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Keine Krise beim Kino?

Der Kampf geht weiter: Die Berlinale 2011 präsentiert sich erneut als Politforum. Vom Apo-Drama über Paramilitär-Thriller bis zur Transgender-Hymne ist alles dabei. Wird es große Filmkunst geben? Bleibt trotz sinkender Zuschauerzahlen in Deutschland dem Kino die Krise erspart?
  1. #40

    Ich möchte mich jetzt einmal selber zitieren (Beitrag vom 17.02):

    Zitat von Peter Werner Beitrag anzeigen
    Als Gewinner des goldenen Bären tippe ich mal (ungesehen) auf "JODAEIYE NADER AZ SIMIN"; so richtig schön politisch korrekt und zu 100% vorbei am Publikumsgeschmack - genau wie die Vorangegangenen Preisträger ebenfalls.
    Es musste so kommen.
    Dies war für die Juroren der "Weg des geringsten Widerstandes"; der ungeteilte Applaus ist bzw. war ihnen bei dieser Entscheidung Sicher.

    Es stellt sich für mich die Frage was der Sinn der diesjährigen Berlinale war.

    Sollte eine politische Aussage getroffen werden? Ziel erreicht; zweifellos. Diese Aussage wird von ca. 98% der dt. Bürger geteilt. Insofern war die Vergabe des Preises nicht mutig, sondern Mainstream.

    Oder sollte ein guter Film ausgezeichnet werden?
    Für mich ist ein Film "gut" wenn er die Menschen anspricht, animiert ins Kino zu gehen oder sich die DVD zu kaufen. Dies muß kein Blockbuster aus Hollywood sein; dies muß ganz gewiss keine Till-Schweiger Produktion sein. Jeodch auch kein iranisches Sozialdrama, welches in Deutschland sein Publikum allenfalls im Nachtprogramm findet.

    Warum kann beispielsweise ein Film wie Eastwoods "Hereafter" nicht auch mal auf der Berlinale laufen?
    Oder im letzten Jahr Wall Street 2?
    Oder auch mal ein innovativer, kontroverser, zum nachdenken anregender Schocker wir "Martyrs"?

    Insofern: bezogen auf den Film Ziel verfehlt; er wird sich in die Reihe der Berlinale-Gewinner einreihen von welchen nach 2-3 Wochen niemand mehr spricht und welche nach 2-3 Monaten niemand mehr kennt.
  2. #41

    nüscht für unjut

    Zitat von Peter Werner Beitrag anzeigen
    Immer wenn ich mir das Wettbewerbsprogramm der Berlinale anschaue stelle ich mir die Frage: wer schaut sich diese Filme überhaupt an?
    Wenn ich schon die Liste der diesjährigen Wettbewerbsfilme sehe:


    "JODAEIYE NADER AZ SIMIN"; Eine Iranerin will das Land verlassen, ihr Mann weigert sich, daraufhin reicht sie die Scheidung ein

    Sie wollten Jurore werden.
  3. #42

    Das Thema RAF

    Im Film ist aehnlich rar bzw. originell wie Filme ueber die Wiedervereinigung, das Dritte Reich und was es noch so unerquickliches aus unserer Geschichte gibt. Das solche Filme Baren gewinnen beweist einmal mehr, was Juroren (ja oftmals aus dem Ausland und daher auch ihre Deutschlandklischee hegend und pflegend) ueber uns denken. Geil, aber immer noch ein bisschen brutal bzw. irgendwie ein traurig aggressives Land. Mir stinkt es. Dass Filmemacher immer noch solche Themen bedienen (und damit auf Nummer Sicher gehen) und dass es nichts originelleres gibt was Signora Rosselini und co. gefaellt.

    Alle deutschne beitraege die ich sah (Stadt Land Fluss, Traumfabrik Afghanistan, Wer Wenn nicht Wir) fand ich eher lau.

    Grusst weiter: Die Berlinale 2011 präsentiert sich erneut als Politforum. Vom Apo-Drama über Paramilitär-Thriller bis zur Transgender-Hymne ist alles dabei. Wird es große Filmkunst geben? Bleibt trotz sinkender Zuschauerzahlen in Deutschland dem Kino die Krise erspart?[/QUOTE]
  4. #43

    typisch deutsch!

    siehe letzten beiden documentas. kunst trägt mehr und mehr den maulkorb der politischen korrektheit, oder zumindest was das linksintellektuelle millieu dafür hält.
  5. #44

    .. MRR hätte gesagt

    ...bei dem vielen Kino, das ich ' in dieser Woche ' gesehen habe, glaube ich nicht, dass ich ' das brauche. Dieses B steht für Blödsinn, mein lieber Dieter'.
  6. #45

    t

    Zitat von Peter Werner Beitrag anzeigen
    Ich möchte mich jetzt einmal selber zitieren (Beitrag vom 17.02):



    Es musste so kommen.
    Dies war für die Juroren der "Weg des geringsten Widerstandes"; der ungeteilte Applaus ist bzw. war ihnen bei dieser Entscheidung Sicher.

    Es stellt sich für mich die Frage was der Sinn der diesjährigen Berlinale war.

    Sollte eine politische Aussage getroffen werden? Ziel erreicht; zweifellos. Diese Aussage wird von ca. 98% der dt. Bürger geteilt. Insofern war die Vergabe des Preises nicht mutig, sondern Mainstream.

    Oder sollte ein guter Film ausgezeichnet werden?
    Für mich ist ein Film "gut" wenn er die Menschen anspricht, animiert ins Kino zu gehen oder sich die DVD zu kaufen. Dies muß kein Blockbuster aus Hollywood sein; dies muß ganz gewiss keine Till-Schweiger Produktion sein. Jeodch auch kein iranisches Sozialdrama, welches in Deutschland sein Publikum allenfalls im Nachtprogramm findet.

    Warum kann beispielsweise ein Film wie Eastwoods "Hereafter" nicht auch mal auf der Berlinale laufen?
    Oder im letzten Jahr Wall Street 2?
    Oder auch mal ein innovativer, kontroverser, zum nachdenken anregender Schocker wir "Martyrs"?

    Insofern: bezogen auf den Film Ziel verfehlt; er wird sich in die Reihe der Berlinale-Gewinner einreihen von welchen nach 2-3 Wochen niemand mehr spricht und welche nach 2-3 Monaten niemand mehr kennt.
    Artikel gelesen?
    Gute Filme mit Oscarambitionen können terminlich nicht auf der Berlinale laufen, öchstens außer Konkurrenz.
    Und darum werden diese schon vorher auf anderen Festivals gezeigt und können damit auf der Berlinale nicht mehr Uraufgeführt werden (bedingung für Wettbewerbsteilnahme?)

    Ein Film der in der Berlinale uraufgeführt wird, kann erst für den Oscar im nächsten Jahr nominiert sein, nur wäre der zeitliche Abstand dann so groß, dass die Chance für nen Oscar kleiner werden.
    Darum gibt es auf der Berlinale kein Eastwoods 'Hereafter'.

    Das ist hauptsächlich ein Problem mit dem Zeitpunkt der Berlinale und der Oscarverleihung, warum gute Filme die auch den Massengeschmack treffen, selten auf der Berlinale im Wettbewerb laufen (aus dem selben Grund haben auch die wenigsten Oscargewinner Filmstarts im Januar und Februar).

    Dadurch wird die Berlinale für US Produktionen eher uninteressant ... bzw. für alle, die keine Oscarambitionen pflegen.

    Dann hat die Berlinale noch einen politischen Touch und, was noch schlimmer ist, 'Anspruch':
    Nur Filme mit 'tieferem Sinn' werden aufgenommen.

    d.H. um auf der Berlinale angenommen zu werden und auch noch danach ein Massenpublikum erreichen zu können muss man einen unterhaltsamen, aber durchaus anspruchsvollen Film drehen ... und da kommen wir wieder zur Oscarverleihung ... wer das schafft ist dann nämlich mehr auf den Oscar scharf und wird den Film dann nicht mehr auf der Berlinale zeigen ;).
  7. #46

    t

    Zitat von suai Beitrag anzeigen
    Im Film ist aehnlich rar bzw. originell wie Filme ueber die Wiedervereinigung, das Dritte Reich und was es noch so unerquickliches aus unserer Geschichte gibt. Das solche Filme Baren gewinnen beweist einmal mehr, was Juroren (ja oftmals aus dem Ausland und daher auch ihre Deutschlandklischee hegend und pflegend) ueber uns denken. Geil, aber immer noch ein bisschen brutal bzw. irgendwie ein traurig aggressives Land. Mir stinkt es. Dass Filmemacher immer noch solche Themen bedienen (und damit auf Nummer Sicher gehen) und dass es nichts originelleres gibt was Signora Rosselini und co. gefaellt.

    Alle deutschne beitraege die ich sah (Stadt Land Fluss, Traumfabrik Afghanistan, Wer Wenn nicht Wir) fand ich eher lau.

    Grusst weiter: Die Berlinale 2011 präsentiert sich erneut als Politforum. Vom Apo-Drama über Paramilitär-Thriller bis zur Transgender-Hymne ist alles dabei. Wird es große Filmkunst geben? Bleibt trotz sinkender Zuschauerzahlen in Deutschland dem Kino die Krise erspart?
    [/QUOTE]

    Nunja, das ist aber ein grundlegendes Problem auch der deutschen Filmstrukturen gewidmet ...
    Die Filmförderung gibts nur, wenn man 1. viel Geld (Michael Bully Herbig oder Til Schweiger) hat oder 2. 'historisch anspruchsvolle' Filme dreht (Das Leben der Anderen, Nazifilme).

    Und ohne Filmförderung bleibt in Deutschland ... Uwe Boll :D und eine sehr aktive low budget Horrorfilmszene.

    Das heißt, als junger Filmemacher ohne großartige Kontakte ... wenn der einen Film mit größerem Budget machen will, muss er die Filmförderung zum Invest überzeugen ...
    Den gibts für Unbekannte eher nur für Nazi und Stasithemen.
    Zudem, wenn man dabei halbwegs guten Film abliefert, ist einem eine Oscarnominierung für bester ausländischer Film gewiss ... ^^
  8. #47

    Große Kunst, kleine Kunst

    Es waren bzw. sind heute noch schon einige sehr interessante Filme auf der Berlinale zu sehen.

    Hervorheben möchte ich:

    "Margin Call", ein dicht inszenierter, kammerspielartiger Film über die Finanzkrise.

    "The Guard", ein tiefschwarzhumoriger Film über einen knorrigen irischen Dorfpolizisten, der mit einem schwarzen FBI-Agenten zusammenarbeiten muss - selten bei einem Berlinale-Film so viel gelacht.

    "Heaven's Story" - aus Japan, mit viereinhalb Stunden extrem langsam erzählt, aber erstaunlicherweise nie langweilig und mit einer bestechenden Bildersprache.

    "Qualunquemente" - Überdrehte italienische Komödie über Korruption, Mafia und Politik in Kalabrien. Witzig und bissig. Und immer gutes Wetter.

    "Life in a day" - Der sog. "YouTube-Film", ein faszinierendes Kaleidospkop, das einen Tag weltweit zeigt und daran erinnert, wie ähnlich sich die Menschen in ihren Unterschieden doch sind.

    "The Big Eden" - Doku über den Westberliner Playboy Rolf (eigentlich Shimon) Eden, der ihn nicht nur als Lebemann und Schürzenjäger, sondern auch als großzügigen und witzigen Menschen zeigt, der, was sicher nicht jeder weiß, seinerzeit auch im israelischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hat.
  9. #48

    Filme für Alle!

    Zitat von koba2 Beitrag anzeigen
    Ok, wir können gerne mal beim Geld anfangen:
    "Die Berlinale-Besucher haben der Hauptstadt nach Schätzungen rund 30 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz beschert. Davon flossen mehr als 8 Millionen Euro Steuern an Berlin zurück..." (WELT)

    Oder mit Arbeitsmarkt & Geld:
    "Die Film- und Fernsehbranche in Berlin und Brandenburg zählt rund 14 000 Beschäftigte und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro...." (MOZ)

    Und wer sieht´s? "...Mehr als 370 000 Kinotickets waren ausgegeben worden..." - schon mal versucht, welche zu bekommen? Aussichtslos...

    Ihre Argumente zeugen von Ahnungslosigkeit & einer gruseligen Grundeinstellung, welche in der Kunst allgemein - sei´s Film, Theater, Museen & vermutlich selbst der Kunstunterricht - nur rausgeschmissenes Geld sieht & höchstens mit einem Festival nur mit Til-Schweiger-Filmen zu begeistern wäre.
    Na ja, mit Ihrer Grundeinstellung scheint es auch nicht soweit her zu sein. Was stört Sie an Til Schweigers Filmen. Die Begeisterung der Zuschauer???? Die sind für die Filmbranche genauso wichtig, wie dieses Festival. Ab und zu ein paar mehr Besucher in den Kinosälen tut echt gut. Das schafft zur Zeit nur Schweiger. Die Welt ist eben bunt, auch die der Cineasten.
  10. #49

    Schweiger traut sich aber auch keinen Film mehr ohne seine süßen kleinen Töchter zu drehen, die beim Publikum offensichtlich sehr gut ankommen. Langweilig und wenig sehenswert...








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