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Museen - wer bezahlt die Kunst?

Museen und Ausstellungen finden wieder ein großes Publikum, aber die Finanzierung der Sammlungen wird immer schwieriger. Ist hier in erster Linie der Staat in der Pflicht, oder sollten sich Museen stärker auf private Mäzene stützen?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Museen und Ausstellungen finden wieder ein großes Publikum, aber die Finanzierung der Sammlungen wird immer schwieriger. Ist hier in erster Linie der Staat in der Pflicht, oder sollten sich Museen stärker auf private Mäzene stützen?
    Lieber private Mäzene, sonst können die Preise endlos in die Höhe schweifen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ist hier in erster Linie der Staat in der Pflicht, oder sollten sich Museen stärker auf private Mäzene stützen?
    Zitat von museum-kunst-palast
    Die Ausstellung BONJOUR RUSSLAND ist in der noch jungen Geschichte des museum kunst palast bereits die 12. Ausstellung, die von der E.ON AG im Rahmen ihrer Public Private Partnership mit der Stadt Düsseldorf gesponsert wird.
    Solange der Sponsor, wie hier, einfach nur im Begleittext erscheint
    und keine 'aggressive' Werbung schaltet ist das doch völlig
    in Ordnung.
  3. #3

    Es ist schon wichtig, dass Kunst und zahlreiche wichtige kulturelle Gegenstände für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Es wäre doch schade, wenn all die wundervollen Schätze für immer in Privatsammlungen verschwänden.
    Andererseits sollte es beim Erwerb von Kunst für staatliche Sammlungen auch Grenzen geben. Wenn ein Kunstwerk nur von zwei Experten als ein solches erachtet wird, während 99,9999% aller deutschen Bürger es nicht für Kunst halten, dann wären mehrere Millione Euro womöglich eine Fehlinvestition. Natürlich ist die Definition von Kunst sehr subjektiv und besonders in staatlichen Sammlungen sollten verschiedene Stilrichtungen und Geschmäcker berücksichtigt werden. Dennoch muss beim Kauf für staatliche Sammlungen immer überlegt werden, ob die entsprechenden Objekte auch für viele Menschen wirklich sehens- und ihr Geld wert sind.
  4. #4

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Es ist schon wichtig, dass Kunst und zahlreiche wichtige kulturelle Gegenstände für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Es wäre doch schade, wenn all die wundervollen Schätze für immer in Privatsammlungen verschwänden.
    Andererseits sollte es beim Erwerb von Kunst für staatliche Sammlungen auch Grenzen geben. Wenn ein Kunstwerk nur von zwei Experten als ein solches erachtet wird, während 99,9999% aller deutschen Bürger es nicht für Kunst halten, dann wären mehrere Millione Euro womöglich eine Fehlinvestition. Natürlich ist die Definition von Kunst sehr subjektiv und besonders in staatlichen Sammlungen sollten verschiedene Stilrichtungen und Geschmäcker berücksichtigt werden. Dennoch muss beim Kauf für staatliche Sammlungen immer überlegt werden, ob die entsprechenden Objekte auch für viele Menschen wirklich sehens- und ihr Geld wert sind.
    Das ist genau das Glatteis, auf das ich lieber nicht gehen wollte.
    Ich warte auf den Aufschrei aus der Kunstszene.
  5. #5

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Andererseits sollte es beim Erwerb von Kunst für staatliche Sammlungen auch Grenzen geben. Wenn ein Kunstwerk nur von zwei Experten als ein solches erachtet wird, während 99,9999% aller deutschen Bürger es nicht für Kunst halten, dann wären mehrere Millione Euro womöglich eine Fehlinvestition. Natürlich ist die Definition von Kunst sehr subjektiv und besonders in staatlichen Sammlungen sollten verschiedene Stilrichtungen und Geschmäcker berücksichtigt werden. Dennoch muss beim Kauf für staatliche Sammlungen immer überlegt werden, ob die entsprechenden Objekte auch für viele Menschen wirklich sehens- und ihr Geld wert sind.
    Eine teils richtige Behauptung, teils sehr anmaßend. Richtig hinsichtlich der Vorsicht, was man mit öffentlichen Gelder macht; aber--Woher will der Autor wissen, dass das ganze Deutsche Volk jene Kunst schlecht findet? Hat er privat eine Befragung veranstaltet; oder hält er sich für allwissend in sachen Denken und Geschmack der Leute?
  6. #6

    Auf die Verwendung der Mittel kommt es an

    Ohne private Spenden ist eine reichhaltige Museumslandschaft kaum denkbar, denn aus den für die Museen aufgewendeten Steuergeldern erhalten die Bürger nur sehr wenig "Return of investment" in Form von Kunst. Ein Beispiel aus Köln: 25% PERMANENTER Krankenstand saugten zeitweise so sehr am Budget des Kulturdezernenten, dass für den Erwerb von Kunstgegenständen kaum mehr etwas übrig geblieben ist. So etwas würde sich kein privat geführtes Unternehmen bieten lassen.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Museen und Ausstellungen finden wieder ein großes Publikum, aber die Finanzierung der Sammlungen wird immer schwieriger. Ist hier in erster Linie der Staat in der Pflicht, oder sollten sich Museen stärker auf private Mäzene stützen?
    Man sollte hier unbedingt zwischen dem Präsenzbestand (ohnehin meist Schenkungen oder Leihgaben privater Sammler), dessen Exponate der Staat seinen Bürgern zur Erbauung zugänglich machen soll (was jahrzehntelang kostenlos geschah), und temporären Sonderausstellungen, bei denen anlässlich eines runden Geburts- oder Todestages das Lebenswerk eines Künstlers oder ein grober Überblick über eine ganze Epoche stattfinden soll, unterscheiden.
    So eine Sonderausstellung läßt sich sehr gut per privatem Kultursponsoring organisieren - eine Widmung des Sponsors im Ausstellungskatalog, auf der Eintrittskarte und meinethalben bei den Merchandising-Artikeln (Kunstdrucke) stört nicht weiter - und bessert das Ansehen des Sponsors in der Öffentlichkeit nachhaltiger als jede Bandenwerbung und jede Filmvorführung...

    Das Museum selbst ist ein Produkt der Aufklärungszeit und sollte die in Staatsbesitz befindlichen Schätze (ursprünglich meist das Kuriositätenkabinett, die Wunderkammer eines Fürsten) dem Volk zeigen, was einerseits den Kunstgenuß selbst demokratisierte (Fridericianum in Kassel), andererseits den Entwicklungsstand kunsthandwerklicher Arbeiten anderer Länder als Ansporn, ihn zu überbieten, der Öffentlichkeit zur Betrachtung vorlegen (Kunsthistorisches Museum Wien, Sammlung Liechtenstein, ebenfalls Wien).

    Einen relativ fortschrittlichen Ansatz verfolgte Otto Lehmann, als er einen völlig neuen Typus des "Regionalmuseums" konzipierte: Kunst, Naturgeschichte und die Erforschung der Lebensweise unserer Vorfahren zusammen unter einem Dach zu zeigen -
    Und genau Museen dieser Vielfalt mit volkspädagogischem Anspruch sind es, denen die finanziellen Mittel fehlen. Nicht den pompösen Schauausstellungen!
  8. #8

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Es ist schon wichtig, dass Kunst und zahlreiche wichtige kulturelle Gegenstände für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Es wäre doch schade, wenn all die wundervollen Schätze für immer in Privatsammlungen verschwänden.
    Hie wie dort bleibt das Kunstwerk einigen wenigen Betrachtern reserviert - denn in den großen Museen bleiben die meisten Besucher nur bei jenen Werken stehen, die sie bereits von Kalenderblättern her kennen... hie wie dort bleibt das Kunstwerk selbst Spekulationsobjekt - und der Öffentlichkeit zugänglich ist nur jener kleine Sammlungsteil, der nicht im Depotbestand staub- und lichtgeschützt schlummert...
    Zitat von Taraxacum
    Andererseits sollte es beim Erwerb von Kunst für staatliche Sammlungen auch Grenzen geben. Wenn ein Kunstwerk nur von zwei Experten als ein solches erachtet wird, während 99,9999% aller deutschen Bürger es nicht für Kunst halten, dann wären mehrere Millione Euro womöglich eine Fehlinvestition.
    Das Volk ist in diesem Punkte nicht befragungsfähig - dem Volk wäre auch Grünewalds Isenheimer Altar bloß Brennholz... das Museum hingegen versucht sich ja an der unlösbaren Aufgabe, seinen Besuchern Inhalt und Wert der ausgestellten Kunstwerke zu vermitteln!
    Ginge es nach dem Volk würden nur buntbemalte Bauernschränke ausgestellt werden, vielleicht noch ein paar Aktgemälde und "was das Aug' erfreut"...

    Im 20. Jahrhundert ist es aber so gekommen, daß Künstler zu gut 50% auf Museen als Abnehmer ihrer Werke angewiesen sind, um überhaupt ihrer Arbeit nachgehen zu können.
    Zumal bei den Bürgern allenfalls eine Gebirgslandschaft oder ein Blumenstilleben die Wände ziert.
  9. #9

    Zitat von Muffin Man Beitrag anzeigen
    Das Volk ist in diesem Punkte nicht befragungsfähig - dem Volk wäre auch Grünewalds Isenheimer Altar bloß Brennholz... das Museum hingegen versucht sich ja an der unlösbaren Aufgabe, seinen Besuchern Inhalt und Wert der ausgestellten Kunstwerke zu vermitteln!
    Ginge es nach dem Volk würden nur buntbemalte Bauernschränke ausgestellt werden, vielleicht noch ein paar Aktgemälde und "was das Aug' erfreut"...
    Bei meinem letzten Besuch in einer Ausstellung habe ich viele interessante Gemälde gesehen, aber auch einige, die sowohl ich, als auch Millionen anderer Deutscher vermutlich niemals für Kunst gehalten hätten. Es handelte sich dabei um rechteckige Leinwände, die von einem namenhaften Künstler jeweils in einem einheitlichen Ton grau gestrichen worden waren. Da es sich um eine private Sammlung handelte, ging ich nach einigen Minuten fruchtloser Betrachtung einfach achselzuckend weiter. Hätten die "Bilder" zu einer staatlichen Sammlung gehört, hätte ich mich wahrscheinlich über eine Verschwendung von Steuergeldern geärgert.
    Es gibt Kunst, dessen Wert sich nur den wenigen Menschen erschließt, die in der Lage sind, die großartigen Gedankengänge der Künstler nachzuvollziehen. Es gibt aber auch Werke, die man ohne absurde Argumente kaum Kunst nennen kann. Warum sollte man für letztere riesige Summen an Steuergeldern ausgeben? Wenn es nur darum ginge, Geld in Wertgegenstände zu investieren, könnte der Staat ja theoretisch auch in Luxusgegenstände jeglicher Art investieren.

    Wie Sie ganz richtig anmerken geht es Museen aber offensichtlich darum, Menschen Kunst zu zeigen und diese eventuell zu erläutern. Dazu sollten die teuer erworbenen Gegenstände aber auch Kunst sein. Wenn die Ausstellungstücke aber im Grunde keine Merkmale von Kunst besitzen und nur die Erläuterungen eine Kunst sind, dann hätte man sich das viele Geld für die Ausstellungsstücke sparen können. Die reine Kunst des Erläuterns funktioniert nämlich bei jedem beliebigen Gegenstand, ganz gleich welche Hand oder Maschine ihn geschaffen hat.

    So unterschiedlich Kunstgeschmäcker auch sind, scheint es so etwas wie allgemeine Erwartungen zu geben, welche die meisten Menschen an Kunst stellen. Zu solchen gängigen Erwartungen zählt zum Beispiel, dass Kunst etwas im Betrachter hervorrufen soll, wie etwa Gefühle oder Gedanken. Wenn über ein Objekt aber nur deshalb nachgedacht wird, weil es in einer Ausstellungshalle hängt/ steht, während es ansonsten von einem großen Prozentsatz der Menschen einfach ignoriert würde, ist es dann noch Kunst?








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