativieren und schönreden in der Art von: 'Ich habs ja gut gemeint.' Dazu gehört Mord egal aus welchen Beweggründen.
Was ist das für ein 'Idealismus', der Menschen beseitigt für eine 'bessere Welt'. Die RAF ist keinen Deut besser als die 'Nazis', die sie bekämpft hat. - #3 06.09.2008 10:54 von Muffin Man
- #4 06.09.2008 11:03 von
Weder noch
Zuerst einmal glaube ich nicht dass die RAF gerade heute genau so agiert hätte, denn wir haben heute andere mehr egoistische Gesellschaft als die in 70-er Jahren. Dem Bürger von heute ist alles egal, selbst sein nächster Verwandter, somit hätte RAF auch kein Interesse für jemanden zu kämpfen.Waren die Terroristen reine Kriminelle oder auch fehlgeleitete Idealisten?
Wir leben in den Zeiten wo eine unkonventionelle und nicht durch die Medien gepredigte Meinung angebracht ist. Ich denke sie waren Idealisten, aber weder kriminell noch fehlgeleitet. Die Taten, die sich begangen haben entstanden nicht aus Mordlust, sie entstanden aus der Verzweiflung und Ausweglosigkeit gegenüber dem kapitalistischen System, in dem es keine anderen Chance gibt das korrupte System zu ändern, es nach dem urmenschlichen Bedürfnis nach Freiheit zu gestalten und sich nicht dem Diktatur des Kapitals zu beugen. - #5 06.09.2008 11:09 von
Ordinäre Verbrecher
Diese Diskussion blubbert schon seit mindestens eineinhalb Jahren vor sich hin, seit sich das Terrorjahr 1977 zum 30. Mal jährte nämlich.
Was die Frage betrifft: Die Alternative Idealismus oder Verbrechen ist in Wirklichkeit keine. Mörder, die sich Idealisten nennen, sind keinen Deut besser, als solche aus Habgier oder Rachsucht. Die RAF-Terroristen hassten den Staat, besonders seine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, und wollten ihn in seinen Repräsentanten treffen. Das ist alles. Sie waren ordinäre Verbrecher. - #6 06.09.2008 11:09 von PML
Bitte keine Märchen a la Markus Söder!
Mir ist bis heute nicht klar geworden, warum sich ausgerechnet eine sozial-liberale Koalition zur Rächer-Instanz eines exekutierten Nationalsozialisten (Hans-Martin Schleyer) machte.
Ich sehe da einen gewissen Widerspruch: Sophie Scholl wurde zu einem sozialen Gewissen der "deutschen Nation" gegenüber dem Nationalsozialismus gemacht. Meine Güte! Hätte sie die NS-Zeit, wie auch immer, überlebt - die Wahrscheinlichkeit wäre nicht gering gewesen, dass sie ähnlich gedacht und gehandelt hätte wie Ulrike Meinhoff oder Gudrun Ensslin.
Wann fing das Spielchen an? Vielleicht 1967. Große Koalition, angeführt ebenfalls von einem ehemaligen Nationalsozialisten, Kurt Georg Kiesinger. Zu Besuch in der Bundesrepublik Deutschland: ein von den US-Amerikanern eingesetzter Diktator.
Was soll das alles? Es MUSSTE so kommen, wie es kam. Die Offiziellen der BRD hatten damals falsch reagiert und überreagiert, zutiefst unsouverän. Daraus MUSSTE eine Eskalationsspirale entstehen. Und das Wort von den "6 gegen 60 Millionen" stimmt nicht. Denn diejenigen, die die deutsche Phase der NS-Diktatur nicht zum Teil ihrer aktiven Biographie zählen mussten, vermochten die Beweggründe der RAF-Beteiligten damals nachzuvollziehen. Was damals geschah, war ein verspätetes Ventil für die Verlogenheit des Adenauer-Miefs. Das ging gegen Menschen, in katholischen und protestantischen Widerstandmäntelchen, unter denen es sehr sehr braun war. Unglücklich aus Sicht der RAF-Beteiligten: die Verquickung der eigenen Sache mit derjenigen der Palästinenser. Andere Baustelle. Falsche Baustelle.
Warum konnten sich die damalig für die BR Deutschland Handelnden als Verfassungsschützer gegenüber der Mehrheit der Bevölkerung in Szene setzen? Richtig. Die Mehrheit der Bevölkerung war die gleiche, die zu NS-Zeiten Karriere gemacht hatte (oder zumindest diesen Versuch unternommen hatte). Es hatte also so gut wie jeder noch Dreck am Stecken. Das führt zu gemeinsamen Interessenssphären. - #7 06.09.2008 11:11 von
- #8 06.09.2008 11:19 von PML
Testfahrer, nicht bei Matchbox, sondern bei BMW ;-)
Tja. Vielleicht hat BMW zu spät die Chance erkannt, einen wagemutigen Testfahrer mit attraktivem Gehalt zu versorgen? *grins*
In Axel Springers "Bild" wäre dann am Wochenende immer eine Fotostory gestanden: "Draufgänger: So testen die Bayern ihre Sportwagen"
Was genau meinen Sie mit "usw. usf."?
Ich denke, dieser Bader war weniger als Kopf denn als Ausführungsorgan wichtig. Robespierre hat auch nicht selbst die Herren Pfarrer und Adeligen enthauptet. - #9 06.09.2008 11:28 von kurzundknapp
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