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Kann man Leserrezensionen trauen?

Kundenrezensionen entscheiden mit über den Verkaufserfolg von Büchern. Da liegt es nahe, dass manche Autoren oder Verlage versuchen, etwas nachzuhelfen. Kann man den Aussagen und Rankings noch trauen?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kundenrezensionen entscheiden mit über den Verkaufserfolg von Büchern. Da liegt es nahe, dass manche Autoren oder Verlage versuchen, etwas nachzuhelfen. Kann man den Aussagen und Rankings noch trauen?
    Wieso noch? Den Kundenrezensionen kann man heute genauso vertrauen, wie zu Beginn. Die Idee, dass Verlage (oder auch alle andere Unternehmen, denn die Kundenrezensionen gibt es ja nicht nur für Bücher) nachhelfen, ist so alt wie das Bewertungssystem selbst. Es ist also immer mit Vorsicht zu genießen. Wer die Bewertungen einfach so hinnimmt und nach dem Kauf enttäuscht ist, ist selbst schuld.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kundenrezensionen entscheiden mit über den Verkaufserfolg von Büchern. Da liegt es nahe, dass manche Autoren oder Verlage versuchen, etwas nachzuhelfen. Kann man den Aussagen und Rankings noch trauen?
    ... solange Andrea Tholl vom SPON da nicht mitmischt ...

    Ehlich gesagt, die meisten Rezensionen in Amazon spiegeln schon die persönliche Ansicht des Lesers wieder. Und das gute dabei, wer einen Roman gelesen hat, kommentiert auch einen Roman und kommt kaum auf die Idee, dass er gerade ein beinahe Fachbuch gelesen hätte.

    Nicht so leider Andrea Tholl. Dass Sigmund Freud hervorragend geeignet ist, um Anregungen und Vorlagen für Hitchkock-Filme oder einen Kriminalroman von Jed Rubenfeld abzugeben, ist nichts neues. Aber das gehört in den Bereich der Phantasie, und da kann man es auch genießen.

    Um Wissenschaft handelt es sich deshalb aber noch lange nicht. Dafür sollte man seine Quellen besser bei medline beziehen.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kundenrezensionen entscheiden mit über den Verkaufserfolg von Büchern.
    Das stimmt so nun auch wieder nicht. Aber selbstverständlich wird ein vielgelesenes Buch auch zahlreichere Hobbyrezensenten finden als eines, das ohnehin in keiner Buchhandlung vorrätig ist...
    Zitat von sysop
    Da liegt es nahe, dass manche Autoren oder Verlage versuchen, etwas nachzuhelfen.
    Dies passiert in der Tat: Verlagsmitarbeiter und Buchhändler posten selbst fleißig mit, gerade bei Libri
    Zitat von sysop
    Kann man den Aussagen und Rankings noch trauen?
    Das sprachliche Ausdrucksvermögen des Rezensenten läßt durchaus Rückschlüsse auch auf dessen Textverständnis zu. Ich habe selbst bereits diverse Buchrezensionen online gestellt, und denke guten Gewissens, dem unvoreingenommenen Leser in aller Kürze einen brauchbaren Rat für seine Kaufentscheidung vermitteln zu können.
  4. #4

    Ich denke schon, dass man ihnen vertrauen kann.

    Das hat IMHO mehrere Gründe.

    1) Die Menge der Rezensionen.
    1a) Klar mischen die Verlage mit, aber ab einer bestimmten Rezensionsmenge X geht das einfach im Rauschen unter. Ich sortiere mir Amazon Reszensionen immer nach der Anzahl der Sterne. Zuerst lese ich ich ein paar der Top-Wertungen und dann ein paar der Flop-Wertungen. So bekommt man die zwei Extrempositionen mit und kann darüber schon mal ein grobes Bild machen, genau wie über die Anzahl der Top/Flop-Wertungen.
    1b) Wenn es nur wenige Rezensionen gibt, fällt es sofort auf, wenn die alle 5 Sterne vergeben. So ein tolles Produkt und dann wird es von nur so wenigen bewertet? Ist ja prinzipiell nicht unmöglich, aber zumindest verdächtig.

    2) Die Qualität der Rezensionen.
    Man merkt dem Sprachstil einer Rezension schon an, wie professionell bzw. wie geübt der Schreiber ist. Klar gibt es Amazon-Poweruser, die hunderte Rezensionen schreiben und trotzdem keine bezahlten Schreiber sind, aber ironischerweise sind für mich Leute mit weniger ausgefeiltem Stil etwas vertrauenswürdiger, weil ich das Gefühl habe, die stehen mehr dahinter. Wenn man sich alle halbe Jahre mal die Zeit nimmt, eine Rezension zu schreiben, dann hebt das die bedeutung der Rezension an, denn warum hat er/sie sich ausgerechnet hierfür die Zeit genommen, einen Text zu verfassen?
  5. #5

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Zuerst lese ich ich ein paar der Top-Wertungen und dann ein paar der Flop-Wertungen.
    Ich dachte, bei Amazon wären die Rezensionen chronologisch geordnet, nicht nach Sternen/Bewertung.
    Zitat von DJ Doena
    Wenn es nur wenige Rezensionen gibt, fällt es sofort auf, wenn die alle 5 Sterne vergeben. So ein tolles Produkt und dann wird es von nur so wenigen bewertet? Ist ja prinzipiell nicht unmöglich, aber zumindest verdächtig.
    Gerade bei Büchern und CDs, die eine sehr spezielle Klientel erreicht, kommt sowas aber öfters vor!
    Zitat von DJ Doena
    Ironischerweise sind für mich Leute mit weniger ausgefeiltem Stil etwas vertrauenswürdiger.
    Da wäre ich vorsichtiger... denn ein "Rezensent", der ohne Punkt und Komma schreibt, ohne erkennbare Grammatik und mit der Rechtschreibung eines heutigen Abiturienten... - und dem nur ein "Boah, affengeil" als Begründung seiner 5 Sterne einfällt, würde ich eher mißtrauen.
  6. #6

    Zitat von Muffin Man Beitrag anzeigen
    Ich dachte, bei Amazon wären die Rezensionen chronologisch geordnet, nicht nach Sternen/Bewertung.
    Wenn es mehr als n (n = 10 oder 15) Bewertungen gibt, gibt es einen Link "alle Bewertungen anzeigen" unten rechts und auf der verlinkten Seite kann man dann sortieren (fast) wie man lustig ist.
    Zitat von Muffin Man Beitrag anzeigen
    Da wäre ich vorsichtiger... denn ein "Rezensent", der ohne Punkt und Komma schreibt, ohne erkennbare Grammatik und mit der Rechtschreibung eines heutigen Abiturienten... - und dem nur ein "Boah, affengeil" als Begründung seiner 5 Sterne einfällt, würde ich eher mißtrauen.
    ok, letzteren ignoriere ich natürlich auch geflissentlich. In den vielen Jahren, die ich nun aber schon in Webforen unterwegs bin, habe ich mich gezwungenermaßen damit abgefunden, in einem Beitrag nicht mehr auf Rechtschreibung/Grammatik zu achten, sondern versuche nur noch zu verstehen, was mir der Autor so ungefähr sagen wollte. Ist zwar traurig, aber nunmal die Realität.
  7. #7

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    1b) Wenn es nur wenige Rezensionen gibt, fällt es sofort auf, wenn die alle 5 Sterne vergeben. So ein tolles Produkt und dann wird es von nur so wenigen bewertet? Ist ja prinzipiell nicht unmöglich, aber zumindest verdächtig.
    Ich habe ein bisschen gezögert, ob ich etwas dazu schreibe. Ich gehöre ja auch zu denen, die bei Amazon Rezensionen schreiben, und das gerne bei Artikeln, zu denen es noch keine Rezension gibt. Dazu kommt mein spezieller Geschmack.
    Ich würde also meinen, das eine, oder ein paar wenige Rezensionen noch nichts unbedingt verdächtiges sind.
  8. #8

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Wenn es mehr als n (n = 10 oder 15) Bewertungen gibt, gibt es einen Link "alle Bewertungen anzeigen" unten rechts und auf der verlinkten Seite kann man dann sortieren (fast) wie man lustig ist.
    Danke für den Tip!

    Eine eindeutige Antwort auf die Frage des Sysop ist kaum möglich, denn einerseits sind Leserrezensionen ja unabhängiger als jener von professionellen Kritikern bzw. Journalisten, die eine entsprechende Kolumne zu füllen haben... andererseits gibt es genügend interessante Werke, die vom Feulleton gar nicht bemerkt werden (und somit auch auf Perlentaucher nicht zu finden sind... da auch Verlagsankündigungen/Klappentexte etc. selten eine echte Entscheidungshilfe bieten, sind natürlich Internetplattformen wie Buchvergleich oder Online-Händler wie BOL ganz nützlich.

    Für mich als Leser ist die Möglichkeit, Lesererfahrungen zu reflektieren und zu veröffentlichen fester Bestandteil des Lesevergnügens. Demotivierend ist allenfalls, daß man (anonym) öfters mal "negative Bewertungen" erhält - und nicht einmal nachvollziehen kann, was denn nun den Leser bzw. Buchinteressenten dazu getrieben hat, die eigene Rezension als "nicht hilfreich" zu werten...
  9. #9

    Es ist nicht alles Gold, was 5 Sterne hat

    Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass es auf das Produkt ankommt, ob man den Bewertungen trauen kann.
    Wenn zum Beispiel ein Produkt gerade Mainstream ist, und von Presse und Verlägen, gehyped wird, dann hat das Teil supertolle Rezensionen, die nach hören, sehen, lesen nicht mehr gerechtfertigt sind.

    Bei unbekannteren Künstlern, Produkten habe ich noch immer das Gefühl, dass mir die Rezensionen zu einer guten Investition helfen :)

    Man muss aber auch bedenken, dass nicht jeder eine Rezension schreibt, der zB das Buch gelesen hat, es schreibt der, der das Teil toll fand, oder der, der enttäuscht war!

    Also ich mache das so! Zu einem Larifari Produkt mache ich mir die Mühe nicht!

    Gruß








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