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Wie mächtig ist Microsoft noch?

Ein europäisches Gericht hat die Beschwerde des US-Softwarekonzerns Microsoft gegen ein von der EU-Kommission verhängtes Bußgeld zurückgewiesen. Wie mächtig ist Microsoft tatsächlich noch?
  1. #110

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein europäisches Gericht hat die Beschwerde des US-Softwarekonzerns Microsoft gegen ein von der EU-Kommission verhängtes Bußgeld zurückgewiesen. Wie mächtig ist Microsoft tatsächlich noch?
    Was soll diese Frage? Die Konzentration auf die Frage nach der Macht kenne ich aus "DDR"-Zeiten. Nicht weniger sozi-verwirrt ist die klammheimliche Freude über alle Erfolgreichen, die man quasi als "besiegt" ansieht! Denn Erfolg ist mittlerweile in der EUdSSR verdächtig. Hat sich hier eine deutsche Mentalität epidemisch ausgebreitet??
  2. #111

    Microsoft muß man nicht auf dem Rechtsweg beiseite räumen. Für mich hat Linux so viel Qualität, dass ich es jederzeit Konkurrenzprodukten vorziehe. So lange ich darin Vorteile sehe und die Weiterentwicklung schön vorangeht, ist es mir auch recht Wurscht, mit wie vielen Leuten ich mein Glück teile.

    Qualität kann man nicht am kommerziellen Erfolg messen. So hätte ich gern Wettbewerb z.B. bei Videoschnitt-Software (freies Programm Kino oder kommerzielles Main Actor 5), gern eine DVD-Authoring-Software, die z.b. dvdwizzard (Durch Werbung für den Autor verseucht) oder qdvdauthor überlegen ist, gern einen kommerziellen HD-Video-Player, der Bluraydisc/HD-DVD mit dem kommerziellen nVIDIA Pure View beschleunigt.

    Hier schläft z.B. Intervideo fröhlich vor sich hin. LinDVD wurde zwar einmal entwickelt, dann aber nicht an Endkunden verkauft und unterstützt bisher keine HD-Medien sowie die für freie Entwickler nicht zugänglichen (aber sehr wohl für kommerzielle) Beschleunigungsfunktionen meiner Grafikkarte. So gibt es keinen Mehrwehrt gegenüber vlc, xine, mplayer, ogle usw..

    Windows XP hat so einige Macken bei der Hardware-Erkennung. Z.B. müllt sich auch das ganze USB-System gern ein, bis so manche Geräte nicht mehr funktionieren. So habe ich z.B. einen Scanner abgestaubt, der mit Ubuntu Dapper auf anhieb funktioniert. *freu*

    Auch die Motorola Phone Tools von Avanquest machten auf einem anderen Rechner Probleme bei der Handyerkennung. Nach der Installation von moto4lin hatte ich dagegen in Sekunden alle benötigten Daten aus dem Handyspeicher auf die Festplatte kopiert. Ich brauche keine 100MB-Software, sondern nur ein kleines, einfaches und zuverlässiges Programm.

    Seit 8 Monaten gibt es eine Petition, die 18000 Online-Unterzeichner hat, uns aus der rechtlichen Grauzone rauszuholen, wenn wir Linuxer die Streams der EU-Ratssitzungen angucken wollen. Auf der EU-Seite steht, dass man sich kostenlos den vic runterladen kann, um die wmv-Streams anzugucken. Von freien Videoformaten keine Spur! Ein Teil des EU-Apparates führt einen (unsinnigen) Feldzug gegen Microsoft, der andere Teil sorgt dafür, daß Microsoft seine Marktmacht weiterhin ausnutzen kann.

    Anstatt Microsoft einfach Microsoft sein zu lassen und den alternativen Systemen nicht unnötig Steine in den Weg zu legen, erlebt man ein EU-Theater.
  3. #112

    Alles nur temporär

    Die Stärke von Microsoft ist eigentlich die Schwäche von den andren. Ich hatte jahrenlang OS/2 benutzt. OS/2 war seiner Zeit technisch weiter voraus. So gut Multitasking-Fähigkeit habe ich seither nicht mehr erlebt. Ein Beispiel: ein Floppy-Diskette kann wirklich im Hintergrund formatiert und kopiert werden, ohne eine andere Anwendung davon merkt. Nun hat IBM damals versäumt, selbst eine passende Bürosoftware dafür zu schreiben, und immer auf anderen Firmen verlassen. Später hat IBM mit OS/2 mehr auf Firmenkunden konzentriert. Jeder, der mit OS/2 schon zu tun hat, kann mir bestättigen, dass OS/2 ein sehr gutes Produkt ist. Jetzt ist OS/2 endgültig vom Markt verschwunden.

    Ich habe jetzt auf meinem PC sowohl Linux und Windows XP installiert. Linux wiederholt nur die Geschichte von UNIX uns hat sich längst in 2 Lage gespalten: Red Hat und SuSE. Die beiden variante sind nicht 100 Prozent kompatible zu einander. Der bieherige größte Opfer von Linux heisst Sun. Als wirkliche Gefahr für Microsift im Desktop-Bereich ist Linux wirklich nicht. Da sind meisten Anwender doch zu bequem. Apple ist für mich auch keine Alternative zu Microsoft. In der Wirklichkeit ist Apple nur ein Microsoft im kleinen Ausmaß. In mancher Hinsicht sogar noch schlimmer, da Apple nicht wirklich an einen Standard interessiert ist.

    Die wirkliche Macht von Microsoft beruht auf Office Software. Wenn ich bei mir im Unternehmen sehe, da sind so viele VBA-Anwendungen für Word, Excel und Access, dass eine Umstellung auf eine anderen Office-Software fast unmöglich macht.

    Heute ist Microsoft nicht mehr so mächtiger wie noch vor 10 Jahren. Google wird vieleicht eines Tages viel mächtiger sein als Microsoft.
  4. #113

    Zitat von tito Beitrag anzeigen
    natürlich verdienen viele an den MS Systemen. Wovon leben die Leute, die an Linux herumbasteln? Alles Hobby? So siehts dann auch nach jahren noch aus.
    Die Zeiten sind schon lange vorbei. Wann haben Sie sich zuletzt eine Linuxdistribution angesehen?

    Heutzutage wird Linux in vielen Bereichen für Benutzerfreundlichkeit gelobt, wie man sie bei Windows noch lange nicht hat. Milliardenschwere Firmen bieten Linuxprodukte an und bezahlen tausende Entwickler. Mit Hobby hat das schon lange nichts mehr zu tun.
  5. #114

    Bürokraken beherrschen Europa

    Was ist das nur wieder für ein Quatsch? Ich benutze Mac, weil ich keinen Windows-PC haben möchte. Das war ganz einfach. Man geht in einen Laden (oder online) und kauft sich einen Mac. Ich brauche keine Hilfe aus Brüssel um mich zu entscheiden.

    Für mich war es ganz einfach, ich habe nicht 6 Jahre und aber Millionen Euro gebraucht um mich von MS zu befreien.

    P.S.: Ich habe ja nur Angst, dass Apple in Zukunft auch nicht mehr integrierte Systeme verkaufen darf. Nur weil sich so ein Bürokrat in Brüssel als Bezwinger großer Mächte profilieren will.
  6. #115

    Zitat von tito Beitrag anzeigen
    Linux und andere sind dem Bastlerstatus nie entwachsen, Apple hat mit seiner Hochpreispolitik von einer breiten Marktbesetzung von Beginn an Abstand genommen. Was kann MS dafür, daß alle anderen pennen? Wissen Sie, wieviel der Umstieg auf Linux für eine kleine Firma kostet?

    Ich bin wahrlich kein Freund von MS, aber die Konkurrenz schläft tief und fest.
    Selten so einen uninformierten Quark gelesen.
    Diese ganze Diskussion hier ist doch eh Neppich. Es geht hier schlicht um eine wettbewerbsregulierende Maßnahme: Hat Microsoft seine Marktmacht missbraucht oder nicht? Und da ist das Gericht dem gefolgt, was wohl jeder der sich ein wenig in dem Bereich auskennt bestätigen wird: Ja, Microsoft hat die Verbreitung seiner Betriebssysteme (deren Qulität sicher nicht so schlecht ist wie oft dargestellt) als Druckmittel benutzt um eigene Produkte in den Markt zu drängen. So was wird nun mal bekämpft (oder sollte es zumindest), egal ob es um einen - hypothetischen - Wurstfabrikanten oder eine Softwareschmiede geht. Und wer nicht glaubt dass so etwas wie Wettberwerbshüter, egal ob national oder europäisch, notwendig ist, sollte vielleicht mal einen Blick in ein Wirtschaftslehre-Buch werfen. keine Sorge, dauert nicht lange - das ist so grundlegend, das kommt auf dne ersten zwanzig Seiten vor. ;-)
  7. #116

    Zitat von tito Beitrag anzeigen
    Weshalb sollte ich denn MS zerschlagen wollen? Nur weil es Ihnen nicht gefällt? Auf welcher Rechtsbasis wollen Sie etwas zerschlagen, was Ihnen nicht gehört?

    Linux und andere sind dem Bastlerstatus nie entwachsen, Apple hat mit seiner Hochpreispolitik von einer breiten Marktbesetzung von Beginn an Abstand genommen. Was kann MS dafür, daß alle anderen pennen? Wissen Sie, wieviel der Umstieg auf Linux für eine kleine Firma kostet? Die Großen mit sowieso vorhandener IT-Abteilung könnten sich das eher leisten.

    natürlich verdienen viele an den MS Systemen. Wovon leben die Leute, die an Linux herumbasteln? Alles Hobby? So siehts dann auch nach jahren noch aus.

    Ich bin wahrlich kein Freund von MS, aber die Konkurrenz schläft tief und fest.
    Hi Tito,
    [stefkarr] gebraucht m.E. etwas zu dramatische Worte, meint aber das Richtige. Der Markt reguliert das Fehlverhalten von Firmen im Normalfall ... indem der Verbraucher die Wahl hat, welches Produkt ihm besser zusagt. Microsoft benutzt aber seine Finanzstärke nicht zur Verbesserung des eigener Produkte, sondern kauft mit mehr oder minder groben Geschäftsgebaren die Konkurrenz vom Markt, manipuliert die Presse und lügt in den Werbeaussagen an der Grenze zur Strafbarkeit. VISTA sollte eigentlich ein auf UNIX basierendes nagelneues Betriebsystem sein (ähnlich wie MAC OS-X auf UNIX basiert) ... Microsoft hat 5 Jahre benötigt um letztendlich mit einem Flop auf den Markt zu kommen. Dies würde normalerweise vom Markt mit einem gigantischen Verlust für Microsoft bestraft ... nur alle Computerhersteller liefern "treu und hilfreich" ihre neuen Computer mit VISTA aus ... und dies nicht weil der Kunde es so will, sondern weil Microsoft es so diktiert.
    Abweichler sind aber schon zu beobachten. Die Firma DELL liefert vorsorglich MS-XP mit aus und der Kunde kann sich statt dem vorinstallierten VISTA das bewährte MS-XP OS installieren. Im weiteren weist die Firma DELL darauf hin, dass eine Reihe von Softwareprodukten mit dem Betriebsystem Vista erhebliche Probleme haben incl. Standard Software wie (Symantec's) Norton AntiVirus & Internet Security.
    Achtung: Zumindest in der englishen VISTA Version werden beim Uninstall von NORTON sämtliche Netzwerktreiber gelöscht und können nur mit einem sehr umständlichen Verfahren wieder installiert werden. Das lässt Symantec alt aussehen, in Wahrheit möchte Microsoft seine eigenen Sicherheitsprodukte in den Vordergrund stellen.

    Die Konkurrenz von MS schläft nicht tief und fest, sondern ist von Microsoft mit brutalen Methoden vom Markt gedrängt worden.
  8. #117

    Unabhängig von eventuell anders ausfallender juristischer Beurteilung, ist für mich folgendes klar: Windows ist nicht irgendein Programm, auch nicht irgend ein Betriebssystem. Es ist eine Basis-Infrastruktur der Informationstechnologie. Eine Infrastruktur, für die ein Unternehmen, Mircrosoft, ein Monopol hält. Dieses Unternehmen erlaubt es sich, Wettbewerb nur in einigen begrenzten Bereichen (Anwendungssoftware etc) zu gestatten. Was die Interaktion einzelner Zellen dieser Infrastruktur angeht, seien es das NTFS-Dateisystem, was erst in jüngster Zeit von der Konkurrenz ausreichend entschlüsselt wurde, oder die Netzwerktechnologie (SMB-Protokoll, Active Directory etc.), legt Microsoft konkurrierenden Anbietern Steine in den Weg, wo sie nur können. Das eigentliche Problem ist Laien nur schwer deutlich zu machen, weil sich nur schlecht eine Metapher finden lässt, die das Problem begreifbar schildert.

    Im Grunde ist Microsoft ein Staat. Kein demokratisch gewählter, sondern einer, der entstanden ist, weil jemand zur rechten Zeit einen weißen Fleck auf der Landkarte eines noch relativ unerforschten Planeten für sich beanspruchte, und anderen gestattete, Bürger dieses Staates zu werden, unter den Gesetzen (EULA), die er sich überlegt hatte. Zu Anfang konnte man sich noch aussuchen, ob man diesem Staat beitreten wollte. Weil er aber immer weiter expandierte und alle das für vollkommen richtig hielten, umfasst dieser Staat inzwischen den gesamten bekannten Erdkreis, einzig ein paar kleine Inselchen sind bis dato verblieben. Dieser Staat folgt nicht dem Kapitalismus und der freien Marktwirtschaft, sondern der Planwirtschaft: Ob ein Unternehmer (Anbieter von Zusatzsoftware) Geschäfte machen darf oder nicht, entscheidet Microsoft je nach Gusto. Microsoft begrenzt die Möglichkeiten der Unternehmer nach belieben, gründet immer wieder Staatsunternehmen als direkte Konkurrenten und schließt mitunter ganze Märkte von einem auf den anderen Tag. Da sich der Staat aus vielen kleinen Inseln zusammensetzt, gibt es auch jede Menge Häfen. Der ganze Planet lebt vom Warenaustausch, der innerhalb des MS-Staates problemlos möglich ist, wenn man die staatseigenen Transportunternehmen bemüht. Der Handelsverkehr zu und von den unabhängigen Inseln ist auf ein paar halblegale Transporte bei Nacht und Nebel beschränkt. Da der Staat die Schifffahrtswege und die Spezifikationen der Häfen geschlossen hält und ständig umbaut, sind einige Häfen relativ gut, viele relativ schlecht und einige gar nicht ereichbar.

    Das könnte man noch deutlich weiter spinnen. Tatsache ist, dass man Microsoft nicht einfach mit Autoherstellern, Zeitungsverlegern etc vergleichen kann, weil die IT-Welt nach ihren völlig eigenen Regeln funktioniert. Selbst mit einem Infrastrukturanbieter wie der Bahn ist MS im Grunde nicht vergleichbar. Deswegen nützt es auch nicht es "dem Markt zu überlassen". Der Möglichkeiten, sich des Wettbewerbs in diesem Bereich zu entziehen sind zu viele, wie man nicht zuletzt auch an Apple sieht, die ähnliches in viel kleinerem Rahmen, aber leider auch viel radikaler, ebenfalls betreiben. Da muss regulierend eingegriffen werden, oder eine Infrastruktur, auf die wir heutzutage angewiesen sind, verbleibt auf ewig in der Hand eines geldgierigen Despoten. Nicht, weil Microsoft schlechter wäre als andere Firmen, sondern weil Gelegenheit Diebe macht.
  9. #118

    Wie mächtig ist Microsoft noch

    Der einzige mächtige im Lande ist die EU!
  10. #119

    Zitat von mcinternet Beitrag anzeigen
    Wenn ich M$-Boss wäre, würde ich mit Wirkung von heute an in der €U jeden Verkauf und JEDEN Support (auch Updates etc.) stoppen/verweigern. Mal sehen, wie lange diese bekloppten €urokraten das Urteil dann aufrecht erhalten. Notfalls kann sich M$ dann ganz vom €urokratenmarkt zurückziehen und die Lizenzen für alle Produkte verweigern.
    Das Urteil dient meiner bescheidenen Meinung nach nur dazu, den Sack der €U zu füllen und den €U-Parlamentariern das Salär zu verbessern.
    Und damit einen wichtigen und einträglichen Markt mit einer Bevölkerungszahl von rund 493 Mio aufgegeben?

    So dämlich ist MS nicht, Sie allerdings haben hier wohl zu heiß gebadet und reflexhaft auf "EU" reagiert...








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