Forum: Kultur
Ist Schleichwerbung Betrug am Zuschauer?
Keine Quotenkracher ohne Werbung: Wo viele TV-Zuschauer einschalten, sind Begehrlichkeiten der werbetreibenden Industrie stets geweckt. Noch wirksamer und meistens viel billiger als übliche Spots ist Schleichwerbung, oft auch in Form von kaum verhülltem Product Placement. Die Marke tritt als Gewinn, als Sponsor, als Teil der Sendung auf. Noch glaubwürdiger, weil nicht auf den Blick als pure Werbung ausgewiesen. Ein vertretbarer Beitrag zur Finanzierung der Produktionskosten oder schlicht Betrug am Zuschauer?
- #1 12.01.2013 09:55 von
Schleichwerbung im Fernsehen, Zusatzstoffe in Lebensmittel, Kleingedrucktes im Handyvertrag, immer dasselbe: Der ach so dumme „Verbraucher“ muss von „Schützern“ geschützt werden, weil er ja so dumm ist. Daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern. Denn was kann denen, die von der Dummheit der Verbaucher leben, besseres passieren, als dass der Verbraucher auch noch stolz auf seine Dummheit ist (sonst könnte er sich nicht moralisch über die ihn betrügende „werbetreibende Industrie“ erheben, weil gar kein Betrug stattfinden würde), und sich zu seinem Schutz an Vereine wendet, die noch weniger Interesse an mündigen und klugen Verbrauchern haben (denn dann bräuchte es diese Vereine gar nicht mehr).
- #2 13.01.2013 08:24 von
Betrug ist es dadurch, dass Privat-Unternemhmen, an denen die Stars beteiligt sind daran verdienen und die Stars sich zusätzlich daran bereichern. Aber der mündige Zuschauer kann ja die so beworbenen Produkte herausfiltern und bei seiner Kaufentscheidung bewusst meiden.
Der Spiegel sollte auch mal bei der Heute-Show genauer hinschauen, denn da wird so penetrant geworben, dass es zum Erkennen der Schleichwerbung und Einschalten des hirneigenen Werbe-Filters wahrlich keiner großen Phantasie bedarf.
Es ist an der Zeit für alle Beteiligten, das ganz einfach offen zuzugeben und auch in die Gebührenkalkulation einflißen zu lassen, damit es aus der Ecke des Betruges herauskommt und ggf. Der Gebührenbeitrag gesenkt werden kann. - #3 13.01.2013 08:40 von
Schleichwerbung
Je strikter das Verbot der Werbung im Staatsvertrag, desto subtiler sind die Methoden des Fernsehens, diese zu umgehen. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn nicht der Zuschauer auch noch seinen Gebührenbeitrag dazu leistet. Deshalb erneut eine Forderung an die Politik: Wann schafft Ihr endlich diese unsägliche Gebührenschleicherei ab. Man könnte z.B beim ZDF anfangen!
- #4 13.01.2013 08:58 von
Schleichwerbung???
Bin etwas ämüsiert. "Wetten Dass..." war keine Schleichwerbung sondern offensichtliche und selbstverständliche Bühne für alle Promis, die einen neuen Film, ein neues Lied, ein neues Buch oder eine Hilfs-Aktion präsentieren wollten. Die Wetten waren nur Rahmenprogramm.
Fand die Veränderung in Tommys Manier immer lustig, wenn die Benz-Autos reinrollten - von frech-charmant binnen 1 Sekunde hin zu süßlich lächelnd.
Seien wir ehrlich: Gegen eine Interessenvermischung wie bei "Wetten dass..." dürften viele nicht gefeit sein - am wenigsten die lockeren Vögel, die beim Publikum am Besten ankommen. Wollte man so etwas zuverlässig verhindern, wären lange Verjährungsfristen und drakonische Strafen für Korruption nötig. Wollen wir das wirklich? - #5 13.01.2013 09:18 von
- #6 13.01.2013 09:25 von
- #7 13.01.2013 09:39 von
die Krux ist
dass hier via GEZ Pflichtbeiträge erhoben werden, eine wirksame Kontrolle letztlich nicht gegeben ist.
Rundfunk/Fernsehen ist eine große Familie, die sich weitgehend abgeschottet hat. Nur gelegentlich erfährt man, wer dann doch noch irgendwie dazwischen kommt, wenn man keinen Vater, Ehemann, Bruder etc. dort hat - da darf es dann schon mal der um Jahrzehnte ältere neue Lebenspartner sein. Sind denn wirklich alle so blauäugig, dass sie nicht sehen, wer da alles mit wem verschwippt und verschwägert ist. Uns so hat der liebe Thomas Gottschalk auch seinen Bruder ins Geschäft gebracht.
Das kann er ja gern tun, bei den Privaten. Bei den Öffentlichrechtlichen, in der eigenen Sendung, den Bruder ins Geschäft zu bringen, hat schon ein Geschmäckle. Anstatt teure Werbung zu schalten, Schleichwerbung in einer Sendung unterzubringen, muß sich ja rechnen - aber wohl kaum für die Rundfunkanstalt.
Es wird höchste Zeit, dass dieser Laden mal aufgeräumt wird.
Lammers hat das wohl inzwischen geschnallt, dass die Gebührenzahler diese Art von Volksbespaßung und Pfründewirtschaft leid sind, zumal sie es sind, die zur Kasse gebeten werden. - #8 13.01.2013 13:10 von
Schleichwerbung hat im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nichts zu suchen
Beim Privatfernsehen erwarte ich nichts anderes, bei den öffentlich-rechtlichen Sendern muss Schleichwerbung ein Tabu sein. Gemessen an den Einnahmen aus den Gebühren sollten Schleichwerbung-Einnahmen ja wohl Peanuts sein, die verzichtbar sind.
Interessant jedenfalls, wie sich Gottschalks die Taschen voll laden und sich noch Autos dazu stellen lassen müssen, die sie sicherhlich auch problemlos selbst bezahlen könnten... - #9 13.01.2013 16:38 von
Worin soll denn der Betrug bei Schleichwerbung bestehen ?
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