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Schluss mit der Anonymität in Blogs und Foren?

Klarnamen oder Nicks: Die Debatte um den individuellen Auftritt im Internet ist beinahe so alt wie das World Wide Web selbst. Die Frage, ob die Anonymität des Einzelnen mehr schadet als nützt oder ob sie ein grundlegender Teil der Internet-Diskurskultur ist, gewinnt im Zeitalter der Social Media und wachsender Kommunikationsdichte erneut an Relevanz. Sollte es weiter die Möglichkeit geben, im Netz anonym zu agieren oder gehört ab sofort der "Echtname" zur Netiquette?
  1. #40

    Wenn es wirklich mal soweit kommt, dass die Anonymität vollkommen in den Hintergrund tritt - wird das uns nicht unbedingt gut tun. Ich bemerke immer mehr, dass zwar mit solchen Foren oder Social Networks prinzipiell zwar schneller Freundschaften geschlossen werden, aber die Intensität der Freundschaften nimmt einfach ab. Man kommuniziert mehr über Internet oder Smartphone, sodass kaum Möglichkeiten bestehen sich persönlich über private Dinge, die nicht jeder wissen bzw. erfahren sollte, zu unterhalten.

    Jeder sollte für sich selbst bedenken, ob er sich so abhängig macht von solchen "Systemen". Unbenklicher halte ich aber die ganzen Onlineshops, die allerdings auch die persönlichen Daten einspeichern...
  2. #41

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Klarnamen oder Nicks: Die Debatte um den individuellen Auftritt im Internet ist beinahe so alt wie das World Wide Web selbst. Die Frage, ob die Anonymität des Einzelnen mehr schadet als nützt oder ob sie ein grundlegender Teil der Internet-Diskurskultur ist, gewinnt im Zeitalter der Social Media und wachsender Kommunikationsdichte erneut an Relevanz. Sollte es weiter die Möglichkeit geben, im Netz anonym zu agieren oder gehört ab sofort der "Echtname" zur Netiquette?
    Ich finde die Beiträge hier wirklich interessan und bin sehr überrascht, wie oft argumentiert wird, dass Klarnamen viel zu leicht von Firmen oder dem Staat zur Überwachung missbraucht werden könnten und das mit Klarnamen nur noch "Mainstream"-Meinungen geäußert werden würden.

    Meiner Ansicht nach würde das genaue Gegenteil eintreten, nämlich eine weitere Radikalisierung.
    Ich persönlich diskutiere z.B. gerne mit Fanatikern. Ich finde es einfach spannend herauszufinden, wie Menschen zu solchen Überzeugungen kommen und was sie daraus für Konsequenzen ziehen.
    Dabei ist es eigentlich egal, ob links, rechts, ökologisch, religiös oder wasauchimmer.

    Nun zeichnen sich Fanatiker u.a. dadurch aus, das Ihr Ziel für sie sehr viel rechtfertigt. Gewalt gegen anders Denkende inklusive.
    Resultat: Als hier noch persönliche Nachrichten verschickt werden konnten, hatte ich häufiger mal sehr lustige Mails mit Beleidigungen und Drohungen im Postfach.

    Könnte ich hier nur noch mit meinem vollen Namen posten, wäre mir das zu gefährlich und ich würde es bleiben lassen.
    Da Radikale eher bereit sind Grenzen zu überschreiten als der "Mainstream", würde mMn aus genau dieser Situation heraus eine Abwanderung des "Mainstreams" einsetzen und bald würden sich nur noch radikale Wirrköpfe in diesen Foren tummeln.
  3. #42

    Klarstellung

    Zitat von peter_1974 Beitrag anzeigen
    Nun zeichnen sich Fanatiker u.a. dadurch aus, das Ihr Ziel für sie sehr viel rechtfertigt. Gewalt gegen anders Denkende inklusive.
    - Erstens gibt es keine Fanatiker! Auch keine Gewaltbereiten.
    Das ist nur ein blödes Wort. Oder sind Politiker etwa Demokratiefanatiker?
    - Zweitens treffen Worte ihr Ziel, auch wenn der "Heckenschütze" verborgen bleibt. Anonymität bedeutet Hinterhalt.
    - Drittens gibt's in solchen Foren keine vollkommene Anonymität.
    Die SPON-Admins haben Zugriff auf die Klarnamen bzw. Registrierung, und können diese Daten weiterreichen.
    Wirklich anonym wäre z.B. ein Erpresserbrief, nach dessen Autor erst gefahndet werden muss.
  4. #43

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    - Erstens gibt es keine Fanatiker! Auch keine Gewaltbereiten.
    Das ist nur ein blödes Wort. Oder sind Politiker etwa Demokratiefanatiker?
    - Zweitens treffen Worte ihr Ziel, auch wenn der "Heckenschütze" verborgen bleibt. Anonymität bedeutet Hinterhalt.
    - Drittens gibt's in solchen Foren keine vollkommene Anonymität.
    Die SPON-Admins haben Zugriff auf die Klarnamen bzw. Registrierung, und können diese Daten weiterreichen.
    Wirklich anonym wäre z.B. ein Erpresserbrief, nach dessen Autor erst gefahndet werden muss.
    Politiker Nein, Demokratiefanatiker.... könnte man u.U. sogar so sagen.

    Zu allem anderen: es gibt keine gewaltbereiten Fanatiker? In welcher Welt leben Sie denn?

    Dann die Sache mit der vollkommenen Anonymität: Das ist vollkommen irrelevant. Es muss nur anonym genug sein. Und das heißt für mich, dass nicht jeder x-beliebige Nutzer meinen Namen herausfinden kann, nur weil ihm meine Meinung nicht passt und er denkt es sei eine tolle Idee, mal ein bisschen Feuer zu legen o.ä.
  5. #44

    Schluß mit Anonymität in Blogs und Foren?
    Wie soll das gehen? Zunächst einmal wäre das technisch überhaupt nicht umzusetzen, es sei denn, wir gründen eine Stasi 2.0.

    Außerdem: Wer behindert, drogensüchtig, alkoholabhängig, schwul oder lesbisch oder Regimegegner ist, ist auf Anonymität angewiesen. Deshalb kann meine Antwort nur sein: Schluß mit solchen Überlegungen, ein für allemal!
  6. #45

    Anonymität schützt vor Verfolgung

    Die Autoren müssen dringend vor Verfolgung durch den Staat geschützt werden . Ich habe erlebt wie die Polizei illegaler Weise mit Gewalt in eine Wohnung eingedrungen ist und Computer und Datenträger mitgenommen haben nur weil jemand über Tatsachen im Internet berichtet hat ohne zu beleidigen wohlgemerkt. Es ging um Machenschaften der Staatsdiener ! Das war dann auch der Grund für die Repressalie .
    Ohne Anonymität wird wohl kaum noch jemand etwas im Internet veröffentlichen und schon gar nicht die volle Wahrheit , die bekanntlich weh tun kann .
  7. #46

    Was kommt dann?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Klarnamen oder Nicks: Die Debatte um den individuellen Auftritt im Internet ist beinahe so alt wie das World Wide Web selbst. Die Frage, ob die Anonymität des Einzelnen mehr schadet als nützt oder ob sie ein grundlegender Teil der Internet-Diskurskultur ist, gewinnt im Zeitalter der Social Media und wachsender Kommunikationsdichte erneut an Relevanz. Sollte es weiter die Möglichkeit geben, im Netz anonym zu agieren oder gehört ab sofort der "Echtname" zur Netiquette?
    Auf gar keinen Fall! Alles was einmal im Netz landet bleibt auch da.Damit ist der Offenlegung aller Daten Tür und Tor geöffnet.Mißbrauch in jeder Form wird noch forciert, Cyber-Mobbing wird überhand nehmen.Denn die ganze Sache hat einen großen Haken: Man kann nicht aussuchen, wer auf der anderen Seite mitliest.
  8. #47

    Zitat von eurowun Beitrag anzeigen
    Eine grundlegende Änderung in den Foren ist aus meiner Sicht die gangbarste Lösung. Der User muss verpflichtet sein, in Foren nur noch unter dem Klarnamen zu agieren.

    Einerseits würde dies Einige hindern, dass sie Aufrufe wie jener zur Lynchjustiz straten, bei Andere könnte nicht mit Nicknamen alles Mögliche behauptet und in die Welt gesetzt werden. Ferner sollte all jenen das Handwerk geklegt werden, die systematisch jede andere Meinung mit Beleidigungen beantworten.

    Mündige Bürger müssen im Internet sich nicht verstecken. Auch ich wäre bereit - wenn alle Klarnamen nutzen müssen - mich sofort dafür zu bekennen.

    Selbstverständlich - wer sich heute schon äußert, dass Name oder gar Wohnort erkennbar wird, muß - leider - mit Allem rechnen. Ich habe in Verbindung mit Stuttgart 21 mehrfach Morddrohungern erhalten. Sie wurden durch Forenbeiträge wohl ausgelöst. Mehr als Fingerabdrücke zu sichern war der Polizei nicht möglich. "Kranke Reaktionen" werden nie ausbleiben.
    Mündige Bürger müssen sich nicht verstecken!? Das ich nicht lache.Meinst Du/Sie, daß Datenmißbrauch vor "anständigen" Menschen haltmacht?! Scheinbar noch keine (schlechten) Erfahrungen gemacht.
    Was kümmert es mich wenn jemand meint in Foren irgendeinen Sch...
    zu schreiben.Das übergehe ich einfach.Aber deswegen gleich meine Identität preisgeben...für wen? warum?
  9. #48

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Klarnamen oder Nicks: Die Debatte um den individuellen Auftritt im Internet ist beinahe so alt wie das World Wide Web selbst. Die Frage, ob die Anonymität des Einzelnen mehr schadet als nützt oder ob sie ein grundlegender Teil der Internet-Diskurskultur ist, gewinnt im Zeitalter der Social Media und wachsender Kommunikationsdichte erneut an Relevanz. Sollte es weiter die Möglichkeit geben, im Netz anonym zu agieren oder gehört ab sofort der "Echtname" zur Netiquette?
    Soll dass eine Obrigkeit festlegen? Dann bin ich unbedingt dafür. Am besten durch ein Gesetz, das die Vorspiegelung falscher Tatsachen generell unter schwere Strafe stellt. Bei Nichtbeachtung sofort verhaften und einsperren. Law and Order!
  10. #49

    Zitat von ANDIEFUZZICH Beitrag anzeigen
    Und was ist mit freien und geheimen Wahlen?
    Brauchen wir auch nicht mehr, verstösst gegen die Nettiquette.
    Die "Wahl" ist keine. Es ist eine Verurteilung zur Zwangsheirat mit der Partei einer Mehrheit, die keine ist.


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