Vielen Dank für Ihren Artikel, der sich problemlos auf alle Journalisten in technischen Fachbereichen ausweiten läßt. Einen Absatz habe ich eben einem Kollegen vorgelesen und dieser dachte ich spreche von unserer Branche.
Die Leserzahlen schwinden, schwindet auch die Relevanz? Ist die Krise der Deutschen Videospiel-Fachpresse hausgemacht? Diskutieren Sie mit!
Vielen Dank für Ihren Artikel, der sich problemlos auf alle Journalisten in technischen Fachbereichen ausweiten läßt. Einen Absatz habe ich eben einem Kollegen vorgelesen und dieser dachte ich spreche von unserer Branche.
Ich kann dem Artikel nur bedingt zustimmen und dessen Inhalt nachvollziehen.
Ich bin weder Hardcore- noch Casual Gamer sondern irgendwo dazwischen und ihc lese auch noch hin und wieder (vielleicht 3-4x jährlich) eine der angesprochenen Zeitschriften.
Herr Schmidt kristisiert, dass wirklich jedes Faktum der Spielmechanik auseinandergenommen wird. Ok, aber was ist falsch daran. Mir persönlich ist es in dem Fall wichtig, was ich in dem Spiel machen kann und was nicht. Sowas ist schon seit jeher mit kaufentscheidend für mich.
Ganz nebenbei findet man randnotozen wie Waffen-, Klassen oder Rassenbeschreibung oftmals in extra Kästchen neben dem Artikel, so dass diese zwar Beiwerk, aber nicht direkt Inhalt sind. So muss nämlich jemand, der eben nicht jede Waffe kennen will, diesen Zusatztext auch nicht lesen. Bis hierhin also nur bedingt nachvollziehbar für mich.
Als nächstes wird anhand des Beispiels Deus Ex der vergleichende Jpurnalismus kristisiert. Aber sind Forsetzungen nicht gerade für Fans von (erfolgreichen) Vorgängern? Was ist falsch daran zu beschreiben, was dieser besser, schlecht oder einfach anders macht, als der oder die Vorgänger? So kann sich der Leser doch i.d.R. am ehen was darunter vorstellen. Es darf natürlich nicht vergessen werden, auch denjenigen zu informieren, der den Vorgänger nicht gespielt hat. Hier muss ich dann auch kritisieren, denn dies gelingt den Redakteuren oftmals nicht.
Dann gehört natürlich auch der Aspekt dazu, dass es kaum Neuerungen gibt. Warum sollte der Tester des Rad jedes mal neu Erfinden, wenn ein Vergleich mit bestehenden Titeln die Bestmögliche information bietet? Wie würde ein guter Test zu Battlefield 3 oder dem neuen Call of Duty aussehen?
Was ich als Kritikpunkt für mich herausstellen muss, ist das die Qualität der Texte insgesamt nachgelassen hat. Es gibt kaum noch Spieletests, die mich dazu veranlassen ein Spiel zu kaufen. Aber vielleicht gehöre ich mit über 30 auch nicht mehr zu der Hauptzielgruppe der genannten Publikationen.
Ein pendant zu 11 Freunde würde mich ehrlich gesagt gar nicht interessieren. Mehr als kurzweilige Unterhaltung hat das für mich nicht zu bieten. Die meisten Artikel darin finde ich sogar sterbens langweilig. Ein derartiges Gaming Magazin mag ich mir nicht vorstellen. Und das als Dauerkarteninhaber und regelmäßger Auswärtsfahrer.
Nun bitte einen Spieletest, der mich zum Kauf motiviert. Danke!
Das "Videospiele" sich von reinen Reflex-Spielchen zu komplexen interaktiven Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen weiterentwickelt haben ist eine "Binsenweisheit"
Trotzdem werden Spiele nach Art einer technischen Funktionsprüfung (eines Wäschetrockners) getestet. Welche Auflösung, wieviel FPS, die bereits erwähnten "Wummen" in Deus Ex, der "schlechten Steuerung" in Heavy Rain, Kampfsystem in Witcher 2 etc. etc.
Vermutlich sind auch Filme, Bücher und Musik von multimillionen Dollar psychologen Teams extra darauf ausgelegt einen möglichst hohen Suchtfaktor zu erzielen um den Nutzer bei der Stange zu halten. Namhafte Magazine haben zu diesem Thema schon berichtet. Videospiele werden derart ausgelegt - bei den anderen "Medien" kann ich mir das nicht vorstellen und auch nichts darüber lesen. Vermutlich haben die es besser geheimgehalten!
Ich lese schon seit Jahren nur Usermeinungen zu Spielen! Die ganzen Artikel in der sogenannten Fachpresse sind meist doch eh gekauft oder zumindest von Interessen geprägt.
20 Usermeinungen sind meistens informativer und beinhalten mehr was mich wirklich interessiert, als solche Artikel. Auch wenn es länger dauert die Informationen zu filtern und den absoluten Blödsinn auszusortieren.
Bis jetzt wurde ich dadurch immer richtig beraten, was Spiele oder andere Dinge angeht.
Computerspiele können die selben biochemischen Vorgänge im Körper auslösen, wie alles andere was süchtig macht. Vielleicht langsamer und nicht so stark wie es Crack und Co. tun, eine Sucht bleibt es trotzdem.
Vielleicht unterhalten sie sich mal mit einem Spielsüchtigen der am Geldautomaten Haus und Hof verzockt hat ob er einfach nur den Hintern nicht hochbekommen hat.
Solche Informationen sind zwar nicht alles, aber doch elementar.
Was nutzt das beste Spiel, wenn ich es mit der mir zur Verfügung stehenden Hardware nicht nutzen kann. Da bin ich doch froh, wenn ich vor dem Fehlkauf geschützt werde (FPS, Auflösung). Auch die Frage, wie gut etwas wirklich aussieht, ist für viele (ja auch mich) wichtig. Ich spiele z. B. relativ selten Shooter, aber ab und an kauf ich mir dennoch einen aktuellen Titel, gerade weil man hier oftmals das aktuell technisch machbare zu Gesicht bekommt. Da ist die Info ob etwas läuft oder nicht, schon wichtig.
Für die Steuerung gilt es das selbe. Warum sollte man bei einem fast revolutiuonären Titel wie Heavy Rain nicht darauf hinweisen, dass die Steuerung das Gesamtergebnis beeindruckt. Bei einer neuen Waschmaschine interessiert mich doch auch, ob hier nicht bei aller Qualität vielleicht der 60 ° Waschgang weggelassen wurde...?
Kampfsystem: Auch hier, warum soll das Kampfsystem nicht beschrieben werden? Vielleicht wäre ich enttäuscht, wenn ich plötzlich mit dem actionlastigen Kampfsystem vom Witcher konfrontiert werde, weil ich eigentlich ein eher ruhiges (vielleicht rundenbasiertes Kampfsystem) erwarte. Da bin ich schon froh, wenn mir ein Tester diese Information mit auf den Weg gibt.
Wie viel vom drumherum soll den veröffentlich werden, ohne permanent Andeutungen zum Spielverlauf zu machen oder gar zu spoilern?
Also wie gesagt. Ein bisschen mehr künstlerische Kreativität in den Texten, auch Gefühle beim Testen, sind mir sehr willkommen, aber bitte nicht die harten Fakten weglassen, denn Spiele sind immer noch mit einer aktiven Komponente versehen.
Viel schlimmer als "Boss fällt eher nach links, wenn man mit ner glock 3 mal schiesst" finde ich, wenn man sich in Berichten über Computerspiele durch völlig überzogene, oft unangebrachte und viel zu oft gebrauchte "Videospiele sind nicht Schund, sondern eine Kunstform"-Vokabeln wie "Diskurs" und "transhumanistisch" kämpfen muss. Sehr Heinz-Rudolf Kunze like. Und Heinz-Rudolf Kunze darf gern weiter schlechte Musik machen aber er sollte viel, viel weniger Reden. Knick Knack Herr Schmidt, das geht in Ihre Richtung.
Videospiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das finde ich ziemlich prima, aber es sind eben doch nur Dinge um die Freizeit mit irgendetwas Spassigem zu füllen, mehr nicht. Kein Diskurs, kein Geschwurbel, kein Heinz-Rudolf Kunze.
Wobei: Durch dieses Wichtigreden von Spielen lässt man die Spieler evtl. auch weniger randständig wirken. Funktioniert ja vielleicht, wäre super, also weitermachen.