Ich bin im getroffenen Vergleich für "erst lesen". Das Lesen wird aber mit Film, nicht Hörerlebnis, verglichen. Habe ich ein Buch gelesen und sehe dann den darüber gedrehten Film, bin ich zwar meist enttäuscht - meine Vorstellungen waren farbiger, lebendiger, spannender, vielseitiger-vieldeutiger und überzeugender als der Film.
Aber zwischen Büchern zum Lesen und (wirklich komplett) vorgelesenen ist es für mich unmöglich zu entscheiden. Zwar ist die Qualität der beidemn Erlebnisse völlig unterschiedlich, aber nicht größer oder geringer bei einem von beiden. Man sagt: "mit den Augen geht man in die Welt hinaus - zu den Ohren kommt sie zu einem herein" - und mir erscheinen (gut) vorgelesene Bücher oft eindringlicher, markanter. Aus Gewohnheit und wegen der geringeren Verfügbarkeit von mich interessierenden Hörbüchern bei mir lese ich weitaus mehr - aber lieben tue ich beide Möglichkeiten gleichermaßen. Nur sind sie nicht gleich. "Frau Jenny Treibel" selbst gelesen oder von Gerhard Westphal vorgelesen - das ist ein ungeheurer Unterschied für mich. Ich glaube, im Hören genieße ich die Sprache intensiver.



