Videospiel-Fachpresse in der Krise - zu Recht?

Die Leserzahlen schwinden, schwindet auch die Relevanz? Ist die Krise der Deutschen Videospiel-Fachpresse hausgemacht? Diskutieren Sie mit!
  1. #40

    So ein Zufall!

    Ich selbst war in meiner Jugend ein großer Spielefanatiker und habe mich intensiv mit etlichen "Ego-Shootern" auseinandersgesetzt. Das Auflisten von Waffen, dem Detailgrad der grafischen Darstellung etc. war das Wichtigste für die Beurteilung eines Spiels. Aber diese pubertären Zeiten sind vorbei und auch das Leben erscheint heute komplexer - entsprechend werde ich beim heutigen Besuchen von Webseiten sog. "Spielemagazine" das Gefühl nicht los, dass diese Entwicklung spurlos an ihnen vorübergegangen und das pubertierende, vorwiegend männliche Publikum nachwievor die Hauptzielgruppe darstellt: Einen Artikel über die Darstellung von 'Babes' (um nur ein Beispiel zu nennen: http://www.gamestar.de/hardware/prax..._der_zeit.html) kann ich mir gerne schenken, vorallem wenn dieser derart dilettantisch und ohne auch nur den leisesten Hauch einer irgendwie gearteten Reflexion gesellschaftlicher Geschlechtsrollenbilder daherkommt. Derartige "Berichterstattung" verdient ihren Namen nicht - wie soll ich ein solches Magazin nur ernst nehmen? Das Nischendasein ist so vorprogrammiert.
  2. #41

    Lustig

    Sie muss intelligenter werden, sie muss die Funktionsbeschreibung zurückschrauben zugunsten der Interpretation. Sie muss ihre funktionalen Urteile über Spiele ergänzen durch ökonomische, politische, ethische, künstlerische und gesellschaftliche Urteile.
    Man stelle sich mal vor man lese den Test eines Fotoapparats und anstatt etwas über den Bildsensor usw. zu schreiben, schwadroniert der Tester über die Schönheit des Sonnenuntergans, den er damit in Paris aufgenommen hat. vielelicht noch mit einem Schlenker über das gute Essen dort...
  3. #42

    Soso

    Zitat von stephan3184 Beitrag anzeigen
    Videospiele sind eine Zeitverschwendung! Als ehemals Süchtiger kann ich nur sagen - Videospiele sind zu jeder Zeit , bei jeder Qualität und in jedem Umfang reinste Zeitverschwendung und etwas , dass ich wünschte nie kennengelernt zu haben. Selbst die berühmte halbe Stunde Ablenkung für Wenigspieler ist verschwendet und fehlinvestiert.

    Hoffentlich fallen die Spielekritiken in der Zukunft auch genauso aus , dass die Produkte möglichst wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen und weniger Leute ihr Potenzial darin verschwenden.
    Wollen Sie deswegen auch Alkohol aus der geselligen Runde verbannen, nur weil 1 davon mal schlechte Erfahrungen damit gemacht hat?
    Jeder ist für sich selbst verantwortlich und wenn er mal damit überfordert war, hat derjenige noch lange nicht das Recht seine Abneigung gegen bestimmte Sachen anderen Leuten aufzuzwingen.
  4. #43

    interessanter Kommentar, der zu eigenen Gedanken anregt!

    Es ist ja ein Mysterium, warum sich die x-te Fortsetzung diverser Spiele oftmals besser verkauft als das von der Idee her neuartige Spiel, selbst wenn dieses richtig gut ist. Beispiele, die sich richtig mies verkauft haben, sind Black & White, Tron, Portal... etc.
    Interessant auch, warum in meinem Freundeskreis heute immer noch Spiele kursieren, die es eigentlich nicht mehr geben dürfte: Baldurs Gate, Age of Empires 2. Meine Mit-Favoriten sind Tony Hawk 2, Anstoß 3. Alles Spiele aus den 90ern.
    Warum gibts also spielerisch z.T. wenig gutes neues? Bei Fußballmanagern z.B. hat die Entwicklung faktisch vor ca. 15 Jahren im wesentlichen geendet. Und da kanns nicht mal an der Grafik liegen, die ist auch heute noch nebensächlich.
    Liegt die Innovationslosigkeit des Spielejournalismus nicht vielleicht gar nicht an den Journalisten, sondern in Wirklichkeit an den Entwicklern? Wo eine Branche sich so wenig traut und so wenig innovatives zu Stande bringt, da stumpft die schreibende Klientel vielleicht auch ein wenig ab. Die offensichtlich vorhandene Verquickung von Magazinen und Spieleindustrie tut ihr übriges.
    Aber ein Weg hin zu einem 11 Freunde Analog kann meiner Meinung nach auch keine Lösung sein. Tests von Browser Games, Apps, etc. sind höchstens eine Ergänzung, sie lösen die Buchstabenarmut nicht.
    Was wollen wir also lesen? Vielleicht wären Artikel von Journalisten, die normal nicht spielen interessant? Oder Tests von Entwicklern? Eine Mischung der Spieletester, gerne professionell, aber auch verschiedenen Bereichen ohne den festen Kriterienbausatz könnte ein interessanter Weg sein. Dieser würde auch sicherstellen, dass nicht jährlich die gleichen Artikel mit den gleichen Wertungen (obs die nun braucht oder nicht) zu den glei... Pardon: ähnlichen Spielen erscheint.
  5. #44

    Kunstwerke verkannt

    Was mich am meisten stört: 2D-Spiele, Spiele mit handgezeichneten und künstlerisch anspruchsvollen Hintergrundbildern werden herabgestuft, nur weil sie die neusten Grafikkarten auf dem Markt nicht voll ausreizen können! Niemand käme auf die Idee, die Simpsons als veraltet oder nicht mehr zeitgemäß einzuordnen, nur weil es ein einfacher Zeichentrick ist. Bei Computerspielen schon! Ich erinnere nur an das Gesamtkunstwerk "Machinarium" der tschechischen Spieleschmiede Amanita Design (oder sollte ich besser Künstlertruppe sagen). Das wurde überall von den Laienspielern und unabhängigen Spieletestern bejubelt. Nur die großen Spielezeitschriften gaben mittelmäßige Bewertungen ab, weil die Grafik nicht dem Stand der Technik entspricht. Hallo?!? Da waren Künstler am Werk, die ein Gesamtkunstwerk erschufen! Und die großen Spielezeitschriften haben das nicht gemerkt, weil sie das Spiel in ihre Einzelteile zerhackten und es sowieso nicht so recht in das übliche Raster passte...
  6. #45

    gee hin oder her

    Zitat von boysetsfire Beitrag anzeigen
    Es gibt doch ein Games-Pendant zu 11 Freunde und das heißt "GEE". Da wird weit über den Games-Tellerrand hinausgeschaut. Ansonsten sehr schöner Artikel und volle Zustimmung.
    Seit dem Formatwechsel der gee - aber auch schon davor - fand ich leider nicht mehr besonders viel lesenswerten Inhalt. Mag evtl. auch am Anspruch der Leser liegen.
  7. #46

    Glaubwürdigkeit

    Zitat von demut Beitrag anzeigen
    Die Test von Titeln, bei denen der Publisher auch wichtiger Werbekunde der Zeitschriften ist, sind oft nicht ehrlich.
    [...]
    Es gibt halt keine unabhängigen Tests, wenn die wirtschaftlichen Zwänge der Verlage so sind, wie sie sind...
    Das sehe ich auch als ein wichtiges Problem an, das leider in dem ansonsten sehr guten Artikel nicht benannt wurde.
    Selbst wenn es möglicherweiße nicht ganz zutrifft, es ist zumindest der Eindruck der ich immer weiter verbreitet.
    Wie auch immer, sollte es eines schönen Tages eine Zeitschrift geben, wie sie der Autor hier beschreibt, mag ich durchaus geneigt sein, sie mir von Zeit zu Zeit zu kaufen.
  8. #47

    ...

    Ich weiss ja nicht. Mich hat es schon damals immer tierisch genervt, wenn ein Anatol Locker einem genialen Spiel wie Silent Service ein "Geht so" verpasst hat, weil ihm die Moral von der Geschichte nicht passte. Als Computerspieler der C64er Generation interessiert mich der Spielspaß und nicht unbedingt das gesellschaftliche Drumherum.

    Der Grund, warum ich seit Jahren keine Fachzeitschriften mehr kaufe, sind eher andere:
    - nicht aktuell im Vergleich zu Special Interest Portalen im Internet
    - ausgerichtet auf eine Zielgruppe die maximal 20 Jahre alt ist (eher 14-16)
    - ganz schlimm: der Hype, der für bestimmte Produkte unerträglich ist (man denke nur an die Gothic 3 Bewertung in der GS) und man daher den Testern einfach nicht mehr trauen kann. Im Hintergrund schwebt immer die doppelseitige Werbeanzeige des Großkunden EA/Activision, da wird man deren Spiele wohl kaum schlecht bewerten können

    Ein Blick auf gamerankings.com, Rock-Paper-Shotgun, 1UP (im Falle Civ 5!) o.ä. Blogs veranschaulicht - auch auf Grund der häufig vorhandenen Videos - das Spiel wesentlich besser als ein Blick in die Zeitschriften. Dies ist bei anderen Fachbereichen sicherlich nicht so gravierend, wie beim Medium Spiele.

    Dazu kommen die Qualitätsprobleme, die viele Publikationen haben. Als bestes Beispiel die WoW Sonderhefte. Wenn man sich mit dem Spiel "richtig" auskannte (d.h. in der Lage war, Seiten wie Elitist Jerks oder Arena Junkies zu lesen), dann fasste man sich bei den gegebenen Tipps einfach nur an den Kopf. Die waren schlichtweg falsch! Und dafür waren dann bis zu 8 EUR !! fällig.

    Ich sehe nicht wirlich einen Ausweg aus dieser Krise. Die GEE mag ich persönlich nicht, obwohl sie eigentlich eher auf mich zugeschnitten sein sollte (34J, Akademiker). Aber ohne Wertung fehlt halt was. Man weiss am Ende eigentlich nie wirklich, ob das Spiel nun gut ist oder nicht. Und schaut dann im Endeffekt doch wieder bei Gamerankings.
  9. #48

    Soso

    Zitat von Bundeskanzler Ackermann Beitrag anzeigen
    Man stelle sich mal vor man lese den Test eines Fotoapparats und anstatt etwas über den Bildsensor usw. zu schreiben, schwadroniert der Tester über die Schönheit des Sonnenuntergans, den er damit in Paris aufgenommen hat. vielelicht noch mit einem Schlenker über das gute Essen dort...
    Ein Fotoapparat ist Hardware, Spiele hingegen sind Software.
    Allein deswegen ist Ihr Beitrag mehr als unsinnig.
    Mal abgesehen davon, bei einem Fotoapparat zählt auch die Bedienung und da schau an, diese ist auch in Software gestaltet und sollte intuitiv und schick sein.
    Ba dum tss
  10. #49

    keiner Mag ihn doch er ist immer noch da

    Zitat von Panasonic Beitrag anzeigen
    Wir - die echte Gamer - wollen nicht in die Mitte der Gesellschaft, da der Durchschnittsmensch (also "die Mitte") keinen Geschmack hat. Je mehr man sich der Mitte nähert, desto belangloser, einfalllsloser, leichter und beliebiger.....
    Danke dem kann ich fast nichts hinzufügen, ich als leidenschaftlicher Spieler sehe das genauso. Was man mit Spielen passiert die in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind passiert sieht man sehr gute an der CoD Reihe(zumindest wenn man Mitte der Gesellschaft über Verkaufszahlen definiert) und den ganzen in meinen Augen Entschuldigung wirklich behinderten SocialGames auf Facebook das hat über und rein GAR nichts mit wirklich guten Spielen mehr zu tun. Keine Geschichte, keine Liebe und keine gute Technik.... sowas wollen wir Coregamer nicht!