Forum: Kultur
Bücher - welches sind Ihre aktuellen Favoriten?
Welche Neuerscheinungen aus der aktuellen Produktion der Verlage sind Ihnen aufgefallen? Haben Sie einen Autor oder eine Autorin (neu) entdeckt?
- #1130 26.01.2012 10:12 von
- #1131 26.01.2012 22:31 von
Ach... das ist aber umständlich. Man legt einfach irgend ein Lesezeichen in den Anhang (den Kassenzettel vom letzten Einkauf, die Stellenanzeige, auf die man sich bewerben wollte oder den Wisch mit dem 4-stelligen Zahlencode für den Geldautomaten - ist toll wenn man letzeren beim Aufräumen des Bücherregals wieder findet...)
Aber im Grunde plädiere ich für Ignorieren des Anhanges, bis man das Buch ausgelesen hat und anschließend die Erläuterungen ganz in Ruhe lesen. - #1132 26.01.2012 23:00 von
Übersetzungen sind nie so gut wie das Original, sagt die Binse, und die hat zuweilen doch recht. Ist mir aufgefallen bei den Übersetzungen der Romane von T. C. Boyle. Die sind sogar sehr gut, aber im Deutschen ist es schlicht nicht möglich, den lakonisch-knappen Stil 1:1 zu reproduzieren. Das hat nix mit der Qualität der Übersetzung zu tun, sondern schlicht mit der Sprache an sich. Englisch ist nun mal eine sehr differenzierte Sprache, es braucht im Deutschen schlicht mehr Wörter, um den gleichen Sachverhalt präzise darzustellen.
Auf der anderen Seite habe ich mal eine englische Übersetzung von Thomas Mann in die Finger gekriegt - und kann seither den Verdacht nicht ganz ausräumen, daß T. M. im angelsächischen Sprachraum als noch son Langweiler gilt.
Fußnoten? Halte ich für keine gute Idee. Die lenken doch nur ab. Besser - um bei Moby Dick zu bleiben - man versteht nicht so ganz genau, was es heißt, wenn sich jemand in die Jollen gekrenkt hat oder den Lev geluvt hat oder sonstwas, als dauernd von Fußnoten abgelenkt zu werden.
Viel gravierender finde ich, daß für die Lektüre von Moby Dick gewisse rudimentäre Kenntnisse der Bibel vonnöten sind, die im 19. Jh. auch bei Agnostikern und Atheisten vorhanden gewesen sein dürften, die man aber bei heutigen Lesern nicht immer vorrausetzen kann. - #1133 29.01.2012 13:48 von
- #1134 12.02.2012 15:28 von
in diesem Sinne
Hierzu passt m. M. n.: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenter stieg und verschwand." v. Jonas Jonasson.
Stand auch schon auf der Bestsellerliste des Spiegel.
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand | NDR.de - Kultur - Literatur - Buch-Tipps
SPIEGEL-Bestseller: Hardcover - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
Hat mir persönlich nicht so gefallen, weil zu surreal. Aber geschrieben wie gemalt: naiv. - #1135 02.03.2012 17:33 von
Ich hab den Kindle entdeckt und lese darauf eBooks aus Schleswig-Holstein
Dabei ist jeder Autor eine Neuentdeckung und Empfehlung wert:
Hätschelkind: Der erste Fall für Jan Swensen
Wilkenloh, Wimmer
Feuermal: Der zweite Fall für Jan Swensen
Wilkenloh, Wimmer
Die Beute Mensch: Ein Kiel-Krimi
Fröhlich, Rüdiger
Der Code des Lebens: Ein Kiel-Krimi
Fröhlich, Rüdiger
Oder vom Kieler Wartegeschichten Verlag eBooks wie z.B.
Mit dem Finger über die Landkarte
Faßbender, Rudi
Am Ende des Tages
Adelt, Germaine
Pfingstrosenträume
Rieger, Elsa
Sehr zu empfehlen! - #1136 02.03.2012 18:34 von
Im Moment lese ich viel zeitgenössische Lyrik.
Aktuell die Mini-Taschenbuchausgabe von M.Barth.
Siehe dazu den live Lese-Vortrag im Video hier:
Christine Prayon liest Mario Barth - Nußloch@Ladies Night (2011-09-03) - YouTube - #1137 07.03.2012 20:48 von
Gehen Sachbücher eigentlich auch? Also wenn sie besonders interessant sind? Ich will mir hier keineswegs den Zorn der Orthodoxen zuziehen ;-)
Habe vor kurzem Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen von Rainer Beck gelesen. Da wird ein Hexenprozess, in dem zwischen 1715 und 1723 bettelnde Kinder und Jugendliche im Bistum Freising angeklagt sind, Mäuse gezaubert zu haben, rekonstruiert. Das Besondere an diesem Prozess ist übrigens nicht, daß Kinder angeklagt waren, das kam wohl häufiger vor, sondern daß noch alle Prozessunterlagen komplett vorhanden sind. Obwohl mit dem Thema nicht ganz unvertraut, habe ich bisher noch nie eine derart sorgfältige Analyse der Zusammenhänge und Begleitumstände eines solchen Prozesses in die Hand bekommen.
Rainer Beck schweift scheinbar oft vom Thema ab, aber anders ist die aus heutiger Sicht völlig fremdartige Gedankenwelt der vormodernen Gesellschaft eben nicht verständlich. In dieser fremdartigen Welt ist der Teufel oder das Böse keine lediglich abstrakte Angelegenheit, sondern kann in beliebiger Gestalt jederzeit in jeder beliebigen Alltagssituation ganz real in Erscheinung treten. Der Teufel ist sozusagen allgegenwärtig (wobei man sich am Rande fragt, wie stark der Glauben damals wohl war, wenn das Böse angeblich so viel Verführungskraft hatte), man erzählt sich auch gerne einfach so Geschichten von Geistern und vom Teufel. So versteht man plötzlich, warum die angeklagten Kinder während des Verhörs ungefragt von angeblichen Begegnungen mit dem Leibhaftigen plaudern (ein Umstand der anfangs ausgesprochen irritiert) und die Inquisitoren diese Spinnereien umgehend als "Beweise" werten, jeden Widerruf dieser "Geständnisse" (als die Kinder nach den ersten vollstreckten Todesurteilen begreifen, in welcher Gefahr sie stecken) aber als Einflußnahme des Teufels deuten. Mit diesem gedanklichen Konstrukt sind sowohl das „Geständnis“ als auch der Widerruf desselben Beweis für die Realität des Teufels.
Der Prototyp der VT, könnte man sagen. Was zur VT paßt, bestätigt diese, was nicht paßt, ist eben Teil einer groß angelegten Vertuschungskampagne. Ist praktisch, so wächst die eigene Überzeugung von der "Wahrheit" selbst dann, wenn alle Indizien objektiv dagegen sprechen.
Da kommt einem dann doch so einiges bekannt vor...
Fazit: Das Buch strengt an. Aber es lohnt sich. - #1138 20.03.2012 23:52 von
Secret Love von Alec Cedric Xander
Also mein Lieblingsbuch ist Secret Love von Alec Cedric Xander. Eine Freundin hatte es mir empfohlen und ich bereue den Kauf überhaupt nicht. Die Geschichte liest sich flüssig, ist spannend, traurig ... einfach klasse. Leider musste ich das Buch extra in der Buchhandlung bestellen, da es nicht vorrätig war. Liegt wohl an der Homosexuellen Thematik, dabei ist es eins der besten Dramen die ich in letzter Zeit so in den Händen bekommen habe. Hat außer mir das Buch hier auch gelesen? Wenn ja, musstest ihr es auch erst bestellen oder habt ihr es online gekauft? Ich finde es schlimm, das gute Bücher manchmal echt so schwer zu finden sind. Hätte mich meine Beste nicht drauf aufmerksam gemacht, hätte ich es wohl nie gelesen.
Hier ist die Homepage des Künstlers, der auch modelt und so. Aber das Schreiben kann er wirklich sehr gut!
Alecs New Novel "Secret Love" Out Now! - Alec Cedric Xander Schriftsteller - #1139 04.04.2012 05:11 von
Hohe Breitengrade - oder Poesie von der Grenze
Kaum ein Buch hat mich in den letzten Monaten so berührt, wie der "Arktokosmos" von dem bislang unbekannten Stefan Holitschke. Entstanden aus den Eindrücken einer Überwinterung in der Arktis, berührt dieser kleine Gedichtband die "letzten" Fragen des Daseins. Stimmungsvolle Beschreibungen der arktischen Natur wechseln sich mit tiefgründigen Betrachtungen über das Leben ab.
Das Buch ist schlicht - und vielleicht gerade deswegen so ansprechend.
Es gibt auch eine Webseite dazu, mit weiteren Infos, Leseproben und Links:
Arktokosmos - Fragmente Stefan Holitschke
Die aktuellen Top-Themen

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