Vor allem sollten mal mehr Betroffene mitreden dürfen damit nicht nur die scheinbar Wissenden über die Betroffenen reden.Zitat von sysop
Andernfalls schreitet die Entmündigung nicht die Ermüdung fort.
Politische Talkshows gehören zu den journalistischen Flaggschiffen von ARD und ZDF. Dennoch werden den Diskussionssendungen oft Ermüdungserscheinungen und formelhafter Ablauf vorgeworfen. Wie beurteilen Sie die Streitkultur in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen? Müssen neue Formate gefunden werden?
Vor allem sollten mal mehr Betroffene mitreden dürfen damit nicht nur die scheinbar Wissenden über die Betroffenen reden.Zitat von sysop
Andernfalls schreitet die Entmündigung nicht die Ermüdung fort.
Man könnte so ein Streitgespräch zwischen 2 "Fachleuten" auch aufzeichnen und als Dauerwiederholung senden. Weder ändern sich die Argumente noch geht man auf den Diskussionsgegner wirklich ein und es würde deshalb wahrscheinlich niemanden auffallen. Evtl. sollte man alle 5 Jahre ein neues Video drehen, damit es nicht doch wegen der veralteten Kleidung auffällt.
Meiner Meinung nach verfehlen die Polittalks mit den immergleichen Gästen ihren Sinn und Zweck, den Informationsgewinn, vollkommen. Nach immer dem gleichen Muster werden Politiker nach Ihren Handlungen und Motiven befragt – Wer erwartet hier allen Ernstes noch ehrliche Äusserungen oder Einschätzungen? Aus nachvollziehbaren Gründen wird kein Mensch, und schon gar kein von der Wählergunst abhängiger Politiker, freiwillig in aller Öffentlichkeit und ohne Not die Lage schlechter zeichnen als nötig oder gar das eigenen Handeln negativ darstellen.
Es macht schlicht keinen Sinn die Verantwortlichen immer und immer wieder zu befragen – Die Antwortenden sind naturgemäß befangen...
Ein sehr gelungene Alternative der politischen Diskussion ist, wie ich finde, der sonntägliche Presseclub. Die Journalisten sind natürlich auch nicht gänzlich frei von Abhängigkeiten oder politischen Färbungen, besprechen und bewerten aktuelle politische Themen aber doch sehr viel offener und hintergründiger als Politiker.
Vor- und Nachteile politischer Fragen oder Programme werden hier m.E. offen diskutiert, und das, erfrischenderweise ohne den Hintergedanken an die Wählerseele.
Seit ich mir sonntags statt Christiansen die historischen Bundestagsdebatten auf "Phoenix" reinziehe, gehts bei mir gesundheitlich wieder bergauf.
Dann versäume ich zwar die Ersatzkassen-Eloquenz der famosen Ulla Schmidt, aber beim Thema "Ostverträge" bin ich unschlagbar.
Und dass ich mich einmal beim Anblick von FJ Strauss der Melancholie hingeben würde; wer hätte das vor zwanzig Jahren vermutet?
es werden noch viel mehr solche informativen und dem demokratieverstaendnis ueberaus nuetzlichen diskussionsrunden benoetigt. nur so wird es moeglich eine meinung zu bilden die auf tatsachen beruht. allerdings koennten die sendungen ruhig laenger dauern, dann koennte man waehrend der werbepausen auch mal ein neues bier holen.
Wenn ich so an Talkrunden wie Sabine Christiansen denke, finde ich diese reichlich langweilig. Dort sitzen meist Spitzenpolitiker und Wirtschaftsbosse.Zitat von sysop
Es handelt sich also um die Leute die sich gerne als Elite dieses Landes sehen. Man darf ihnen dann dabei zuschauen wie sie sich gegenseitig ins Wort fallen, Aussagen verdrehen und ihre vorhersehbaren Sprüche klopfen, die man schon tausendmal gehört hat. Kein Wunder, denke ich mir dann immer, dass es mit unserem Land so bergab geht. Bei der Führungsschicht.
In anderen Runden sitzen häufig Leute deren Qualifikation vor allem darin besteht in einer der zahlreichen Vorabendserien mitzuspielen.
Dann lieber Leute, die vielleicht nicht so wichtig sind, die aber etwas zu erzählen haben. Ich denke es gibt genug Menschen mit interessanten Lebensläufen oder Tätigkeiten ,die aber keiner kennt.
Das, was da so im Fernsehen versendet wird - leider auch im öffentlich-rechtlichen, kann nicht ernsthaft in diesem Forum unter der Rubrik »Kultur« erörtert werden. Die neuen Flach-Geräte taugen ja nicht einmal mehr zur Ablage von Druckschriften, da sie schlicht zu dünn sind.
Insgesamt ärmlich,erbärmlich
Ganz besonders schlecht---Christiansen und Illner.
Famos dagegen Herr Plasberg.
Wenn die Leute mal lernen würden, endloses Geschwätz zu stoppen, das Reinreden (beides vor allem bei Linken und Grünen) zu verhindern, dann wäre schon viel gewonnen.
Dass sie meistens von der Materie nicht viel Ahnung haben, ist nicht zu beanstanden, aber was fehlt sind die ECHTEN Fragen eines Neugierigen.
Wenn Christiansen von dem Oberlangweiler Jauch abgelöst wird, bleibt alles beim alten.
Ganz sicher müssen neue Formate gefunden werden - aber nicht noch zusätzliche Bühnen für Politiker wie Ulla Schmidt, auf denen sie die gequälten Ergebnisse ihrer realitätsentrückten Politik den Menschen in diesem Land durch unwahre Behauptungen schön reden können. Davon haben wir inzwischen genug - und zwar im doppelten Sinn.
Mein Mann und ich haben gestern irgendwann angewidert abgeschaltet, weil dieses leere Geschwafel nicht mehr zu ertragen war. Insbesondere der leicht durchschaubare Versuch, ernstzunehmende Kritik abzuwürgen - mit dem Versprechen sich persönlich zu kümmern. Und wer kümmert sich um all die anderen Hilfebedürftigen, wenn die 'Reform' wirkt?
Ich gebe die Hoffnung aber nicht auf - vielleicht schafft es ja doch mal ein Sender, Politiker auf eine Art vor die Kamera zu holen, die solche perfiden Manöver unterbindet, die den Menschen die unverblümte Wahrheit präsentiert.
emma