Im Internet, wie auch in der „Realen Welt“, geht’s doch zunächst auch nur um den Umgangston miteinander (im weitesten Sinne) – und um die Gewährleistung denselben.
Auch auf der Straße wird der Personalausweis NICHT auf der Stirn gestanzt getragen – sondern in der Tasche!
Ein U-Bahn-Schläger wird bei seinen kriminellen Taten womöglich gefilmt; von den anderen Anwesenden möglicherweise gehindert..etc..
Ein verbaler U-Bahn-Schläger dagegen (oder noch schlimmer, ein Cyberstalker in den Internet-Foren), agiert fast völlig anonym – und bleibt das in der Regel zumindest in den allermeisten Fällen auch.
Eine wirksame, gesetzliche Regelung gegen den Missbrauch der Anonymität im Internet existiert z.Z. nicht.
Also eine Art „rechtsfreier Raum" für die diversen Soziopathen, die nun nach Lust und Laune andere Menschen im Internet beleidigen, übest beschimpfen und drangsalieren können!
Es gibt sogar welche, die sich als kommerzielle Cyberstalker zu etablieren versuchen, indem sie regelrechte Cyberstalker-Foren im Ausland hosten und betreiben, mit dem einzigen „Geschäftszweck“, im Auftrag und für Geld, gegen bestimmte Firmen und/oder reale Personen in Deutschland Rufschädigung im Internet zu betreiben.
Alles anonym und für die deutsche Justiz nicht greifbar.
Oder, wie im Falle „iShareGossip“, so eine Art Hassplattform für Jugendliche zu betreiben, wo manche Schüler , aus der Anonymität heraus, andere Schüler unter der Nennung des Klarnamens, Geburtsdaten, Fotos der Cyberstalking-Opfer etc., die schlimmsten Verleumdungen auf der genannten Plattform verbreiteten. (Die Seite wurde inzwischen in Deutschland gesperrt)
Also, was tun?
Foren-Admins und Moderatoren der deutschen Internet-Foren müssen dringend dazu gebracht werden, die Netiquette zu wahren.
Gegen die im Ausland gehosteten Cyberstalker-Foren dagegen (kommerziell oder einfach nur aus perversen Neigungen gegründet), kann der hiesige Gesetzgeber (noch) nichts ausrichten.
Dafür gibt es allerdings professionell agierende Anti-Cyberstalker-Internet-Plattformen, die wiederum dem anonymen Cyberstalking durchaus erfolgreich Paroli bieten können (bis hin zur der eindeutigen Betreiber-Identifizierung der betreffenden Hassforen) und/oder Einleitung weiterer Abwehrmaßnahmen.
Das ist der aktuelle Stand zum Thema: "Anonym im Internet".
Ich persönlich bin NICHT dafür, dass Menschen in der „realen Welt“ die eigenen, persönlichen Daten für jedermann offen und sichtbar tragen – und dasselbe muss auch für das Internet gelten!
Aber…
..es geht schlicht und einfach nur darum, dass KEINE Verhaltes-Asymmetrie unter den Teilnehmern entsteht – und NICHT z.B. jeder Psycho / Soziopath sich nun im Internet, aus der vermeintlichen Anonymität heraus, an irgendwelchen realen Personen weiterhin ungestraft abreagieren kann - ohne, dass die Betroffenen entsprechend reagieren können!!
Es muss also auch im Internet so eine Art Kräftegleichheit hergestellt werden – und der Rest regelt sich dann von selbst. Zurzeit ist das definitiv NICHT der Fall – und das Internet ist aktuell u.a. auch ein Tummelplatz für alle möglichen Straftaten.
Wie man sieht, auch bei diesem Thema ist das eigentliche Problem NICHT einfach nur ein schlichtes „ja/nein“, sondern viel komplexer.
Aber, das Problem ist lösbar.
Mark Nell
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