Deadwood von Pete Dexter, genial.
Welche Neuerscheinungen aus der aktuellen Produktion der Verlage sind Ihnen aufgefallen? Haben Sie einen Autor oder eine Autorin (neu) entdeckt?
Deadwood von Pete Dexter, genial.
http://www.perlentaucher.de/buch/35498.html
Hier gibt es auch eine kleine Rzension.
Liebe Grüße
Hallo!
Habe vor kurzem eine kleine Perle - oder besser, ein Eiskristall? - unter den Neuerscheinungen im Bücherherbst gefunden: "Arktokosmos - Fragmente" von Stefan Holitschke. Es ist ein Gedichtband, der unter dem Eindruck einer Überwinterung auf Spitzbergen und jahrelanger Reisen im Norden verfasst wurde. Das Buch beschreibt diese eisige Welt so wunderschön und plastisch - da meint man glatt, die Eisberge, Eisbären und Gletscher würden direkt vor einem auftauchen. Es kommt authentisch rüber und hat was Originelles. Da geht es um den Menschen in der Eiswüste und Gedanken von den letzten Dingen, ebenso wie dieser grandiosen Natur, die für uns in unseren warmen Ohrensesseln ausser täglicher Nachrichten über Klimaerwärmung schon sehr weit weg ist. Gibt auch ne Webseite (mit Leseproben, Bildern) zu dem Buch: http://arktokosmos.de.vu/
Fazit: Ich kann es nur sehr empfehlen! Buch und Ebook sind toll aufgemacht, sprechen mit einem schönen Cover und ansprechenden Illustrationen vom Autor selbst sehr an. Der Inhalt ist wirklich komplex und zwischen Naturpoesie und Existenzphilosophie in den Weiten und Bildern des Nordens "schwebend". Gerade in dieser trüben Jahreszeit war dieser Gedichtband wie ein kleines strahlendes Nordlicht der Weisheit.
Beste Grüsse,
Christian Schmidt
Bibliographische Info:
Stefan Holitschke
Arktokosmos - Fragmente
ISBN: 978-3-941930-63-6
Hallo!
Gerade nochmal den Link (http://arktokosmos.de.vu/)getestet, funktioniert einwandfrei bei mir?
Alternativ habe ich gerade mal den Link vom Verlag hervorgekramt (ebenso mit Autorinfo, Leseproben):
http://asaro-verlag.de/shop_1/index....&rubrik2=Lyrik
In der Amazon Autorenzentrale findet man auch was, hab ich gerade gesehen:
http://www.amazon.de/Stefan-Holitsch..._athr_dp_pel_1
Hoffe, ein wenig geholfen zu haben.
Beste Grüsse,
CS
Was mich jüngst begeistert hat:
Started Early, Took My Dog
von Kate Atkinson
Deutscher Titel: Das vergessene Kind (Ich frage mich schon länger, wer sich in den Verlagen eigentlich deutsche Titel für fremdsprachliche Bücher ausdenkt).
Eine pensionierte Polizistin stellt ihr Leben auf den Kopf, als sie sieht, wie in einem belebten Einkaufscentrum eine drogenabhängige Prostituierte ein weinendes kleines Mädchen hinter sich her schleift und ihr einem plötzlichen Impuls folgend das Kind abkauft.
Ein Detektiv sucht im Auftrag einer als Kind adoptierten Neuseeländerin deren leibliche Eltern, stellt fest, daß alle Spuren in der Sackgasse enden, hat seit kurzem seine Vorliebe für Gedichte von Emily Dickinson endeckt und stiehlt eines Tages einen Hundewelpen, der von seinem Halter brutal mißhandelt wird.
Eine alternde Schauspielerin merkt, daß sie langsam dement wird, gerade als sie noch einmal eine Mini-Rolle in einer Soap bekommen hat, ihr schwirren zwar tausend Zitate aus diversten Theaterstücken durch den Kopf, nur wo sie das Portemonnaie gelassen hat, weiß sie nicht mehr.
Dazwischen immer wieder Rückblenden zu einem Verbrechen aus dem Jahr 1975 – und einige äußerst nervöse noch amtierende oder pensionierte Polizisten in der Gegenwart, die sich fragen, warum auf einmal zwei (!) Privatdetektive auftauchen, die Fragen dazu stellen.
Erst nach und nach laufen die verschiedenen Handlungsstränge zusammen. Wobei des öfteren das gleiche Geschehen aus der Perspektive verschiedener Personen geschildert wird, leicht zeitversetzt, so daß dem Puzzle immer wieder neue Teilchen hinzugefügt werden.
Und das alles ist nicht nur äußerst spannend (und ohne einen einzigen Verstoß gegen die Logik!) komponiert, sondern überzeugt auch sprachlich, zumindest wenn man was übrig hat für den distanziert-trockenen angelsächsischen Humor. Es ist schon ziemlich genial, wie Kate Atkinson mit wenigen Sätzen die Atmosphäre der 70er Jahre herauf beschwört oder mit feinem Witz kurz und knapp die Misere der Gegenwart auf den Punkt bringt. Als Dreingabe bekommt man noch äußerst scharfsinnige – mit Vorliebe im Nebensatz versteckte – Reflexionen über das Leben im Allgemeinen.
Allerdings: Bei dem Versuch, mehr über die Autorin heraus zu bekommen, bin ich auf viele Kritiken gestoßen, die sich über die miserable Übersetzung ins deutsche empören.
Sollten die recht haben, weiß ich nicht, was im Verlagswesen so abläuft.
Wenn ein Roman aus Usbekistan nicht optimal übersetzt wird, kann man das vielleicht damit entschuldigen, daß es nicht so arg viele Übersetzer gibt.
Aber geeignete Übersetzer aus dem englischen sollten doch wohl ausreichend vorhanden sein.
Also lieber das Original wählen.
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Ein Erfahrungsbericht über den Alltag und die Kriegsverbrechen im Tschetschenien-Krieg. Wer vor dem Krieg ein netter Junge war, kann hier zum Monster werden. Wer früher bereits als Killer und hoffnungsloser Fall abgestempelt war, kann selbst hier auch seine menschliche Seite zeigen. Beim Überleben kommt jedoch bei allen die Rücksichtslosigkeit des Krieges zum Vorschein. Gut ist dass der Autor nicht versucht hat, seine Person durchweg gut darzustellen. Ein ehrlicher Bericht über die brutale Realität. Ich würde mir mehr solch schonungslose Bücher wünschen, zum Beispiel für den Irak- oder Afghanistan-Krieg. Leider wirken die meisten jedoch sehr zensiert.