Forum: Netzwelt
Ist Street View ein Problem?
Fühlen Sie sich von Googles Kamera-Autos in ihrer Privatsphäre bedroht? Oder sind die Straßenansichten ein nützlicher Dienst, die Fotos öffentlicher Orte unproblematisch?
- #540 15.05.2010 18:47 von PJanik
Emails sind unverschlüsselt
Sowohl SMTP, POP3 als auch IMAP4 verwenden "standardmäßig" KEINE Verschlüsselung. Das hat also die Geheimhaltung einer Postkarte die durch viele Hände geht.
TLS als Verschlüsselung der Protokolle wird zwar immer häufiger verwendet, ist aber noch lange nicht Standard. Und wer sein Netzwerk nicht verschlüsselt, der weiß bestimmt auch nicht wie man diese Optionen in seinem Mailprogramm erzwingt.
Für unverschlüsselte WLAN Netzwerke kann Google nichts. Für das sofortige Entsorgen der nicht benötigten Daten schon. - #541 15.05.2010 18:48 von
- #542 15.05.2010 19:03 von
Medien mal wieder auf dem falschen Dampfer
Wie kann es dazu kommen, daß Google auch Datenpakete mitschneidet und nicht nur die Reklamepakete (Beacons), mit denen jeder Router sein Vorhandensein anpreist?:
Ganz einfach, die Treiber für herkömmliche WLAN-Hardware haben einen bestimmten Modus, der sich für das Aufspüren aller WLAN Router im Umkreis eignet, den sog. Monitor Mode. Und in dieser Betriebsart fängt die Karte alle WLAN-Pakete auf, die auf einer Frequenz durch den Äther rauschen: Beacons, Daten, alles – egal ob verschlüsselt oder nicht. Zum Erstellen der Karte von WLAN-Landmarken – Googles eigentlicher Zweck der Übung – bräuchte man nur die Beacons. Die Datenpakete muss die Software also wegfiltern. Das wurde wohl nicht gemacht.
So lange man nicht über eine lange Zeit hinweg vor dem Haus parkt und alles mitschneidet kann man aber kaum ein zusammenhängendes Profil eines bestimmten Bürgers mitschneiden.
Das ist vergleichbar damit, schnurstraks quer durch eine Cocktailparty zu laufen. Man hört rechts und links Gesprächsfetzen, aber beim nächsten Schritt ist man schon dem Geschnatter von anderen Leuten ausgesetzt. In Wirklichkeit ist man aber nur auf der Suche nach dem nächsten Kellner mit Sekttablett und Canapees.
/Das wirkliche Datenschutzproblem/
Daß Google nun Fragmente von offenen WLANs hat, ist für Google mehr oder weniger unnütz. Von viel größerem Wert sind Beispielpakete von all den verschlüsselten WLANs, die auf dem Weg genauso gesammelt wurden.
Denn, um ein verschlüsseltes WLAN zu knacken braucht man nur /ein einziges/ Paket als Beispiel, und viel Zeit und enorme Rechenkapazität. Man probiert einfach alle Kombinationen durch. Das geht kaum, solange man vor dem Haus lungert. Aber mit den enormen verteilten Rechnenkapazitäten Googles wäre das deutlich weniger undenkbar als man meinen könnte. Sie haben mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Beispielpaket, anhand dessen im Fall des Falles im Voraus und vom Rechenzentrum aus, das Netz geknackt werden kann, um dann später vor Ort zu fahren und das Netz anzuzapfen.
/Zudem/ hat Google all die WLAN-Daten per Kameraauto ja auch noch mit dem Standort der Netzwerke korreliert.
D.h. der BND, BKA, CIA, wer auch immer, können sich durchaus jetzt überlegen, ob sie in die Wohnung eindringen müssen, oder ob sie nicht einfach bei Google anfragen, ob diese nicht bei Knacken von WLAN "Terrorist" in der Kriminalstraße behilflich sein würden. - #543 15.05.2010 19:06 von
Da sehe ich genaus. Wer meint, der muesste seine Daten unverschluesselt in die Welt blasen ist selber schuld.
Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass jeder der seine Daten unverschluesselt uebetraegt ein Recht auf Privatspaehre verwirkt hat.
Und was soll das herumgehacke auf Google. Heute ist mittlerweile fast jedes datenfaehige Mobiltelefon in der Lage die Umgebung nach WLAN Netzen zu scannen.
Fuer das iPhone gibt es extra Applikationen zum herunterladen um sehr gezielt nach unverschluesselten WLAN zu suchen. - #544 15.05.2010 19:10 von
.
Dann ist es also okay, wenn ich alle technischen Mittel die mir zur Verfügung stehen, benutze um ständig und breitflächig alle Autos zu scannen, durchleuchten, beobachten, observiere, um dann im Falle das da diese Aktentasche voller provater Briefe endlich da liegt, einzubrechen und diese Briefe zu stehlen?
Ich sehe das als Vorbereiten einer Straftat. - #545 15.05.2010 19:19 von
Die lügen. Die sogenannte "Panne" ist ja nur aufgeflogen, weil der Hamburger Datenschutzbeauftragte eine entsprechende Anfrage gestellt hat. Zuerst hat man alles geleugnet: "Noch vor zwei Wochen habe das Unternehmen versichert, außer dem Namen des Funknetzwerkes (SSID) und der individuellen Rechneradresse würden keine weiteren Daten aus drahtlosen Internetverbindungen (WLAN) gespeichert." (zerit.de); nach guter alter Salamaitaktik gibt man jtzt stückchenweise seine Fehler zu...
- #546 15.05.2010 19:28 von
Die genaue Position des WLAN-Routers wird NICHT erfasst. Dazu bräuchte man eine Dreieckspeilung, d.h. Google müsste permanent mit drei Autos im Korso herumfahren. Es wird lediglich gespeichert "In der Münchener Str. 15 befindet sich ein WLAN mit der MAC 00-03-f3....". Diese Daten können dann Handys nutzen, um ihre grobe Position zu bestimmen.
Das mit der feindseligen Funkpeilung in einem Krieg zu vergleichen ist wirklich mehr als lächerlich ... - #547 15.05.2010 19:29 von
- #548 15.05.2010 19:32 von
- #549 15.05.2010 19:45 von
Ein "Problem"? Auch. Und: ein Verbrechen.
Punkte:
1- Fotografieren ist erlaubt.
2- Datensammeln ist erlaubt
3- Niemand verbietet, Informationen zu vernetzen
4- Das Vernetzen von Informationen ermöglicht undoder erleichtert Recherchen.
5- Recherchen sind nicht verboten
6- Es gibt gutwillige und böswillige Menschen.
7- Böswillige können gut vernetzte Informatien zur Recherche = zur Planung von Verbrechen verwenden, z.B. schwerer Einbruchdiebstahl mittels gestohlener baufahrzeuge - Fenster einrammen, blitzschnell alles herausräumen..
Google erhebt Daten, vernetzt sie und liefert aus - ungeprüft, an Gute und Böse.
Erstens, kann Google erkennen, zuverlässig und frühzeitig detektieren, wenn Daten und vernetzte Informationen zur Planung von Verbrechen verwendet werden? Ich hege eine Vermutung, wie diese Frage zu beantworten sein wird.
Ich bin Familienvater, Bürger und Steuerzahler. Ich habe ein Interesse daran, dass der Staat uns vor Verbrechen beschützt. Zumal der Staat sich ein Gewaltmonopol vorbehält und mich davon abhält, meine Interessen gegen die mögliche Gewalt Dritter mit Waffen zu schützen - zu recht.
Google macht sich a- mit der Datenerhebung, b- der Datenvernetzung, c- der ungeprüften Auslieferung dieser Informationen der Beihilfe zur Planung von Verbrechen schuldig.
Tut der Staat etwas dagegen? Offenkundig bisher nicht. Nicht jedenfalls so, dass der bereits real existierenden Bedrohungssituation angemessene Gesetze und Handlungsbereitschaft zum Schutz der berechtigten Bürgerinteressen entgegenstünden.
Statt dessen ist das (berechtigte?) interesse eines Unternehmens, mit geringem Kosteneinsatz „seine“ Agenda zu verfolgen, ungehemmt.
Meine Schlussfolgerung:
der Staat, in dem ich lebe, schützt meine berechtigen Interessen nicht gegen das Verdienstinteresse. Mittels dessen uva. Verbrechen geplant werden.
Schlussfolgerungen:
1- Auswandern. In ein Land, in dem die Bürger gesichert sind vor Ausspähung
2- Mein Grundstück und meine Interessen zu schützen (Findlinge aufstellen lassen), dass Baufahrzeuge nicht meine Wohnzimmerscheiben rammen, hohe Zäune, Kameras zu installieren, Wachmannschaften beschäftigen
3- Mich ausrauben lassen
4- Dem datenerhebenden Unternehmen sein Handeln zu erschweren, Datenerhebung zu behindern. Alles zu tun, dem Unternehmen zuverunmöglichen, mein Anwesen zu fotografieren.
Zu 4. gibt’s paar Ideen: wenn in die Stichstraße ein Kamerawagen hineinfährt, ihn nicht wieder rauslassen, bis er seine Daten herausrückte. Hinter ihm die Straße zuzuparken. Dem Fahrer das Ausliefern seiner Ausrüstung abverlangen, bis der Inhalt der mobilen Festplatten begutachtet wurde. Um zu verhindern, dass während der zu erwartenden Auseinandersetzung schon über UMTS oder anderes die Daten den Wagen verlassen, ihm als allererstes die Dachantenne abzuschrauben. Gewalt gegen Sachen? Sicherung per Eigenvornahme.
Den Fahrer laufenlassen. Das geparkte Google-Auto nach Entfernen der kompletten Datenausrüstung abschleppen lassen. Fahrer und Geschäftsführung anzeigen: Hausfriedensbruch, Beihilfe zum Einbruchsdiebstahl.
Google ist nicht einverstanden? Dann werden die sich schützen müssen. ZB indem sie für sämtliche Ortschaften im Raum Dortmund, Hamm, Werl Polizeischutz bestellen, wenn sie Sackgassen befahren. Ich vermute aber, den Polizeischutz wird Google in Rechnung gestellt bekommen..
Dann wird sich zeigen, wessen Rechtsgüter Vorrang haben: die der Bürger, oder die eines datenkrakigen Konzernes, der Verbrechern Beihilfe leistet?
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