Was heißt hier untadelig?
Pfister während der Preisverleihung eindeutig unpassend gekleidet.
Vollkommen overdressed und unkeusch-verbonzt, Pfui.
"Am Stellpult" von René Pfister - halten Sie die Aberkennung des Nannen-Preises für gerechtfertigt, weil der Autor die Quelle für seinen Einstieg nicht deutlich gemacht hat? Was denken Sie?
Was heißt hier untadelig?
Pfister während der Preisverleihung eindeutig unpassend gekleidet.
Vollkommen overdressed und unkeusch-verbonzt, Pfui.
Wer wie Pfister zusammen mit anderen bei der Plagiatsaffaire auf von Guttenberg wegen der Verletzung der wissenschaftlichen Grundsätze eindrischt (siehe "Doktor der Reserve", Spiegel 8/11), der muss natürlich auch an sich selbst die gleichen Maßstäbe ansetzen, wenn er die journalistischen Grundsätze grob missachtet und in einer Reportage nicht ausreichend kenntlich macht, dass er etwas tatsächlich gerade nicht erlebt hat, sondern nur vom Hören-Sagen kennt.
Die Rückgabe des Nannen-Preises kann da nur der erste Schritt sein.
Der Medienskandal zieht weitere Kreise:
Der am 10.5.2011 (17 Uhr 33) von mir geprägte Begriff "Marklingate" wird von der BILD-Zeitung am 11.5.2011 (19 Uhr 08) ohne Quellenangabe verwendet und als Eigenleistung verwertet.
http://www.bild.de/news/inland/spieg...5758.bild.html
Schlimme Finger, wohin man schaut... :-)
An keiner einzigen Stelle seiner monierten Einleitung hat Pfister den Eindruck erweckt, in Seehofers Keller gewesen zu sein. Er beschreibt weder den Keller noch irgendein Erlebnis dort unten. Beides Dinge, die zwingend in eine Reportage hinein gehört hätten. Er schreibt zudem, "Dort" stehe die Modelleisenbahn. Wäre er selbst im Keller gewesen, hätte es im Stile einer Reportage "Hier" heißen müssen. Auch die zeitlichen Bezüge weisen alle darauf hin, dass Pfister nicht in Seehofers Keller war: der Bonner Bahnhof, der vor Jahren gebaut und die Kanzlerin, die vor Monaten hinzugefügt worden seien. Und Seehofer, der sich "jetzt im Sommer" regelmäßig mit der Eisenbahn beschäftige.
Nirgendwo in der Einleitung ist selbst Erlebtes auch nur angedeutet. Die Aberkennung erweckt eher den Eindruck, dass die Jury das Einmaleins des Reportagen-Schreibens nicht kennt.
Zitat "Bild": "Weil er detailliert über etwas schrieb, was er in Wahrheit niemals zu Gesicht bekommen hatte [...]"
http://www.bild.de/news/inland/spieg...5758.bild.html
Bei "Bild" wäre es bekanntlich völlig undenkbar, daß ein Artikel irgendwelche fiktiven Elemente enthielte. Erinnern wir uns an den Fall des Schauspielers Raimund Harmstorf, über den "Bild" geschrieben hat, er sei mit aufgeschnittenen Pulsadern auf der Straße herumlaufend von der Polizei aufgegriffen worden...
http://www.lichtblick99.de/aufsatz3.html
http://www.medienhandbuch.de/news/ko...siv-12898.html