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Schluss mit der Anonymität in Blogs und Foren?

Klarnamen oder Nicks: Die Debatte um den individuellen Auftritt im Internet ist beinahe so alt wie das World Wide Web selbst. Die Frage, ob die Anonymität des Einzelnen mehr schadet als nützt oder ob sie ein grundlegender Teil der Internet-Diskurskultur ist, gewinnt im Zeitalter der Social Media und wachsender Kommunikationsdichte erneut an Relevanz. Sollte es weiter die Möglichkeit geben, im Netz anonym zu agieren oder gehört ab sofort der "Echtname" zur Netiquette?
  1. #10

    Zitat von eurowun Beitrag anzeigen
    Eine grundlegende Änderung in den Foren ist aus meiner Sicht die gangbarste Lösung. Der User muss verpflichtet sein, in Foren nur noch unter dem Klarnamen zu agieren.
    Wer soll das wie und mit welchem Kontrollaufwand konkret durchsetzen?
    Für mich ist das eine Schnapsidee, zumal findige Nerds immer einen Weg finden würden, ihre wahre Identät zu verschleiern.
  2. #11

    Reicht Facebook noch nicht?

    Klarnamen stehen immer wieder in der Kritik. Wer einen Hauch von der Massenmeinung abweicht, sieht sich derben Repressalien ausgesetzt. Das Ergebnis von Identifizerbarkeiten im Netz wären tatsächliche Gewalt und sozialer Unfriede.

    Wir alle kennen wohl die Auswirkungen von Klarnamen, wie sie auf Facebook und co. zu finden sind. Dort betrifft das vielleicht nur versehentliche Partyeinladungen. In politischen Foren, oder Foren mit emotionalen Themen aber, würden Klarnamen unvorhergesehene Gruppendynamiken hervorrufen.

    Gerade die Anonymität gewährleistet es bei funktionierender Moderation, Meinungsfreiheit, ohne Repressalien in der Realität, zu erleben. Wobei aber besonders in technischen Hobbyforen die Moderation oft gnadenlos parteiisch zur größten Gruppe ist. Querdenker haben abseits der Massenmeinung dort auch so keinen einfachen Stand, ohne den Klarnamen, mit dem sich Informationen für polemische Angriffe sammeln ließen.

    Klarnamen im Internet würden zudem dafür sorgen, dass Kosten für den Betreiber von Foren, und damit weitergereicht für den Nutzer, entstehen würden.
  3. #12

    Zitat von eurowun Beitrag anzeigen
    Eine grundlegende Änderung in den Foren ist aus meiner Sicht die gangbarste Lösung. Der User muss verpflichtet sein, in Foren nur noch unter dem Klarnamen zu agieren.

    ...
    Als Michael Müller mag das funktionieren; was aber, wenn Sie Inhaber eines in D einmaligen Namens sind? Selbst, wenn Sie nicht bei facebook,... registriert sein sollten, gibt spätestens Ihr Einwohnermeldeamt Auskunft über Sie; es sei denn, Sie hätten ausdrücklich widersprochen.
    Hätten Sie gerne den Mob vor Ihrem Haus?

    Ich nicht.
  4. #13

    Die Diktatur des Klarnamens

    Zitat von eurowun Beitrag anzeigen
    ...

    Selbstverständlich - wer sich heute schon äußert, dass Name oder gar Wohnort erkennbar wird, muß - leider - mit Allem rechnen. Ich habe in Verbindung mit Stuttgart 21 mehrfach Morddrohungern erhalten. Sie wurden durch Forenbeiträge wohl ausgelöst. Mehr als Fingerabdrücke zu sichern war der Polizei nicht möglich. "Kranke Reaktionen" werden nie ausbleiben.
    Sie äußern sich in Ihrem Beitrag FÜR Klarnamen und haben selbst das äußerste Argument DAGEGEN selbst erLEBT?
    Wenn das schon bei einem Thema wie Stuttgart 21 vorkommt, wie kommt man dann auf die Idee, die Diktadur des Klarnamens ganz generell zu fordern? Die Freiheit der WAHL stellt hier das Gut und den Fortschritt dar, und nicht die Zwangsbeschneidung von Möglichkeiten und Rechten!
    Jeder, der WILL, kann alles unter seinem Klarnamen machen! So gesehen ist es schon verdächtig, dass man nicht nur anderen, sondern sogar ALLEN gerne vorschreiben möchte, wie sie es handzuhaben hätten!?
    Das reale Leben ist schon klarnamig genug! Da fließen alle Rollenvorstellungen und -erwartungen mit ein, Imagepflege und Abhängigkeitsverhältnisse und was weiß ich noch alles, kurz auch alle Scheinheiligkeiten und Opportunismen, Vorsichtsmaßnamen und Abwehrreaktionen, Beschönigungen etc.pp.
    Also, wenn Sie oft genug die Unwahrheit hören oder lesen wollen, setzen Sie sich für Klarnamen ein.
    Reicht es nicht, wenn Politiker seitenweise ablesen oder freisprechen, "ohne etwas zu sagen?" Wollen Sie das jetzt auch noch von den ganzen Freizeitpolitikern im Netz ertragen müssen?
    Und falls Sie alles, was Sie sagen, immer so sagen, dass Sie es genau so jederzeit auch vor Ihrem Arbeitgeber sagen würden, dann sind sie entweder stinklangweilig oder auf´s Äußerste naiv. Falls sie wichtig genug sind, liest der auch noch mit. Oder Ihr Lieblingsfeind und Mobbing-Sparringspartner in der Firma, falls Ihnen das besser gefällt?

    Ich möchte einen Raum haben, wo ich nicht erfahren muß, was Sie schreiben, wenn Sie das alles mitbedenken, sondern wie Ihre wirkliche Meinung ist.
    Und wenn Sie das für identisch halten, sind Sie entweder sehr unreflektiert und/oder unehrlich, oder aber, Sie sind ein schrecklicher Konformist. Diese aber geben mir zu denken, denn die gibt es in JEDER Gesellschaftsform, und die können dann auch überall "stolz" verkünden, sie könnten hinter allem mit ihrem Klarnamen stehen und hätten nichts zu verbergen. Tja klar, wo nichts ist, gibt´s auch nichts zu verbergen: z.B. eine EIGENE Meinung. Und die zeichnet sich dadurch aus, dass sie eben NICHT immer mit dem Mainstream mitschwimmt! Konformisten sind i.d.R. eins nicht: mutig. Drum müssen diese wahrscheinlich auch besagte "nichts zu verbergen"-Aussage so betonen.
    Und dass sich vermeintlich oder tatsächlich gute Gesellschaftsformen jederzeit auch verändern können, und nicht immer nur zum Guten - diesen Gedankengang erwarte ich am wenigsten von solch einem Konformisten. Und wie es dann mit der "Freiheit des Wortes" bestellt ist.
  5. #14

    Zitat von davincione Beitrag anzeigen
    Sie äußern sich in Ihrem Beitrag FÜR Klarnamen und haben selbst das äußerste Argument DAGEGEN selbst erLEBT?
    ...
    Und dass sich vermeintlich oder tatsächlich gute Gesellschaftsformen jederzeit auch verändern können, und nicht immer nur zum Guten - diesen Gedankengang erwarte ich am wenigsten von solch einem Konformisten. Und wie es dann mit der "Freiheit des Wortes" bestellt ist.
    Ja.
    Mal abgesehen davon, dass Sie sich selbst ad absurdum führen; wegen Ihres Nicks, Sie wissen schon...

    Dass das Private politisch sein soll, wissen wir seit den 68ern.
    Wieviel davon übrig geblieben ist, können Sie sich in deren Biografien zusammensammeln. Oder eben auch nicht.

    Transparenz gilt nur für andere; oder wollten Sie sich nackig auf die Straße stellen?!
  6. #15

    Für den "Echtnamen"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Klarnamen oder Nicks: Die Debatte um den individuellen Auftritt im Internet ist beinahe so alt wie das World Wide Web selbst. Die Frage, ob die Anonymität des Einzelnen mehr schadet als nützt oder ob sie ein grundlegender Teil der Internet-Diskurskultur ist, gewinnt im Zeitalter der Social Media und wachsender Kommunikationsdichte erneut an Relevanz. Sollte es weiter die Möglichkeit geben, im Netz anonym zu agieren oder gehört ab sofort der "Echtname" zur Netiquette?
    Ich plädiere für das Heraustreten des jeweiligen Schreibers aus der Anonymität. Das würde zumindest auch unterbinden, dass völlig absurde, manchmal beleidigende und oft an den Themen vorbeigeschriebene Kommentare erscheinen. Es wäre eine Qualitätssteigerung des Internet.
  7. #16

    Zitat von ANDIEFUZZICH Beitrag anzeigen
    Und was ist mit freien und geheimen Wahlen?
    Brauchen wir auch nicht mehr, verstösst gegen die Nettiquette.
    Sehr richtig? Gäbe es diese nicht, so müssten die armen Schleswig-Holsteiner immer noch Hopple Heide ertragen.

    Es macht mir großen Spaß, manchmal zugegebener Maßen etwas zu sehr über das Ziel hinaus geschossen, Klartext zu posten. Das würde ich niemals unter meinem Klarnamen, alles klar?
  8. #17

    Eine Frage der Qualität

    Zitat von hierro Beitrag anzeigen
    Ich plädiere für das Heraustreten des jeweiligen Schreibers aus der Anonymität. Das würde zumindest auch unterbinden, dass völlig absurde, manchmal beleidigende und oft an den Themen vorbeigeschriebene Kommentare erscheinen. Es wäre eine Qualitätssteigerung des Internet.
    Warum verzichten Sie denn dann freiwillig(!) auf diese "Qualitätssteigerung", indem Sie selbst einen Nick benutzen?
    Welche Art der "Qualitätssteigerung" aus meiner Sicht zu erwarten wäre, habe ich in Beitrag #13 dargelegt. Soviel sei schon verraten: ich komme zu dem genau gegenteiligen Schluß wie Sie!
    Übrigens: real benamste Menschen sagen niemals etwas "völlig absurdes", niemals etwas "beleidigendes" und reden nie "am Thema vorbei" - und der Osterhase kommt an Weihnachten ;)
  9. #18

    Doch nicht verstanden

    Zitat von Dengar Beitrag anzeigen
    Das ist cool!
    Ihre Antwort gefällt mir dahingehend, dass Sie gerade eben noch alles publik machen wollten; sich jetzt aber hinter Ihrem Nick zurückziehen.

    Jetzt frage ich mich aber echt, ob Sie meinen Ursprungsbeitrag (Nr. 13) wirklich gelesen und verstanden haben. Das fragte ich mich schon bei Ihrer ersten Antwort, wollte aber Bestes unterstellen. Nun muss ich aber sagen: Ihre Antwort macht dann keinen Sinn!
  10. #19

    Zitat von davincione Beitrag anzeigen
    Jetzt frage ich mich aber echt, ob Sie meinen Ursprungsbeitrag (Nr. 13) wirklich gelesen und verstanden haben. Das fragte ich mich schon bei Ihrer ersten Antwort, wollte aber Bestes unterstellen. Nun muss ich aber sagen: Ihre Antwort macht dann keinen Sinn!
    In Ordnung: kleiner Kotau.

    "Sinn machen" gibt es im Deutschen nicht. Entweder irgendetwas "ergibt einen Sinn" oder hat"einen Sinn".

    Ixh gebe frei zu: Ich weiß schlicht und ergreifend nicht, ob Sie jetzt für oder gegen Nicks sind; da Sie selbst einen benutzen, gehe ich eher davon aus: dafür.








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