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Vermüllt die Wikipedia?

Gibt es im Online-Lexikon zu viele Beiträge zu irrelevanten Themen? Oder sollte jedes Thema Zugang haben? Wer soll über Relevanz entscheiden?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gibt es im Online-Lexikon zu viele Beiträge zu irrelevanten Themen? Oder sollte jedes Thema Zugang haben? Wer soll über Relevanz entscheiden?
    Das wird im Konsens nach ebenfalls im Konsens gefundenen Kriterien entschieden. Die so genannten "Pfeiler" von Wikipedia unterliegen ja wie alle anderen Wiki-Einträge auch der ständigen Überarbeitung, im Ergebnis ist es demnach nie so ganz klar, was nun relevant ist und was nicht, und das sollte meiner Meinung nach auch so bleiben.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gibt es im Online-Lexikon zu viele Beiträge zu irrelevanten Themen? Oder sollte jedes Thema Zugang haben? Wer soll über Relevanz entscheiden?
    Ja. Ja. Niemand.

    Es gibt zwar m.M.n. sehr viele Beiträge zu irrelevanten Themen. Diese scheinen aber nach Meinung von anderen Leuten durchaus Relevanz zu besitzen (sonst würden sie ja nicht erstellt). Dürfen also in unserer freien Gesellschaft nicht unterdrückt werden.
    Wenn sie für jemanden nicht relevant sind klickt er einfach nicht drauf, damit entscheidet jeder pesönlich über die Relevanz.
    So sollte es sein.

    Beiträge, die gegen Völkerrecht, Grundrecht verstossen oder sonst irgendwie kriminell sind müssen natürlich wieder entfernt werden.

    Ich habe aber den Eindruck dass gerade bei der deutschen Wiki schon deutlich zensiert wird. Wenn ein Thema oder eine Personenbeschreibung in D nicht durchkommt versucht man's einfach auf der englischen Seite und hat Erfolg.

    Was auch sehr bedenklich ist, sind die bezahlten Schönschreiber von Konzernen und Parteien, die gerne mal Lebensläufe tunen oder Sachverhalte verfälschen.
    Die produzieren den eigentlichen Müll der weg gehört.
    Aber ein Thema an sich ist niemals irrelevant.
  3. #3

    Zitat von takeo_ischi Beitrag anzeigen
    […]
    Ich habe aber den Eindruck dass gerade bei der deutschen Wiki schon deutlich zensiert wird. Wenn ein Thema oder eine Personenbeschreibung in D nicht durchkommt versucht man's einfach auf der englischen Seite und hat Erfolg.[…]
    Da zeigt sich, leider zum Erstaunen vieler, dass es das Internet nicht nur in Deutschland gibt. Wie unnütz es ist, in einem globalen Netz etwas lokal zu verbieten. Aber es ist Deutschland, es gibt eine Vorschrift und die wird natürlich strengstens befolgt.

    Darauf wollte ich jetzt aber gar nicht hinaus. Ich nutze die Wikipedia seit Jahren als naturwissenschaftliches Nachschlagewerk. Um einfach mal kurz an stoffliche Daten, wie Siedepunkte oder Farben von Substanzen zu kommen. Die Beiträge sind manches Mal ausführlicher als in Fachlexika, dafür ist dann als Quelle ein Link auf eine Arbeitsgruppe an einer Uni angegeben. Das halte ich für ziemlich faire Eigenwerbung.

    Fehler habe ich dabei noch keine bemerkt, aber die deutsche und die englische Version unterscheiden sich stark in der Vollständigkeit. Schade eigentlich, da es sich hierbei um simple Fakteninformationen handelt und diese der jeweils anderen Sprachversion vorenthalten werden.
    Es müsste sowas wie eine sprachliche Intelligenz geben, die einfach nur die Informationen kennt und sie in der jeweils nachgefragten Sprache widergeben kann. Und zwar wirklich richtig und nicht kaputtautomatisiert.
  4. #4

    Was bei Wikipedia abgeht reflektiert ....

    ... nur den Zustand der deutschen Kultur ;)

    Der deutsche Hang zu Kontrolle, Überwachung, Regulierung
    findet auch in der DE-Wikipedia seinen Widerhall.

    Ich lese lieber die EN-Wikipedia, da steht mehr drin und das vorhanden Meinungsspektrum ist wesentlich breiter.
  5. #5

    Zitat von .tobi Beitrag anzeigen
    Es müsste sowas wie eine sprachliche Intelligenz geben, die einfach nur die Informationen kennt und sie in der jeweils nachgefragten Sprache widergeben kann. Und zwar wirklich richtig und nicht kaputtautomatisiert.
    Das versucht man ja schon seit Jahrzehnten, aber die Fortschritte hinken stets hinter den Erwartungen zurück...

    Zu Wikipedia: Ich sehe schon den Sinn gewisser Beschränkungskriterien. Bleibt die Frage, wie strikt die sein sollten. Eine Freiwillige Feuerwehr vom Dorf - bei allem Respekt, aber wer darüber wirklich etwas wissen will, dem reichen doch die Kontaktdaten der Lokalverwaltung des betreffenden Dorfes.
  6. #6

    Abgrenzung

    Dass es tatsächlich Leute gibt, die eine personelle Abgrenzung befürworten, zeigt mal wieder, dass mit der Gnade des Verstandes doch offenbar nicht jedermann hinreichend gesegnet sein kann.

    Neulich durfte ich mich mal wieder über den desaströsen Zustand einiger Teile der deutschen Wikipedia wundern, als ich etwas ausgiebiger zur Neurologie geschmökert habe. Teilweise viel zu kurze Artikel, unverbindlich, lustlos, tipp- und copy/paste-fehlerdurchsetzt, unbebildert und inhaltlich konfus. Ein Click auf die englische Wikipedia zeigte dann, wie es im positiven Sinne aussehen kann. Angesichts dessen scheint es wirklich eine gute Idee zu sein, Autoren abzuschrecken, um den Bestand zu wahren... (Ironie)
  7. #7

    Zitat von .tobi Beitrag anzeigen
    Fehler habe ich dabei noch keine bemerkt, aber die deutsche und die englische Version unterscheiden sich stark in der Vollständigkeit. Schade eigentlich, da es sich hierbei um simple Fakteninformationen handelt und diese der jeweils anderen Sprachversion vorenthalten werden.
    Es müsste sowas wie eine sprachliche Intelligenz geben, die einfach nur die Informationen kennt und sie in der jeweils nachgefragten Sprache widergeben kann. Und zwar wirklich richtig und nicht kaputtautomatisiert.
    Der jetzige Zustand ohne den Faktor einer sprachlichen Intelligenz - unabhängig davon, ob es eine nicht menschliche sprachliche Intelligenz überhaupt geben kann, wie Sie ihn beschreiben, kann auch vorteilhaft sein. Sie fördert die Meinungs- und Faktenvielfalt, die bei einer automatischen "Übersetzung" bei der Änderung einer Sprachversion in die jeweils anderen Sprachversionen einfach entfallen und so zwar zu mehr gefühlter Homogenität führen würde, die allerdings nicht notwendigerweise mit einer allumfassenden Information bzgl. "der Faktenlage" übereinstimmen müsste...
  8. #8

    Typisch deutsch

    sind in der deutschen Wikipedia-Ausgabe Regulierungswut, Besserwisserei, Nörgelei, Intoleranz, Grabenkämpfe, Streitsucht.

    Warum müssen die Grenzen (die im richtigen Leben fließend sind) klar definiert sein? Wäre es nicht einfacher und für alle erquicklicher, die Leser über Relevanz, Informationsgehalt, Richtigkeit und Vollständigkeit eines Artikels selbst urteilen zu lassen?

    Wikipedia hat idealistische Wurzeln. Leider werden fehlgeleitete Idealisten schnell zu Fanatikern, wie ich in so mancher Löschdiskussion, an der ich mich beteiligt habe, erleben musste.
  9. #9

    Nicht mehr anonym bleiben

    Die Wikipedia ist vom Konzept her eine großartige Sache.

    Sie hat aber eine Schwachstelle vielleicht nicht von Anfang an, aber zumindest, seit sie zum Werk einer Massenbewegung geworden ist: die wenigstens nach außen erscheinende Anonymität der Autoren. Es hilft nichts zur Wahrheitsfindung, wenn irgendwo bei einer zentralen Stelle die eMail-Adresse des Nickname-Inhabers gespeichert ist.

    Wissenschaftsgeschichtlich ist eine Enzyklopädie, die von Fachleuten und interessierten Laien (die oft sehr kundig sein können) geschrieben wird, nichts Neues. Nur hatten die früheren Versuche alle gemeinsam, dass die Beteiligten in den Kollegenkreisen alle namentlich bekannt waren.

    Dies wird bei der Riesenanzahl heutiger Autoren so zwar nicht mehr möglich sein. Aber wenn die Autoren nicht nur mit Nom de plume, sondern mit authentischen Klarnamen zeichnen müssen, dann reduziert sich auch viel Schrott.

    Ich halte es keineswegs, wie erwartungsgemäß von einem Vor-Diskutanten angedeutet, für "typisch deutschen Regelwahn", wenn man auch im Internet allmählich wieder zum Prinzip der persönlichen Verantwortung zurückfindet. Das würde einen erheblichen Anteil der Verluderung, die man allgemein in Blogs und in Diskussionsforen antrifft, wegfallen lassen.

    Die Geschichte des Druckwesens nahm denselben Verlauf: Es hat Jahrhunderte gebraucht, bis von der anonymen Flugschrift der Weg beschritten war zu einem korrekten Impressum. Und bei einem Wikipedia-Artikel kann das Impressum nicht einfach darin bestehen, die Adresse des Trägervereins anklicken zu können, sondern da muss aufgrund der neuen Verbreitungsform schon jeder Autor selbst, und zwar persönlich, für sein Schreiben geradestehen.


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