Bücher - welches sind Ihre aktuellen Favoriten?

Welche Neuerscheinungen aus der aktuellen Produktion der Verlage sind Ihnen aufgefallen? Haben Sie einen Autor oder eine Autorin (neu) entdeckt?
  1. #1130

    Zitat von Ty Coon Beitrag anzeigen
    Vielleicht wären Fußnoten die bessere Idee gewesen, weil sie nicht dazu zwingen, gleich um hunderte Seiten vor- und wieder zurückzublättern.
    Ja - irgendwie blöd mit den Anhängen, aber oft so hilfreich.
    Für mich habe ich die Lösung gefunden: ich kopiere den Anhang, mir ist das vor- und zurückblättern einfach zu lästig.
  2. #1131

    Zitat von sinta Beitrag anzeigen
    Ja - irgendwie blöd mit den Anhängen, aber oft so hilfreich.
    Für mich habe ich die Lösung gefunden: ich kopiere den Anhang, mir ist das vor- und zurückblättern einfach zu lästig.
    Ach... das ist aber umständlich. Man legt einfach irgend ein Lesezeichen in den Anhang (den Kassenzettel vom letzten Einkauf, die Stellenanzeige, auf die man sich bewerben wollte oder den Wisch mit dem 4-stelligen Zahlencode für den Geldautomaten - ist toll wenn man letzeren beim Aufräumen des Bücherregals wieder findet...)
    Aber im Grunde plädiere ich für Ignorieren des Anhanges, bis man das Buch ausgelesen hat und anschließend die Erläuterungen ganz in Ruhe lesen.
  3. #1132

    Zitat von Ty Coon Beitrag anzeigen
    Jaja, die Übersetzung von Matthias Jendis. Man hat jetzt wirklich schon viele Lobeshymnen drüber gehört, sie ist wirklich von geschliffenem Deutsch und bemüht sich offenbar sehr, den Originalton Melvilles bestmöglich zu bewahren. Hab schonmal ein bißchen drin gestöbert, und sie gefällt mir sehr gut. Die Idee mit dem nautischen Lexikon ist gut, die vielen Anmerkungen am Ende des Buches lenken hingegen eher vom Text ab. Sie sollen wohl beweisen, wie ernst es Jendis mit dieser Arbeit meinte. Na gut. Man kann sie ja immer noch ignorieren. Vielleicht wären Fußnoten die bessere Idee gewesen, weil sie nicht dazu zwingen, gleich um hunderte Seiten vor- und wieder zurückzublättern.
    Übersetzungen sind nie so gut wie das Original, sagt die Binse, und die hat zuweilen doch recht. Ist mir aufgefallen bei den Übersetzungen der Romane von T. C. Boyle. Die sind sogar sehr gut, aber im Deutschen ist es schlicht nicht möglich, den lakonisch-knappen Stil 1:1 zu reproduzieren. Das hat nix mit der Qualität der Übersetzung zu tun, sondern schlicht mit der Sprache an sich. Englisch ist nun mal eine sehr differenzierte Sprache, es braucht im Deutschen schlicht mehr Wörter, um den gleichen Sachverhalt präzise darzustellen.
    Auf der anderen Seite habe ich mal eine englische Übersetzung von Thomas Mann in die Finger gekriegt - und kann seither den Verdacht nicht ganz ausräumen, daß T. M. im angelsächischen Sprachraum als noch son Langweiler gilt.

    Fußnoten? Halte ich für keine gute Idee. Die lenken doch nur ab. Besser - um bei Moby Dick zu bleiben - man versteht nicht so ganz genau, was es heißt, wenn sich jemand in die Jollen gekrenkt hat oder den Lev geluvt hat oder sonstwas, als dauernd von Fußnoten abgelenkt zu werden.
    Viel gravierender finde ich, daß für die Lektüre von Moby Dick gewisse rudimentäre Kenntnisse der Bibel vonnöten sind, die im 19. Jh. auch bei Agnostikern und Atheisten vorhanden gewesen sein dürften, die man aber bei heutigen Lesern nicht immer vorrausetzen kann.
  4. #1133

    Lesenswert!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Welche Neuerscheinungen aus der aktuellen Produktion der Verlage sind Ihnen aufgefallen? Haben Sie einen Autor oder eine Autorin (neu) entdeckt?
    Ich verschlinge alles von John Irving und warte schon sehnsüchtig auf sein neues Buch, das im Mai kommt.

    Besonders gut udn empfehlenswert:

    The New Hampshire Hotel
    Owen Meany
    The Cider House Rules

    Genial!
  5. #1134

    in diesem Sinne

    Zitat von coisalouca Beitrag anzeigen
    Ich verschlinge alles von John Irving und warte schon sehnsüchtig auf sein neues Buch, das im Mai kommt.

    Besonders gut udn empfehlenswert:

    The New Hampshire Hotel
    Owen Meany
    The Cider House Rules

    Genial!
    Hierzu passt m. M. n.: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenter stieg und verschwand." v. Jonas Jonasson.
    Stand auch schon auf der Bestsellerliste des Spiegel.
    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand | NDR.de - Kultur - Literatur - Buch-Tipps
    SPIEGEL-Bestseller: Hardcover - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Hat mir persönlich nicht so gefallen, weil zu surreal. Aber geschrieben wie gemalt: naiv.
  6. #1135

    Ich hab den Kindle entdeckt und lese darauf eBooks aus Schleswig-Holstein

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Welche Neuerscheinungen aus der aktuellen Produktion der Verlage sind Ihnen aufgefallen? Haben Sie einen Autor oder eine Autorin (neu) entdeckt?
    Dabei ist jeder Autor eine Neuentdeckung und Empfehlung wert:

    Hätschelkind: Der erste Fall für Jan Swensen
    Wilkenloh, Wimmer

    Feuermal: Der zweite Fall für Jan Swensen
    Wilkenloh, Wimmer

    Die Beute Mensch: Ein Kiel-Krimi
    Fröhlich, Rüdiger

    Der Code des Lebens: Ein Kiel-Krimi
    Fröhlich, Rüdiger

    Oder vom Kieler Wartegeschichten Verlag eBooks wie z.B.

    Mit dem Finger über die Landkarte
    Faßbender, Rudi

    Am Ende des Tages
    Adelt, Germaine

    Pfingstrosenträume
    Rieger, Elsa

    Sehr zu empfehlen!
  7. #1136

    Im Moment lese ich viel zeitgenössische Lyrik.
    Aktuell die Mini-Taschenbuchausgabe von M.Barth.

    Siehe dazu den live Lese-Vortrag im Video hier:

    Christine Prayon liest Mario Barth - Nußloch@Ladies Night (2011-09-03) - YouTube
  8. #1137

    Gehen Sachbücher eigentlich auch? Also wenn sie besonders interessant sind? Ich will mir hier keineswegs den Zorn der Orthodoxen zuziehen ;-)

    Habe vor kurzem Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen von Rainer Beck gelesen. Da wird ein Hexenprozess, in dem zwischen 1715 und 1723 bettelnde Kinder und Jugendliche im Bistum Freising angeklagt sind, Mäuse gezaubert zu haben, rekonstruiert. Das Besondere an diesem Prozess ist übrigens nicht, daß Kinder angeklagt waren, das kam wohl häufiger vor, sondern daß noch alle Prozessunterlagen komplett vorhanden sind. Obwohl mit dem Thema nicht ganz unvertraut, habe ich bisher noch nie eine derart sorgfältige Analyse der Zusammenhänge und Begleitumstände eines solchen Prozesses in die Hand bekommen.
    Rainer Beck schweift scheinbar oft vom Thema ab, aber anders ist die aus heutiger Sicht völlig fremdartige Gedankenwelt der vormodernen Gesellschaft eben nicht verständlich. In dieser fremdartigen Welt ist der Teufel oder das Böse keine lediglich abstrakte Angelegenheit, sondern kann in beliebiger Gestalt jederzeit in jeder beliebigen Alltagssituation ganz real in Erscheinung treten. Der Teufel ist sozusagen allgegenwärtig (wobei man sich am Rande fragt, wie stark der Glauben damals wohl war, wenn das Böse angeblich so viel Verführungskraft hatte), man erzählt sich auch gerne einfach so Geschichten von Geistern und vom Teufel. So versteht man plötzlich, warum die angeklagten Kinder während des Verhörs ungefragt von angeblichen Begegnungen mit dem Leibhaftigen plaudern (ein Umstand der anfangs ausgesprochen irritiert) und die Inquisitoren diese Spinnereien umgehend als "Beweise" werten, jeden Widerruf dieser "Geständnisse" (als die Kinder nach den ersten vollstreckten Todesurteilen begreifen, in welcher Gefahr sie stecken) aber als Einflußnahme des Teufels deuten. Mit diesem gedanklichen Konstrukt sind sowohl das „Geständnis“ als auch der Widerruf desselben Beweis für die Realität des Teufels.

    Der Prototyp der VT, könnte man sagen. Was zur VT paßt, bestätigt diese, was nicht paßt, ist eben Teil einer groß angelegten Vertuschungskampagne. Ist praktisch, so wächst die eigene Überzeugung von der "Wahrheit" selbst dann, wenn alle Indizien objektiv dagegen sprechen.
    Da kommt einem dann doch so einiges bekannt vor...

    Fazit: Das Buch strengt an. Aber es lohnt sich.
  9. #1138

    Secret Love von Alec Cedric Xander

    Also mein Lieblingsbuch ist Secret Love von Alec Cedric Xander. Eine Freundin hatte es mir empfohlen und ich bereue den Kauf überhaupt nicht. Die Geschichte liest sich flüssig, ist spannend, traurig ... einfach klasse. Leider musste ich das Buch extra in der Buchhandlung bestellen, da es nicht vorrätig war. Liegt wohl an der Homosexuellen Thematik, dabei ist es eins der besten Dramen die ich in letzter Zeit so in den Händen bekommen habe. Hat außer mir das Buch hier auch gelesen? Wenn ja, musstest ihr es auch erst bestellen oder habt ihr es online gekauft? Ich finde es schlimm, das gute Bücher manchmal echt so schwer zu finden sind. Hätte mich meine Beste nicht drauf aufmerksam gemacht, hätte ich es wohl nie gelesen.

    Hier ist die Homepage des Künstlers, der auch modelt und so. Aber das Schreiben kann er wirklich sehr gut!

    Alecs New Novel "Secret Love" Out Now! - Alec Cedric Xander Schriftsteller
  10. #1139

    Hohe Breitengrade - oder Poesie von der Grenze

    Kaum ein Buch hat mich in den letzten Monaten so berührt, wie der "Arktokosmos" von dem bislang unbekannten Stefan Holitschke. Entstanden aus den Eindrücken einer Überwinterung in der Arktis, berührt dieser kleine Gedichtband die "letzten" Fragen des Daseins. Stimmungsvolle Beschreibungen der arktischen Natur wechseln sich mit tiefgründigen Betrachtungen über das Leben ab.
    Das Buch ist schlicht - und vielleicht gerade deswegen so ansprechend.

    Es gibt auch eine Webseite dazu, mit weiteren Infos, Leseproben und Links:

    Arktokosmos - Fragmente Stefan Holitschke