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Musikpiraterie - gerechtes Urteil?

220.000 Dollar für 24 Lieder US-Grundsatzurteil: Wer Musikdateien auf seinem Rechner für andere freigibt, macht sich strafbar. Ganz egal, ob jemand die Songs tatsächlich lädt, kostet das 10.000 Dollar Strafe je Lied. Ein gerechtes Urteil?
  1. #1

    Bevor man sich über die Gerechtigkeit dieses Urteils äußern kann müsste man eigentlich wissen auf welcher Basis der Schaden ermittelt wurde.

    Etwa $10k pro Song klingt auf sich allein gestellt erst mal weder viel noch wenig, dazu müsste man wissen wie oft jeder weiterverteilt wurde und wie diese weiterverteilung gewertet wurde.
    Wenn jeder Song jetzt 10.000x geladen wurde und die davon ausgehen das jeder davon einem entgangenen Verkauf entspräche, dann wäre das Urteil ein Witz.

    Wenn jeder Song jetzt 100.000x geladen wurde und die davon ausgehen das jeder 10. davon den Song deshalb nicht gekauft hat, dann wärs schon akzeptabler.
  2. #2

    Zitat von M@ESW Beitrag anzeigen
    Bevor man sich über die Gerechtigkeit dieses Urteils äußern kann müsste man eigentlich wissen auf welcher Basis der Schaden ermittelt wurde.

    Etwa $10k pro Song klingt auf sich allein gestellt ....
    Wenn ich das Urteil richtig verstehe, dann geht es hier nicht oder nicht allein um Schadenersatz sondern um eine Strafe für eine Straftat in Form einer Geldbuße.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    220.000 Dollar für 24 Lieder US-Grundsatzurteil: Wer Musikdateien auf seinem Rechner für andere freigibt, macht sich strafbar. Ganz egal, ob jemand die Songs tatsächlich lädt, kostet das 10.000 Dollar Strafe je Lied. Ein gerechtes Urteil?
    Dass die Musikpiraterie nunmehr nicht mehr als Kavaliersdelikt, sondern als Straftatbestand angesehen wird, ist m.E. ein längst überfälliger Schritt gewesen. Die Strafe, die hier allerdings verhängt wurde, ist hoffnungslos überzogen. Sie sollte - wie es z.B. in Deutschland üblich ist - sich nach dem Einkommen richten.
  4. #4

    Natürlich nicht!

    Die Verhältnismäßigkeit ist hier völlig abhanden gekommen. Die Musikindustrie erfindet irgendwelche Phantasiesummen, die angeblich als Schaden entstanden sein sollen, und die Richter legen das dann auf eine Privatperson um, die den Fehler gemacht hat, einige Musikdateien weiterverbreiten lassen zu haben (das ist ja bei Kazaa und Konsorten kein aktives Tun a la "ich brenne eine CD und verteile sie auf dem Schulhof" sondern geschieht automatisch, indem andere Benutzer des Dienstes diese Dateien von dem PC herunterladen).

    Wenn dieses Tun, bei dem kein Diebstahl o.ä. stattgefunden hat (wenn ich eine Datei kopiere, ist sie hinterher immer noch da, also habe ich niemandem was weggenommen, egal was irgendwelche Rechtsverdreher auch behaupten mögen), mit derartigen Strafen bedacht wird, wird auf Ladendiebstahl wohl bald die Todesstrafe stehen...
  5. #5

    Falscher Eigentumsbegriff

    An dem Urteil ist über nichts zu begrüßen.
    Erstens zerstören die Richter und Anwälte das Leben einer Frau.
    Zweitens tun sie das wegen einer Handlung, die niemanden anderes Leben in seinem Wesen berührt.
    Drittens liegt der Grund in einem völlig überzogenen Eigentumsbegriff, welcher auf die Maxime zurückzuführen ist, daß alles Leben nach seinem Geldwert taxiert und ökonomischen Regeln unterworfen werden soll.
    Welches Eigentum ist aber schützenswert? Für die meisten Menschen betrifft der Eigentumsschutz vor allem ihre Gebrauchsgegenstände, mit denen sie das tägliche Leben bestreiten.
    Für wenige schützt er vor allem Dinge, die sie nicht brauchen und nicht benutzen: Reichtümer, Eitelkeiten, Land daß sie nicht beackern und niemals betreten haben- manche besitzen vor allem, um andere von dem Besitz auszuschließen.

    Und was ist die Leistung eines Musikers wert, wenn sie tot auf einem Medium gespeichert ist? Jeder Mensch würde einsehen, daß er für ein Konzert bezahlen soll- schliesslich arbeitet da jemand. Bei einer Aufnahme, die man sich vielleicht einmal anhört ist der Kaufpreis dabei völlig überzogen. Wenn man ein Album wirklich mag, kauft man es sich ohnehin.

    Die Rechtsordnung orientiert sich am Schutz der Macht und dem Reichtum der Mächtigen, sie geht dabei am Leben vor bei.
    Auch Ökonomie ist nicht "das Leben", sondern nur ein Teil davon- mehr nicht.
  6. #6

    Zitat von Coolie Beitrag anzeigen
    Dass die Musikpiraterie nunmehr nicht mehr als Kavaliersdelikt, sondern als Straftatbestand angesehen wird, ist m.E. ein längst überfälliger Schritt gewesen.
    Fraglich bleibt allerdings, ob sich die Medienindustrie mit ihrem Vorgehen nicht langfristig einen Bärendienst erweist. Aus einer coolen Branche, der anzugehören vielen als erstrebenswert galt, ist in den Augen einer wachsenden Konsumentenschar längst eine geldgierige Krake geworden, deren Image mehr und mehr dem der GEZ oder von Moskau-Inkasso gleicht. Wer will mit denen denn noch Geschäfte machen? Wenn ich beim Kauf einer CD das Gefühl haben muss, die Klagewelle der Musikindustrie am Laufen zu halten, überlege ich mir jeden Kauf künftig zweimal.
  7. #7

    Gute Nacht an alle Maden!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    220.000 Dollar für 24 Lieder US-Grundsatzurteil: Wer Musikdateien auf seinem Rechner für andere freigibt, macht sich strafbar. Ganz egal, ob jemand die Songs tatsächlich lädt, kostet das 10.000 Dollar Strafe je Lied. Ein gerechtes Urteil?
    Der Kampf der Musikindustrie gegen die Windmühlen des Internets verschärft sich. Solange Alben 15-20 € kosten und die Künstler ca. 1 € davon abbekommen, werden alle Lanzen brechen. Wer zum Zweck der Abzocke (14-19€!) andere kriminalisiert, hat nicht weniger als die Pleite verdient. Den Künstlern wünsche ich weiterhin steigende Einnahmen aus Live-Auftritten.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    220.000 Dollar für 24 Lieder US-Grundsatzurteil: Wer Musikdateien auf seinem Rechner für andere freigibt, macht sich strafbar. Ganz egal, ob jemand die Songs tatsächlich lädt, kostet das 10.000 Dollar Strafe je Lied. Ein gerechtes Urteil?
    das urteil ist gerecht, aber damit wird nur die spitze des eisberges getroffen, es ist schlichtweg unmöglich die vielzahl von illegalen downloads mit solchen urteilen zu unterbinden. die meisten werden denken, mich wird es schon nicht treffen, die musikindustrie sollte über effektivere maßnahmen nachdenken
  9. #9

    Zitat von lichtschalter Beitrag anzeigen
    An dem Urteil ist über nichts zu begrüßen.
    Erstens zerstören die Richter und Anwälte das Leben einer Frau.
    Zweitens tun sie das wegen einer Handlung, die niemanden anderes Leben in seinem Wesen berührt.
    Drittens liegt der Grund in einem völlig überzogenen Eigentumsbegriff, welcher auf die Maxime zurückzuführen ist, daß alles Leben nach seinem Geldwert.....
    Selten so einen ideologisierenden Unsinn gelesen.
    "Was ist die Leistung eines Musikers wert, wenn sie tot auf einem Medium gespeichert ist?"

    ich übertrage mal analog auf andere Bereiche:
    Was ist die Leistung eines Bauern wert, wenn das Schweineschnitzel tot in der Pfanne liegt?
    Was ist die Leistung eines Jounalisten wert, wenn sie tot als Zeitung im Briefkasten liegt?
    usw.

    "Jeder Mensch würde einsehen, daß er für ein Konzert bezahlen soll- schliesslich arbeitet da jemand. Bei einer Aufnahme, die man sich vielleicht einmal anhört ist der Kaufpreis dabei völlig überzogen."

    Wissen Sie eigentlich, wie viele Menschen im Musik-Bussiness arbeiten und wie deren Jobs durch Piraterie gefährdet sind bzw. schon vernichtet wurden? Glauben Sie etwa, daß der Musiker bei einer Musikaufnahme der einzige Beteiligte ist?

    Da muss man erst mal drauf kommen, sich so gnadenlos ahnungslos aus dem Fenster zu hängen...

    Im übrigen ist der Kaufpreis einer CD nicht überzogen sondern viel zu billig. Vergleichen Sie einfach die Preisentwicklung bei Tonträgern der letzten 30 Jahre mit den allgemeinen Lebenshaltungskosten oder mit dem Preis von Autos. Sie werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.


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