Trotz an Loriot und Robert Gernhardt geschulten Bewusstseins gilt der Humor der Deutschen gemeinhin als gering entwickelt. Wenn die Nation über Mario Barth und Bully Herbig lachte, hatte es intellektuelle Häme leicht. Aber wie steht es wirklich um den Humor hierzulande, in Filmen, Büchern, auf Bühnen und im Fernsehen? Wie lustig sind die Deutschen 2011?
In Deutschland Fremdwort.
°lustig° oder °blödeln° ist das Höchste.
Loriot war sicher eine Ausnahme....weit und breit gibt es da nix Adäquates.
Da schaue man mal etwas über die Grenze in die Schweiz: Schweizer Humor....einfach köstlich, Schluck für Schluck, wie eine gute Flasche Wein!
(weil der Schweizer sichselbst nicht ganz so ernst nimmt...)
Und wie kann Humor gering entwickelt sein? Fragen über Fragen. Aber selbstverständlich ist im Ausland alles besser als in Deutschland, auch der Humor.
Außerdem gibt es außer Bully und Barth in Deutschland keine Komödianten, nein, gibt es nicht. Armes Deutschland...Und immer wieder die gebetsmühlenartig zur Diskussion gestellten Vorurteile, an denen sich mit Sicherheit die Gemüter erhitzen. Wo ist da der Witz???
Naja, wie immer ist natürlich die Masse platter Mist. Das ist aber in allen Ländern und Kulturen so. Zum Beispiel wird allgemein der trockene britische Humor gelobt. Benny Hill etwa hat man dabei aber wohl übersehen. Und so reicht halt auch bei uns der Humorpegel von Nonstop Nonsens, Mario Barth und Büttenreden bis hinauf zu Loriot, Gernhardt, Dieter Hildebrandt, Volker Pispers und Georg Schramm. Nicht zu vergessen übrigens auch Leute wie Tucholski und Ringelnatz.
Was mir aber typisch deutsch zu sein scheint ist dieser inszenierte, ritualisierte und institutionalisierte Witz-Zirkus, sprich Karneval. Vielleicht gibt es aber ähnliches auch in anderen Ländern und ich weiß nur nichts davon.
Ach was.
"Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche."
Mehr hier: http://elib.suub.uni-bremen.de/publi...259_zehrer.pdf
Sie kennen Otto? Als der noch wirklich gut war, lag das nicht zuletzt an dem was Robert Gernhardt für ihn geschrieben hat. "Die Gabel des Teufels..." ist, wenn ich mich nicht irre, ein Beispiel. Seine wirkliche Blüte erreichte Gernhardt aber danach mit seiner sehr speziellen Lyrik.