Forum


 

Videospiel-Fachpresse in der Krise - zu Recht?

Die Leserzahlen schwinden, schwindet auch die Relevanz? Ist die Krise der Deutschen Videospiel-Fachpresse hausgemacht? Diskutieren Sie mit!
  1. #270

    Kunst

    Zitat von EllaPropella Beitrag anzeigen

    Musik, Filme und Bücher dienen hauptsächlich der Unterhaltung. Aus Büchern werden Filme, aus Filmen werden Bücher, Filme verkaufen Musik. Harry Potter und Twilight sind Unterhaltung, düstere depressive Filme, die fünf Stunden ....
    Immer wieder amüsant zu sehen, wie Leute, die keinen Zugang zu einer bestimmten Sache haben (in dem Fall Kunst), selbige dann niedermachen und diskreditieren, um sich selbst damit in eine überlegene Position zu befördern, die das arrogante Niederschauen erleichtert. Dahinter noch einen Smiley setzen, um anzudeuten, dass es etwas augenzwinkernd geschieht, um sich weniger angreifbar zu machen.
    Für Frau Propella ist sicher auch klar, dass Leute, die sich mit Kunst beschäftigen, dies nur tun, um sich zu profilieren. Ist ja undenkbar, dass Kunst für manche Menschen etwas Notwendiges ist, das ihnen neue Perspektiven bietet und sie bereichert, jenseits von bloßer Unterhaltung, dass es auch Filme und Bücher (und sogar Spiele!) gibt, die nicht voraussetzen, dass man seinen Kopf stummschaltet, bevor man sie konsumiert. Denkbar wird sowas ja erst, wenn man seinen Horizont mal etwas weiter absteckt, seine eigenen Urteile auch mal aus der Distanz betrachtet. Kunst kann da z.B. helfen. Aber ne, lass ma, Kunst ist, was keiner will, nur so komische Leute, die sich toll vorkommen.
  2. #271

    Kunst2

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, Kunst haben wir, wenn hinter etwas eine Bedeutung steckt. Wie in die "wunderbaren Jahre", wo der Charakter von Martin May das am Beispiel des Liedes über die Königskinder erklärt.

    Wenn wir dafür streiten würden, dass Computerspiele Kunst wären, würden wir alsbald auf größeren Widerstand stoßen, der IMHO sogar berechtigt ist. Dann nämlich kämmen all die Feuilletonisten und würden rufen, was an dem Gemetzel in "Doom" denn nun Kunst sei, ganz widerwärtig das Ganze, blabla.

    Tut mir leid, aber ihr Kunstbegriff ist primitiv und undifferenziert und beweist, dass sie mit der ästhetischen Literatur der letzten paar hunder Jahre nicht vertraut sind. Ich habe keine Ahnung, wie sie auf die Idee kommen, dass etwas Kunst wird, wenn es eine Aussage hat. Oder wenn der Schöpfer eine Intention hatte. So gut wie jeder hat überall und immer Intentionen.
    In den Diskussionen mit den Leuten, die nicht Ihrer Meinung sind, merkt man auch, dass Sie krampfhaft an Ihrer Auffassung festhalten, Sie halten es für DIE Wahrheit.

    Bei einem Kunstwerk geht es nicht um irgendeine schnöde Aussage, wissen Sie wie platt und unfassbar banal ist? Jede Folge von GZSZ hat eine Aussage. Jeder Roman von Rosamunde Pilcher hat eine Aussage. Aber was unterscheidet nun z.B. ein Kunstwerk wie "Die Gebrüder Karamasov" von Dostojewski von einem beliebigen Rosamunde-Pilcher-Roman? Der Roman von Dostojewski lässt sich eben nicht auf eine simple Aussage reduzieren, man würde den Wert des Werks dadurch schmälern. Der Roman ist Kunst, weil er einen unfassbaren Reichtum an Perspektiven, Stimmen bietet, weil er interpretierbar ist, weil die Charaktere so detailliert, so psychologisch exakt und tief ausgeleuchtet werden, dass sie einem vorkommen wie echte Menschen, so dass man etwas über die menschliche Psyche von ihnen lernt, es ist Kunst, weil das Buch eine Erfahrung bietet, nach der man verändert wieder auftaucht und die Welt in einem anderen Licht sieht. All das bietet Kunst, es bereichert, es ist tief, es ist nicht platt, es lässt sich nicht reduzieren auf so etwas wie eine Aussage. Nach Ihrem Kunstbegriff müsste man sehr viele großartige Werke der Kunstgeschichte als Schund bezeichnen, weil Sie sich eben weigern, eine eindeutige Aussage zu machen, weil das viel zu simpel ist. Die Welt ist nicht so einfach, sie ist unfassbar komplex und die Kunst bespiegelt die Welt und gibt sie verzerrt und verarbeitet wieder. Meine Güte, erleben Sie mal Kunst, statt hier was rumzudozieren von einem Kunstbegriff, der keinerlei Fundament hat. Lesen sie ästhetische Schriften, wenn Sie wollen.
    Natürlich können Spiele Kunst sein, weil Kunst nicht so eng ist wie Sie meinen. Spiele bieten eine ästhetische Erfahrung, sie können mein Weltbild in Frage stellen, können kritisch sein, experimentell, originell, etc,etc. Sie kommen nur immer wieder damit, dass ein Spiel keine Kunst sein kann, weil die Intention des Spiels das Spielerlebnis ist. Fällt Ihnen nicht auf, dass die conclusio keineswegs Ihren Prämissen folgt? Ich behaupte: bei einem Roman geht es um das Leseerlebnis, deswegen kann ein Roman grundsätzlich keine Kunst sein. Achja, stimmt: Sinn des Buches ist für sie die Informationsvermittlung. Unzulässige Verallgemeinerung natürlich, und außerdem vermittelt jedes Medium Information, das ist in der Regel nicht der "Sinn".
  3. #272

    Auslaufmodell?

    Zitat von mp3-terroristin Beitrag anzeigen
    Ach, für jeden Topf gibt's einen Deckel - auch für den EVE-Schwaller ;)
    Wunderbar - hab ich weitergeleitet und - surprise - kam gut an, das Mädel ist ihm aber schon vorher mal über den Weg gelaufen (natürlich nur bei YouTube ;))

    Den anderen Link schick ich gleich auch nochmal.


    Zitat von mp3-terroristin Beitrag anzeigen
    Desweiteren hab ich noch rausgefunden, dass es angeblich einige all female piratecorps gibt..? Das klingt ja echt lustig, irgendwann muss ich das mal überprüfen... hmmmm... Sofortrente jetzt! ;)
    Na da merke ich bei Dir schon mehr als Bewunderung :) Mich interessiert das Game mehr aus der Entfernung - und nur in geringen Dosen (kleiner als 2-Stunden-Monologe *g*). Vielleicht auch mehr das Drumherum.

    Danke auch für den Tim-Schafer-Link. Seine Kreativität habe ich immer mit großem Wohlwollen verfolgt. Sehr witziger Clip.

    Was mir bei unserer Diskussion auffällt, ist, dass sich da viel in den "neuen Medien" abspielt. Schau mal dieser Clip, schau mal jene Internetseite. Ist das auf Fasterstoffen gedruckte Spielemagazin dann doch ein Auslaufmodell?
  4. #273

    :)

    Zitat von lebowski_takacs Beitrag anzeigen
    Was mir bei unserer Diskussion auffällt, ist, dass sich da viel in den "neuen Medien" abspielt. Schau mal dieser Clip, schau mal jene Internetseite. Ist das auf Fasterstoffen gedruckte Spielemagazin dann doch ein Auslaufmodell?
    Eins vorweg - ich bin kein EVE Zocker. Dafür zock ich andere sachen ;) Zu Ihrer Frage: das Problem gerade bei MMOGs ist ja, dass dauernd neue Patches rauskommen. Würde man ein Heft kaufen, ist die Info zwar gut und interessant, jedoch nach ein paar Tagen/Wochen wieder veraltet. Deshalb gucken wohl viele online.

    Ich selber gucke mir nie Videos an, ich lese die Info lieber, gerne auch auf "Zellstoff".
  5. #274

    .

    Habe (leider) eben erst den Beitrag von CS gelesen.

    Abgesehen davon dass er mir (einem 45jährigen) aus der Seele schreibt; diese Sätze:

    Eine relevante Games-Kritik, die Impulse setzen, Leser ansprechen und den Diskurs um das Medium Videospiel bereichern will, braucht eine neue Ausrichtung.

    Sie muss aufhören, Spiele als Summe einzelner Teile zu begreifen. Sie muss ihren Blick auf das Ganze richten, den Kontext kennen und Einordnung geben.
    Sie muss intelligenter werden, sie muss die Funktionsbeschreibung zurückschrauben zugunsten der Interpretation. Sie muss ihre funktionalen Urteile über Spiele ergänzen durch ökonomische, politische, ethische, künstlerische und gesellschaftliche Urteile.
    Sie muss Plattformdenken ablegen und das Medium Spiel in all seinen Ausprägungen ernst nehmen.
    Sie muss neue Erzählweisen finden; sie muss Geschichten über Spiele erzählen, nicht nur Geschichten aus Spielen.
    Sie muss neue Themen aufspüren und journalistisch arbeiten, sie muss Geschehnisse hinterfragen, recherchieren und eigene Gedanken entwickeln. Sie muss sich als Kontrollinstanz für ihre Branche verstehen, nicht als Erfüllungsgehilfe der Industrie.
    Sie muss, kurzum, der Bedeutung des Mediums Videospiel Rechnung tragen. Dazu gehört, das engagierte Laientum, mit dem sie kokettiert, abzulegen und sich endlich zu professionalisieren.


    ...bringen es auf den Punkt. Dazu sollte man AMEN sagen, die Debatte beenden und mit der Game-Fachpresse von vorne anfangen.

    Ich habe mir vor zwei Tagen Minecraft installiert und spiele es seither mit meinem Sohn. Neben all den Blockbuster-Spielen auf meinem PC (von Blizzard, Creative Assembly, etc.) nimmt sich dieses kleine Spiel fast lächerlich aus. Seit zwei Tagen weiss ich nun was ich vorher nur geahnt habe.

    Wir sind blind und das sollte so nicht sein.

    Wenn Spiele primär danach beurteilt werden ob sie Ultralightning-Shader in Version 4.8x korrekt darstellen oder der Soundtrack vom tibetanischen Symphonieorchester eingespielt wurde, wenn sie, trotz gewaltverherrlichender Darstellung als "Meilensteine" mit "Platin" geehrt werden haben wir ein Problem.

    Spiele müssen keine Meisterwerke wie "Shadow of the Colossus", "Limbo" oder "Minecraft" sein, aber sie sollten von den Medien nicht nur wie die Miss-Juni bewertet werden (90-60-90, blond, IQ85, passt scho').
  6. #275

    Ignoranz kommt vor dem Fall...

    Zitat von Zanilla Beitrag anzeigen
    (...) das Problem gerade bei MMOGs ist ja, dass dauernd neue Patches rauskommen. Würde man ein Heft kaufen, ist die Info zwar gut und interessant, jedoch nach ein paar Tagen/Wochen wieder veraltet. Deshalb gucken wohl viele online.

    Ich selber gucke mir nie Videos an, ich lese die Info lieber, gerne auch auf "Zellstoff".
    Mich interessiert auch mehr eine Gesamteinschätzung des fertigen Spiels (was sich durch Patche dann auch nicht mehr grundlegend ändern sollte), und da schmöker ich gerne mal in ausführlichen gedruckten Testberichten. Was aktuelle Entwicklungen angeht, kann man sich ja dann noch zusätzlich online informieren.

    BTW: Jetzt ist ja gerade der Nachfolger vom unsäglichen Grafikblender F1 2010 erschienen - siehe:

    Videospiel-Fachpresse in der Krise - zu Recht?

    Wie sehr das Vertrauen insbesondere in die Print-Spielemagazine erschüttert ist, las ich wieder gestern in einem Forum:

    -snip-

    Auf Berichte in PC Magazinen gebe ich nicht mehr viel. Bevor ich das Spiel kaufe warte ich ab was andere User dazu sagen. Nochmal kaufe ich die Katze nicht im Sack!

    (...)

    Vieles wurde über F1-2010 im Vorfeld geschrieben und kein Zeitschrift hat die eklatanten Mängel überhaupt angeschprochen. Alle ließen sich von der tollen Grafik blenden. Ich als absoluter Amateurspieler habe die Schnitzer schon nach 5 Minuten Spielen bemerkt. Ähnlich enttäuscht waren ca. 70% der anderen Spieler. Ob sie es diesmal besser gemacht haben, weiß derzeit noch niemand. Die Magazine schweigen diesbezüglich. Wird wohl wie beim Vorgänger sein. Sie schauen ein schönes Trailer-Video an und bewerten das Spiel danach.

    Am aller Schlimmsten waren bei 2010 die geskripteten CPU Fahrzeuge auf der Strecke. Sowohl im Qualifing als auch im Rennen war kein richtiger Wettkampf möglich. Was mich dazu brauchte einfach mitten im Saison damit aufzuhören und das SPiel von der Festplatte zu löschen.

    (...)

    F1-2010 sah auch verdammt gut aus. War aber unter dem Strich doch nur eine Mogelpackung. In den ersten 15 Minuten konnte die tolle Grafik einen schon blenden. Etwas arcade Spielspaß war ja auch vorhanden, keine Frage. Das Spiel war jedoch keine Rennsimulation, für sie es ausgegeben haben.

    http://www.german-amiga-community.de...r=asc&start=45

    -snap-


    Man kann gespannt sein, ob die üblichen Verdächtigen (Spielemagazine) lernfähig sind, oder ob sie gar komplett die Lesermeinung ignorieren und weiterhin bezüglich der Codemasters-F1-Rennspiele oberflächliche Jubelartikel veröffentlichen. Dass könnte fatal sein, denn Ignoranz kommt vor dem Fall, was mich irgendwie an die DDR-Betonköpfe von daamals (TM) erinnert.
  7. #276

    Grafikblender oder Spielspaß?

    Zitat von PublicTender Beitrag anzeigen
    Wenn Spiele primär danach beurteilt werden ob sie Ultralightning-Shader in Version 4.8x korrekt darstellen oder der Soundtrack vom tibetanischen Symphonieorchester eingespielt wurde, wenn sie, trotz gewaltverherrlichender Darstellung als "Meilensteine" mit "Platin" geehrt werden haben wir ein Problem

    Spiele müssen keine Meisterwerke wie "Shadow of the Colossus", "Limbo" oder "Minecraft" sein, aber sie sollten von den Medien nicht nur wie die Miss-Juni bewertet werden (90-60-90, blond, IQ85, passt scho').
    Schön auf den Punkt gebracht, und auch passend zu meinem Posting (#276).

    Ich muss mich noch korrigieren: Die Print-Spielemagazine testeten "F1 2010" eigentlich gar nicht oberflächlich - zumindest was das technische Brimborium angeht, wurde es über diverse Seiten ausgewalzt. Die eigentliche Frage blieb zwischen allem Shader-Schwadronieren allerdings unbeantwortet (und genau dass meint IMO Christian Schmidt):

    Macht es dem Käufer einer *Rennsimulation* Spaß mit gescripteten Fahrzeugen um die Wette zu fahren? "Sowohl im Qualifying als auch im Rennen war kein richtiger Wettkampf möglich", wie ein enttäuschter Spieler schrieb (s.o.).

    Dass konnte übrigens ein Geoff Crammond vor genau 20 (!) Jahren mit der Rennsimulation (!) F1GP (AMIGA/ST/PC) schon deutlich besser. Auch dieses sollte IMO ein guter Spieletester wissen, um gegebenenfalls aktuelle (Pseudo) Rennsimulationen besser einordnen zu können.
  8. #277

    Die aktuelle GameStar

    Ich hab mir jetzt seit längerer Zeit mal wieder eine GameStar gegönnt (11/2011)
    Macht Spaß beim Frühstück in einer Zeitschrift aus Faserstoffen zu blättern, beim Lesen nicht ständig vor dem TFT zu kleben.
    Besonders gespannt war ich auf den F1-2011-Test.

    Hieß es noch über den Vorgänger, F1 2010 (siehe Posting #254)...

    "Das gleichermaßen anspruchsvolle wie hochpräzise Fahrverhalten dürfte selbst Fans von GTR und rFactor zufrieden stellen. (...)
    Unter dem Strich ist F1 2010 dennoch die derzeit beste Rennsimulation auf dem PC".

    ...so erfährt man jetzt über den fast identischen Nachfolger, der wohl mehr ein Bugfix ist:

    "eher homöopathische Neuerungen (...) Toll aber keine Simulation (...) Simulationsfans, die auf ein rFactor oder GTR hoffen, werden aber enttäuscht"

    Man könnte fast meinen hier liest jemand von dem Daddelmag mit ;) Schön wenn aus Fehlern gelernt wird - weiter so GameStar!

    Auch sonst bietet die Ausgabe prima Lesestoff, u.a. ein interessantes Interview mit der BPjM zu Thema "Doom vom Index", mit wunderbar bohrenden Fragen:

    "Also die Optik ist wichtiger als der Inhalt? Grausamkeiten beeinträchtigen die Jugend nicht, wenn sie undeutlich dargestellt werden?"

    Als Antwort kam dann das übliche Blabla (Grafik wirkt heute nicht mehr glaubhaft, etc)

    Dabei wusste doch schon Hitchcock, dass gerade was man *nicht* zeigt (mit Ton aus dem aus dem Off) oft viel bedrohlicher wirkt... ;)
  9. #278

    Boris Schneider zum Thema...

    Ich weiß nicht, ob diese IMO lesenswerten Ausführungen von Boris Schneider schon hier gepostet wurden - er bringt es IMO (mal wieder) wunderbar auf den Punkt:

    -snip-

    (...)

    Meine Bitte an den Spielejournalisten

    Werdet vom “Tester” zum “Kritiker”. Schreibt eure Meinung. Erzählt, was das Spiel mit Euch angestellt hat. Welche Emotionen es auslöst, wie euer Bauch und euer Kopf reagierten. Beschreibt die Technik, in Relation zur Handlung, aber nicht als lange Frameratenoptimierungswüste. Steht dazu, daß es sich um eine Meinung handelt, nicht um eine “objektive Wertung”.

    Meinungen sind prima. Kritiken sind toll, wenn sie denn was erzählen statt aufzuzählen. Eine Spielablauf- und Technik-Beschreibung mit einer Zahl darunter ist sterbenslangweilig und, ehrlich gesagt, auch einfach zu machen. Dafür muß man sich nicht anstrengen, das kann jeder Hinz und Kunz im Internet auch und dafür gibt ein Leser heutzutage kein Geld mehr aus.

    -snap-

    http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1802
  10. #279

    Kunst und Komerz

    Zitat von noricaut Beitrag anzeigen
    Immer wieder amüsant zu sehen, wie Leute, die keinen Zugang zu einer bestimmten Sache haben (in dem Fall Kunst), selbige dann niedermachen und diskreditieren, um sich selbst damit in eine überlegene Position zu befördern, die das arrogante Niederschauen erleichtert. Dahinter noch einen Smiley setzen, um anzudeuten, dass es etwas augenzwinkernd geschieht, um sich weniger angreifbar zu machen.
    Eigentlich sitzt der Smiley dort, um wie allgemein üblich Sarkasmus anzudeuten. Leider notwendig, da die Fähigkeit solche Stilmittel aus dem Kontext heraus zu erkennen und zu deuten in der heutigen Zeit mehr und mehr verloren geht.

    Nochmals ganz nüchtern, ohne überzeichnete Bildbeispiele:
    Es gibt Kunst und es gibt Komerz. Die Grenzen sind fließend und jeder zieht sie anders. Von daher sind Spiele nicht gleich Kunst und Literatur an sich ist nicht gleich Kunst und Musik an sich nicht gleich Kunst.

    Bei Spielen sollte man hinnehmen, dass sie den Konsumenten hauptsächlich der Unterhaltung dienen und den Konzernen viel Profit einbringt. Kunst hat keine AGB.

    Wie bei allen Produkten sollte man zwischen Design und Kunst unterscheiden.

    Zitat von noricaut Beitrag anzeigen
    Für Frau Propella ist sicher auch klar, dass Leute, die sich mit Kunst beschäftigen, dies nur tun, um sich zu profilieren. Ist ja undenkbar, dass Kunst für manche Menschen etwas Notwendiges ist, das ihnen neue Perspektiven bietet und sie bereichert, jenseits von bloßer Unterhaltung, dass es auch Filme und Bücher (und sogar Spiele!) gibt, die nicht voraussetzen, dass man seinen Kopf stummschaltet, bevor man sie konsumiert.
    Das ist der Punkt Kunst bereichert MICH.

    Spiele bereichern die Publisher.

    Die Publisher mögen zwar klangvolle Namen tragen wie "Electronic Arts", aber mit Kunst hat dieser Verein herzlich wenig zu tun. John Riccitiello würde selbst seine Seele oder seine Mutter verkaufen, wenn ihm dafür eine sinnvolle Monetarisierungsstrategie einfallen würde.

    Zurück zur Spielefachpresse:

    Bitte mehr davon:
    http://www.gamestar.de/spiele/battle...2,2561554.html

    Ich bin gespannt, ob es dieser oder ein ähnlicher Artikel in die Printausgabe schafft. Wahrscheinlich wird die Gamestar von EA abgestraft und muss in nächster Zeit ohne Vorabversionen, Interviews und Exklusivmaterial auskommen, aber solche kritischen Artikel sind es, die ein Magazin von einem Verkaufsprospekt unterscheiden und kaufenswerter machen.


TOP



TOP