Der Streit um den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender dauert an und wirft erneut die Frage auf: Nimmt die Politik zu viel Einfluss auf die öffentlich-rechtlichen Medien?
sagen, na gut geben wir dem Brender halt doch wenigstens eine unserer Stimmen, damit die Linke nachher nicht herumschreit, auch wenn wir Brender für einen Versager halten? Ist es das, was Sie unter aufrichtiger Politik verstehen?
Hr. Koch hat sich Verbündete gesucht und in einer demokratischen Abstimmung Herrn Brender zu Fall gebracht, daran kann man nichts Verwerfliches erkennen.
Man kann sicher die Zusammmensetzung des ZDF Rundfunkrats kritisieren, aber dafür ist Hr. Koch nicht verantwortlich, denn der Rundfunkstaatsvertrag ist schon so alt, da war Hr. Koch noch gar nicht in der Politik.
Sie scheinen nicht mitbekommen zu haben, dass Koch den Vorwurf fachlicher Mängel bei Brender ganz schnell wieder eingepackt hat, als er merkte, wie lächerlich er sich damit machte. Brender gilt als Mann, der sich gerade NICHT von irgendeiner Seite vereinnahmen läßt und relativ gleichmäßig nach ALLEN Seiten schießt. Welche andere Haltung könnte für so einen Posten geeigneter sein? Aber vielleicht ist Ihnen das ja ZU ausgewogen.
Natürlich ging alles "formal" richtig zu. Aber keiner wird hier ernsthaft behaupten, dass es für Koch und Co einen anderen Grund gab, Brender abzuschießen, als den, dass er ihnen nicht einseitig schwarz genug erschien.
Die Art der Zusammensetzung des ZDF-Rundfunkrats (oder ZDF-Fernsehrats, wie er korrekt heißt) schmeckt - sicher nicht nur mir - überhaupt nicht, weil die Politik viel zu viel Mitspracherecht hat - sogar über die eigentlichen Parteivertreter hinaus. Denn wenn ich lese, dass "die Ministerpräsidenten die Mitglieder des Fernsehrats berufen", ist es kein Wunder, dass "etwa CDU und SPD deutlich mehr Vertreter im Rat haben, als die Zusammensetzung erahnen lässt."
Wie man bei so einer Faktenlage von Staatsferne sprechen kann, ist mir ein Rätsel.
Die Behauptung
'Die Öffentlich Rechtlichen Rundfunl- und Fernsehanstalten sind staatsfern'
hat den gleichen Wahrheitsgehalt wie
'Deutschland ist ein demokratoischer Rechtsstaat'
oder
'Die deutsche Justiz ist von den deutschen Systemparteien unabhängig'.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...667209,00.html
DAS hätte ich nicht gedacht. Langsam wird mir der Herr sympathisch. Falls er jetzt nicht der FDP beitritt wird der Mann mir langsam sympathisch und rufe dann: Gratulation!
Gruß aus Berlin